CH135465A - Verfahren zur Reinigung von Melasse für die Zwecke der Spiritus- und Hefefabrikation. - Google Patents

Verfahren zur Reinigung von Melasse für die Zwecke der Spiritus- und Hefefabrikation.

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CH135465A
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Description


  Verfahren zur Reinigung von     31elasse    für die Zwecke der Spiritus- und  Hefefabrikation.    Die sehr schwer zu, behandelnden Abwäs  ser der     Melassebrennereien    und der Hefe  fabriken, welche Melasse als     Hauptrohstoff     verwenden, bestehen einerseits aus der vom       Destillierapparat    abfliessenden     entgeisteten     Würze, die alle Bestandteile der Melasse ent  hält, welche die Hefe im     Produktions.prozess          nicht.    zu assimilieren vermochte, und da  neben die während der Gärung entstandenen  Abbau- und     Stoffwechselprodukte    der     Ilefe-          zellen,

      anderseits aus den     Spülwässern,    die  weniger stark verunreinigt sind und haupt  sächlich suspendierte Hefezellen enthalten.  Zu den Bestandteilen, welche den Betrieb  mehr oder weniger     unangegriffen    passieren  und daher in den     Abwässern    zur Gänze, oder  zu einem     grossen    Teil noch vorhanden sind,  gehört vor allem das     Beta.in    (beziehungs  weise seine Abkömmlinge oder     Umla.gerungs-          produkte),    das gegen chemische Angriffe  ungemein beständig ist und sich auch beim    Erhitzen mit     konzentrierter    Schwefelsäure  bis zu 140       C'.    nicht verändert.  



  Gemäss' der vorliegenden Erfindung wird  nun die     Melasselösung,    um sie vom     Beta:in     ganz oder teilweise zu befreien,, vor ihrer       -#rergärung    der Einwirkung     betainabbauen-          der    Bakterien unterworfen.  



  Hierzu geeignete Bakterien lassen sieh       zum    Beispiel in der folgenden Weise gewin  nen: Aus faulenden,, organischen     Stoffen,    be  sonders Runkelrüben oder     Mela.sseabfällen          abgeimpfte        Bakterienarten    werden auf einem       Betain    oder     Betainchlorhydrat    enthaltenden  Substrat weitergezüchtet.

   Man kommt so bei  spielsweise zu einer Spezies eines anaeroben       Bakteriums,    das die Form feiner, schmaler  Stäbchen hat, die häufig     sternförmig    ange  ordnet sind, Sporen bilden und - mit Aus  nahme der Form - der     Heubazillengruppe     nahe zu stehen scheinen.

        Üblicherweise kann von den für die     Hefe-          und        Spiritusfabrikation    dienenden Melasse  lösungen -vor der Einleitung der Gärung auf  bakteriellem Wege Milchsäure erzeugt wer  den,     um    durch     Erreichunh-    einer milchsauren       Azidität,    die das Aufkommen von Spaltpil  zen verhindert, dem Wachstum der Hefe aber  nicht hinderlich ist, die Reinhaltung der  alkoholischen Gärung zu gewährleisten.

   Diese  bakterielle     Milehsäureerzeubgung    kann mit  dem erfindungsgemäss zu.     bewerkstelligenden          bakteriellen        Betainabbau    in einem Arbeits  gang durchgeführt werden, indem man die       Melasselösung    sowohl mit     betainabba.uenden     Mikroorganismen, als auch mit     Milc-hsä.uie-          bakterien        beimpft.    Man kann aber auch den       Beta.inabbau    nach     Abstumpfung    der gebil  deten Milchsäure gesondert vor sich gehen  lassen.  



  Durch die Einwirkung der     betainabbauen-          den    Bakterien wird der gesamte für die Hefe       unverwertbare    Stickstoff der Melasse in Am  moniakstickstoff übergeführt. Die so entste  hende     Ammoniakmenge    genügt vollkommen,  um den     Stickstoffbedarf    der Hefe zu decken,  so dass ein Zusatz von Stickstoff in Form  anorganischer Salze entbehrlich wird.  



  Um die Reinigung der Melasse zu vervoll  ständigen, unterwirft man sie nach dem De  kantieren oder Filtrieren hernach zweckmässig  einer chemischen Reinigung, deren Gang  gleichfalls von der Absicht beherrscht ist, die  Beschaffenheit der bei dem Spiritus- oder       Hefe-Erzeugungsprozess    entstehenden Abwäs  ser von vornherein in     brünstigem    Sinn zu be  einflussen. Gemäss einer Ausführungsform  der Erfindung wird die Melasse zwecks Be  freiung von den in ihr nach der bakteriellen       Vorbeha.ndlung        noch:    vorhandenen Alkaloiden  mit einem     Alkaloidfällungsmittel    behandelt,  zum Beispiel mit Gerbsäure, und Bernach  zum Zwecke der Entfernung der überschüssi  gen Gerbsäure mit Kalk versetzt.

   Daran  schliesst sich     vorteilhaft    ein auf die Entfer  nung der Farbstoffe, insbesondere der     Ilu-          minstoffe,    abzielender     Teilprozess,    welcher  Zweck beispielsweise durch Zusatz von Alu  miniumsulfat oder von andern Aluminium-         verbindungen    und von     OH-Ionen    erreicht  werden kann. Hierauf werden allenfalls, zum  Beispiel. durch Einbringung von     Barium-          Ionen,    die Sulfate und Karbonate ausgefällt.

    Den Beschluss macht     zweckmässigerweise,     aber nicht notwendig, der Zusatz von Was  serglas oder Phosphorsäure zur     Entfernung     von allenfalls vorhandenen überschüssigen  Barium- und     Aluminium-Ionen.     



  Es hängt von der     Beschaffenheit        dur     Melasse ab, ob an die bakterielle     Vorbehand-          lung,    welche     durch    den Abbau komplexer  Verbindungen gleichzeitig leicht verdauliche  Nährstoffe für die Hefe schafft, noch das  chemische Reinigungsverfahren angeschlossen  wird, beziehungsweise ob alle oben erwähn  ten Teilvorgänge des chemischen Reinigungs  prozesses notwendig sind oder nur einzelne  dieser Vorgänge in entsprechender Kombina  tion zur     Anwendung    kommen.  



  'Zur Ausführung dieses Verfahrens wer  den beispielsweise 300 Teile     Melasse    mit  1000 Teilen Wasser verdünnt, mit Salzsäure  neutralisiert und nach     Beimpfung    mit einer  Reinkultur von     Milchsäurebakterien    und  einer geeigneten Kultur     betainabba.uender     Bakterien bei einer Temperatur von     \?0    bis  45   C 8 bis 10 Stunden sich selbst über  lassen.  



  Die Lösung wird dann weiterhin mit  Wasser stark verdünnt und gut gemischt,  worauf 3 Teile     Tannin    (oder eine     entspre-          c        'henc        le        Menge        eines        andern        gerbstoffhaltigen     Stoffes) zugesetzt werden. Hierauf folgt der  Zusatz von 5 Teilen Kalk, weiter unter stän  digem Rühren von 1 Teil Aluminiumsulfat  (oder einer äquivalenten Menge von Alu  miniumionen in Form einer andern Ver  bindung), dann von 2 Teilen Natronlauge  (oder den äquivalenten Mengen von     OK-          Ionen    in Form einer andern Verbindung).

    dann von 0,5 Teilen     Ba.riumchlorid    (oder  einer äquivalenten Menge     Bariumion    in Form  einer andern Verbindung), hieraus von 1 Teil  Wasserglas oder     Phosphorsäure    zur restlosen  Entfernung des überschüssigen     Bariums.    Das  Ganze wird einige Minuten durchgemischt,  dann eine     Viertelstunde    stehen gelassen und           sehliesslieh.    über ein Filter gedrückt.

       Die     Filtration ist notwendig, weil die     resultieren-          cien        Niederschläge    sehr feinkörnig sind und       Deka.ntation.    wie sie bei voluminösen     Nie-          dersehlä.gen    mit Vorteil angewendet wird,  hier     untunlich    ist:. An Stelle des     Barium-          ehlotzds    und des Aluminiumsulfates wird mit       -grossem    Vorteil     Bariuma.luminiat    verwendet,  weil dadurch einerseits Sulfat, anderseits  Chlorid von der Melasse ferngehalten wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Reinigung von Melasse für die Zwecke der Spiritus- und Hefefabri- ka.tion, dadurch. gekennzeichnet, dass das zu reinigende Gut vor der Vergärung der Ein wirkung betainabbauender Bakterien unter worfen wird. UNTERANSPR'tl'CHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch. da durch gekennzeichnet, dass die Behand lung des zu reinigenden Gutes mit betainabbauenden Bakterien mit der bak teriellen Milehsäureerzeugung verbunden wird.
    _. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das mit betain- abbauenden Bakterien vorbehandelte Gut mit einem Alkaloidfällungsmittel behan delt wird. Verfahren gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch .gekennzeich net, da,
    ss nach der Behandlung des zu rei nigenden Gutes mit betainabbauenden Bakterien und nach Ausfällung der<B>Al-</B> kaloide ein auf die Entfernung der IIumin- sto#ffe abzielender Teilprozess angeschlos sen wird. Verfahren gemäss' Patentanspruch und Unteransprüchen 22 und 3, dadurch ge kennzeichnet,
    dass an die Entfernung der Fluminstoffe die Ausfällung der Sulfate und Karbonate und die Ausfällung über schüssiger Bariu - und Aluminiumionen angeschlossen wird. Verfahren gemäss Patentdnspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeich net, dass die Melasse nach Ausfällung der Alkaloide mit Bariumaluminat behandelt wird.
CH135465D 1927-01-21 1928-01-14 Verfahren zur Reinigung von Melasse für die Zwecke der Spiritus- und Hefefabrikation. CH135465A (de)

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