CH136479A - Verfahren und Einrichtung zur Erzeugung von Dampf. - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zur Erzeugung von Dampf.

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CH136479A
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Cie Aktiengesellschaft Boveri
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Bbc Brown Boveri & Cie
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  Verfahren und Einrichtung zur Erzeugung von Dampf.    Man hat. die Beobachtung gemacht, dass       1rennstoffgemische    in geschlossenen Ge  fässen unter     Druckentwicklung        rascher    und  mit höheren     Temperaturen    verbrennen (ver  puffen), als in offenen Räumen bei Atmos  phärendruck.

   Während also beispielsweise  für die offenen Brennkammern der     Dampf-          kesselfeuerungen    grosse Räume verlangt wer  den     müssen,    um dem     Gemisch    die nötige  Zeit zur     vollkommenen    Verbrennung zu  geben und das Entweichen     unverbrannter     Teile zu verhüten,, verpuffen Brennstoffe.  wie Gas, Öl,,     Kohlenstaub    und ähnliche fein  verteilte Stoffe., in geschlossenen     Brennkam-          mern    in     Bruchteilen    von Sekunden.

   Die  Grösse des     Kammerinhaltes        wird    nicht mehr  durch die     Verbrennungszeit.,    sondern ledig  lich durch die je     Verpuffungsspiel        zuführ-          bare        Brennstoffgemischmenge    bestimmt.  



  Es ist ferner bekannt,     da.ss    der     Wärme-          übergaug    von Gasen und Flüssigkeiten von  der Dichte und Strömungsgeschwindigkeit  wesentlich abhängt. Es war also anzuneh-         men,        da.ss    sich mit zunehmender Geschwin  digkeit der Heizgase auch eine Verringerung  der     Heizflächen    herbeiführen     lässt.Über     die Höhe des     Wärmeüberganges    bei sehr  grossen     Geschwindigkeiten,    etwa in Nähe der  Schallgeschwindigkeit,

   und den     tatsäcb-          lichen        Einf'luss    auf die Bemessung der     Heiz-          flächengrö.sse    lagen jedoch bisher keine zu  verlässigen Angaben vor. Vollkommen fehl  ten ferner     Einrichtungen,    die es, ermöglicht       hätten,        Heizgasen    :auf wirtschaftliche Weise  sehr hohe Strömungsgeschwindigkeiten     zn1     erteilen.  



  In vorliegender Erfindung werden nun  die     Verhältnisse,    die sich bezüglich der Ver  brennung bei der     Verpuffung    in geschlos  senen Behältern, und bezüglich des Wärme  überganges bei sehr hohen Strömungsge  schwindigkeiten ergeben,, zum Zwecke der       Dampferzeugung        vereint    nutzbar gemacht.

         Gegenstand    vorliegender Erfindung ist ein       Verfahren    zur     Erzeugung    von Dampf, bei  welchem     ein    Brennstoff     in        einer    Verbren-           nungskammer    unter     Druckentwicklung    ver  brannt und die     Druckerhöhung        zum    grössten  Teil     zür        Beschleunigung    der Verbrennungs  produkte auf hohe Geschwindigkeit verwen  det wird, zum Zwecke, den Wärmeübergang  an die     Heizflächen    zu erhöhen.  



  Die Erfindung     besteht    ferner in einer  Einrichtung     zur        Ausübung    dieses Verfah  rens. welche eine     Verbrennungskammer    mit       einer    Anzahl angeschlossener Rohre enthält.  Durch diese werden die verbrannten Gase       infolge    des durch den     Druckanstieg    erzielten  Gefälles mit hoher     Strömungsgeschwindig-          keit        hindurchgetrieben.     



       Abb.    1 zeigt ein;     Ausführungsbeispiel    die  ses Dampferzeugers.     Statt    der offenen     Brenn-          kammer    gewöhnlicher     Dampfl;essel;

      besitzt  derselbe ein geschlossenes Gefäss 1, das durch  Rohr 2 mit einem     Brennstoffluftgemisch    ge  füllt, so wird das Gemisch. durch eine, zum       Beispiel        elektrische,    Zündvorrichtung 3 ent  zündet und     verpufft    unter Druckentwick  lung, wobei sich das selbsttätige     Rücksehlag-          ventil    4 schliesst.

       Die    durch die Verpuffung  eintretende Temperatur- und Druckerhöhung  der Ladung treibt nun die Verbrennungs  produkte mit sehr grosser Geschwindigkeit  durch die     engbohrigen    Röhren 5, wobei die  gesamte     innere        Wärme    und die     kinetische     Energie der     ausströmenden    Gase, und' zwar  letztere in Form von Reibungswärme, gröss  tenteils an die Rohrwände abgegeben     wird.     Ist das     AUSStrGmen    beendet, das heisst der  Druck in der Verbrennungskammer unter  den     Auflagedi-Lick    des frischen Gemisches  gesunken,

   so öffnet sich das     Rückschlagven-          til    und lässt     frisches    Gemisch eintreten, das.  den Abgasrest vor sich hintreibend, die       Kammer    neu anfüllt. Ist die     Ladung    be  endet, so erfolgt eine neue Zündung, und  das Spiel beginnt von neuem. Infolge des  verhältnismässig kleinen Querschnittes der  Rohre und des sich daraus ergebenden Strö  mungswiderstandes kann auch ohne     Auslass-          ventil    ein gewisser Ladedruck aufrecht er  halten werden.    Die an die Verbrennungskammer- und       Rohrwände    abgegebene Wärme muss von dein  zu verdampfenden Wasser abgeführt wer  den.

   Zu diesem Zwecke wird das zu ver  dampfende, Wasser mit hoher Geschwindig  keit an diesen Teilen vorbeigeführt. Hier  für umgeben die Zylinder 6 und 7 die Ver  brennungskammer und die Rohre derart, dass  das Wasser in eine dünne Schicht aufgeteilt       un;d    dicht an die abzukühlenden Flächen  herangeführt wird. Der Umlauf des Was  sers wird im vorliegenden Beispiel durch  den Unterschied der     Schwere    des Dampfbla  sen führenden und des kälteren, von Dampf  blasen freien linken Teiles des Dampferzeu  gers bewirkt. Hierbei dient. das Fallrohr 8  auch zur Aufnahme des kalten Speisewas  sers, dabei 9     eingeführt    wird.

   Der ent  wickelte Dampf scheidet sich im Oberkessel  1,0 aus, der in üblicher Weise mit     Wasser-          Dampfdom    13 ausgerüstet ist. Bei 14     ver-          lässt    der erzeugte Dampf den Kessel, wäh  rend die Abgase durch     Iden    Blechkegel 15 ins  Freie gelangen.  



  Beim Ausführungsbeispiel nach     Abb.    1  war angenommen,     da.ss    das     Brennstoff-Luft-          gemisch    nur mit einem Drucke in die Ver  brennungskammer geliefert wird, der hin  reicht, um den     :Abgasrest    durch die Heiz  rohre hinaus zu schieben. Das zur Beschleu  nigung der Heizgase erforderliche Druckge  fälle wurde allein durch die Druckerhöhung  infolge Verpuffung erzeugt. Es lässt sich die  Leistung des Dampferzeugers noch wesent  lich erhöhen, wenn das     Brennstoff-Luft-          gemisch    unter höherem Drucke in die Kam  mer gepresst wird.

   Durch die     Vorverdich-          tung    der Ladung wird sowohl das je Ar  beitsspiel und     Kubikmeter    Kammerinhalt  zur Verpuffung gelangende Brennstoffge  wicht, als auch der     Verpuffungsdruck    und       damit    die Dichte und Strömungsgeschwindig  keit der Heizgase erhöht, so dass die spezifi  sche Leistung :der     Heizflächen    noch weiter  ansteigt.     Abb.    2 zeigt ein Ausführungsbei  spiel     eines    Dampferzeugers mit verdichteter  Ladung, im     Schnitt    dargestellt.

        Es     is;,    wieder 1 die Verbrennungskam  mer, 2 die Gemischzuleitung, '3 die     Zündvor-          richtung    und 4 ein     R.üchschlagventil.    Zur  Verdichtung des     Brennstoffluftgemisches     oder der     Verl>rennuncsluft    allein, falls  Kohlenstaub oder<B>01</B> den Brennstoff bilden,  dient: ein Verdichter 16. Als Antriebsenergie  dieses. Verdichters stehen die Heizgase selbst  zur Verfügung.

   Während nämlich den Heiz  gasen in den Heizrohren 5 fast die gesamte  fühlbare Wärme zum Zwecke der Dampf  erzeugung entzogen wird, verbleibt den Ga  sen noch ein     wesentlicher    Betrag an Strö  mungsenergie,     herrührend    aus der hohen  Geschwindigkeit., die den Gasen ,durch das       Verpuffungsdruckgefälle    erteilt wurde.       Diese    Strömungsenergie wird in einer Gas  turbine 17 in Antriebsenergie für den Ver  dichter 1.6 umgewandelt. Die verbrauchten  Gase gehen durch Kamin 15 ins Freie.

   Wird  zu,      BPCrhlennigung-der-        -Heizgase.___in_        den-          Heizrohren    5 nicht das ganze Druckgefälle  benötigt, so lassen sich die Gase durch ent  sprechende Bemessung der Düsenquer  schnitte der Gasturbine auch etwas auf  stauen, und durch Entspannung     dieser    Stau  ung in den Düsen noch weiter beschleunigen.

    Da die in der Gasturbine abgegebene Arbeit  mit Ausnahme der kleinen Verlustbeträge  für     Lagerreibung,    Abkühlung und     Undich-          tigkeit    ganz in Verdichtungsarbeit, das heisst  Temperaturerhöhung der     Luft,'    umgesetzt  wird, so bleibt sie dem Wärmekreislauf er  halten. Im allgemeinen werden die Abgase  die Gasturbine genügend tief abgekühlt ver  lassen. Ist dies nicht der Fall, so kann zum  Beispiel noch ein     Wasservorwärmer    in die  Abgasleitung     eingebaut    werden. Die vom  Verdichter 16 verdichtete Luft geht durch  Rohr 2 nach dem     Rückschlagventil    4. Das  Arbeitsverfahren ist das gleiche wie im  ersten Beispiel. Um die.

   Wasserzirkulation  zu erhöhen, ist im     vorliegen-en    Ausfüh  rungsbeispiel eine     Umwälzpumpe    19 vorge  sehen, die von irgendeiner Kraftquelle, zum  Beispiel Elektromotor, Dampfturbine oder  auch von der Gasturbine selbst, angetrieben       wird.    Das kältere Wasser wird ebenfalls    durch Führungszylinder 6 und 7 an der  Verbrennungskammer 1 und .den Rohren  5     vorbeigetrieben.    Um eine einfache Verbin  dung von der Verbrennungskammer nach  dem Leitapparat der Gasturbine zu erhal  ten, sind die Rohre zwischen zwei     zylindri..     sehe Rohre 7 und 20 verlegt.

   Das hocher  hitzte und Dampfblasen führende Wasser  tritt durch Rohr 2,1 in den eigentlichen Kes  selraum, der     wieder,    wie üblich, mit Was  serstandsglas 11. Sicherheitsventil 1'2.  Dampfdom 13 und     Dampfentnahmerohr        1-1     versehen ist. '  Für hohe     Ladedrücke    wird es sich emp  fehlen, die Verbrennungskammer auch mit       einem        Ausströmventil    22 zu versehen, das  während der Ladung geschlossen bleibt und  sofort nach .der Verpuffung öffnet.

   Dieses  Ventil, wie das     Einlassventil    und die Zün  dung können durch eine mechanische Steue  rung     .-hetätigt--wprden,    -zum Beispiel durch  eine Nockenwelle, die von einem besonderen  Motor angetrieben wird oder auch von       Drucköl,    wobei dann ein Motor die     Ölpumpe     und Verteilungsvorrichtung antreibt. Die  mechanische     ,Steuerung    der Ventile und Zün  dung erlaubt auch eine gute Regelung des  Dampferzeugers, indem man durch eine Än  derung der     Steuerwellendrehzahl    die Spiel  zahl, das ist die     72a11    der     Verpuffungen,     ändert.

   Mit Vorteil wird man nicht nur eine,  sondern mehrere Verbrennungskammern an  wenden, die auf eine gemeinsame     Gasturbine     arbeiten. Die zeitliche Aufeinanderfolge der  Verpuffungen     läss     sich bei gesteuerten Ven  tilen leicht regeln. Mit der Ventilbetätigung  kann auch gleichzeitig eine Regelung des  Verdichters, zum Beispiel durch Drossel  klappe oder verstellbare     Diffusoren,    und eine  Regelung -der Speisewassermenge bewirkt  werden, so dass der Dampferzeuger Schwan  kungen des Dampfverbrauches unmittelbar  zu folgen vermag. Aus diesem Grunde kann  auch der Wasserraum des Dampferzeugers  auf ein Mindestmass verringert werden.  



  An Stelle der unmittelbaren     Verdampfung     kann auch die indirekte treten, indem man  zur     Abführung    der Wärme einen Wärme-      träger,     zum    Beispiel eine     hnchsiedende    Flüs  sigkeit,     benutzt,    die ihre Wärme im eigent  lichen Verdampfer     abgibt.     



  Ein Teil der     -#Vä,rmeaustauschflächen     (Verbrennungskammer- oder Rohrwände)  kann selbstverständlich auch zur Überhit  zung des Dampfes verwendet werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH 1: Verfahren zur Erzeugung von Dampf, dadurch gekennzeichnet, dass ein Brennstoff in einer Verbrennungskammer unter Druck entwicklung verbrannt und die Druckerhö hung zum grössten Teil zur Beschleunigung der Verbrennungsprodukte auf hohe Ge- schwindigkeit verwendet wind, zum Zwecke, den Wärmeübergang an die Heizflächen zu erhöhen. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch- I, - da durch gekennzeichnet, dass ein Brennstoff Luftgemisch mit Vorverdichtung in die. Verbrennungskammer geliefert wird.
    2#. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass die Dampferzeugung mittelbar, das heisst durch einen Wärmeträger er- folgt, der durch die ra.schströmenden Ver brennungsprodukte erwärmt wird. PATENTANSPRUCH I1: Einrichtung zur Ausübung des Verfah rens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet .durch eine Verbrennungskammer, an welche eine Anzahl Rohre angeschlossen ist, durch voelche die verbrannten Gasje infolge des durch den D'ruckaustieg erzielten Gefälles mit hoher :Strömungsgeschwindigkeit hin durchgetrieben werden.
    UNTERANSPRÜCHE= 3. Einrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass der Antrieb der Maschine zum Einführen und Vor verdichten des Brennstoffgemisches durch eine Gasturbine erfolgt., die ihre Energie von dem verpuffenden Brennstoffluft gemisch erhält. - 4. Einrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch .3, dadurch gekennzeich net, dass mehrere Verbrennungskammern vorhanden sind, die auf eine gemeinsame Gasturbine arbeiten.
CH136479D 1928-01-19 1929-01-05 Verfahren und Einrichtung zur Erzeugung von Dampf. CH136479A (de)

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