Verfahren zur Herstellung von Schwefelkohlenstoff. Es ist bereits vorgeschlagen worden, bei der Herstellung von Schwefelkohlenstoff aus Kohle und Schwefel den letzteren gesondert zu verdampfen und zu überhitzen und dann in die auf Reaktionstemperatur erhitzte Be schickung des Reaktionsraumes einzuführen.
Eine Ausführungsform dieses Verfahrens bildet die durch das Patent Nr. 133376 ge schützte Erfindung, bei welcher eine zur Ver dampfung und unmittelbar daran sich an schliessende Überhitzung des Schwefels die nende Vorrichtung, zum Beispiel ein mit. Füllstoffen ausgesetztes Rohr, welche in der gleichen Heizkammer wie die Reaktions retorte untergebracht ist, benutzt wird. Mit jeder Änderung in der Überhitzung des Schwefeldampfes ist jedoch bei dieser Ar- beitsweise zwangsläufig eine Temperatur änderung der Reaktionsretorte verbunden.
Es hat sich nun ergeben, dass man durch eine getrennte Feuerführung gewisse Vorteile erzielen kann. Diese bestehen einesteils dar- in, dass man die Reaktionsretorte in der bis- lerigen bewährten Weise befeuern kann, bei der zwecks Erzielung einer langen Lebens dauer der Retorte eine möglichst gleichblei bende Temperatur eingehalten wird, während man bezüglich der Ausbildung des Heiz raumes und der Intensität der Befeuerung der stark wärmeverbrauchenden Ver- dampfungs- und Überhitzungsretorten für den Schwefeldampf Freiheit hat, und an dernteils darin,
dass man das Ausmass der Schwefelkohlenstofferzeugung bei gering- stein Wärmeverbrauch jederzeit durch die Wahl des Überhitzungsgrades des Schwefel dampfes in der Hand hat.
Versuche haben ergeben. dass bei gleich bleibender Temperatur der Reaktionsretorte. deren Leistung an Schwefellcohlenstoff-(aus- reichende Schwefelzufuhr stets vorausge setzt) in dem Masse wächst, als die Höhe der C'berliitzung des Schwefeldampfes zunimmt, und dass die Leistung einer Reaktionsretorte. durch diese Überhitzung des Schwefel dampfes je nach Wahl des Überhitzungs- grades bis auf etwa das Vier- bis Sechsfache derjenigen einer normalen CSê-Retorte älte ren Systemes gesteigert werden kann.
Es er gibt sich hieraus wie bei dem Verfahren nach Patent N r. 133376 eine Leistungsteigerung all sich, dann aber auch die Möglichkeit einer Regelung der Leistung einer Anlage in An passung an den Bedarf. Ganz abgesehen von Fragen der Konjunktur auf dem Gebiete des Schwefelkohlenstoffabsatzes spielt diese An passungsfähigkeit für den Betrieb deshalb eine erhebliche Rolle, weil die Reaktions retorten beschränkte und nicht gleichmässige Lebensdauer haben.
Es ist daher von erheb- lieher technischer Bedeutung , dass die ein zelne Retorte, die normal auf eurer Durch- seliiiittsleistung voll zum Beispiel 16000 kg pro Tab gehalten wird, bei plötzlichem Mehr bedarf oder bei Ausfall einer oder mehrerer Retorten einer grösseren Retortenbatterie lediglich durch Zufuhr voll stärker überhitz tem Schwefeldampf zu einer Leistungssteige rung, zum Beispiel auf 200-250U kg pro Tag gebracht werden kann, so dass zum Bei spiel während einer Reparaturzeit ein Pro duktionsausfall nicht eintritt. Man kann hier bei zwar geliclizeitig auch noch eine mässige Steigerung der Erhitzung der Reaktions retorte vornehmen, doch ist es zweclimässiger, solche Temperaturänderungen zu unterlassen.
Die Feuerungen der für diese Arbeits weise vorgesehenen Ofenräume für Reak tionsretorte und Verdampfer- und Überhitzer retorte werden zwveckmässig einzeln betrie ben und geregelt. Während man bei Neuan lagen, die auf Grund dieses Verfahrens ge baut werden. die Möglichkeit hat. die L her- hitzung des Schwefceldatmpfes in irgcndeiner hierfiir geeigneten Ofenanlage für Einzel retorten oder Retortengruppen vorzunehmen. wobei all eineberhitzerretorte nach Wahl eine oder zwei Reaktionsretorten angeschlos sen werden hinnen, ergeben sich bei bestehen- dlen Anlaren, die für dhis vorligende Ver fahren umgebaut werden sollen, oft gewisse Schwierigkeiten aus den räumlichen Verhält- nissen in der Retortenanlage.
In der Regel werden bisher im Interesse der Wäirmeer- sparnis die Heizräume für die Reaktions retorten in Gruppen (Blöcke) von drei Einzel räumen zusammengebaut. wobei jeder Einzel raum mit einer Retorte versehen ist. Da null für eine wirksame Uberhitzung des Schwefel dampfes die Ermögliechung der Zufuhr sehr grosser Wärmemengen als wesentlichste V or- bedirrgung erkannt worden ist, weil mit der Überhitzung die wärmeverbrauchende Disso ziation des Schwefeldampfes verbunden ist. so muss die Überhitzeranlage für den Schwefel- clampf eine grosse Oberflächenentfaltung für die Wärmeübertragung aus den Heizasen aufweisen.
In der Rergel ist aber für die Unterbringung so grosser Heizflüchen in dein ursprünglich vorgesehenen Einzelraum neben der Retorte nicht mehr genügend Platz vor handen.
Es hat sich gezeigt. dass mnan die Vorteile des vorliegenden Verfahrens mit der Anwen dung der bisherigen B1ockbauweise. und zwar sowohl bei neuen Anlagen, wie bei Um bauten, verbinden kann. wenn. m an die An lage folgendermassen auf- bezw. umstellt.
Vom je drei Retortenräume n eines Blockes wird der mittlere Raum für eine oder zwei Überhitzerretorten für den Schwefel ge braucht, aus der oder aus dlenen die Reaktions retorten in Gien beiden äissern Räumen mit Sclwefeldampf gespeist werden. Vorteilhaft gibt man der Überhitzurretorte die Gestalt eines flachen Rohres oder Kanals etwa voll der Länge der Reaktionsretorte und von zum Beispiel elliptischem Querschnitt, dessen Grösse sich nach deren der Reaktionsretorte richtet, und zweckmässig sich zwischen etwa der Hälfte und einem Drittel derselben hält. un den eintretenden Heizasen möglichst grosse Oberfläche für rldie Wärmeübertrarung dlarzubieten.
Diese "Schwefelre tonten" kön nen irr Stalilguss oder andern gegun Heizaase mröglicihst beständigen oder durch Überzüge geschüzten Werkstoffen bestehen.
nauert sein und Mittel enthalten. die den Sclwefeldampf auf mögliehst langem Wege derart führen. dass (#r nii@lichct weitehend die Überhitzungstemperatur annimmt. Solche Mittel sind Sehüttungen von gegen Schwefel dampf möglichst beständigen Stoffen, wie Brocken von Schamotte, Raschibringen aus Porzellan und dergleichen oder zweckmässiger Einbauten von Platten, Schalen usw.
Die Führung der Heiznase erfolgt zweek- m ag ssig derart, dass das untere Ende der beider- lei stehenden Retorten auf der gewünschten Höchsttemperatur sehalten wird. Der Schwe fel wird zweckmässig dem oberen Ende der Verdampferretorte aus einem Vorschmelz gefäss zugeführt und während des Herab- fliessens verdampft, dann als Dampf überhitzt und endlich durch ein Verbindungsrohr, das die Trennwand geben die benachbarte Reak tionsretorte durchsetzt, am Fussende in diese eingeleitet, zweckmässig unter Benutzung der Reinigungsstutzen der Retorte.
Die Intensität der Beheizung und der Überheibzungsbrad des Schwefel dampfes rich ten sich vorteilhaft nach dem gewünschten Durchsatz am Schwefel, die Überhitzung an der Einführungsstelle in die Reaktionsretorte sollte aber zweckmässig mindestens 100 er reichen.
Blocks dieser Art können als Betriebsein heiten in beliebiger Zahl und Anordnung zu einer Anlage zusammengebaut werden.