CH143976A - Verfahren zur Entsäuerung und Entbitterung von Hydrolyseprodukten zellulosehaltiger Stoffe. - Google Patents
Verfahren zur Entsäuerung und Entbitterung von Hydrolyseprodukten zellulosehaltiger Stoffe.Info
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Description
Verfahren zur Entsäuerung und Entbitterung von Hydrolyseprodukten zellulosehaltiger Stoffe. Bei der Hydrolyse von zellulosehaltigen Stoffen durch Salzsäure erhält man ein Kohle hydrat, welches nach der üblichen Austrei bung des Hauptteils der Salzsäure durch Ver dampfung noch gewisse Restmengen an Säure und sonstigen Verunreinigungen enthält, zu deren Beseitigung man das gewonnene Kohle hydrat einem Reinigungsprozess durch Über führung in Saccharat mit darauffolgender Aus waschung unterworfen hat, ohne .jedoch zu wirklich befriedigendem Ergebnis zu kommen. Ausserdem trat dabei ein erheblicher Verlust an Saccharat durch den erforderlichen Aus waschprozess ein. Vorliegende Erfindung bezweckt dieses vorbekannte Reinigungsverfahren dadurch zu verbessern, dass die Überführung des noch bis zu einem gewissen Grade säurehaltigen und verunreinigten Kohlehydrats in Saecha- rat und darauf die Auswaschung des Saccha- rats in besonderer Weise durchgeführt wer den, um darauf aus dem Saccharat zurr Beispiel durch Saturation mit Kohlensäure und entsprechende Nachbehandlung, das Kohle hydrat in reinem Zustande für technische Verwendung, zum Beispiel als Appretur- und Schlichtemittel trnd als Rohstoff für die Ver- gärung, wiederzugewinnen. Gemäss dem Verfahren der Erfindung ge schieht dies so, dass das Kohlehydrat nach Austreibung des Hauptteils der vom Hydro- lyseprozess herrührenden Säure mit einem Oxyd oder Hydroxyd eines alkalischen Erd- metalls nass vermahlen, und dass im Anschluss an diese Nassvermahlung eine Entwässerung vorzugsweise durch Abschleudern in einer Zentrifuge vorgenommen wird. Die Nassvermahlung des Kohlehydrats zusammen mit dem Oxyd oder Hydroxyd des alkalischen Erdmetalls; vorzugsweise Kalk, kann in einer beliebigen Zerkleinerungsma schine geschehen. Gute Resultate sind bei der Vermahlung in einer Porzellankugelmühle erzielt worden. Die Vermahlung hat zur Folge, dass sowohl das Kohlehydrat sehr vollständig in Saecharat übergeführt, als auch die Säure restmengen vollständig abgestumpft werden. Wenn das Saccharatmaterial darauf in einer Zentrifuge mit durchbrochener Wandung ent wässert wird, dann wird mit der Flüssigkeit zugleich ein grosser Teil der darin enthaltenen Chloride abgeführt. Um praktisch auch die letzten Spuren derselben zu beseitigen, emp fiehlt es sieh, im Anschluss an den Abschleu- derungsprozess noch in der Zentrifuge eine nachträgliche Auswaschung vorzunehmen, wo bei nur geringe Wassermengen erforderlich sind und ein merklicher Verlust an Saccha- rat nicht eintritt. Man gewinnt auf diese Weise ein Sac- charat, welches frei von Chloriden ist und welches, zum Beispiel in bekannter Weise durch Saturation, zweckmässig unter Druck, in ein reines Kohlehydrat übergeführt wird. AusfiihrungsbeispieL; Man geht von einem eingedampften Hy- drolyseprodukt aus. 100 Gewichtsteile dieses Produktes löst man in 400 Gewichtsteilen Wasser und führt die Lösung in eine Porzel lanmühle ein. Dann setzt man 100 Teile frisch gelöschten Kafkes hinzu und verrührt und vermahlt die Masse in der Kugelmühle während einer Zeitdauer von 1'/$ Stunden. Es entsteht ein dünner, unfühlbarer Brei, der in eine Zentrifuge mit durchbrochener Wan dung eingeführt und hier in üblicher Weise durch Schleudern entwässert wird. Die Fest- stoffe des behandelten Breies setzen sich in dichter Schicht an die Zentrifugenwand an. Sobald dies geschehen ist, wäscht man unter Zentrifugieren mit Eiswasser so lange, bis keine Chlorreaktion mehr auftritt. Das Saccha- rat wird in Wasser aufgeschlämmt, was zweckmässig wiederum durch Mahlung ge schieht und in Druckflaschen mit Kohlen- säure bei 1 Atm. Überdruck saturiert. Die Kohlehydratlösung wird vom Saturations- schlamm abgeschieden und durch Erhitzen mit 2% Schwefelsäure in üblicher Weise invertiert. Aus der invertierten Lösung wird die Schwefelsäure wie üblich bei gewöhnlicher Temperatur mit Kreide neutralisiert. Die vom Gips abgetrennte Lösung wird durch Herüber leiten über aktive Kohle filtriert und entfärbt und dann die Lösung eingedampft. Die Aus beute an gereinigtem Produkt beträgt etwa 65 % des als Ausgangsmaterial benutzten entsäuerten Hydrolyseproduktes oder berech net auf das zur Gewinnung des Hydrolyse- produktes benutzte Holz etwa 45%. Der Rest des Hydrolyseproduktes, das sind etwa 25% des Holzgewichtes (da 70% des Holzgewichtes an Kohlehydrat technisch ge wonnen werden können) verbleiben in der durch die Zentrifuge abgeschiedenen Lösung. Diese Lösung kann zweckmässig vergoren oder auf Hefe verarbeitet werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Entsäuerung und Entbitte- rung von durch Hydrolyse von Zellstoff mit- telst Salzsäure gewonnenem Kohlehydrat, da durch gekennzeichnet, dass dasselbe nach Austreibung des Hauptteils der Salzsäure durch Verdampfung gemeinsam mit Oxyden oder Hydroxyden alkalischer Erdmetalle nass vermahlen und darauf entwässert wird. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das nasse Saccharat in einer Zentrifuge abgeschleudert und darauf in der Zentrifuge mit wenig Wasser gewa schen wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE143976X | 1927-12-14 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH143976A true CH143976A (de) | 1930-12-15 |
Family
ID=5669987
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH143976D CH143976A (de) | 1927-12-14 | 1928-12-12 | Verfahren zur Entsäuerung und Entbitterung von Hydrolyseprodukten zellulosehaltiger Stoffe. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH143976A (de) |
-
1928
- 1928-12-12 CH CH143976D patent/CH143976A/de unknown
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