Vorrichtung für selbsttätig lagenweises Wickeln von Drahtspulen. Die bisher bekannten Spulvorrichtungen haben das gemeinsame Merkmal, dass der Draht entweder zwangsläufig in Abhängig keit von der Wickelspule, oder aber selbst tätig auf der ganzen Länge der Wickelspule möglichst senkrecht zu deren Achse geführt wird. Zu den letzteren gehört auch der Ge genstand vorliegender Erfindung, bei wel chem die selbsttätige Drahtführung in neu artiger Weise gelöst ist.
In der Zeichnung ist die Vorrichtung ge mäss der Erfindung in zwei Ausführungs formen schematisch dargestellt.
Der Hebel 1 (h'ig. 1 und 2), der um die Achse 2 leicht schwenkbar gelagert ist, trägt an seinem freien Ende die Schwenkrolle 3, über die der aufzuwickelnde Draht 4 zur Wickelspule 5 abläuft. Aus der gegebenen Ablaufrichtung von 4 lassen sich für jede Stellung der Schwenkrolle 3 leicht jene Zu laufrichtungen des Drahtes 6 ermitteln, wel- ehe notwendig sind, um den Schwenkhebel 1 in. allen vorkommenden Lagen im Gleich gewicht zu erhalten.
Die Zulaufrichtungen 6 hüllen in ihrer Gesamtheit die herzförmige ,.Leitkurve" 7-7 ein. Von dieser kommt, so fern der Schwenkhebel 1 genügend lang aus geführt wird, nur ein verhältnismässig kur zer Teil in Betracht, der mit hinreichender Annäherung durch einen oder mehrere greise (Leitrolle 81 bezw. bei verhältnismässig lan gen Spulen überdies Leitrolle 82) ersetzt wer den kann.
An Stelle des einfachen Schwenk hebels (Kreislenkers) kann natürlich auch ein anderer Lenker (zum Beispiel angenäher ter Ellipsen- oder Evans-Lenker) Anwen dung finden; dadurch lässt sich; falls not wenig; bessere Anpassung der Leitkurve 7-7 an die feste Rolle 81 erzielen. Umgekehrt kann natürlich auch unter Beibehaltung des einfachen Schwenkhebels, und wenn ein Glei ten des Drahtes über die feststehende Leit- kurve vermieden werden soll, letztere ohne weiteres auch durch eine grössere Anzahl klei nerer Leitrollen hinreichend genau ersetzt werden.
Der Draht wird nun von der Vor ratsspule 9 über die Rolle 81 zur Schwenk rolle 3 geführt und geht von dieser entweder direkt oder über die Wanderrollen 10, 11 zur Wickelspule 5. Die Wanderrolle 10 hat die Aufgabe, den ablaufenden Draht unabhängig vom Wickeldurchmesser annähernd in der Ebene der .Schwenkrolle 3 zu erhalten und Schwingungen des .Schwenkhebels, die bei Spannungsschwankungen im Drahte vorkom men können, abzudämpfen.
Die zweite )Yan- derrolle 11 mit der Führungsstange 12 ist gegenüber der Wickelspule einstellbar und wird zweckmässigerweise möglichst nahe an die Wickelspule 5 gebracht. Unter dem Ein fluss der Drahtspannung wird die Rolle 11 gegen die Führungsstange 12 gepresst. Die dadurch bedingte Reibung wächst mit zuneh mendem. Umschliff baungswinkel a.
Nachdem nun der laufende Draht die sich drehenden Rollen 10, 11 auch achsial verschieben muss, wird die Wanderrolle 11 gegenüber der Tan gente an die auf der Wickelspule 5 durch den Draht gebildete Schraubenlinie etwas zurückbleiben müssen. Man hat es also in der Hand,durch passendeWahl des Umschlin- gungswinkels a den "Nacheilwinkel" und da mit die Achsialpressung der Windungen einer Drahtlage nach Belieben beeinflussen zu können.
Infolge des Zurückbleibens der Wanderrolle wird bei ebenen, ja selbst bei leicht konischen Flanschen 13 und 14 ein spiralförmiges Auflaufen des Drahtes an diesen Flanschen verhindert, so dass .die für einwandfreien Lagenwechsel sonst erfor derlichen einstellbaren Anschläge 15 und<B>16</B> entfallen können. Eine Vorrichtung, die be sonders für Wickelspulen grösserer Länge be stimmt ist, zeigt Fig. 3 (schematischer Grund riss).
Hier werden die Vorratsspule 9 und die Drahtzuführungsrollen einschliesslich der letzten Ablaufrolle 17 auf dem Schlitten 18 vereinigt, der durch zweckentsprechende La gerung (schematisch durch die Rollen 19 auf den Laufschienen 20 angedeutet) sehr leicht parallel zur Achse der Wickelspule 5' ver schoben werden kann. Der Schwenkhebel 1 braucht hier nicht besonders empfindlich ge lagert zu sein, weil für den Drahtablauf Ab weichungen von T 5 belanglos sind..
Der Draht wird von der Vorratspule 9 über die auf der Stange 21 frei verschieb bare und drehbare Wanderrolle 22 gelegt. läuft von dieser über die Schwenkrolle 3 und die Leitrolle K, die hier die Leitkurve 7-7 ersetzt, entweder direkt oder über eine Zwischenrolle 23 zur Ablaufrolle 17. Die Rollen 81., 23 und 17 können je mit einer einstellbaren Bremsvorrichtung versehen wer den, wodurch die Drahtspannung auf das ge wünschte Mass gebracht. und erhalten wer den kann.
Sieht man zunächst von Massen wirkungen ab so wirkt auf den .Schlitten in der Richtung seiner Führung als einzige äussere Kraft nur die in diese Richtung fal lende Komponente des Drahtzuges von dem die Ablaufrolle 17 verlassenden Draht. Ist diese Komponente genügend gross geworden, so erhält der Schlitten vom laufenden Draht die Schaltbewegung. Durch eine einstellbare feinfühlige Reibungsbremse kann die für die Schlittenbewegung erforderliche Kraft und damit der Nacheilwinkel auf den der Draht stärke entsprechenden Wert gebracht werden.
Bei grösseren,Schaltgeschwindigkeiten (dicken Drähten oder hohen Umlaufzahlen der Wik- kelspindel) verhindern die einstellbaren An schläge 24 und 25 ein Überlaufen des Schlit tens und kehren dessen Bewegung nahezu verlustlos um, so da,ss der Schlitten praktisch genommen nur beim Beginn des Wickelns vom Draht beschleunigt zu werden braucht.
Z#,Tährend bei den vorbeschriebenen Ein richtungen kleine Unterschiede in der Draht stärke den Wickelvorgang nicht beeinflussen, machen sich grobe Unstimmigkeiten im Drahtquerschnitt, wie zum Beispiel Löt stellen oder dergleichen, sehr unliebsam be merkbar. In der Nähe solcher Stellen ent steht in der Wicklung ein Spalt, der ent weder bei der unmittelbar folgenden oder bei einer der weiteren Lagen zu vorzeitigem Lagenwechsel führt.
Ist dieser einmal ein getreten, so, wiederholt er sich an der glei chen Stelle namentlich bei grösseren Na-cheil- winkeln dann, wenn der Abstand zwischen der Ablaufrolle und der Wickelspule ver hältnismässig gross ist, bei Spulen mit gro sser Wicklungstiefe. Solche Fehlerstellen kdnnten zwar durch Einlegen von Papier überdeckt und damit unschädlich gemacht werden; doch verringert dies den Wicklungs raum und erfordert überdies Beaufsichtigung des Wickelvorganges.
Beides wird überflüs sig, wenn man den Draht bis an die Auflauf stelle an der Wickelspule führt. Fig. 4 und 5 zeigen ein derartiges Drahtführorgan für die Vorrichtung gemäss Fig. 1 und 2. Auf der Nabe der Wanderrolle 11 sitzt leicht dreh bar der Gabelträger 26, an dem die aus zwei .Blattfedern 27 gebildete Führungsgabel befestigt ist.
Die Federn 2:7 legen sich in der Nähe der Auflaufstelle des Drahtes an diesem leicht an; ihre ganten, soweit sie mit dem Draht oder der Wicklung in Berührung kommen können, sind abgerundet und poliert. Wäre der Gabelträger 26 nicht auf der Wan derrolle 11., sondern direkt auf der Stange 12 gelagert, so würde die vom Draht auszu übende Verstellungskraft unzulässig gross werden. Ja, es könnte bei kurzer Naben.länge sogar Ecken, das ist Verklemmen, eintreten. Das Gleiche wäre nach der Anordnung bei Fig. 4 und 5 der Fall, wenn die Rolle 11 sich nicht dreht.
Bei laufender Rolle hin gegen ist, sofern der Gabelträger auf der Rolle gelagert ist, ein Ecken auch bei kur zer Nabenlänge ausgeschlossen. Bei der (orts festen) Ablaufrolle 17 (Fig. 3) kann jedoch der Nabenträger selbstverständlich auch auf der Rollenachse gelagert sein.
Die Drahtzuführungsgabel hat, wie die Erfahrung zeigt, folgende Vorteil: 1. Sie beseitigt die bei einfachem Rollen ablauf nach jedem Lagenwechsel kurzzeitig auftretenden negativen Nacheilwinkel.
2. Sie verhindert selbsttätig ein ,Über laufen der Ablaufrolle beim Erreichen der Sptilenflanschen, macht also einstellbare An schläge, sowohl bei Spulen mit ebenen, als auch leicht konischen Flanschen überflüssig.
3. Sie bewirkt bei Störungen, die durch grobe Querschnittsfehler im Draht in der Wicklung entstehen, einen Ausgleich von Vertiefungen in der letzteren, so dass die Vor richtung auch bei sehr fehlerhaftem Draht, ja sogar beim Aufwickeln mehrerer Drähte (zum Beispiel Bifiliar-Wicklungen) selbst tätig zylindrisch wickelt.