CH128839A - Verfahren und Einrichtung zum Schutz von Gleichstromnetzen gegen plötzliche Überlastung. - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum Schutz von Gleichstromnetzen gegen plötzliche Überlastung.Info
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Description
Verfahren und Einrichtung zum Schutz von Gleichstromnetzen gegen plötzliche Überlastung. Zum Schutz von Gleichstromnetzen gegen Überlastungen und Kurzschlüsse verwendet man im allgemeinen schnellwirkende Schalter mit Höchststrommomentauslösung. Die Aus lösung des Schalters beginnt, sobald die ein gestellte Auslösestromstärke erreicht bezw. überschritten wird.
Wenn eine Überlastung die Ursache der Auslösung ist, so erfüllt die Höchststromauslösung den gewünschten Zweck, ist dagegen ein Kurzschluss die Ur sache der Auslösung, so ist es unerwünscht, dass das Auslösen erst dann beginnt, wenn die eingestellte Auslösestromstärke über schritten wird. In diesem Falle ist eine frü here Auslösung erwünscht, um die Abschalt- zeit des Schalters zu verkürzen und dadurch die schädlichen Einflüsse des Kurzschlusses sowohl auf das Netz, als auch auf die spei senden Maschinen auf ein Mindestmass zu bringen.
Man hat daher Auslösevorrichtungen erdacht, deren Ansprechen nicht nur vom Strom (i), sondern auch von der Grösse der zeitlichen Stromänderung
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abhängig ge macht ist. Es kommen nun aber auch Fälle vor, wo man den Schalter nur bei Kurzschlüssen mit verkehrt gerichtetem Strom sofort auslösen will, während man Kurzschlüsse mit normal gerichtetem Strom anders behandeln, zum Beispiel erst nach einer bestimmten oder nach einer von der Höchststromstärke abhängigen Zeit abschalten möchte.
Diese Fälle sind be sonders für Gleichrichteranlagen von Wich tigkeit, in denen es darauf ankommt, Rück zündungen abzuschalten, noch bevor der Rückstrom eine kurzschlussähnliche Höhe er reicht hat, während Vorwärtsströme erst von einer gewissen die normale überschreitenden Stromstärke an unterbrochen werden sollen.
Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, dass man lediglich die Auslösevor- richtung für Rückstrom von der Steilheit der Stromzeitkurve abhängig macht. Das An sprechen der Schalter bei Überstrom in der @Torwärtsrichtung kann dabei, gegebenenfalls in der gleichen Vorrichtung, wie bisher von der Überschreitung eines Stromgrenzwertes eingeleitet werden. In der Zeichnung ist als Ausführungs beispiel eine Schaltung nach der Erfindung schematisch dargestellt.
Der polarisierte Aus- lösea.nker des Gleichstromschalters a wird darnach von zwei Spulen beeinflusst, einer gewöhnlichen Höchststromspule b, die vom Hauptstrom durchflossen wird, und einer Spule d, die über einen Einstellwiderstand e an den Klemmen einer vom Hauptstrom durchflossenen Drosselspule c liegt.
An den Klemmen der Drosselspule c bildet sich nur dann eine Spannung, wenn sich der sie durchfliessende Gleichstrom än dert, eine Spannung, die umso grösser ist, je grösser die Stromänderung ist. Die Spule d ist so angeschlossen, dass sie bei zunehmendem Strom der Höchststromspule b entgegenwirkt. Der Widerstand e muss so eingestellt werden, dass die Spule d wirkungslos bleibt, so lange die Stromänderungen den normalen Bela stungsschwankungen des Netzes entsprechen.
Dann ist im Falle eines Rückstrom-Kurz- schlusses die Stromänderung so gross, da.ss die Spannung an der Drosselspule c das Relais d zum Ansprechen bringt, indem ihre Kraft die Kraft der im entgegengesetzten Sinne wir kenden Höchststromspule b überwiegt und den Schalter rascher zum Auslösen bringt, noch bevor die Spule b zur Wirkung kommt. Im Falle eines Rückstrom-Kurzschlusses spricht also der Schalter am schnellsten an, und der Höchstwert des Abschaltstromes wird dadurch vermindert, der Schalter also ge schont.
Im Falle eines Vorwärtskurzschlus-ses wird zunächst der Anker des Auslösemag- netes von der rSchalterklinke wegbewegt, und erst wenn der Stromanstieg sich verlangsamt oder der Kurzschlussstrom eine erhebliche Höhe erreicht hat, überwiegt die Wirkun,'g der Hauptstromspule b und veranlasst die Auslösung des Schalters.
Es ist aber nicht nötig, die Rückstroin- auslösung mit der Vorwärts-Höcliststromalaa- lösung zu kombinieren, die beiden Schalt magnete können auch getrennt, entweder auf den gleichen Schalter oder auf zwei ver- schiedene Schalter, einen Höchststromschalter und einen Rückstromschalter, einwirken. Dann ist der Rückstromschalter nur mit einer Spule (d) ausgerüstet, spricht also nur auf Stromänderung bei Rückstrom an.
Die Vorteile, die ein Schalter mit einer vom Vorwärtshöchststrom und gleichzeitig von der Rückstromänderung abhängigen Aus lösevorrichtung aufweist, treten aber nicht allein beim Vergleich zwischen ihm und einem Schalter mit gewöhnlicher, vom Strom allein abhängiger Auslösung zu Tage, son dern sie kommen auch insbesondere im prak tischen Betriebe von Gleichrichteranlagen zur Geltung, denn ein solcher Schalter it ge wissermassen imstande, zwischen einer be triebsmässigen Überlastung und einer für die Anlage gefährlichen Rückzündung zu unte:-- scheiden.
Statt den Einstellwiderstand e zu ver wenden, könnte man die Drosselspule .selbst mittelst Anzapfungen oder durch Veränder lichkeit des Luftspaltes regelbar machen. Die Spulen b und d können, wie gezeichnet, unmittelbar mit dem Hauptschalter a zu sammengebaut sein, oder aber die Spulen eines oder zweier Relais bilden, die beim Ansprechen mittelbar die Auslösung des Schalters a bewirken.
Claims (1)
- PATEN TANSPRüCHE I. Verfahren zum Schutz von Gleichstrom netzen gegen plötzliche Überlastung, da durch gekennzeichnet, dass das Ansprechen der Sicherheitsvorrichtungen bei Rück strom von der Steilheit der Strom-Zeit- Kurve abhängig gemacht wird, während beim Anstieg des Vorwärtsstromes kein Ansprechen dieser Vorrichtungen erfolgt. IL Einrichtung zur Ausübung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösevorrich- tung der Sicherheitsapparate, die an eine vom Hauptstrom durchflossene Indukt.i- vität angeschlossen ist, einen polarisierten Anker besitzt.UNTERANSPRÜCHE: 1. Einrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass der polari sierte Anker der Auslösevorrichtung unter dem Einfluss einer an die Induk- tivität angeschlossenen Erregerspule steht. 2.Einrichtung nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass der polari sierte Anker der Auslösevorrichtung un ter dem Einfluss zweier Spulen steht, deren eine vom Hauptstrom durchflossen wird und auf Höchststrom anspricht, und deren andere so an die Induktivität ange schlossen ist, dass sie den Anker bei Rück stromanstieg in der entgegengesetzten Richtung bewegt wie die Hauptstrom- spule. 3.Einrichtung nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die Auslöse- vorriehtung unter dem Einfluss zweier Elektromagnetanker steht, von denen der eine vom Hauptstrom erregt, der andere polarisiert und von der an die Induktivi- tät angeschlossenen Spule im Sinne einer Rückstromauslösung erregt ist. 4.Einrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die rückstrom- abhängige Auslösevorrichtung der Si cherheitsapparate über einen einstell baren ohmschen Widerstand an die In duktivität angeschlossen ist. 5. Einrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass zwecks Ein stellung der Auslösespule die Induktivi- tät regelbar gemacht ist.ö. Einrichtung nach Unteranspruch 5, da durch gekennzeichnet, dass die induktive Wicklung mit Anzapfungen versehen ist. 7. Einrichtung nach Unteranspruch 5, da durch gekennzeichnet, dass die Indukti- vität eine Drosselspule mit regelbarem Luftspalt ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE128839X | 1926-11-29 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH128839A true CH128839A (de) | 1928-11-16 |
Family
ID=5662766
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH128839D CH128839A (de) | 1926-11-29 | 1927-11-18 | Verfahren und Einrichtung zum Schutz von Gleichstromnetzen gegen plötzliche Überlastung. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH128839A (de) |
-
1927
- 1927-11-18 CH CH128839D patent/CH128839A/de unknown
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