CH136655A - Verfahren zur Gewinnung von gereinigtem Montanwachs. - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von gereinigtem Montanwachs.Info
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Description
Verfahren zur Gewinnung -von gereinigtem Nontanwachs. Das nach bekannten Verfahren durch Extraktion von bituminösen Kohlen, insbe sondere Braunkohlen, mit organischen Lö sungsmitteln gewonnene Rohmontanwachs stellt ein tiefbraunes bis schwarzes Produkt dar, dessen dunkle Farbe seineVerwendbar- keit beeinträchtigt.
Es wurde deshalb schon auf die ver schiedenste Weise versucht, rohes Montan wachs aufzuhellen. Nach den bisher zu die sem Zwecke angewandten chemischen Rei nigungsverfahren können allerdings helle Produkte erhalten werden. Dabei tritt jedoch in unerwünschter Weise auch eine chemi sche und damit verbunden eine physikalische Veränderung des Wachses ein, so dass dem hellen Reaktionsprodukt gewisse andere wichtige Eigenschaften, welche das Rohmon- tanwachs besitzt, fehlen.
Dieser Nachteil gilt besonders auch für die Reinigung des rohen Montanwachses durch Destillation. Hierbei werden die wertvollen WacUsester weitgehend gespalten und ausserdem sind die Ausbeuten an raffi niertem Wachs gering.
Es wurde weiterhin schon vorgeschlagen, rohes Montanwachs, zweckmässig unter Zu satz eines Entfärbungspulvers, z. B. Bleich erde, mit Lösungsmitteln zu extrahieren, welche die in dem Wachs enthaltenen Oxy- säuren, denen man die dunkle Farbe haupt sächlich zuschreibt, nicht oder schwer lösen. Tatsächlich werden nach diesem Verfahren aufgehellte Wachslösungen gewonnen. Wenn man aber das Lösungsmittel von dem Wachs abdestilliert, so wird letzteres besten Falles in hellbrauner Farbe erhalten. Der auf diese Weise erzielte Bleicheffekt ist also für viele Verwendungszwecke unbefriedigend.
Es hat sich nun überraschenderweise ge zeigt, dass die Gegenwart von harzigen Be standteilen in dem rohen Montanwachs die Ursache für den verhältnismässig geringen Bleicheffekt nach der obigen Arbeitsweise bildet, und dass man demnach unvergleichlich hellere Produkte erhält, wenn man das Roh- montanwachs nicht direkt, sondern erst nach vorausgegangener Entharzung mit Entfär- bungspulvern, z. B.
Bleicherde und insbeson dere aktiver Kohle, in Gegenwart von Lb- sungsmitteln behandelt, welche die in dein rohen Wachs enthaltenen Oxysäuren nicht oder schwer lösen. Diese Eigenschaft zeigen gewisse sauerstoffbaltige organische Lösungs mittel, wie ein- und mehrwertige Alkohole, z. B. Glykol, deren Ester und Äther, z. B. Essig- säure-Äthylester und Glykolmonomethylester, sowie Ketone, z. B. Butanon. Auch Gemische dieser Lösungsmittel können verwendet wer den.
Das vorliegende Verfahren zur Gewinnung von gereinigtem Montanwachs ist also da durch gekennzeichnet, dass Rohniontanwachs entharzt und dann in den genannten Lösungs mitteln aufgenommen und in diesem Zustand mit Entfärbungsmitteln, insbesondere aktiver Kohle, behandelt wird.
Die Entharzung des Rohmontanwachses kann mit allen beliebigen Entharzungsmitteln, z. B. Benzol oder Benzin in bekannter Weise durchgeführt werden. Zweckmässig können an deren Stelle auch die obgenann- ten Lösungsmittel verwendetwerden. Dadurch wird erreicht, dass man die Bleichung direkt an die Entharzung anschliessen kann, ohne vorher das entharzte Wachs von dem zurücL# gehaltenen Lösungsmittel befreien zu müs sen.
Bei der Durchführung des vorliegenden Verfahrens arbeitet man beispielsweise folgen dermassen: Das durch Extraktion von bituminöser Kohle init irgend welchen Lösungsmitteln gewonnene Rohmontanwachs wird nach ir gend einem bekannten Verfahren entharzt und in der Wärme in einem der obengenann- ten Lösungsmittel aufgenommen. Die Lösung wird unter Rühren oder Schütteln mit dem Entfärbungsmittel versetzt und einige Zeit wieder verrührt oder geschüttelt. Durch Ab- filtrieren oder Zentrifugieren wird die Lösung von dem Entfärbungsmittel getrennt.
Durch Abdampfen des Lösungsmittels aus dem Fil trat erhält man in einer Ausbeute bis zu 80% des entharzten Montanwachses aufge- helltes Waehs von bellgelber bis weisser Farbe.
Der Verbrauch an Entfärbungsmittel kann herabgesetzt und die Wirksamkeit des Verfahrens erhöht werden, wenn man die Behandlung der Montanwachslösung mit dem Entfärbungsmittel nicht in einem Arbeits gange, sondern stufenweise vornimmt. Vor teilhaft kann auch zur Ausnutzung des Ent färbers nach dem Gegenstromprinzip gearbei tet werden, indem man das bereits benutzte Entfärbungsmittel auf noch nicht behandelte Montanwachslösung einwirken lässt und diese dann mit frischem Entfärbungsmittel nachbe handelt.
Der Wirkungsgrad der einzelnen Ent färber ist verschieden. Am besten eignet sich eine hochaktiv6 Kohle, z. B. Carborafftn, das zur Verbilligung des Verfahrens durch weniger wirksame Entfärbungskohlen oder -erden ersetzt werden kann.
Die für die Reinigung des Montanwachses erforderliche Menge Lösungsmittel richtet sich nach der Löslichkeit des Wachses in dem betreffenden Lösungsmittel und nach der Menge und der Wirkung des anzuwen denden Entfärbungspulvers.
Um Produkte von besonders wertvollen Eigenschaften zu erzielen, kann man auch die mit dem Entfärber behandelte und durch Filtration von diesem getrennte Wachslösung abkühlen und die sich dabei ausscheidenden, fast weissen Wachsbestandteile getrennt ge winnen. Man erhält auf diese Weise Pro dukte, welche in ihren chemischen und<B>' phy-</B> sikalischen Eigenschaften dem Carnauba- wachs gleichen oder dieses, z. B. in der Aufnahinefähigkeit für Terpentinbl und in ihrem Schmelzpunkt, sogar noch übertreffen.
Der verbrauchten Entfärbungskohle kön nen durch Extraktion mit Lösungsmitteln, z. B. Benzoi, das zurückgehaltene Montan wachs und die adsorbierten und dunkel fär benden Bestandteile entzogen werden, -wor auf die Kohle nach an sich bekannten Verfahren, z.#B. durch Erhitzen im Kohlen säure- oder Wasserstoffstrom, regeneriert und von neuem benutzt werden kann, <I>Beispiel<B>1:
</B></I> Rohmontanwachs wird in bekannter Weise durch Vermahlen und Behandlung mit Essigester bei Zimmertemperatur und Ab- filtrieren des Lösungsmittels entharzt. <B>100</B> Teile des so entharzten Montanwachses von schwarzer Farbe werden in der Wärme in <B>800</B> Teilen Essigester gelöst. Die Lösung wird mit<B>75</B> Teilen Carboraffin versetzt und bei gelindem Kochen 2 Stunden lang gerührt.
Dann wirdvon der Entfärbungskohle abfiltriert und das Lösungsmittel von dem Filtrat abde- stilliert. Es verbleiben<B>78</B> Teile gelbes Alon- tanwachs mit Schmelzpunkt<B>850,</B> Säurezahl <B>33,</B> Esterzahl <B>36.</B>
An Stelle eines einmaligen Zusatzes von<B>75</B> Teilen Carboraffin kann man auch so verfahren, dass man die Lösungzunächst mit nur40 Teilen Carboraffin behandelt, darauf filtriert, dann nochmals mit<B>35</B> Teilen Carboraffin verrührt und wie oben weiter verarbeitet. Man erhält auf diese Weise ein besonders reines, hell gelbes Produkt. Die in der A-Kohle verblei benden dunkler) Wachsanteile werden durch Extraktion mit Benzol und dergleichen ge wonnen.
<I>Beispiel 2:</I> Rohmontanwachs wird in bekannter Weise durch Lösen in heissem Benzol,<B>Ab-</B> kühlen der Lösung, Abfiltrieren und Nach waschen des beim Abkühlen ausgefallenen Wachses mit Benzol von seinen Harzbestand teilen befreit.<B>100</B> Teile des entharzten Wachses werden n<B>1000</B> Teilen Butanon in der Wärme gelöst und die Lösung wird mit 200 Teilen eines Gemisches aus Carborafflii und Entfärbungserde (Fullererde) im Ver hältnis 9.: <B>1</B> versetzt und bei der Siedetem peratur des Lösungsmittels 2 Stunden lang gerührt.
Hierauf wird die Wachslösung<B>fil-</B> triert und das Filtrat von dein Lösungsinit- tel durch Abdestillieren befreit. Das im Rückstand verbleibende gereinigte Montaii- wachs zeigt eine fast weisse, elfenbeinähn- liehe Farbe und unterscheidet sich dadurch vorteilhaft von einem auf bekannte Weise aus demselben Rohniontanwachs ohne voraus gehende Entharzung, im übrigen jedoch un ter den gleichen Versuchsbedingungen ge wonnenen Produkt, das eine hellbraune Farbe zeigt.
<I>Beispiel<B>3.</B></I>
<B>1000</B> Teile Rohmontanwachs werden in bekannter Weise durch Vermahlen und Be handlung mitEssigester bei Zimmertempera- turundAbfiltrierendesLösungsmittelsentharzt. Das entharzte Montanwachs von schwarzer Farbe wird in der Wärme in<B>800</B> Teilen Essigester gelöst. Die Lösung wird mit<B>75</B> Teilen Carboraffinversetzt und bei gelindem Kochen 2 Stunden lang gerührt. Die heisse Wachslösung wird dann von der Entfärbungs- kohle abfiltriert und auf 550 <B>C</B> abgekühlt.
Das hierbei ausgeschiedene Wachs wird durch irgend eine Filtriervorrichtung von der Lösung abgetrennt und von dem Lösungs- mittelrest durch Erwärmen befreit. Es wird ein fast weisses Wachs erhalten, dessen Eigenschaften, Schmelzpunkt<B>88' C,</B> Säure zahl<B>9,</B> Esterzahl 45, sich mit denen des Carnaubawachses decken.
Die Ausbeute an diesem Wachs beträgt 60% der in der mit Kohle behandelten Lösung enthaltenen Wachsmenge.
Die nach dem Abscheiden der bei<B>550</B> C ausgefallenen Wachsanteile verbleibende dun klere Begleitstoffe des reinen Wachses ent haltende Lösung wird abgedampft. Es wer- den weitere 40% eines hellbraunen Wachses mit Schmelzpunkt 801), Säurezahl56 und Äther zahl<B>28</B> gewonnen.
Claims (1)
- PATENTA-NSPRUCH <B>-</B> Verfahren zur Gewinnung von gereinigtem Montanwachs, dadurch gekennzeichnet, dass man Rohmontanwachs entharzt, das entharzte Wachs in solchen Lösungsmitteln aufnimmt, welche die in dem Rohwachs vorhandenen Oxysäuren und deren Verbindungen nicht oder schwer lösen, und in diesem Zustand mit einem Entfärbungsmittel behandelt.UNTERANSPRMEE: <B>1.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zum Entharzen und zur Behandlung des Wachses mit Entfärbungspulver jeweils die gleichen Lösungsmittel verwendet werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung der Montanwachslösung mit Entfärbungsmit- teln stufenweise erfolgt. <B>3.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dnss die Behandlung mit Entfärbungsmitteln nachdem Gegenstrom prinzip erfolgt. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Entfärbungsmit- tel hochaktivierte Entfärbungskohle ver wendet wird. <B>5.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Entfärbungsmit- tel Carboraffin verwendet wird.<B>6.</B> Verfahren nach Patentansprucb, dadurch 0.ekennzeichnet, dass aus der von dem Entfärber abgetrennten Kontanwachs- lösung die beim Abkühlen ausfallenden Wachsbestandteile fraktionsweise gewon nen werden. <B>7.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zum Lösen des M, ontanwachses Alkohole verwendet wer den. <B>8.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zum Lösen des Montanwachses Ester verwendet werden.<B>9.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zum Lösen des Montanwachses Äther verwendet werden. <B>10.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zum Lösen des Montanwachses Ketone verwendet wer den. <B>11.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der gebrauchte Ent färber durch Extraktion mit Lösungs mitteln, welche sämtlicheWachsbestand- teile lösen, von den letzten Waehsan- teilen befreit und dann durch Erhitzen im Wasserdampfstrom regeneriert wird. 12.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der gebrauchte Ent färber durch Extraktion mit Lösungsmit teln, welche sämtliche Wachsbestandteile lösen, von den letzten Wachsanteilen befreit, und dann durch Erhitzen im Kohlensäurestrom regeneriert wird. <B>13.</B> Verfahren nach Patentanspruch und Tln- teranspruch <B>11,</B> dadurch gekennzeichnet, dass man die Extraktion des Entfärbers mit Benzol vornimmt. 14. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 12, dadurch gekennzeich net, dass man die Extraktion des Ent färbers mit Benzol vornimmt.
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