CH132019A - Verfahren und Vorrichtung zur Verminderung des Nikotingehaltes von Rohtabaken, Halbfabrikaten und gebrauchsfertigen Tabakfabrikaten. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Verminderung des Nikotingehaltes von Rohtabaken, Halbfabrikaten und gebrauchsfertigen Tabakfabrikaten.

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CH132019A
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  Verfahren und Vorrichtung zur Verminderung des     NikotiDgehaltes    von     Rohtabaken,     Halbfabrikaten und gebrauchsfertigen Tabakfabrikaten.    Die Erfindung benützt zur Entfernung  des Nikotins aus Tabaken das an sieh be  kannte Erwärmen des Tabaks unter Durch  leiten eines     ga,sfürmigen    Fluidums, zum Bei  spiel Luft oder Dampf.  



  Untersuchungen haben ergeben,     dass    beim  Erwärmen von Tabak nur ein ganz geringer  Prozentsatz des Nikotins infolge seiner       Wasserdampfflüchtigkeit    entweicht. Erheb  liche Nikotinverluste in verhältnismässig  kurzer Zeit treten erst ein, wenn die     Feurh-          tigkeit    des Tabaks schon verjagt ist und der  Tabak eine weit über<B>100'.C</B> liegende Tem  peratur     angenominen    hat.

   Das Nikotin ent  weicht bei diesen Temperaturen infolge der  Dissoziation     bezw.    Sublimation der im Tabak  hauptsächlich vorliegenden Nikotinsalze     (Ma-          lat,        Zitrat        usf.).    Erhitzt man gewogene Men  gen von     --'L#'ikotiusalzen,    so treten erst bei  über<B>130 ' C</B> liegenden Temperaturen     inerk-          bare        Gewichtsverluste    ein. Grössere     Men-,en          ZD       dieser Salze verflüchtigen innerhalb prak  tisch anwendbarer Zeiten erst über<B>150' C.</B>  



       Dass        dieWasserdampfflüchtigkeit    überhaupt  für den Effekt keine Rolle spielt, ergibt  sich schon daraus.     dass    im Tabak nur ganz  kleine Mengen von freiem Nikotin vorliegen  und nur     freits    Nikotin     wasserdanipfflüchtio,     ist. Gebundenes Nikotin     (Malat,        Zitrat        us.f.)     ist überhaupt nicht     wasserdampfflüchtig,     und gerade in dieser Form liegt das Nikotin  im     Tabah    fast ausschliesslich vor.  



  Auf Grund dieser Erkenntnis wird man,  um zu einer raschen und weitgehenden     Ent-          nikofinisierung    zu kommen, alle Momente  ausnützen, welche die Dissoziation begünsti  gen und alle, auf die Dissoziation ungünstig  wirkenden Einflüsse ausschalten; insbeson  dere ist es angezeigt:  <B>1.</B> den Tabak möglichst trocken zur     Ent-          nikotisierung    zu bringen, um nicht unnütz  Wärme zum Verdampf en der Feuchtigkeit zu      verlieren, und ganz besonders deshalb, weil  feuchter Tabak, beim     Ei-wärmen    stark leidet;

    2. den Tabak- so     rascli    wie möglich auf  die für die entsprechende Dissoziation er  forderliche Temperatur zu bringen, um ihn  nicht     unn-ütz    lang,- solchen Temperaturen  auszusetzen, bei welchen er, praktisch ge  nommen, 'noch kein Nikotin verliert.

   Man  erreicht auf diese Weise Zeit-     und    Wärme  ersparnis und Schonung des     Tabalimaterials;     <B>3.</B> die entweichenden Nikotinsalze so       ra,seli    wie möglich von der Tabakoberfläche  zu entfernen, um die     Tension    des Nikotins  herabzusetzen;  4. die Temperatur im Innern des Appa  rates in allen Stellen vollkommen gleich.     zu     halten, um eine gleichmässige     Entnikotini-          sierung    zu erreichen.  



  Es ist daher von Vorteil,     dass    man mög  lichst trockenen Tabak möglichst rasch auf  jene Temperatur bringt, bei     welch-er    die       Nikotinsalze    dissoziieren und verflüchtigen,       dass    man ferner für eine rasche Abfuhr der       Nikotinsa.Ize    und des Nikotins sorgt und die  Temperatur an allen Stellen vollkommen       (Y    e       ,ll        ichzuhalten    sucht.  



  Hält man diese Arbeitsweise ein, so er  reicht man bei weitgehender Schonung des  Materials in verhältnismässig kurzer Zeit  eine bedeutende Verminderung des Nikotin  gehaltes, welche<B>je</B> nach der Behandlungs  dauer<B>5,0</B> bis<B>80</B>     '/o    beträgt. Wenn im Appa  rate an     allen,Stellen    die gleiche Temperatur  herrscht, ist auch eine vollkommen gleich  mässige     Entnikotinisierung        *des        gazuzen    In  haltes gewährleistet.

   So können beispiels  weise     Virginier    Zigarren mit<B>3</B>     '/o    Nikotin  gehalt auf<B>0,9</B>     '/o,        Portorico    von 1,4     '/o    auf  <B>0,25 %</B> gebracht -werden.  



  Zur Durchführung des Verfahrens wird  man vorteilhaft eine Vorrichtung benützen,  welche die rasche Erreichung von über  <B>150' C</B> liegenden Temperaturen und die  genaueste Einhaltung dieser Temperaturen  an allen Stellen des Nutzraumes. gewähr  leistet und welche ein rasches Durchströmen  von Gasen bei gleichmässiger Verteilung ge  stattet.    Die Zeichnung zeigt eine beispielsweise  Ausführungsform einer solchen     Entnikotini-          sierungsvorrichtung,    und zwar in     Fig.   <B>1</B> im  lotrechten Schnitt nach der Linie     A-B    der       Fig.    2 und r'     ig.    2 in einem Querschnitt durch  die Vorrichtung.  



  Das     schmiedeiserne        schrankförmige    Ge  häuse a, der Vorrichtung ist mit isolieren  den Schichten     b,        c    ausgestattet, so     dass    der  Innenraum gegen Wärmeverluste nach aussen  gut geschützt ist. An einer Schmalseite des  Gehäuses a ist eine ebenfalls gut isolierte  Tür bei<B>d</B> vorgesehen, durch -welche die zu       entnikotinisierenden        Tabakfabrikate    einge  bracht werden.

   An den Innenwänden des     Ge-          h#Luses    a     istein    Traggerüst e angeschraubt,  in welches die mit den Tabakfabrikaten  gefüllten Horden     eiagenförmig    eingeschoben  werden können.

   Zum Zwecke einer vollkom  men gleichmässigen Heizung des Innenrau  mes der Vorrichtung ist unterhalb jeder  Horde eine     wagrechte        Heizwasserschlange   <B>9</B>  mit mehreren Windungen und überdies an  den Längsseiten des Gehäuses eine     ebensol-          ehe    lotrechte     Heizwasserschlange    h angeord  net, so     dass    der Inhalt jeder Horde sowohl  von unten, als auch von der Seite erwärmt  wird.

   Durch diese Anordnung der     Heiz-          wasserröhren    einerseits und die Verkleidung  des Gehäuses a mit wärmeisolierenden  Schichten<B>b,</B>     c    anderseits, ist es möglich,  eine vollkommen gleichmässige und rasche  Erhitzung des Innenraumes und somit auch  der zu behandelnden Tabakfabrikate auf die  gewünschte Temperatur zu erreichen, die  <B>D</B>  während des ganzen     Entnikotinisierungs-          vorganges    durch (in der Zeichnung nicht  dargestellte) elektrische     Fernthermornüter     und     Thermoregler    überprüft und eingeregelt  werden kann.  



  Alle zu -einer Horde gehörenden     Heiz-          wasserselilangen    sind zu einer Gruppe     zu-          sammengesehlossen    und mittelst     Abperr-          organen    an die gleichfalls nicht dargestell  ten Ein- und     Rücklaufverteilungsleitungen     für das Heizwasser angeschlossen, so zwar,

         dass   <B>je</B> zwei in der Höhenrichtung der     Vor-          richtun-        aufeinanderfolgende    Gruppen von  <B>z2</B>           Heizwasserschlangen    auf gegenüberliegenden  Seiten des Gehäuses     a.ngeschlossen    sind,  derart,     dass    jede Gruppe für sich beheizbar  ist und automatisch reguliert wird. Der  zur Mitnahme der     entweiehenden    Nikotin  salze verwendete Luft- oder Gasstrom strömt  in der     Riebtung    der Längsachse des Ge  häuses a von unten nach oben.

   Um eine  möglichst. genaue Einstellung der Luftver  teilung im Innern der Vorrichtung -vor  nehmen zu können, ist unterhalb der in drei       La,gen    angeordneten     Heizwasserschlange    der  untersten Horde am Boden des Gehäuses a  ein mit in ihrer Grösse verstellbaren Schlit  zen     versellenes    Blech     i    befestigt. Für den  Austritt der mit den     -,\Tikotinwalzen    belade  nen Luft oder des Gases aus der     Vorrieh-          tung    ist an den obersten Teil desselben ein  mittelst einer einstellbaren     Reguliei-klappe     verschliessbarer     Abluftstutzen        j    befestigt.

         Ansta-tt    mit heissem Wasser kann man die  Vorrichtung auch mittelst     elektriseli#n    Stro  mes beheizen, wobei die elektrischen Heiz  körper ganz ähnlich wie, die     Heizwasser-          schlangen    gruppenweise heizbar sind und  ebenfalls jede Gruppe durch einen     Thermo-          regulator    auf die gewünschte Temperatur     re-          (pllliert    wird.  



  Nach der     Fülluno-    der Vorrichtung wird  die erforderliche Temperatur eingestellt und  ein kräftiger, auf die Schranktemperatur  vorgewärmter Luftstrom oder ein Strom  eines     inerten    Gases oder trockener Dampf  durchgeleitet. Diese Temperatur -wird so  lange konstant eingehalten, bis der, gewünschte       i\Tikotinverlust"    der, wie bereits erwähnt,  durch die Zeitdauer bestimmt ist, erreicht  ist,

Claims (1)

  1. PATENTANSPRüCHE: I. Verfahren zur Verminderung des Ni- katingehaltes von Rohtabaken, Halb fabrikaten und gebrauchsfertigen Tabak,- fabrikaten durch Erwärmen unter deni Einfluss eines gasfürmigen Fluidums, dadurch gekennzeichnet, dass der in einen Behälter trocken eingebrachte Tabak rasch auf eine Temperatur von über <B>150 '</B> erhitzt wird, wobei ein auf diese Temperatur gebrachter Strom eine-,
    gas förmigen Fluidums bis zur Abwande rung der gewünschten -Nikolinmenge un unterbrochen durch den Behälter geleitet wird. II. Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, mit einem mit wärmeisolierenden Schichten ausgestatteten schrankförmigen Behälter.
    in dem in Etagen angeordnete Horden liegen und welchen der Fluidumstrom axial durchströmt, dadurcl-1 gekennzeich- net, dass im Boden des Behälters ein Blech mit.
    in ihrer Grösse verstellbaren Schlitzen zur Verteilung des durch strömenden Fluidums eingebaut ist, und dass jede Horde zwecks gleichmässige.- Heizung von einem unterhalb dieser an geordneten und von an den Seitenwäuden des Behälters vorgesehenen Heizkörpern umgeben ist, die für jede Hord- zu einer Gruppe zusammengefasst sind, -wo bei jede Gruppe einzeln beheizbar und mit Mitteln zur automatischen Temperas turregulierung versehen ist.
CH132019D 1927-05-09 1928-04-21 Verfahren und Vorrichtung zur Verminderung des Nikotingehaltes von Rohtabaken, Halbfabrikaten und gebrauchsfertigen Tabakfabrikaten. CH132019A (de)

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