Losevorrichtung für selbsttätige Mittelpufterklauenkupplungen.
Die Erfindung betrifft eine Lösevorrichtung für selbsttätige Mittelpufferklauenkupplungen nach dem Patentanspruch des Hauptpatentes und bezweckt eine weitere Ausbildung dieser Vorrichtung und die Abstellung gewisser, der Vorrichtung nach dem Hauptpatent anhaftenden Mängel.
Die Lösevorrichtung nach dem Patentan pruch des Hauptpatentes dient, wie dort ausgeführt wurde, dazu, die Kupplung auch dann unter normalem Kraftaufwand losen zu können, wenn sie unter starker Zugspan- nung steht, wie es beispielsweise der Fall ist, wenn mit der Kupplung und mit-den auf europäischen Bahnen meist üblichen Seiten- puffern ausgerüstete Fahrzeuge miteinander gekuppelt sind, bei denen die Kupplung bei ungespannten Pufferfedern hinter derjenigen Linie liegt, die die StoBflächen der Puffer an einem Fahrzeugende miteinander verbindet.
Bei derselben besteht keine Möglichkeit, die einmal in die Lösestellung gebrachten beweglichen Teile der Kupplung in dieser Lage festzuhalten, nachdem zwei benaeh- barte Fahrzeuge, an deren einem die Kupp- lung gelöst wurde, getrennt wurden.
Es kommen im Eisenbahnbetrieb Fälle vor, wo es erwünscht ist, daB zwei Fahrzeuge, von denen das eine auf das andere auffährt, nicht zusammengekuppelt werden.
So kann es beispielsweise vorkommen, dass ein von einer Rangierabteilun, g abzustossender Wagen infolge einer Neigung des Geleises abläuft, bevor die Lokomotive ihm den zum Ablaufen erforderlichen ; StoB ge- geben hat. Die Lokomotive stösst dann auf den bereits etwas abgelaufenen Wagen auf und es wird, wenn nicht besondere Mittel dies verhüten, ein unbea. bsichtigter Kupp lungsschluss herbeigeführt. Auch folgender Fall kann im Rangierbetrieb eintreten : Ein Wagen wird auf einer Wiegevorrichtung die den maschinell erfolgenden Ladevorgang bei Erreichen eines bestimmten Wagengewichtes selbsttätig unterbricht, beladen.
Der nächste leere, mittelst derselben Vorrichtung zu beladende Wagen wird dann etwa mit @ einem Rangierspill herangeholt ; er soll a. uf den beladenen Wagen auflaufen, diesen von der Wiegevorrichtung herunterschieben@ ohne jedoch mit ihm gekuppelt zu werden. Das würde sieh mit der Kupplung, die mit einer Lösevorrichtung nach dem Hauptpatent ver- sehen ist, nicht durchführen lassen.
Gemäss der Erfindung ist die-Lösevorrich- tungfürdieselbsttätigeMittelpufferkläuen- kupplung mit einer Sondervorrichtung ausgestattet, die es ermöglicht, die in die Losestellung g gebrachten wirksamen Teile der Kupplung willkürlich in der Lösestellung festzuhalten.
Auf der Zeichnung ist eine mit der verbesserten Lösevorrichtun nach der Er findung ausgerüstete selbsttätige Mittel- pufferkla. üenkupplung veranschaulicht. Dabei ist zu beachten, daB die zeichnerisch veranschaulichten Mittel, die zur Erreichung des erwähnten Zweckes führen, nur als ein Ausführungsbeispiel für den Erfindungsgedanken zu gelten haben.
Fig. 1 zeigt die wesentlichen Teile derselben an einem Wagen in Stirnansicht ;
Fig. 2 veranschaulicht eine Seitenansicht in teilweiser Schnittdarstellung, wobei die Kupplung sich in der Kuppelbereitsehaft befindet, die Löseteile also ihre Normallage einnehmen ;
Fig. 3 ist ebenfalls eine Seitenansicht bei gelöster Kupplung und in der Losestellung festgelegten Löseteilen.
An der einen Aussenseite des Kuppelkopfes befindet sich der drehbare Bedienungshebel 2 der Auslösevorrichtung, die Innenteile dieser Vorrichtung sind von bekannter Art und daher auf der Zeichnung nicht dargestellt. An dem Bedienungshebel 2 ist das Gegengewicht 3 angebracht. Von dem Bedienungshebel 2 aus führt eine Zugkette 5 oder dergleichen zu der Welle 4, auf der das Handrad 7 befestigt ist, und die in unmittelbarer Nähe des Handrades durch das Lager 6 getragen wird. Abweichend von dem Ausführungsbeispiel nach dem Hauptpatent ist, gemäss der Erfindung, die Welle-4 auch an ihrem andern Ende in dem Kugellager 8 gelagert.
Eine gleichfalls aa der Welle 4 befestigte Kette 9 trägt-in Gewicht 10, das zur Vermeidung des Hinund Herschaukeins durch die Gelenkglieder 11 mit dem Fahrzeuggestell verbunden ist.
Sine dritte, zweckmässig in der Nähe des Handrades 7 befindliche, an einem Ende am Fahrzeug befestigte Kette 12 wird bei der Auslösebewegung von der Welle 4 abgewickelt und begrenzt beim Zurückdrehen in die Normallage die Drehung der Wellf- : gleiehzeitig dient sie dazu, die Drehung der Welle in verkehrter Richtung zu verhti- ten. Von der Seite des Wagens aus erreich- bar ist eine mit dem Handgriff 13 ausgerüstete Stange 14 angeordnet, die in der Nähe des Handgriffes 13 gelagert ist und in der aus. der Fig. 1 ersichtlichen Weis" gekröpft ist.
Sie hängt in einem Glied 15. das seinerseits in einer am Wagen befestig- ten Ose 16 hängt und endet in einem Aug@ 17, durch das eine Schubstange 18 hindurchgeführt ist. Die Stange 18 hängt in schräger Lage, gemäss Fig. 9, einerseits in dem Auge 17 der Stange 14 und anderseits indemAuge eines Sperrgliedes 19.
Das Sperrglied 19 ist um einen 2 < drehbar und besitzt eine Schulter 91, mit der es sich an die Unterseite des Kuppel- kopfes legt, wenn es sich in der Normallage befindet. Die Strige 18 ist in der Ose 17 der Stange 14 in ihrer Längsrichtung verschiebbar, so weit das die Scheib- 22 zulässt. Das Sperrglied 19 hat eine maulartige Öffnung 23, in die ein halbrunder Ansatz 24 des Bedienungshebels 2 der Auslosevorriehtung hineingepaBt.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist die folgende : Befindet sich die Kupplung inder Bereitschaftsstellung, gemäss Fig. 2. so wird zum Zweck der Herbeiführung der Lösestellung das Handrad 7 im Sinne des Uhrzeigers gedreht. Hierbei wickelt sich die Kette 5 auf der Welle 4 auf, strafft sich und d iibt auf den Bedienungshebel 2 der Lösevorrichtung eine Kraft aus. die dessen Drehung entgegengesetzt der Uhrzeigerbewegung veranlasst. Dadurch ge langen die Teile 2 und 3 der Lösevorrichtung in eine Lage, die entgegengesetzt der
Uhrzeigerbewegung noch etwas über die in
Fig. 3 veranschaulichte Lage hinausliegt.
Bei der Drehung der Welle 4 wird die
Kette 9 aufgewunden und das Gewicht 10 @ngehoben. Die in der Normallage der
Welle 4 auf diese aufgewickelte Kette 12 wird dabei von. der Welle 4 abgewiekelt.
Soll die Lösevorrichtung 2, 3 in der Löse stellung festgehalten werden@ so wird mit- telst des Handhebels 13 die Stange 14 sn gedreht, dass die Schubstange 18 am hindi-ers
Ende etwas angehoben und nach vorn geschoben wird. Läl3t man das Handrad 7 ! os, so dreht sich die Welle 4 unter dem Einfluss des Gewichtes 10 etwas zurück und der Bedienungshebel 2 der Losevorrich- tung gelangt unter der Einwirkung des Gegengewichtes 3 mit dem halbrunden An- satz 24 in die maulartige Öffnung 23 des Sperrgliedes 19. wodurch die Losevorrichtung gesperrt ist.
Soll die Sperrung aufgehoben werden, so wird mittelst des Handhebels 13 die Stange 14 zurückgeschwenkt, dadurch wird das Sperrglied 19 nach unten gedreht, so dass es sich mit der Schulter 21 wieder an den Kuppelkopf anlegt, das Gewicht in O dreht die Welle 4 entgegengesetzt der Uhrzeigerbewegung und das Gegengewicht 3 I) ringt die Losevorriehtung in die der Kup pelbereitschaft entsprechende Stellung. Bei der Drehung der Welle 4 wicklen sich die Ketten 9 und 5 von ihr ab und die Kette 12 wickelt sich auf und begrenzt die Drehung der Welle.
Sie macht es unmöglich, dass zum Zweck des Lösens der Kupplung die Welle 4 etwa in verkehrter Richtung ge- dreht wird.