CH137745A - Verfahren zur Herstellung einer pressfähigen Masse. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer pressfähigen Masse.

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CH137745A
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  Verfahren zur Herstellung einer     pressfähigen    Masse.    Gegenstand der Erfindung ist ein Ver  fahren zur Herstellung einer     press,fähigen     Masse im Wege der     Kondensation    von For  maldehyd mit     Thioh@arnstoff.     



       ,Seit    von     John    der erste     Vorsühlag    zur       Verwertung    .der Kondensationsprodukte aus  Harnstoff und     Formaldehyd    für     teahni@sche     Zwecke gemacht worden ist, sind in vielen       Patentschriften        Harnstoff    und     Thioh:arn-          stoff    als äquivalente     Ausgangsstoffe    dieser  Reaktion angegeben; worden.

   Später hat sieh       dann        gezeigt,        ilass.    die Annahme, als ob der       Thioharnstoff    den Harnstoff     völlig    wir  kungsgleich ersetzen könnte, irrig war. So  ist vor     allem    die     Umsetzungsgeschwindig-          keit    verschieden gross. Harnstoff     reagiert        be-          deutend        ischneller    mit Formaldehyd als     Thio-.          harnstoff,    was die Entwässerung der Pro  dukte erschwert.

   Hingegen     lassen    sich die       flüssigen        Kondensationsprodukte,    die bei der       Einwirkung    von     Formaldehyd    auf     Thio-          harnstaff    gebildet werden, ohne     besondere          Vorsichtsmassregeln        eindampfen.    Auf Grund    dieser     Erkenntnisse        sind    bereits verschiedene  Vorschläge zur Ausführung des Verfahrens  mit     Thioharnstoff    als Ausgangsstoff ge  macht     wordenl.     



  Das vorliegende Verfahren     ist,dadurah    ge  kennzeichnet,     dass        Thioh        .arustoff    mit Formal  dehyd in An- oder Abwesenheit von     Kontakt-          mitteln        solange    auf eine Temperatur in der  Nähe von<B>1,00'</B> C erhitzt wird,     bis    :

  ein sich beim  Abkühlen der     Reaktionsmischung        aussahei-          dendes    Harz     entstanden    ist, das hernach  durch     Berührung    mit wässerigen Flüssigkei  ten, zum Beispiel Wasser oder wässerigen       Lösungen,    in ein Pulver     übergeführt    wird.

    Die     unter,den    angegebenen Bedingungen ent  stehenden     hydroph.oben    Harze besitzen näm  lich     @d'@ie    überraschende     Eigensehaft,    in Be  rührung mit Wasser oder     wässerigen    Lö  sungen zu einem mehlig     feinen;    Pulver zu  zerfallen, das eine     vorzügliche        Pressmasse          darstellt.     



       Kondensiert    man in dieser Weisse     Thio-          harnstoff    mit     Formaldehyd,    so erhält man           bei    Verwendung der Ausgangsstoffe in  einem     solchen        Mengenverhältnis,        :dass    indem       Ausgangsgemisch    nicht mehr     als    ss Mole  Formaldehyd auf 1     Mo;l        T'hioharnsto.ff    kom  men, Lösungen, in denen bei     genügend:     langem     Erhitzen;

      auf eine Temperatur in     d-r     Nähe von 100   C     schliesslich    ein     hydro-          phobes    Harz gebildet ist, .das sich bei Ab  kühlung einer Probe des     Reaktionsgemisches     aus     @diesem        ausscheidet.        Dass        Produkt    ist       umso        hyd'raphober,    je weniger Formaldehyd  in     die    Reaktion eingebracht wird.

   Man giesst  nun die ganze     Reaktionsmischung    in kaltes  Wasser, dessen Temperatur unterhalb von  <B><U>90'</U></B> C liegt, oder     behandelt,das    vorher     nus-          geschiedene        hydrophobe    Harz mit Wasser,  bis es aus     idem    harzigen in .den pulverför  migen Zustand übergegangen ist. Der Zer  fall des Harzes in     ein;        Pulver    kann     durch     mechanische     Bewegung,    wie Rühren,     Kneten,     Schlagen oder dergleichen     beschleunigt    wer  den.

   Es     gelingt    selbst bei     .einem    Verhältnis  von 1 Mal     Thioharnsto:ff    zu weniger als  2 Moden     Fo@rma,ldehyd        (zum    Beispiel 1 Hol       Thioha.rnstoff    auf 1,4 Mole Formaldehyd )  wasserklare Kondensationslösungen und was  serklare     hydrophobeHarze-,    die beim Erhitzen       aufschmelzbar    sind, herzustellen.

      Das so erzeugte     Presspulver    kann prak  tisch     elektrodytfrei    erhalten werden.     E.,     trocknet     gleichmässig    und sehr rasch, und ist  mit den einfachsten     technischen;    Hilfsmitteln  in beliebigen     Feinheitsgra,den        herstellba.r.     Dank seiner hervorragenden günstigen     Fluss-          fähigkeit        lässt    es sich nach dem Trocknen  durch Heisspressung ohne jede Schwierigkeit  zu fertigen     Gegenständen;    jeder Art verarbei  ten.

      <I>Ausführungsbeispiele:</I>  1. 100 Gewichtsteile     T'hioharnstoff    wer  den in 154     Gewichtsteilen        Formaldehyd    von  40     Vol.     /o (was einem     Verhältnis    von 1     Mol          Thioharnstoff    zu 1,4 Molen     Formaldehyd    ent  spricht) unter Erwärmung am     Rückfluss-          kühler    gelöst und     1?#,        bis    2     Stunden    bei  einer Temperatur in der Nähe von<B>100'</B> C    belassen.

   In der glasklaren Lösung hat sich  ein stark     hydrophabes    Harz     gebildet,    wie       aus    einer aus dem Kessel genommenen Probe  beim Abkühlen zu ersehen ist. Der Kessel  inhalt     wird;    hierauf in kaltes Wasser gegos  sen, wobei das     hydro:phohe    Harz     a41mählich     in ein mehlfeines Pulver überzugehen be  ginnt. Zweckmässig wird     das    kalte Wasser  in dauernder     Bewegung    erhalten und der  Kesselinhalt in .dünnem Strahl einfliessen ge  lassen.

   Zur     Vervollständigung    der     Ausschei-          dung    des Pulvers     ,lässt    man das Pulver 24  Stunden mit dem Wasser stehen, worauf  das     miehlfeine    Pulver     .abgenuts:cht    und kurze  Zeit gewaschen wird.

   Nach einer kurzen       Trockenrprozess    ist das     pressfähige    Pulver     ge-          brauch:s)fertig    und kann in .der     Heisspresse     in     geeigneter    Form durch die     Wirkung    von  Hitze und     Druck    zu glasklaren     Gegenstän-          d@en    aller Art     verpresst    werden.  



  2. An Stelle     (der    im     Ausführungsbei-          spiiel    1     angewendeten    154 Gewichtsteile 40       Vol.    %     Formaldehydlösung    können auch 200  Gewichtsteile 40     Vol.    % Formaldehyd (was  einem Verhältnis von 1     Mol        T'hioharnstoff     auf zwei Mole 100%igem Formaldehyd ent  spricht.) zur Reaktion kommen.

   Die Reak  tion und der Übergang in die pulverige  Form verlaufen     analog,    nur russ das Er  hitzen im     Rückflusskessel    längere Zeit     vor-          genommenr        wendlen,    da ,der Übergang in ,den       hydrophoben    Zustand durch die grössere     For-          maldehydmenge    etwas .erschwert zu sein  scheint. Ansonsten wird ein ähnliches Pul  ver mit ganz analogen Eigenschaften wie  nach Beispiel. 1 erhalten.  



       Zufolge    seiner hohen     Flussfähigk        eit    kann  das     erfindungsgemäss        hergestellte        Presspul-          ver    im     Gemisch    mit einem hohen Prozent  satz :an     Füllmitteln    oder     S'treekmitteln    aller       Art,    :sowohl. organischer als     anorganischer          Natur,    unter Hitze und Druck verarbeitet  werden. Überges kann man     auch        Flussmit-          tel    zusetzen,;

   ,dies ist jedoch keineswegs     un-          erlässlich.    Die Zusätze richten sich nach dem       Verwendungszweck.    Für die Erhöhung der       Festigkenten,    insbesondere gegen     mecha:

                nische        Beanspruchung,    sind faserige Füll  stoffe     von        besonderer        Wichtigkeit.        Als    solche  kommen     alle    faserigen Materialien mine  ralischen     Ursprunges    (wie     beispielsweise    As  best),     vegetalbilischer    Herkunft (wie Zellu  lose in jeder     Form,    sei     @es    als Baumwolle,       Holzzellulose,    Flachs     ete.,

          Zellulosederivate     oder     Umwandlungs.produkte),    sowie     schliess'-          lich    auch     Faserstaffe        animalischer    Art (wie  (Wolle, Seide und .dergleichen)     allein    oder  in .geeigneten     Misehunigen    in Betracht.

         Zweckmässig    wird das     faserige    Füll- oder       Streckmittel        in    dem     Wasser    verteilt, in wel  chem     Ader    Übergang des:

   Harzes in die     Pul-          verform    vor sich gehen soll.     Statt    die Zu  satzstoffe mit     idem    fertigen Pulver zu ver  mischen!,     kann    man gemäss einer besonderen       Ausführungsform    der     Erfindung    der Masse  im Zuge des Herstellungsverfahrens, vor  oder während der Entstehung des Harzes       faserige    Füllstoffe, einverleiben. Auch in       diesem    Falle erhält man ein Pulver.  



       Ferner    lassen sich die     Presspulver        in    der       mannigfaltigsten    Weise färben und mustern.  Die     aufs    .den gefüllten oder     urgefüllten          pressfähigen    Massen     hergestellten        Presskör-          per    können dank ihrer     wertvollen,    Eigen  schaften für die mannigfaltigsten gewerb  lichen Zwecke Verwendung finden:

   vor allem  kommen diese     Presslinge    für den Ersatz von  Glas, Milchglas, Porzellan und dergleichen  in Frage, welche Materialien sie     in    vielen       Eigenselhaften,        insbesondere        in    bezug auf       mechanische        Festigkeiten@        übertreiffen.    Fer  ner können sie für     Galanterie    und Schmuck  zwecke     infolge    ihrer absoluten Licht- und  hohen     Wärmebeständigkeit,

      für elektrotech  nische Verwendungszwecke     infolge    der ho  hen     elektrischen        Festigkeiten    (insbesondere  Durchschlagsfestigkeit     und    Isolationswider  stand),     schliesslich        für    die     Herstellung        me-          cha,niseher        Werks@t.ucke    aller     Art.    Verwen  dung finden, wofür vor allem die durch die  Faserstoffe     gesteigerten        Festigkeiten    mass  gebend sind.  



  In .der Heisspresse können entweder die       gebrauchsfertigen        Mücke    unmittelbar oder    das     Ausgangsprodukt    für weitere     mecha-          nisehe    Bearbeitung in Form von     Platten,     Stäben und dergleichen hergestellt werden.

    Die durch Hitze und Druck hergestellten       Körper        lassen    sich nämlich     ausgezeichnet          mechanisch    bearbeiten, wie bohren, schnei  den, sägen,     feilem,    fräsen, drehen, polieren  usw.,     ,so        dass    auch     ein    hochwertiges,     viel-          seitig    verwendbares     Drechslermaterial    in der       Heisspresse    hergestellt werden kann.  



  Der Formaldehyd kann in     Form    seiner       Polymeren        verwendet    werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung :einer gleich mässig und sehr rasch trocknenden und mit den einfachsten technischen Hilfsmitteln in beliebigen Feinheitsgraden herstellbaren pressfähigen -Masse, dadurch gekennzeichnet, dass Thioharnatoff mit Formaldehyd so lange auf eine Temperatur in der Nähe.
    von<B>100'</B> erhitzt wird, bis ein sich beim Abkühlen der Reaktionsmischung ausscheidendes Harz ent standen ist, das hernach durch Berührung mit wässerigen Flüssigkeiten, in ein Pulver übergeführt wird. UNTERANSPRVCHE 1.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, .dass 1 Mol Thio- harnstoff mit nicht mehr als 3 Molen Formaldehyd zur Reaktion gebracht wird. 2.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, d-a- :durch gekennzeichnet, dass 1 Mol Thio- harnstoff mit einer unter 2 Molen liegen den Menge Formaldehyd zur Reaktion gebracht wird. 3. Verfahren gemäss Patentanspruch, da; durch gekennzeichnet, dass die Kondensa tion in Gegenwart von Kontaktmitteln ausgeführt wird. 4.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, .dass die Tempera tur des Wassers, das zur Überführung der Kondensationsprodukte in die Pulver form dient, unter 20' C liegt. 5. Verfahren gemäss -Patentanspruch, dar durch gekennzeichnet, dass der Übergang in die Pulverform durch mechanische Massnahmen beschleunigt wird. 6.
    Verfahren gemäss. Patentausprwch, da durch gekennzeichnet, :dass der Masse im 7kge des Herstellungsprozesses faserige Füllstoffe einverleibt werden.
CH137745D 1927-03-25 1928-03-16 Verfahren zur Herstellung einer pressfähigen Masse. CH137745A (de)

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