Verfahren um bei der Reduktion aromatischer Nitroverbindungen zu Aminen ein zur Verarbeitung auf Pigmentfarbe geeignetes Eisenhydr ogyd herzustellen. Gegenstand der Erfindung ist ein Ver fahren um bei der Reduktion aromatischer Nitroverbind'umgen zu den entsprechenden Aminen mittelst Eisen und sauren Salzen ein fein verteiltes, zur Verarbeitung auf Pig mentfarbegeeignetes Eisenhydroxyd herzu stellen.
Bei der bekannten und seit langer Zeit ausgeübten Fabrikation aromatischer Amine mittelst Eisen und einer zu dessen Auf lösung unzureichenden Menge einer Säure oder eines sauren Salzes verwandelt sich das als Reduktionsmittel .dienende Eisen in ein meistens braunschwarzes Oxyd, dessen Zu sammensetzung einer zwischen Fe304 und Fe,-O3 liegenden Formel entspricht. Dieses Oxyd ist wegen seiner geringen Farbkraft als Farbpigment nicht -zu gebrauchen oder sehr minderwertig.
In dein. schweizerischen Patent Nummer 122817 ist gezeigt, dass man ein als Farb- pigment geeignetes Eisenoxyd von hoher Farbkraft bei der Reduktion organischer Nitroverbindungen zu -den entsprechenden Aminen erhalten kann, wenn man die Re- 'duktion mittelst Eisen in Gegenwart einer wässerigen Aluminiumsalzlösung ausführt.
Es wurde indessen gefunden, da.ss man auch zu Farbpigmenten von ähnlichen vorzüg lichen Eigenschaften gelangt, wenn die Re duktion .der Nitroverbindung in Gegenwart wässeriger Suspensionen von schwerlöslichen basischen Verbindungen drei- oder vierwer tiger Metalle, wie zum Beispiel Hydroxyden, Oxyden, schwerlöslichen basischen Salzen und änlhlichen, geschieht.
Hierbei hat sich gezeigt, dass der Vertei lungsgrad der zugesetzten basischen Verbin- -dungen von wesentlichen Einfluss auf die Be schaffenheit des erhaltenen Eisenhydroxyds ist. Insbesondere führt die Verwendung mög lichst feinverteilter bis zu kolloidaler Teilchengrösse dispergierter Verbindungen zu Eisenoxydpib-menten von besonders ausge zeichneten Eigenschaften.
Von den für die Ausführung des Verfahrens der Erfindung in Betracht kommenden basischen Verbin dungen drei- oder vierwertiger Metalle seien .die nachstehenden beispielsweise genannt: Aluminiumhydroxyd, Aluminiumoxyd, basisches Aluminiumsulfat, basische Alumi niumsilikate (wie sie zum Beispiel in einigen Tonen vorliegen), Eisenhydroxyd, Eisen oxyd, Cerhydroxyd, Ceroxyd, Cerdioxyd, Thoriumhydroxyd, T'horiumoxyd, basisches Thoriumc.arbonat, Lanthanhydroxyd,
La.n- thanoxyd, Didymhydroxyd, Didymoxyd und ähnliche Verbindungen der seltenen Erd- metalle, Titandioxyd. Diese, dem Reduk tionsansatz ;
zugesetzten Verbindungen kön nen sowohl für sich .als auch im Gemisch miteinander verwendet werden, wobei es in bezug auf .das Endergebnis gleich ist, ob man von den fertigen Verbindungen, wie Hy- droxyden, Oxyden und basischen Salzen, aus geht, oder diese im Reaktionsgemisch aus den wässerigen Lösungen löslicher .Salze durch Zusatz von basischen Substanzen, wie Alkali oder Erdalkali, Hydroxyden, Carbonaten oder organischen Basen, .ausfällt.
Arbeitet man in dieser Weise in An wesenheit vorzugsweise feinverteilter Hy- droxyde, Oxyde oderanderer schwerlöslicher basischer Verbindungen drei- oder vierwer tiger .Metalle, wobei .die aus den weiter unten folgenden Beispielen ersichtliche Arbeits weise von der gebräuchlichen im übrigen nicht wesentlich .abweicht, so hinterbleibt nach Abscheidung des aus der Nitroverbin- dung entstehenden aromatischen Amins, zum Beispiel des Anilins, ein Schlamm,
der neben den zugesetzten basischen Stoffen das oxy dierte Eisen in äusserst feiner Verteilung ent hält, und zwar .als ein gelbbraunes bis braun violettes Hydroxyd des dreiwertigen Eisens. Nach dem Schlämmen, Auswaschen und Trocknen ist er entweder unmittelbar, oder. wenn man rote Töne zu erhalten wünscht. nach vorhergegangener Galcination als Farb pigment verwertbar.
Das Verfahren wird ,durch die folgenden Beispiele erläutert. Es ist auch auf andere als die -darin angegebenen Nitroverbindungen anwendbar, zum Beispiel auf Chlor-, Oxy- und Aminonitroverbindungen, Polynitrover- bindungen und Nitrosulfosäuren.
1. Aus einer Lösungvon 40 kg wasserhal tigen Aluminiumsulfats in<B>300</B> Liter Wasser wird mittelst der erforderlichen Menge .LN-a- triumcarbonatlösung das Aluminium in Form eines hoch basischen unlöslichen Sul fats in feiner Verteilung ausgefällt. Ohne die Lösung vom Niederschlag zu trennen, .gibt man sie zu 200 kg Eisen, fügt eine konzen trierte Lösung von 60 kg Anilinhydrochlorid hinzu und lässt 200 kg Nitrobenzol allmäh lich unter Rühren bei Siedetemperatur zu fliessen.
Nach Entfernung,des Anilins hinter bleibt ein bräunlichgel!bes Eisenhydroxyd mit einem Gehalt von etwa 13% chemisch gebun denem Wasser, das durch Brennen in ein leuchtendes rotes Eisenoxyd übergeführt werden kann.
2. Aus einer Lösung von 10 kg Cer- chlorid in<B>150</B> Liter \'Nasser wird durch Zu satz von 40 kg Anilin unter Rühren das Cer in Form eines fein verteilten Hydroxyds aus gefällt. Man fügt dann 200 kg Nitrobenzol hinzu und reduziert durch allmähliche Zu gabe von 200 kg Eisen. Man erhält als Rück stand ein braunrotes Eisenhydroxyd mit einem Gehalt von etwa 8% chemisch gebun denem Wasser.
3. Zu einer Lösung von 40 kg Eisen chlorid in 160 Liter Wasser fügt man 26 kg gemahlene Kreide und 200 kg Nitrobenzol, worauf man mittelst 225 kg Eisen wie in Beispiel 2 reduziert und aufarbeitet. Das er haltene Eisenhydroxyd ist von rotvioletter Farbe und weist einen Gehalt von etwa 5,2 @ chemisch gebundenem Wasser auf.