CH134335A - Verfahren und Vorrichtung zum Trockenspinnen von künstlichen Textilfasern mit gleichzeitiger Rückgewinnung der flüchtigen Lösungsmittel. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Trockenspinnen von künstlichen Textilfasern mit gleichzeitiger Rückgewinnung der flüchtigen Lösungsmittel.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Trockenspinnen von künstlichen Textilfasern mit gleichzeitiger Rückgewinnung der flüchtigen Lösungsmittel. Bis heute wurde bei den Arbeiten nach dem sogenannten Trockenspinnverfahren (spe ziell beim Verspinnen von Azetyl- und Nitro- zelluloselösungen) die Rückgewinnung der in Dampfform abfallenden flüchtigen Lösungs= mittel nach den verschiedenen Systemen be werkstelligt.
Alle diese Systeme waren je doch dadurch gekennzeichnet, dass die mit den Dämpfen der Lösungsmittel beladene Luft (oder anderes Gas) von der Spinnzelle abge führt, ganz oder teilweise von den Lösungs- mitteldämpfen befreit wurde. Das Abführen der mit Lösungsmittel beladenen Luft wurde durch Pumpen oder Ventilatoren bewerkstel ligt, und jedenfalls wurde bis heute stets das Gasgemisch, bestehend aus Luft- und Lö- sungsmitteldämpfen, von der Spinnzelle ab geführt, so dass im Innern der Zelle das Gasgemisch sich in steter strömender Bewe gung befand.
Diese Tatsache schliesst indirekt die Not wendigkeit ein, den von der Zelle abgeführ ten Teil des Gasgemisches in seiner Gesamt heit abzukühlen, und nach der Rückgewin nung der Lösungsmittel wieder zu erhitzen.
Anders ausgedrückt mussten in der Praxis ständig grosse Mengen Luft oder Gas erhitzt und abgekühlt werden, während es eigentlich nur notwendig wäre, diejenige Wärmemenge zu- und abzuführen, die notwendig ist, um die Lösungsmittel zu verdampfen, respektiv zu kondensieren.
Die vorliegende Erfindung hat nun den Zweck, die obenerwähnten Nachteile zu be seitigen oder wenigstens das Abkühlen und nachträgliche Erhitzen des in der Zelle sich befindenden Gasgemisches auf eine geringe Menge desselben zu beschränken. Das Ver fahren nach vorliegender Erfindung, das in abgeschlossenen Spinnzellen zu arbeiten ge- stattet, erübrigt nämlich das Abführen und Abkühlen des Gasgemisches, das die Spinn zelle füllt, dadurch, dass sich in der Spinn zelle selbst eine begrenzte, auf angemessene Temperatur abgekühlte Fläche befindet. Diese Temperatur ist so zu bemessen, dass dieselbe die Temperatur der Spinnzelle (in nächster Umgebung des Fadens gemessen) nicht über steigt und jedenfalls unterhalb des Siede punktes des Lösungsmittels oder der Lösungs mittel liegt.
Übersteigt die Dampfspannung des Lö sungsmittels in der Spinnzelle den Wert, welcher der Temperatur des am tiefsten ab gekühlten Punktes der Zelle entspricht, so findet an demselben unbedingt Kondensation statt. In der Zelle befinden sich folglich ausser der aus der Düse austretenden Spinn lösung -stetig die gasförmige und flüssige Phase des Lösungsmittels oder der Lösungs mittel.
Nur das oder die im flüssigen Zu stand befindliche, beziehungsweise befindlichen Lösungsmittel werden ständig abgeführt, was die Dampfspannung der Lösungsmitteldämpfe während des Spinnvorganges konstant zu er halten erlaubt und ein gleichmässiges Ver dampfen der flüchtigen Komponenten der Spinnlösung gewährt.
Dieses Verfahren gestattet ausserdem die Dampfkonzentration der flüchtigen Lösungs mittel in der Spinnzelle nach Belieben zu regeln durch mehr oder weniger starkes Küh len der Kühlfläche.
Die Zeichnung veranschaulicht einige Aus führungsbeispiele einer Vorrichtung nach vor liegender Erfindung.
Nach Fig. 1 gestattet die Doppelwand B das Erwärmen der Spinnzelle g durch heisse Luft, heisses Wasser oder Dampf. In der Zelle befindet sich eine Kühlfläche, welche durch eine öder mehrere Röhren C gebildet ist, in welchen Röhren C kaltes Wasser oder _Kühlsohle umläuft. Wie schon erwähnt, strebt die Dampfspannung der im Laufe des Spinn vorganges erzeugten Lösungsmitteldämpfe der jenigen Dampfspannung zu, die der Tem peratur des Kühlers entspricht. Das Kühl- wasser oder die Kühlsohle tritt bei B in das Rohr C ein und bei F aus.
G ist die Spinn düse, H die Aufwickelvorrichtung. Wird nun die Spinnzelle derart erhitzt, dass eine rasche und vollständige Verdampfung der in der aus der Spinndüse austretenden Spinnlösung ent haltenen Lösungsmittel stattfindet, so findet eine stetige Kondensation der Lösungsmittel an der Kühlfläche statt, da die Dampfspan nung-einen bestimmten Wert nicht überschrei ten kann. Das Kondensat kann nun leicht durch den Trichter D abgeführt und aufge fangen werden.
Selbstverständlich kann die Vorrichtung verschieden gestaltet werden. So wird der Kühler in der Fig. 2 durch ein Rohr gebil det, worin Wasser oder Kühlsohle zirkuliert. In diesem Falle sammelt sich das konden sierte Lösungsmittel im untersten Teil der Spinnzelle an und wird durch den Heber $ abgeleitet. Auch in diesem Falle wird die Spinnzelle durch einen Heizmantel erhitzt, doch kann das Erhitzen auf beliebigem an derem Wege geschehen, so zum Beispiel durch Schlangenheizröhren, elektrischen Widerstand etc.; ohne dadurch aus dem Bereich vorlie gender Erfindung zu treten.
Fig. 3 zeigt noch eine andere Ausführungs form. Hier ist der Kühler auf den untersten Teil der Zelle beschränkt. Der obere Teil wird durch die in den Heizmantel P umlau fende Flüssigkeit, die bei T' ein- respektiv bei T austritt, erhitzt. Der untere Teil wird durch den Kühlmantel P', in dem Wasser oder Sole von angemessener Temperatur zir kuliert, gekühlt. Letztere Ausführungsform gewährleistet einen ruhigen Faden während des Spinnvorganges, da die schwachen Strö mungen, die vom Heruntersinken der Dämpfe vom heissen in den kalten Teil der Zelle her rühren, den Spinnvorgang selbst begünstigen.
Mit diesen verschiedensten Vorrichtungen gelingt es stets 90 bis 95 % des in der .Spinn- Lösung- befindlichen Lösungsmittels wieder zu gewinnen, und es werden unter günsti gen Umständen noch höhere Werte erreicht. Die in den aufgewickelten Fasern verbleibende 3Ienge des Lösungsmittels ist gering und überschreitet beim Einbalten richtiger Tem peraturen nicht 5'/o des Faserngewichtes.
Die auf diese Weise zurückgewonnenen Lösungsmittel sind von grösster Reinheit und können ohne vorherige Destillation wieder verwendet werden. Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die aufgeführten Ausführungs formen beschränkt, sondern dieselbe kann verschieden gestaltet werden, ohne aus dem Bereich vorliegender Patentansprüche zu treten.
Claims (1)
- PATEN TANSPRtrCHE I. Verfahren zum Trockenspinnen von künst lichen Textilfasern mit gleichzeitiger Rück gewinnung des oder der flüchtigen Lö sungsmittel, dadurch gokennzeichnet, dass in der Spinnzelle eine begrenzte Fläche beständig abgekühlt und auf einer Tem peratur gehalten wird, .welche diejenige der Zelle, in nächster Umgebung des Fa dens gemessen, nicht übersteigt und je denfalls unterhalb der Siedetemperatur des oder der Lösungsmittel liegt, so dass sich ein Teil der beim Spinnen entstan denen Lösungsmitteldämpfe kondensiert und im flüssigen Zustand abgeführt wird,was die Dampfspannung der Lbsungsmit- teldämpfe während des Spinnvorganges annähernd konstant erhält und ein gleich- mässiges Verdampfen der flüchtigen Kom ponente der Spinnlösung gewährt. II. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekenn zeichnet, dass die Spinnzelle mit einer Kühlfläche versehen ist. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Zelle abgeschlos sen ist und in der Zelle vorhandene Luft oder Gase am Kühlprozess nicht teilneh men, was die zum Verdampfen und Kon densieren des oder der Lösungsmittel nö tige Wärmemenge nahezu auf den theore tischen Wert beschränkt. 2.Vorrichtung gemäss Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass die Kühlfläche die Form eines Zylinders besitzt, welcher die Spinnzelle mindestens teilweise parallel zur Längsachse durchläuft. 3. Vorrichtung gemäss Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass der Zylinder durch ein vom Kühlmittel durchflossenes Rohr gebildet ist. 4. Torrichtung gemäss Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Kühlfläche den Faden auf mindestens einen Teil sei ner ganzen Länge vollkommen umschliesst.
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