CH141793A - Verfahren zur Herstellung einer pressfähigen Masse. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer pressfähigen Masse.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung einer pressfähigen blasse. Gegenstand des Hauptpatentes Nr. 137745 ist ein Verfahren zur Herstellung einer gleichmässig und sehr rasch trocknenden und mit den einfachsten technischen Hilfsmitteln.
in beliebigen Feinheitsgraden herstellbaren pressfähigen Masse, welches dadurch gekenn zeichnet ist, dass Thioharnstoff mit Forrna.l- dehyd solange auf eine Temperatur in der blähe von 100 erhitzt wird, bis ein sich beim Abkühlen der Reaktionsmischung aus scheidendes Harz entstanden ist, das hernach durch Berührung mit wässerigen Flüssig keiten in ein Pulver übergeführt wird.
Es wurde gefunden, dass in ähnlicher -V#Teise durch Aufeina..ndereinwirkenlassen von Thio- harnstoff, Harnstoff und Formaldehyd ein pressfähiges Pulver gewonnen werden kann.
Das Verfahren gemäss der vorliegenden Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass man Thioharnstoff, Harnstoff und Formal dehyd bei einem Mengenverhältnis von nicht mehr als 1 Mol. Harnstoff auf 1 Mol. Thio- harnstoff aufeinander einwirken lässt, wobei mindestens zwei der Reaktionskomponenten miteinander auf eine Temperatur in der .L#7ähe von<B>100'</B> C erhitzt werden und das Ganze derart ausgeführt wird, dass ein sich beim Abkühlen der Reaktionsmischung ausschei dendes Harz entsteht, das hernach durch Berührung mit wässerigen Flüssigkeiten, zum Beispiel Wasser oder wässerigen Lö sungen, in ein Pulver übergeführt wird.
Die Kondensation kann in, Gegenwart oder in Abwesenheit von Kontaktmitteln ausge führt werden. Es ist zweckmässig, die Men genverhältnisse so zu wählen, dass die in die Reaktion eingebrachte Formaldehydmenge nicht) mehr als 2 Mol. Formaldehyd für jedes Mol. Thioharnstoff, bezw. Harnstoff beträgt. Unter diesen Bedingungen wird- bei genügend langem Erhitzen der Ausgangs stoffe auf eine Temperatur in der Nähe von. 100 C schliesslich ein hydrophobes Harz gebildet, das sich bei Abkühlung einer Probe des Reaktionsgemisches aus diesem ausscheidet.
Das Produkt ist umso hydro- phober, je weniger Formaldehyd in die Re aktion eingebracht wird. Man giesst nun die ganze Reaktionsmischung in kaltes Wasser, dessen Temperatur unterhalb 20 C liegt, oder behandelt das vorher ausgeschiedene hydrophobe Harz mit Wasser, bis es aus dem harzigen in den pulverförmigen Zu stand übergegangen ist. Der Zerfall des Harzes in ein Pulver kann durch mecha nische Bewegung wie Rühren, Kneten, Schlagen oder dergleichen beschleunigt werden.
Wenn man den Harnstoff von allem Anfang an gemeinsam mit dem Thioharn- stoff mit dem Formaldehyd reagieren lässt, so entsteht ein Presspulver, das trübe Press- linge liefert; gibt man aber eine Lösung von Harnstoff in Formaldehyd erst nach der Bildung eines Kondensationsproduktes aus Thioharnstoff und Formaldehyd zu letzterem hinzu, so erhält man eine Press- masse, die klare Produkte liefert: Das so erzeugte Presspulver kann prak tisch elektrolytfrei erhalten werden. Es.
trocknet gleichmässig und sehr rasch und ist mit den einfachsten technischen Hilfsmit teln in beliebigen Feinheitsgraden herstell- bar. Dank seiner hervorragenden günstigen Flussfähigkeit lässt es sich nach dem Trock nen durch Heisspressung ohne jede Schwie rigkeit zu fertigen Gegenständen jeder Art verarbeiten.
<I>Ausführungsbeispiele:</I> 1. 100 Gewichtsteile Thioharnstoff und <B>51,3</B> Gewichtsteile Harnstoff werden in 142 Gewichtsteilen 40 volumprozentigen Formaldehydes gelöst (was einem molaren Verhältnis von '.3 Mol. Thioharnstoff, 2 Mol. Harnstoff und 4 Mol. 100%igem Formal dehyd entspricht). Nach 11/2stündigem Er hitzen auf eine Temperatur in der Nähe von <B>100'</B> C im Rückflusskessel zeigt eine heraus genommene Probe die Bildung eines stark hydrophoben Harzes.
Der gesamte Kessel inhalt wird hierauf in kaltes Wasser ge gossen, wobei der Übergang in ein feines Pulver leicht und rasch vor sich geht. In der Heisspresse unter Hitze und Druck ver- presst, liefert dieses Pulver schwach getrübte Presslinge.
2. 100 Gewichtsteile Thioharnstoff und 79 Gewichtsteile Harnstoff werden in 220 Gewichtsteilen Formaldehyd von 40 Vo lumenprozent gelöst (was einem molaren Verhältnis von 1 Mol. Thioharnstoff, 1 Mol. Harnstoff und 2 Mol. 100%igem Formal dehyd entspricht). Die Reaktion verläuft analog dem Beispiel 1; das erhaltene Pul ver ist mehlfein und liefert schwach trübe Presskörper.
3. 100 Gewichtsteile Thioharnstoff und 79 Gewichtsteile Harnstoff werden in 44f_1 Gewichtsteilen Formaldehydlösung von 40 Volumenprozent gelöst, (was einem molaren Verhältnis von 1 Mol. Thioharnstoff, 1 Mol. Harnstoff und 4 Mol. 100%igem Formal dehyd entspricht).
Nach 2 bis 21/2stündigem Erhitzen auf eine Temperatur in der Nähe von<B>100'</B> C im Rückflusskessel wird ein Harz erhalten, welches beim Behandeln mit Wasser in Pulverform übergeht; nur ist durch den grösserem Formaldehydgehalt be reits - die Neigung vorhanden, in den har zigen Zustand überzugehen, weshalb die Trocknung langsamer, bezw. bei tieferen Temperaturen vor sich gehen muss.
4. 100 Gewichtsteile Thioharnstoff wer den in 220 Gewichtsteilen Formaldehyd von 40 Volumenprozent gelöst (was einem Ver hältnis von 1 Mol. Thioharnstoff auf 2 Mol. 100%igen Formaldehyd entspricht) und im R.ückflusskessel 1/2 bis 3/.1 Stunden auf einer Temperatur in der Nähe von 100 C ge halten.
Hierzu lässt man eine Lösung von 39,5 Gewichtsteilen Harnstoff in 110, Ge wichtsteilen 40 volumenprozentigen Formal- dehydes (was auf den Ausgangstliioharn- stoff als 1 Mol. gerechnet, einem relativen Verhältnis von 0,5 Mol. Harnstoff und 1 Mol. 100%igem Formaldehyd entspricht) zu fliessen und belässt die Reaktionsmischung durch weitere 1 bis 11/9- Stunden bei einer Temperatur in der Nähe von 100 C.
Die Reaktionsmischung bleibt wasserklar und scheidet hierauf ein stark hy drophobes Harz aus. Die Reaktionsmischung wird in kaltes Wasser gegossen. Der Übergang in ein mehl feines Pulver geht mit derselben Leichtig keit wie bei der Ausführungsweise nach Beispiel 1 vor sich. Das fertige Presspulver liefert, unter Hitze und Druck in der Heiss presse verpresst, vollkommen wasserklare Pressstücke.
5. 100 Gewichtsteile Thioharnstoff wer den, wie in Beispiel 4 beschrieben, mit 220 Gewichtsteilen Formaldehydlösung, von 40 Volumenprozent im Rückflusskessel auf eine Temperatur in der Nähe von<B>100'</B> C er hitzt. An Stelle der dort verwendeten Men genverhältnisse von Harnstoff und Formal dehyd werden 79 Gewichtsteile Harnstoff in 220 Gewichtsteilen Formaldehydlösung gelöst, zugesetzt, worauf man 2 bis 21/2 Stunden die Reaktion bei einer Temperatur in der Nähe von 100 C vor sich gehen lässt. Das nach dieser Zeit beim Abkühlen ausgeschiedene hydrophobe Harz wird durch Behandeln mit Wasser in Pulverform über geführt.
Das hier entstehende Produkt ähnelt sehr dem in Beispiel 3 beschriebenen. Getrocknet liefert es vollkommen farblose Presskörper.
Zufolge seiner hohen Flussfähigkeit kann das erfindungsgemäss hergestellte Press- pulver im Gemisch mit einem hohen Prozent- sa.tz an Füllmitteln oder Streckmitteln aller Art, sowohl organischer als anorganischer Natur, unter Hitze und Druck verarbeitet werden. Überdies kann man auch Flussmittel zusetzen; dies ist jedoch keineswegs uner lässlich. Die Zusätze richten sich nach dem Verwendungszweck.
Für die Erhöhung der Festigkeiten, insbesondere gegen mechanische Beanspruchung sind faserige Füllstoffe von besonderer Wichtigkeit. Als solche kommen alle faserigen Materialien mineralischen Ur sprunges (wie beispielsweise Asbest), vege tabilischer Herkunft (wie Zellulose-in jeder Form, sei; es als Baumwolle, Holzzellulose, Flachs etc., Zellulosederivate oder LTm- wandlungsprodukte), sowie schliesslich auch Faserstoffe animalischer Art (wie Wolle, Seide und dergleichen) allein oder in ge eigneten Mischungen in Betracht.
Zweck- mässig wird das faserige Füll- oder Streck mittel in dem Wasser verteilt, in welchem der Übergang des Harzes in die Pulverform vor sich gehen soll. Statt die Zusatzstoffe mit dem fertigen Pulver zu vermischen, kann man gemäss einer besonderen Ausfüh rungsform der Erfindung der Masse im Zuge des Herstellungsverfahrens, vor oder während der Entstehung des Harzes faserige Füllstoffe einverleiben. Auch in diesem Falle erhält man ein Pulver.
Ferner lassen sich die Presspulver in der mannigfaltigsten Weise färben und mustern. Die aus den gefüllten oder ungefüllten pressfähigen Massen hergestellten Presskörper können dank ihrer wertvollen Eigenschaften für die mannigfaltigsten gewerblichen Zwecke Verwendung finden; vor allem kom men diese Presslinge für den Ersatz von Glas, Milchglas, Porzellan und dergleichen in Frage, welche Materialien sie in vielen Eigenschaften, insbesondere in bezug auf mechanische Festigkeiten, übertreffen.
Fer ner können sie für Galanterie und Schmuck zwecke infolge ihrer absoluten Licht- und hohen Wärmebeständigkeit, für elektrotech nische Verwendungszwecke infolge der ho hen elektrischen Festigkeiten (insbesondere Durchschlagsfestigkeit und Isolationswider- stand), schliesslich für die Herstellung me chanischer Werkstücke aller Art, Verwen dung finden, wofür vor allem die durch die Faserstoffe gesteigerten Festigkeiten mass gebend sind.
In der Heisspresse können entweder die gebrauchsfertigen Stücke unmittelbar oder das Ausgangsprodukt für weitere mecha nische Bearbeitung in Form von Platten, Stäben und dergleichen hergestellt werden. Die durch Hitze und Druck hergestellten Körper lassen sich nämlich ausgezeichnet mechanisch bearbeiten, wie bohren, schnei den, sägen, feilen, fräsen, drehen, polieren usw., so da.ss auch ein hochwertiges, vielseitig verwendbares Drechslermaterial in der Heiss presse hergestellt werden kann.
Der Formaldehyd kann in Form seiner Polymeren verwendet werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer gleich mässig und sehr rasch trocknenden und mit den einfachsten technischen Hilfsmitteln in beliebigen Feinheitsgraden herstellbaren pressfähigen Masse, dadurch gekennzeichnet, dass man Thioharnstoff, Harnstoff und Formaldehyd bei einem Mengenverhältnis von nicht mehr als 1 Mol. Harnstoff auf 1 Mol. Thioharnstoff aufeinander einwirken lässt, wobei mindestens zwei der Reaktions komponenten miteinander auf eine Tem peratur in der Nähe von 100 erhitzt wer den und das Ganze derart ausgeführt wird,dass ein sich beim Abkühlen der Reaktions mischung ausscheidendes Harz entsteht, das hernach durch Berührung mit wässerigen Flüssigkeiten in ein Pulver übergeführt wird. UNTERANSPRVCRE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die zur Re aktion gelangende Formaldehydmenge nicht mehr als je 2 Mol. für jedes Mol. Thioharnstoff und Harnstoff beträgt. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Kondenj sation in Gegenwart von Kontaktmitteln ausgeführt wird.Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass durch Er hitzen von Thioharnstoff mit Formal dehyd ein flüssiges Kondensationsprodukt hergestellt und zu demselben vor Bildung eines hydrophoben Harzes eine Lösung von Harnstoff in einer wässerigen Formal dehydlösung zugesetzt wird, worauf die gesamte Mischung so lange auf eine Tem- peratür in der Nähe von 100 C weiter erhitzt wird, bis ein sich beim Abküh len ausscheidendes Harz entstanden ist, das hernach durch Berührung mit Was ser in ein Pulver übergeführt wird. 4.Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Tem- peratur des Wassers, das zur Überfüh rung der Kondensationsprodukte in die Pulverform dient, unter 20 C liegt. 5. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet. dass der Übergang in die Pulverform durch mechanische Massnahmen beschleunigt wird. E. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, da.ss der Masse im Zuge des Herstellungsprozesses faserige Füllstoffe einverleibt werden.
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