CH132074A - Verfahren zur Durchführung elektrothermischer Prozesse. - Google Patents
Verfahren zur Durchführung elektrothermischer Prozesse.Info
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Description
Verfahren zur Durchführung elektrothermischer Prozesse. Bei Durchführung elektrothermischer Prozesse, wie zum Beispiel bei der Her stellung von Karbiden, Siliziden und Me tallen aus Erzen, verwendete man bisher als Reduktionsmittel Holzkohle, Anthrazit oder auch im Kokereiverfahren oder in Gas- ,in, talten gewonnenen Koks.
Die Erfindung besteht .darin, -als Reduk tionsmittel zur Durchführung derartiger Pro zesse soggenannten Halbkoks zu verwenden, welcher unter niedrigerer Temperatur ge wonnen wird als beim Kokereiverfahren. Derartiger Halbkoks bleibt zum Beispiel als Abfallprodukt bei der Sehwelerei von Stein kohle zurück und, ist in allen erforderlichen Mengen vorhanden.
Versuche haben ergeben, dass die Benutzung von derartigem Halbkoks der @Schwelerei als Reduktionsmittel zur Durchführung elektrothermischer Prozesse ganz wesentliche Vorteile bietet gegenüber den bisher verwendeten Reduktionsmitteln, .da der Halbkoks in kaltem Zustande ein elek trischer Nichtleiter ist, in dem Temperatur- intervall von 600 bis 1000 C dagegen elek trisch leitfähig wird.
In der obern Zone des elektrothermischen Ofens, wo der kalte Halbkoks aufgegeben wird, wirkt er durch seine Nichtleitfähigkeit vorteilhafter als Ganzkoks, da der Ganzkoks durch seine Leitfähigkeit auch in kaltem Zu stande einen Teil der elektrischen Energie und Wärme ableitet.
Auch wird der Ver schleiss der Elektroden von der Aufgabe bis zur Reaktionszone bei Anwendung von Halb koks im Gegensatz zur Verwendung von Koksofenkoks herabgesetzt, .da Halbkoks in den obern Zonen des elektrothermischen Ofens eine schlechtere Leitfähigkeit besitzt als der Koksofenkoks. Ferner kann die Reaktions zone des elektrothermischen Ofens bei Halb- koksbetrieb im Gegensatz zur Verwendung von Ganzkoks mit einer höheren Material schicht bedeckt werden. Dadurch wird die Reaktionszone nach aussen hin gegen Wärme ableitung geschützt, was bei Ganzkoksbetrieb nicht der Fall ist.
Die Elektroden können bei Anwendung von Halbkoks etwa 30 cm tiefer in die Mischung gesenkt werden als bei An wendung von Ganzkoks. Der Ofengang wird ruhiger und die Ausbeute steigt bei einem solchen -Ofen um etwa 5 %. Ausserdem strö men die R:calitionsgase-, durch die höhere Ma terialschicht, wärmen -diese vor und kühlen sich ,gleichzeitig ,ab, was wärmewirtschaftlich von hohem Vorteil ist.
Infolge der höheren Materialschicht über der Reaktionszone herrscht auch beim Halbkoksbetrieb in den obern Zonen eine niedrigere Temperatur als bei Ga.nzkoksbetrieb, wodurch da.s sich in den obern Zonen bildende Gas vor Verbrennung und Zersetzung geschützt wird.
Ferner ist es von Bedeutung, dass man bei halbgedeckten elektrothermischen Ofen in den kühleren obern Zonen bei Halbkoks- verwendung ein hochwertigeres Gas als bei Verwendung von Koksofenkoks gewinnt, das nicht so explosiv als das sich bei Verwen dung von Koksofenkoks bildende Gas ist. Das Ableiten des bei Verwendung von Halb- koks gewonnenen Gases aus dem Ofen ist ungefährlicher als die Ableitung eines Gases, welches sich bei Verwendung von Koksofen koks bildet und fast :ausschliesslich aus Koh lenoxyd und Wasserstoff besteht.
Die Gas gewinnung und Nutzbarmachung des Gases bei elektrothermischen Prozessen ist somit bei Verwendung von Halbkoks gewährleistet. Allmählich beim stufenweisen Herabsinken in die Reaktionszone wechselt der Halbkoks, da in .der Reaktionszone eine bedeutend hö here Temperatur als in :der Aufgabezons herrscht, seine Eigenschaften und bekommt vor der Reaktionszone die Eigenschaften des Koksofenkoks. Es wird .sozusagen ein Teil des Vollkokskokereiverfahrens im elektro thermischen Ofen durchgeführt.
In diesem Falle ist zum Beispiel der elektrothermische Ofen gleichzeitig ein Kokserzeugungsofen, in welchem anstatt Kohle Halbkoks zur Her stellung von Ganzkoks zugeführt wird. Der Halbkoks wird @aIlmählich beim Übergang von der Aufgabe- zur Reaktionszone vom elektrischen Nichtleiter zu einem Leiter für Elektrizität und vermittelt jetzt den Jek- Irischen Übergang wie der Ganzkoks. In folgedessen wirkt der Halbkoks wegen der wechselnden elektrischen Leitfähigkeit zwi schen der Aufgabe- und Reaktionszone bei elektrothermischen Prozessen besser als
Ganz- koks.
Ausserdem zeigt der Halbkoks infolge seiner porösen Struktur eine leichtere Re aktionsfäliigkeit als Ganzkoks und Anthrazit, die eine dichte Struktur aufweisen.
Gegenüber der Holzkohle besitzt der Halbkoks den Vorteil des grösseren spezifi schen Gewichtes. Hierdurch wird eine höhere Ofenleistung bei elektrothermischen Pro zessen erzielt, :denn der Ofen kann bei An wendung von Halbkoks mit einer viel grö sserem Menge Rohmaterial durchsetzt wer- .dien als bei Anwendung von Holzkohle. Ausserdem kommt; die Anwendung von Holz kohle infolge der nur beschränkt zur Ver fügung stehenden Mengen und des dadurch bedingten hohen Preises für Grossbetriebe wenig in Betracht.
Allen bisher verwendeten Reduktions mitteln gegenüber aber besitzt der Halbkoks :clen wirtschaftlichen Vorteil der Billigkeit, da ,bisher für .den bei iSchwelanlagen ab fallenden Halbkoks kein so wirtschaftlicher Verwendungszweck gefunden worden ist wie gerade bei elektrothermischen Prozessen. Ein wii-tsch.aftlicher Vorteil ist auch dann gege ben, wenn man teils Halbkoks, teils andere Reduktionsmittel verwendet.
Claims (1)
- PATENTAN SPRUCFI Verfahren zur Durchführung elektrother mischer Prozesse, dadurch gekennzeichnet, @dass als Reduktionsmittel sogenannter Halb- koks benutzt wird, der unter niedrigerer Temperatur gewonnen wird als der Voll- koks beim h-okereiverfahren.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH132074D CH132074A (de) | 1928-03-26 | 1928-03-26 | Verfahren zur Durchführung elektrothermischer Prozesse. |
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