Verfahren und Vorrichtung zur mechanischen Herstellung von Glashohlkörpern. Der Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur mecha nischer. Herstellung von Glashohlkörpern; wie zum Beispiel Kolben für elektrische Glühlampen und ähnliche Gegenstände.
Die Erfindung bezieht sich auf diejenigen Ver fahren, bei denen ähnlich dem Verfahren nach dem deutschen Patent Nr. ?69949 ge schmolzenes (xlas aus dem Ofen oder Glas hafen in die Form eine. Entnahmekopfes eingesaugt, das überschüssige Glas der Form durch ein Messer abgeschnitten und das er zeugte Külbel durch Abfallen an die Blas pfeife abgegeben wird.
Bei diesem bekann ten Herstellungsverfahren erhielt dass Kül- bel am untern Teil einen etwas verengten Hals, der nach oben hin in einen seitlich vortretenden, herumlaufenden Flansch über ging. Bei der Abgabe des Külbels an die Glaspfeife trat .der verengte Külbelhalsteil in die Mündung der Pfeife ein, #ährend der vortretende Flansch über die Pfeifenmün dung hinwegfasste und an letzterer durch die beweglichen Haltebacken der Pfeife festgehalten wunde.
Der aus dem bekannten Külbel mittelst .der abwärts geschwenkten Blaspfeife und der Fertigform hergestellte Kolben hat zu folge des am Külbel vorhandenen, nicht. zur Verblasung kommenden Halsansatzes einen dicken :Glasansatz, dessen Öffnung nur einen verhältnismässig geringen Durchmesser be sitzt. Dieser Ansatz muss entfernt werden, um zum Beispiel in den Kolben den Glüh fadenträger oder sonstige Einbauteile ein setzen und befestigen zu können. Hierdurch wird naturgemäss das Herstellungsverfahren umständlich und seine Wirtschaftlichkeit verringert.
Diese Nachteile werden durch die Erfin dung vermieden, und zwar dadurch, dass in der Saugform ein Külbel mit an .der Schnitt- fläclie grösster Ausdehnung erzeugt und die ses anders wie bisher beschaffene Külbel dann mit der Schnittfläche, also mit der Fläche, von der das überschüssige Glas ab- getrennt ist, auf den Rand der Pfeife be ziehungsweise auf deren Stirnfläche aufge setzt und festgelegt wird.
Um ein besonders wirksames Festhalten des Külbels zu erreichen, kann dieser eben falls mit einem seitlich vortretenden, herum laufenden Flansch versehen sein. Letzterer wird dabei im Gegensatz zu den bisherigen Verfahren jedoch nicht beim Einsaugen der Glasmasse in die Form, sondern erst nach dem Aufsetzen des Külbels auf die Blas- pfeife erzeugt, und zwar zweckmässigerweise dadurch, dass beim Abwärtsgehen von an der Blaspfeife geführten,
über den Pfeifen- und auch .den Külbelrand greifenden Klauen die Külbelrandma.sse zu einem Flansch umge bildet wird. Dieser liegt also nicht, wie bis her, oberhalb eines verengten Halsteils, son dern bündig mit der Schnittfläche des Kül- bels.
Die neue Ausgestaltung und Festklem- mung des Külbels gestattet es, die Gestalt der Saugform und damit auch des die Saug form. in sich aufnehmenden Entnahmekopfes zu vereinfachen, sowie die ;Saugform leich ter auswechselbar zu gestalten.
Die Saug- form, braucht nicht mehr zwei- oder mehr teilig zu sein, sondern kann aus einem .Stück bestehen, derart, dass die Formaushöhlung an der Mündung den grössten Querschnitt besitzt. Die Form wird hierbei zweckmässig stumpfkegelig gestaltet und in einer entspre chend ausgebildeten Aussparung des Ent nahmekopfes gelagert.
Ihre Befestigung am Entnahmekopf erfolgt durch am Entnahme kopf gelagerte Organe, zum Beispiel eine leicht lösbare Überwurfmutter, wobei zwi schen letzterer und der Form ein deren un teren Rand bildender, auswechselbarer Ring eingeschaltet sein kann. Die Lebensdauer der Saugform wird dadurch verlängert, da ihre der Einwirkung der heissen Glas schmelze in der Wanne am meisten ausge setzte Mündung nunmehr durch den leicht auswechselbaren Ring gebildet wird.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel einer Vorrichtung zur Ausführung des erfindunbsgemässen. Verfahrens veran schaulicht, und zwar ist: Fig. 1 ein senkrechter Schnitt .durch den die Saugform enthaltenden Entnahmekopf und den obern Teil des dazugehörigen Pfei f enmundstückes, Fig. 2 ein senkrechter Schnitt durch das Pfeifenmundstück, die Klauen in der ge schlossenen, aber noch angehobenen Stel lung veranschaulichend, Fig. 3 ein ähnlicher Schnitt wie F i'-. ?.
jedoch mit gesenkten Klauen, Fig. 4 ein senkrechter Schnitt durch das beim Blasen abwärts hängende Pfeifenmund- stück mit dem bereits geblasenen Kolben und Fig. 5 ein senkrechter Schnitt durch -in nach den bisherigen Verfahren erzeugtes Külbel.
In der Fig. 1 bedeutet. 1 den in die nicht dargestellte Wanne eintauchenden Ent nahmekopf, dessen abgesetztes unteres End!- 2 mit Gewinde 3 versehen ist und den übli chen SauAuftkanal 4 besitzt.
Im Endteil 2 des Entnahmekopfes befindet sich eine ke gelförmige Ausspai-ing 5, in welcher die aus einem .Stück bestehende, in Gestalt eines abgestumpften Kegels ausgeführte Saug form 6 genau passrecht eingesetzt ist. 7 sind Bohrungen in der Saugform 6, die über die sieh daran schliessenden, auf der Aussen fläche der Form befindlichen Rillen 8 den ebenfalls kegelförmigen Hohlraum 9 der Form. mit der Saugleitung 4 des Entnahme kopfes verbinden. Die Form 6 wird durch die Überwurfmutter 10 in der Aussparung 5 des Kopfes gehalten, und zwar zweck mässig unter Zwischenschaltung eines Rin ges 11.
Der Rand 12 der Formmündung, so- wie,der den Ring 11 gegen die Form 6 drük- kende Flansch 13 der Überwurfmutter 10 sind mit der Konizität des Ringes 11 ent sprechenden -Abschrägungen versehen. Beim Anziehen der Überwurfmutter 10 übt der Flansch 1'3 auf den Ring 11 einen Druck aus, der von diesem auf die Form 6 über tragen wird und letzteren in die konische Aussparung 5 des Kopfes 1 hineintreibt.
Durch Lösen der Mutter 10 können die Form 6 und der am stärksten durch die heisse Glasschmelze der Wanne beanspruchte Ring 11 leicht und schnell ausgewechselt werden. 14 ist ein in bekannter Weise am Entnahme kopf drehbar angeordnetes, konzentrisch zur Formmündung bewegtes Messer und 15 die Mündung der zu beschickenden Blas- pfeife 16.
Sobald der Entnahmekopf in die nicht dargestellte Wanne hineinbewegt ist, wird in bekannter Weise durch Saugluftwirkung heisses Glas in die Aushöhlung 9 der Saug form 6 hineingesaugt und durch Ausschwin gen des Messers 14 das von der Form 6 unten vortretende, überschüssige Glas abge trennt, so da.ss dieses wieder in die Wanne abfallen kann. Der in der kegelförmigen Formaushöhlung 9 durch Saugluftwirkung testgehaltene Glaskülbel besitzt an der an nähernd ebenen Schnittfläche seine grösste Ausdehnung.
Da die Saugform im innern keine seitlich zurücktretenden Teile auf weist, wie dies bei den bisherigen, ähnlichen Zwecken dienenden mehrteiligen Formen der Fall ist, so ist auch an dem fertigen Külb1-l 17 kein seitlich vortretender, umlaufender Flansch *vorhanden; die Mantelfläche des Külbels ist vielmehr vollkommen glatt.
Nachdem der Entnahmekopf 1 aus der Wanne herausbewegt ist, wird das Külbel 17 in bekannter Weise durch Unterbrechung der Saugluftwirkung zum Abfallen auf die Blaspfeife 16 gebracht, wobei es sich mit seiner Schnittfläche auf den Rand 15 der Blaspfeife 16 beziehungsweise die Stirn fläche derselben aufsetzt, wie in Fig. 1 dar gestellt ist. Eine sichere Auflage des Kül- bels 17 wird hierbei dadurch erzielt, dass die Mündungsweite der Saugform 6 mit dem äusseren Durchmesser der Pfeifenmündung genau übereinstimmt.
Die in bekannter Weise an der Blaspfeife 16 schwenkbar gelagerten, zum Halten des Külbels 17 dienenden Klauen 18 sind derart ausgebildet, dass sie im zusammengeklappten Zustande (Fig. 2) mit ihren Umbiegungen 19 senkrecht oberhalb .des Pfeifen- und auch Külbelrandes stehen.
Bei der Abwärtsbewe gung der geschlossenen Klauen 18 pressen die Umbiegungen 19 derselben die Külbel- randmasse zwischen sich und den Pfeifen rand 15, wodurch am Külbel 17 bündig mit der Schnittfläche ein Flansch 20 entsteht, mit dem dasselbe auf der Pfeife 16 durch Klemmwirkung festgehalten wird. Sofort nach der Festklemmung des Külbels 17 tritt.
Druckluft vom Innern der Blaspfeife auf die Unterseite des Kiilbels. Die Blaspfeife schwenkt dann in bekannter Weise nach unten, so dass das eigentliche Aufblasen des Külbels bei hängender Pfeife stattfindet. Bei dem aus dem Külbel entstehenden Kol ben 21 (Fig. 4) fehlt der sonst durch den verengten Glashals des Külbels bedingte, einen grossen Abfall bedeutende Glasansatz.
Die Halsöffnung des erzeugten Kolbens. 21 ist ausserdem genügend gross, um zum Bei spiel den Glühfadenträger oder sonstige Ein bauteile ohne Schwierigkeit in den Kolben einführen und befestigen zu können.
Beim Vergleich des Külbels 17 mit denn nach den bisher angewendeten Verfahren hergestellten, in Fig. 5 veranschaulichten Külbel 2.2 ist der Unterschied in der Külbel- form ohne weiteres zu erkennen. Das be kannte Külbel besitzt den verengten Hals teil 23 und den sich daran nach oben an- schliessen.deri Flansch 24.