CH129575A - Verfahren zur Herstellung von Säurebauten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Säurebauten.

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CH129575A
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Description


  Verfahren zur Herstellung von Säurebauten.    Die Erfindung betrifft ein Verfahren  zur Herstellung von säurebeständigen Gegen  ständen verschiedenster Art, wie Bottiche,  Transportgefässe, Säurespeicher, Pumpen usw.  Nach vorliegendem Verfahren können sowohl  ortsfeste, als auch bewegliche Apparaturen  hergestellt werden. Der Einfachheit halber       sollen    im folgenden alle herzustellenden Ge  genstände mit dem Sammelnamen "Säure  bauten" bezeichnet werden.  



  Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus,  dass zur Herstellung der Säurebauten     Phenol-          aldelhvd-Reaktionsgemische    verwendet wer  den, die durch Einwirkung eines sauer  reagierenden Stoffes bereits bei normaler  Lufttemperatur zu einem unlöslichen und  unschmelzbaren Kunstharz erhärtet werden  können. Der Vorteil des Verfahrens besteht  darin, dass zur Erhärtung der verwendeten  Phenolaldehyd-Reaktionsgemische eine Er  hitzung im Gegensatz zu bekannten Verfah  ren nicht nötig ist, was bei grossen Gegen  ständen, wie die Säurebauten vielfach sind,  nicht nur von wirtschaftlicher Bedeutung  ist, sondern vielfach überhaupt erst ermög  licht, die fraglichen Gegenstände unter Ver  wendung von Kunstharzen herzustellen.

      Die Härtung der     Phenolaldehyd-Reak-          tionsgemische    kann auf verschiedenen Wegen  erfolgen. Das Härtungsmittel kann hierbei  bereits dem Phenolaldehyd-Gemisch einver  leibt werden, indem man das letztere mit  einer Säure anrührt oder mit sauren Salzen  versetzt. Gegebenenfalls können auch Säure  abspaltende Stoffe Verwendung finden. Es  ist gleichgültig, ob man das Härtungsmittel  dem Phenolaldehyd-Reaktionsgemisch, das  bereits ein flüssiges Kunstharz darstellt,  oder dem Phenolaldehyd-Gemisch einverleibt.

    Für das vorliegende Verfahren können Pro  dukte verwendet werden, die beispielsweise  wie folgt erhältlich sind:  a) 30 Teile eines flüssigen,     mittelst    Al  kali kondensierten     Phenol-Formaldehyd-          Kunstharzes        (Resinit)    und 17 Teile     gepul-          verte    Abfälle von gehärteten     Phenol-Al-          dehyd-Kunstharzen    werden miteinander ver  mengt und kurz vor dem Gebrauch mit klei  nen Mengen einer 15     %igen    wässerigen Salz  säure gemischt. Aus der     emulsionsartigen     Mischung scheidet sich das überschüssige  Wasser aus.

   Die Mischung behält ihre Weich  heit und Bindefähigkeit in dünner Schicht  und in der     gälte    eine bis zwei Stunden.      Diese Masse wird in einer später zu beschrei  benden Art und Weise verarbeitet, wonach  sie in etwa 24 Stunden bei     Lufttemperatur     hart und unempfindlich gegen die     meisten     Säuren wird. Die Hitzebeständigkeit der ge  härteten Masse ist nicht unbeträchtlich und  reicht etwa bis 130   C, mitunter sogar noch  darüber.  



  b) Die unter     a    genannten Stoffe werden  statt mit wässeriger Salzsäure mit 5 Teilen  gesättigter alkoholischer Salzsäure vermischt.  Die Reaktion verläuft etwa wie unter     a    an  gegeben, aber ohne wesentliche Wasser  abscheidung.  



  c) Das unter a angegebene Kunstharz  gemisch wird mit einem sauren Salz, zum  Beispiel Natrium-Bisulfat, vermengt, und  zwar wird das saure Salz in gepulverter Form  der Kunstharzmischung zugefügt. Die Menge  des zu verwendenden sauren Salzes hängt  von der Zusammensetzung der Kunstharz  mischung ab. Zunächst muss so viel saures  Salz verwendet werden, dass die im Kunst  harz befindlichen alkalischen bezw. basischen  Stoffe neutralisiert werden. Ausser dieser  Menge muss man einen Überschuss zugeben,  dessen Höhe ebenfalls je nach den Umstän  den variiert. In der Regel kommt man mit  einem geringeren Überschuss an sauren Sal  zen aus, als zur Neutralisation des Kunst  harzes nötig ist. Nachdem das gepulverte  saure Salz mit dem flüssigen Kunstharz  produkt vermengt ist, erfolgt eine sehr  schnelle Lösung des ersteren.

   Das Erhärten  dieser Masse vollzieht sich praktisch genau  so wie bei den unter<I>a</I> und<I>b</I> angeführten  Massen.  



  d) 10 Teile Handelskresol und 4 Teile  Trioxymethylen werden mit so viel Quarz  mehl vermengt, bis eine Masse von etwa  schmalzartiger Konsistenz entsteht. Die  Masse erhärtet selber, wenn sie beispiels  weise in die Fugen eines mit beispielsweise  Schwefelsäure durchtränkten Mauerwerkes  hineingebracht wird, da aus dem Mauer  werk durch Diffusion genügend Säure in  die Masse eindringt, um die Erhärtung be  reits in der Kälte zu bewirken.    Aus den so erhältlichen Massen kann  man zum Beispiel unter Vermischen mit  Füllstoffen verschiedene säurebeständige Ge  genstände herstellen. Als Füllstoffe kommen  die üblichen Materialien, wie Quarzmehl,  Asbestfasern, Talkum usw., in Frage.

   Diese  Ausführungsart ist zur Herstellung kleinerer  beweglicher Gegenstände     geeignet.    Bei der  Errichtung grösserer ortsfester Säurebauten  werden zweckmässig verschiedene weitere  Hilfsmaterialien verwendet. Wenn beispiels  weise grosse Speichergefässe für Säuren er  richtet werden sollen, so können aus Eisen  oder Eisenbeton hergestellte Behälter mit  säurefesten Steinzeugplatten ausgelegt wer  den und dann gemäss dem Verfahren der vor  liegenden Erfindung zur Verbindung und  Verfugung der letzteren eines der unter ea  bis     d    gekennzeichneten     Kunstharzgemische     verwendet werden.

   Das Verkitten und Ver  fugen der säurefesten     Steine    erfolgt in die  sem Falle genau so einfach, wie mit einem  beliebigen Mörtelmaterial; nur muss die Ar  beit so schnell vor sich gehen, dass die     an-          aesäuerte        Kunstharzmischung    nicht     schon     vor der Verwendung     abbindet.    Aus diesem  Grunde sollen zweckmässig stets nur kleine  Portionen des     Kunstharzgemisches    angerührt  und flott verarbeitet werden.  



  Wenn Hilfsmaterialien, wie Eisen, Beton  oder dergleichen, verwandt     -werden,    die durch  die zum Ansetzen des Reaktionsgemisches  benötigte Säure angegriffen werden, so muss  dafür Sorge getragen werden, dass zwischen  die angreifbare Unterlage und der ange  säuerten     Kunstharzmischung    eine, wenn auch  hauchdünne, Isolierschicht eingeordnet wird.

    Als Isolierschicht kommen beliebige geeig  nete Anstriche, Überzüge und dergleichen in  Frage; so kann man beispielsweise die  üblichen     Kunstharzlacke    vielfach mit Vor  teil     verwenden.    Sehr gut verwendbar sind  ferner die mit etwas     Graphitpulver    versetzten       K'autschuk-Benzollösungen,    die ebenfalls mit  Pinsel aufgetragen und     finit    Schwefelsäure  -vulkanisiert werden können.

   Die     Haftung     der     Kunstharzschicht    auf den so     vorbehan-          delten    Unterlagen ist     hervorragend.         Als Hilfsmaterial können auch     faser-          förmige    Gewebe bezw. filzartige Gebilde in  Frage kommen. Hierbei wird die Kunstharz  masse so dünnflüssig verwendet, dass ein  gutes Durchtränken der Faser gewährleistet  wird. Die dünnflüssige Beschaffenheit der  Kunstharzsäuremischung kann unter ande  rem dadurch erreicht werden, dass man sehr  wenig oder gar keine festen Zusatzstoffe  zufügt oder nur solche festen Zusatzstoffe  verwendet, die der Mischung eine schlüpfrige,  gut fliessende Beschaffenheit verleihen.

   Als  ein derartiger Zusatzstoff hat sich feinver  teilter Graphit bewährt. Man kann auch  durch Zufügung eines Lösungsmittels, wie  Alkohol oder dergleichen, die gewünschte  Dünnflüssigkeit erreichen. Wenn beispiels  weise ein eiserner Rührer salzsäurebeständig  ausgekleidet werden soll, so wird derselbe       zunächst        mit        einer     Lösung zwei- bis dreimal angestrichen und  der Anstrich mit Chlorschwefellösung kalt  vulkanisiert. Dann wird loses Asbestgewebe  oder dergleichen in eine Mischung getaucht,       bestehend    aus 50 Teilen flüssigem, mit Al  kali kondensiertem Kunstharz (beispiels  weise Resinit), 30 Teilen Graphitpulver  und 24 Teilen einer 33 %oigen alkoholischen  Schwefelsäure.

   Die zu schützenden Teile  des Rührers werden mit dem getränkten Ge  webe sorgfältig umwickelt, wonach noch eine  glättende Deckschicht aus derselben Mi-    schung ohne Gewebeeinlage aufgetragen  wird. Nach 48stündigem Stehen bei Luft  temperatur ist der Überzug gebrauchsfertig.

Claims (1)

  1. <B>PATENTANSPRUCH</B> Verfahren zur Herstellung von Säure bauten, dadurch gekennzeichnet, dass zu ihrer Herstellung Phenolaldehyd-Reaktions gemische verwendet werden, die durch Ein- wirkung eines sauer reagierenden Stoffes bei normaler Lufttemperatur zu einem unlös lichen und unschmelzbaren Kunstharz er härtet werden können. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass plattenförmige Ma terialien mittelst der Phenolaldehyd-Re- aktionsgemische miteinander verbunden und verfugt werden. ?. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Metallteile zur Stüt zung der Kunstharzteile verwendet wer den. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass faserförmige Ein lagen in Schichten von Phenolaldehyd- Reaktionsgemisch einverleibt werden.
CH129575T 1927-05-23 1927-05-23 Verfahren zur Herstellung von Säurebauten. CH129575A (de)

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