Verfahren mir Verstellung von Tonbildfilmen. Gegenstand der Erfindung, deren Ur heber Dipl. Ing. Berthold Freund, Berlin- Schöneberg .ist, bildet ein Verfahren zur Herstellung von Tonbildfilmen, die auf einem - gemeinsamen Träger Bildaufzeich nung und Tonaufzeichnung vereinigen, mit Hilfe von getrennten Bild- und Tonaufnah men, bei denen bei der Aufnahme am Bild träger oder am Tonträger oder an beiden eine Zone freigelassen wird.
Es ist bekannt, Tonfilme, die .auf ge meinsamem Träger Bild und Ton enthalten, dadurch zu gewinnen, dass Bild und Ton gleich bei der Aufnahme auf einem gemein samen Träger aufgenommen werden. Die ses Verfahren stösst aber auf besondere Schwierigkeiten bei der Entwicklung der Filme, da Bild und Tonträger im allgemei nen verschieden behandelt werden sollen.
Es ist auch bereits bekannt, Bild und Ton getrennt aufzunehmen, getrennt zu entwik- keln, diese getrennten Negative dann in Po sitive umzukopieren und daraus dann durch nochmaliges Kopieren auf einem gemein samen Träger ein vereinigtes Bild- und Ton negativ zu gewinnen. Dieses mehrfache Ko pieren der Filme erfordert jedoch sowohl einen sehr grossen und kostspieligen Material verbrauch, wie auch eine Verschlechterung der Bildschärfe und somit der Bildqualität. Schliesslich ist auch bereits versucht worden, den negativen Bildstreifen mit dem ge trennten negativen Tonstreifen auf mecha nischem Wege miteinander zu verbinden, zum Beispiel durch Kleben.
Jedoch sind auch hierbei ausserordentliche Schwierig keiten vorhanden, so dass man es vorzieht, den umständlichen Weg des getrennten Ko pierens der Bild- und Tonnegative auf einen gemeinsamen Positivfilm zu wählen.
Durch die vorliegende Erfindung wer den nun alle diese Schwierigkeiten über wunden.
Auf einem oder auf beiden der getrennt aufgenommenen Bild- bezw. Tonfilme wird, wie an sich für andere Zwecke bekannt, bei der Aufnahme, zum Beispiel durch Abdek- ken, eine Zone freigelassen. Einer der bei den Filme wird nun zuerst entwickelt und in die freigelassene Zone des andern, noch nicht entwickelten Filmes übertragen und dieser nunmehr beide Aufzeichnungen ent haltende Film dann entwickelt.
Um zu vermeiden, dass die in den andern noch nicht entwickelten Film hinein kopierte Aufnahme umgekehrt erscheint, zum Bei spiel als Positiv, was bei der Wiedergabe des vervielfältigten Films, auch sofern es nur den Tonstreifen betrifft, eine Ver schlechterung der Wiedergabe bedingt, kann eine geeignete Umkehr der Aufzeichnung vor ihrer Übertragung auf den gemeinsamen Träger vorgenommen werden, so dass sie auf dem gemeinsamen Träger gleichfalls richtig erscheint.
Soll zum Beispiel der entwickelte Ton film auf den noch nicht entwickelten Bild film übertragen werden, so kann er zunächst in einen positiven Tonfilm umkopiert und dieses Positiv dann erst auf den Bildfilm übertragen werden, wo er dann wieder als Negativ erscheint.
Um zu vermeiden, da,ss bei diesem doppelten Kopieren des Tonfilms eine Herabsetzung seiner Aufzeichnungs schärfe hervorgerufen wird, kann die Ton aufnahme auf einem längeren, rascher lau fenden Tonträger erfolgen und die Tonauf zeichnung dann bei der Übertragung bezw. Kopieren auf den Bildfilm unter Benut zung desselben Übersetzungsverhältnisses zwischen Bild- und Tonträger, wie es bei der Aufnahme vorhanden war, wieder ver kürzt wird.
Die Umwandlung der Tonauf zeichnung kann aber auch auf anderem, zum Beispiel auf elektrischem Wege erfolgen, indem der Tonfilm auf den Bildfilm nicht einfach durch Kontaktkopieren übertragen, sondern elektrisch abgetastet und durch op- tisch-elektrischeAufzeichnungseinrichtungen, ähnlich wie bei der Tonaufnahme selbst, auf den Bildfilm übertragen wird. Des wei teren kann aber auch ein Umkehrfilm als Ton film bei der Aufnahme benutzt werden, der dann ein Positiv ergibt und auf den Bild film als Negativ kopiert werden kann.
Anstatt den Tonfilm auf den noch nicht entwickelten Bildfilm zu übertragen, kann auch umgekehrt eine Übertragung des zu nächst entwickelten und wahrnehmbar ge machten Bildfilmes auf den noch nicht entwickelten Tonfilmträger erfolgen. Auch in diesem Falle können als Bildfilme Um kehrfilme benutzt werden, die dann Positive ergeben und auf dem gemeinsamen Träger als Negative kopiert werden können. Es kann aber auch eine Umkehr durch Über tragung auf elektrischem Wege vom ent wickelten Bildfilm auf den gemeinsamen Träger, beispielsweise unter Benutzung der bekannten bildtelegraphischen Übertragungs mittel erfolgen.
Zur Erzielung einer Umkehrung eines Negativs in ein Positiv auf elektrischem Wege (oder umgekehrt eines Positivs in ein Negativ) kann von elektrischen Abtast- bezw. Übertragungsmitteln Gebrauch ge macht werden, die eine von der Geraden ab weichende Charakteristik haben und die in einer solchen Weise benutzt bezw. auf eine solche Form gebracht wird, dass die zu re gistrierende Tonkurve in einer Weise ver zerrt wird, dass im Zusammenwirken mit der Schwärzungskurve der photographischen Aufnahmeschicht wiederum ein Negativ zu stande kommt.
Im folgenden soll, anhand der Fig. 1 bis 12 gezeigt werden, wie das Verfahren nach der Erfindung ausgeführt werden kann.
Fig. 1 zeigt einen Bildfilm mit für die Toneintragung freigehaltener Zone; Fig. 2 zeigt eine Einrichtung zum Ver kürzen von mit erhöhter Geschwindigkeit aufgenommenen Tonfilmen beim Kopieren; Fig. 3 zeigt die elektrische Übertragung des entwickelten Tonfilms auf den noch nicht entwickelten Bildfilm; Fig. 4 und 5 veranschaulichen Hilfs mittel zur Ermittlung der der Belichtungs stärke des Bildfilms entsprechenden rich- Ligen Belichtungsstärke für das Übertragen des Tonfilms;
Fig. 6 bis 9 zeigen das Prinzip der Umkehr von Negativkurven 'in Positiven, durch eine gekrümmte Charakteristik der elektrischen Übertragungseinrichtung.
In Fig. 1 ist 1 beispielsweise ein Ton filmband, das eine Bildreihe 2', 2", 2"' usw. enthält und- neben dem der Bildaufnahme dienenden Raum auch noch die freie Zone 3 enthält, in welche die auf einem andern Träger aufgenommene Tonfolge nachträg lich übertragen werden kann.
Fig: 2 zeigt beispielshalber, wie die Ton film-Aufzeichnungen, die bei der Aufnahme mit erhöhter Geschwindigkeit, also auf einem verlängerten Tonträger aufgenommen wurden, während des Kopierprozesses wie der entsprechend verkürzt werden können. 10 ist der die Tonaufzeichnungen ent haltende, mit erhöhter Geschwindigkeit auf genommene Film, der von der Rolle 11 ab gewickelt und auf die Rolle 12 aufgewickelt wird, wobei der erforderliche übliche An- triebsmechanismus nicht mitgezeichnet ist.
15 ist eine Lichtquelle, 16 eine Optik, die das Filmband 10 an der Stelle 17 durch leuchtet. 18 ist das zweite Filmband, auf welches die Tonaufzeichnung verkürzt ko piert werden soll. Dasselbe wird von der Rolle 19 abgewickelt und auf die Rolle 20 aufgewickelt. An der Führungsrolle 23, auf welcher die beiden Films 18 und 10 über einander liegen, erfolgt das Kopieren. Die Anordnung ist nun so getroffen, dass der Film 10 schneller läuft als der in der gleichen Richtung sich fortbewegende Film 18, was durch ein geeignetes Übersetzungs verhältnis der Antriebe leicht erreicht wer den kann. Der Film 18 bleibt somit gegen über dem Film 10 entsprechend zurück, in dem ein Gleiten der beiden Filme aneinander stattfindet.
Dadurch ist es beispielsweise möglich, den mit beliebiger Geschwindig keit aufgenommenen Tonfilm auf die Länge des Bildfilms zu verkürzen.
Fig. 3 zeigt einen andern Weg zum Ko pieren eines Tonfilms bei gleichzeitiger Ver- kürzung der Tonaufzeichnungslänge, mit an sich bekannten Mitteln. 40 ist der entwickelte Tonaufzeichnungsträger, der mit gleich förmiger Geschwindigkeit bewegt wird. 41 ist eine Lichtquelle, 42 eine Optik, die den Film an der Stelle 43 durchleuchtet. Das den Film passierende Licht fällt auf die lichtelektrische Zelle 44, die über den Verstärker 45 die Aufzeichnungslampe i6 steuert. Das Licht der Lampe 46 trifft an der Stelle 47 das Filmband 48, auf wel ches die Tonaufzeichnung übertragen werden soll.
In der Figur ist 48 als gemeinsamer, die Bild- und Tonaufzeichnungen enthalten der Träger dargestellt, wobei 3 die freie Zone ist, in-welche die Tonaufzeichnung übertragen werden soll. Die mit erhöhter Geschwindigkeit aufgenommene Tonauf zeichnung 40 läuft nun entsprechend schnel ler als das Filmband 48, so dass die Auf zeichnung in der Zone 3 auf die Bildfilm-- länge verkürzt wird. Die Kupplung der entsprechend übersetzten Antriebe zwischen Film 40 und 48 sind in der Figur nicht gezeichnet.
Fig. 4 zeigt eine Anordnung, um em pirisch festzustellen, mit welcher Licht stärke die Tonaufzeichnungsübertragung zweckmässigerweise erfolgen soll, damit. nach gemeinsamer Entwicklung mit dem Bildfilme die richtigen Tönungen erhalten werden. Es wird die Tonaufzeichnung mit allmählich oder stufenweise ansteigender Lichtstärke registriert und die einzelnen Abschnitte der allmählich oder stufenweise gesteigerten Tonaufzeichnungsintensitäten können durch entsprechende Zeichen, Pau sen oder dergleichen markiert werden.
Nach dem Entwickeln des gemeinsamen Films kann dann ohne weiteres festgestellt werden, bei welcher ' Intensitätsstufe die Tonaufzeichnung am günstigsten ist, somit welche Lichtintensität für die Tonaufzeich nung benutzt werden soll. Um nun nach der Entwicklung des Films die betreffende Intensität an der Apparatur wieder ein stellen zu können, müssen Einrichtungen vorgesehen sein, die das Auffinden und Ein- stellen der betreffenden Lichtstärke ermög lichen.
Die Fig. 4 zeigt den Film 1, mit dem Bildraum 2 und dem Tonaufzeichnungs- raum 3. In letzterem sind die abgestuften Tonaufzeiehnungsabschnitte 50, 51, 52, 53 us. dargestellt, die beispielsweise durch die Zwischenräume (Pausen) 55, 56, 57 dicht voneinander getrennt sind.
In Fig. 5 ist ein Beispiel einer Ein richtung, welche die Beleuchtungsintensität erzeugt und die einzelnen Abschnitte mar kieren soll, dargestellt. 60 ist eine um laufende Blende mit den Fensteröffnungen 61, 62, 63 usw., die zum Beispiel Licht filter verscÄiiedener Dichte enthalten und den lichtabhaltenden Stegen 70, 71, 72 usw., 75 eine Lichtquelle, 76 eine Optik; die das Licht an der Stelle 77 konzentrieren, wäh rend 7:8 eine zweite Optik ist, die das Licht an der Stelle 79 auf den Film 80 wirft, der über Rollen 81, 82, 83 läuft.
Durch Um drehen der Blendenscheibe 60 wird der Lichtstrahl an der Stelle 77 periodisch (jedesmal bei Vorbeigehen eines Steges) unterbrochen, so dass am Film 80 stufen weise sich ändernde Belichtungsabschnitte von Belichtungspausen abgegrenzt werden. An der Achse 84 der Blendenscheibe 60 ist der Einstellzeiger 97 vorgesehen, der sich vor einer Skalenscheibe 98 mit den Stel lungen der einzelnen Lichtfilter entsprechen den Skalenteilstrichen 100, 101 usw. bewegt. Jedesmal, wenn der Regulierarm 97 an einem vollen Teilstrich 100, 101 usw. vor beikommt, erzeugt ein Steg der Blenden scheibe 60 eine Aufzeichnungspause.
Wird nun der Regulierarm 97 von seiner An fangsstellung 100 nach seiner Endstellung 108 weitergedreht, so wird die Lichtstärke progressiv verändert, und zwar entstehen gemäss der Figur acht voneinander getrennte Aufzeichnungsstrecken. Wird nun nach dem Entwickeln des Filmes beispielsweise fest gestellt, dass die dritte Aufzeichnungsstrecke die richtige Belichtungsstärke aufweist, dann braucht nur der Regulierarm wieder auf die Skalenstelle 103 eingestellt zu wer den, um die gewünschte Lichtintensität zu rekonstruieren.
In Fig. 6 ist dargestellt, wie beispiels weise eine einem Negativfilm entsprechende Tonaufzeichnung auf dem gemeinsamen Bild- und Tonnegativ gewonnen werden kann. Hierbei sind als Ordinaten die Licht- intensitäten und als Abszissen die Schwär zungsgrade der photographischen Schicht aufgetragen. 130 zeigt eine geradlinige Cha rakteristik einer linear ansteigenden Licht intensität, die etwa auf den Tonzwischen träger einwirkt.
131 wäre beispielsweise eine durch die Eigenschaft in der Auf nahmeschicht bedingte Verkrümmung der Aufzeichnungswerte. 132 ist eine der Kurve 131 zugeordnete, umgekehrt verlaufende Kompensationskurve, die beispielsweise durch Ausnutzung bestimmter Stellen der Verstärker-Röhrencharakteristik oder der gleichen erhalten werden kann, wobei als Ordinaten die Lichtintensitäten und als Ab szissen die Tonstärken eingetragen sind, so dass wiederum eine geradlinige Charakteri stik 133 der das gemeinsame Tonbildnegativ belichtenden Aufzeichnungslampe entsteht.
Dadurch ergibt sich auf dem gemeinsamen Film wiederum die Kurve 134, die der Kurve 131 entspricht, somit eine negative Tonkurve darstellt.
Fig. 7 zeigt eine Kurve 160, die etwa als Kurve einer lichtempfindlichen Zelle gedacht werden kann, während Fig. 8 die Kurve 161 zeigt, die zum Beispiel den Anfangsast der Charakteristik einer Ver stärker- oder einer Kerrlampe oder derglei chen darstellen kann, die einander so an geglichen sind, dass sie sieh gegenseitig auf heben. .