CH146300A - Schallplatte und Verfahren zu deren Herstellung. - Google Patents

Schallplatte und Verfahren zu deren Herstellung.

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CH146300A
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  Schallplatte und Verfahren zu deren Herstellung.    Die     Erfindung-    betrifft eine     Schallplatte          (Schallwiedergabeelement),    sowie ein Ver  fahren zur Herstellung derselben. Gemäss  der Erfindung besitzt die Schallplatte einen  Tragkörper, mit welchem eine Tonnuten  schicht aus einem in der Wärme gehärteten  Kondensat in Verband steht, das der Wir  kung der Spielnadel zu widerstehen     vermag,     ohne dass diese durch die     Tonnuten    durch  schneidet oder deren Seitenwände nieder  bricht.

   Bei der neuen Schallplatte besteht  zweckmässig die     Tonnutenschicht    aus einem  Stoff, welcher ein     Resorcinkondensations-          produkt    enthält, während der die     Tonnuten-          schiebt    tragende Tragkörper vorzugsweise  nachgiebig ist, so dass er bei Gebrauch der  Schallplatte die     Nadelspitzengeräusche    zu  verschlucken vermag.  



  Beispielsweise kann der Körper der  Schallplatte aus einer     Papierbahn    von       Pappendicke,    vorzugsweise aus     Leinenpapier,          bestehen,    wobei das Papier mit einem Stoff  überzogen ist, dessen Grundsubstanz ein Re-         sorcin    - Formaldehyd - Kondensationsprodukt  ist. Dieses kann derart auf die Papierober  fläche aufgebracht werden, dass es mit dieser  in innigen Verband tritt, worauf angewärmte       Tondiägrammstempel    unter Druck auf das  überzogene Papier zur Wirkung gebracht  werden, um die an den Stempeln befindlichen  Tonrippen in die überzogene Fläche einzu  prägen,     sö    dass Tonnuten in der fertigen  Schallplatte entstehen.

   Die in Frage kom  menden Stoffe sind vorteilhaft von solcher  Art, d ass die Prägevorgänge auf einer Druck  presse, vorzugsweise einer Prägepresse, durch  geführt werden können, welche eine Mehr  zahl von     Tondiagrammstempeln    oder Präge  platten trägt, so     da.ss    eine Mehrzahl von  Schallplatten in einem Arbeitsgang der  Presse     geprägt    werden können. Wenn der  Prägevorgang beendigt ist, können die  Schallplatten, sobald sie abgekühlt sind, so  fort zum Gebrauch abgetrennt werden; doch  kann es erwünscht sein, die der Ton  diagrammfläche entgegengesetzte Rückseite      des     Papieres    zu firnissen oder zu lackieren,  um zu verhindern, dass die Platten sich ver  werfen.

   Dies geschieht vorzugsweise an dem  ganzen Bogen, bevor die einzelnen Schall  platten abgetrennt werden.  



  Das     Überzugsmaterial    kann auf verschie  dene Weise hergestellt werden, beispielsweise  wie     folgt:    Ein Metallbehälter, welcher mit  einer Heiz- und Kühleinrichtung (entweder  einem Mantel oder Schlangen), sowie mit  einer Vorrichtung zum raschen Umrühren  oder Mischen versehen ist,     wird    mit 1000     em@     handelsüblichem, 40%igem Formaldehyd ge  füllt, denen 1000 Gramm handelsüblichen     Re-          sorcins        (Metadihydroxylbenzol)    zugesetzt  werden, die vorzugsweise so fein gemahlen  sind, dass sie durch ein Sieb hindurchgehen,  welches pro Längenzoll 10 Maschen aufweist.  Man     rührt,    bis Lösung 'erfolgt ist.

   Die Lö  sung wird unter ständigem Rühren langsam       erwärmt,    bis die Temperatur auf 70 bis  75   C steigt. Das Rühren wird fortgesetzt,  während die     Temperatur    innerhalb dieser  Grenzen gehalten     wird,    bis die Viskosität  auf eine richtige Gebrauchskonsistenz ge  bracht ist. Beim Überziehen des     Papieres     kann man diese Viskosität dadurch bestim  men, dass man von Zeit zu Zeit Proben des  Materials auf das Papier .aufbringt, bis das  Material einen Überzug bildet, welcher breit  auf der Fläche des     Papieres    liegt.

   Die Zeit  dauer, währende welcher das Material zwi  schen den angegebenen Temperaturen gehal  ten wird, bis es die richtige Viskosität er  reicht, ist gewöhnlich ungefähr 'eine halbe  Stunde. Wenn die richtige Viskosität er  reicht ist, werden ungefähr 1000     ems        Ithyl-          oder    Methylalkohol oder Mischungen der.  selben zugesetzt. Die Alkoholmenge kann  je nach dem Verfahren der Aufbringung des       Überzuges    auf das Papier geändert werden,  um die     Fluidität    zu vergrössern oder zu ver  kleinern. Das Gemisch wird nunmehr rasch  auf gewöhnliche     Zimmertemperatur    gekühlt.

    Ein Reib- oder Schleifstoff, beispielsweise  200 Gramm Rouge, wird so, wie man Farbe  mahlt, in 600 Gramm Glyzerin gemahlen    und das Gemisch dann der Lösung zugesetzt.  Das Material ist nunmehr gebrauchsfertig  und sollte vorzugsweise sofort auf das Papier  aufgebracht werden. Das Material bildet mit  der Oberfläche des     Papieres    einen innigen  Verband. Der überzogene Papierbogen wird  dann getrocknet, bis seine Oberfläche leicht  klebrig ist. Er ist dann zum Gebrauch fertig.  Die     Tondiagrammdruckplatten    werden vor  zugsweise auf etwa<B>160'</B> C erwärmt und  mit Gewalt derart gegen die überzogene Pa  pierfläche gedrückt,     da.ss    die Tonnuten in  das     Überzugsmaterial    eingeprägt werden.

    Die Druckplatten und das Material werden  so lange zusammengehalten, dass die erfor  derliche Härtung oder     Polymerisation    des  Materials erfolgen kann, was gewöhnlich in  etwa einer Minute der Fall ist. Die Präge  platte wird dann entfernt und der geprägte  Bogen kann in die einzelnen     Schallplatten     zerlegt werden.  



  Wenn die Prägeplatten dazu neigen, an  dem Material zu haften, kann man dem ent  gegenwirken, indem man die     Oberfläche    der  Prägeplatten mit einem leichten Paraffin  überzug versieht.  



  Vorzugsweise wird die der Tondiagramm  fläche abgewandte Papierseite mit ein(-in       firnisartigen    Stoff überzogen, beispielsweise  einem Lackfirnis, um     ein    Verwerfen der  Platten zu verhindern. Sehr geeignet für die  sen Zweck hat sich das für die Schallplatten  seite bestimmte     Überzugsmaterial    unter  Weglassung des Schleifstoffes     erwiesen.     Dieses     Überzugsmaterial    ist im wesentlichen       wässerdicht,    und es ist erwünscht, dass die  Überzüge beider Seiten im grossen und gan  zen die gleichen Eigenschaften bezüglich  Dehnung und Zusammenziehung aufweisen.  



  Durch den Zusatz des Rouge (Englisch  rot) wird bezweckt, eine milde Schleifwir  kung herbeizuführen,     welche-    in der Phono  graphen- und Schallplattentechnik als wün  schenswert anerkannt ist. Das Glyzerin bil  det ein geeignetes     Plastizierungsmittel,    durch  welches das Resorcin=Formaldehyd-gonden-           sationsprodukt    geschmeidig und biegsam  wird und verhindert wird, dass es so hart  wird, dass es brüchig wird und von der Pa  pieroberfläche abbricht.  



  Während des Prägevorganges mit den hei  ssen Prägeplatten wird das     Überzugsmaterial     unter der Einwirkung von Druck und--Wärme  zuerst weich, und während dieser kurzen  Zwischenzeit fliesst das Material vollständig  in die Vertiefungen der     Prägeplattenfläche     und werden die Tonrippen der Prägeplatten  vollkommen in den     Überzug    eingeprägt.  Darnach härtet die weitere Anwendung von  Wärme und Druck den Überzug zu einer  harten, dichten Schicht.  



  Die     Schallplatten    gemäss der Erfindung  können als dünne, biegsame Scheiben her  gestellt werden, deren     Tondiagrammober-          oberfläche    so hart ist, dass sie der Einwir  kung der üblichen Spielnadel viele Male zu  widerstehen vermag, ohne dass die Nadel  durch die     Tonnutenfläche        hindurchschneidet     oder die Wände zwischen benachbarten Nu  ten ausbricht. Das Material     dringt    in die Pa  pieroberfläche so tief ein, dass es sich sicher  mit dem Papier verbindet und das Ober  flächenmaterial von dem Papier nicht abge  streift werden kann, ohne . dass die obere  Papierfläche zerstört wird.

   Die normale  Farbe der Schallplatten ist ein dunkles Rot;  doch können Farbstoffe, welche das Material  nicht beeinflussen, zugesetzt werden, um  schwarz oder andere Farben zu erzeugen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Schallplatte, dadurch gekennzeichnet, dass mit 'einem Tragkörper eine Tonnutenschicht aus einem in der Wärme gehärteten- Kon densat in Verband steht, das der Wirkung einer Spielnadel zu widerstehen vermag, ohne dass die Tonnuten durchschnitten oder ihre Seitenwände niedergebrochen werden. UNTERANSPRÜCHE: 1. Schallplatte nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Tonnuten schicht aus einem Stoff besteht, welcher ein Resorcinkondensationsprodukt ent hält. 2.
    Schallplatte nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragkörper nachgiebig ist, so dass er bei Gebrauch der Schallplatte die Nadelspitzengeräusche zu verschlucken vermag. 3. Schallplatte nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass Papier als Tragkörper für die Tonnutenschieht vor gesehen ist. 4. Schallplatte nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Tonnuten schicht in einem Überzug aus einem Re- sorcin - Formaldehyd - Kondensationspro dukt besteht. 5.
    Schallplatte nach Patentanspruch I und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Überzugsmaterial einen Schleif stoff und einen Plastizierstoff enthält. 6. Schallplatte nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass zum Zwecke der Verhinderung des Verwerfens der Schallplatte an der dem Tondiagramm ab gewandten Seite derselben ein Schutzüber zug vorgesehen ist. 7.
    Schallplatte nach Patentanspruch I und Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzüberzug dieselbe Dehnung und Zusammenziehung besitzt wie die Tonnutenschicht. PATENTANSPRUCH II: Verfahren zur Herstellung einer Schall platte gemäss Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass man ein aus Resorcin und Formaldehyd hergestelltes Überzugsmaterial auf einem Papierbogen aufbringt, den so überzogenen Papierbogen trocknet und eine erwärmte Tonnutenprägeplatte unter Druck zur Einwirkung auf die Überzugsschicht des Papierbogens bringt. UNTERANSPRUCH: B.
    Verfahren nach Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass man ein Über- zugsmaterial verwendet, das derart her gestellt wurde, dass man Resorcin in hei ssem Formaldehyd auflöst, die Lösung rührt und zwecks Steigerung ihrer Vis- kosität auf einer Temperatur zwischen 70 und 75 C hält, zwecks Steigerung der Fluidität der Lösung ein flüchtiges Löse mittel zusetzt, die Lösung dann auf Zim mertemperatur kühlt und ein Plastizier- mittel zusetzt.
CH146300D 1929-04-02 1929-07-31 Schallplatte und Verfahren zu deren Herstellung. CH146300A (de)

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