Verfahren und Einrichtung" zum Tunnel- und Stollenrortrieb. Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zum Tunnel- und Stollen vortrieb.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Aus führungsbeispiel der Einrichtung in Fig. 1 in einem bruchstückweisen senkrechten Längsschnitt, in Fig. 2 in einem Querschnitt nach I -I der Fig. 1, und in Fig. 3 in einem wagrechten Schnitt; die Fig. 4 bis 6 veran schaulichen eine Ausführungsform von Brust messern;
die Fig. 7 bis 12 veranschaulichen verschiedene Ausführungsformen der Vor triebmesser, und die Fig. 13 bis 17 zeigen Mittel zur Lenkung der Vortriebsmesser; Fig. 18 veranschaulichen eine Ausführungs form einer wasserdichten Auskleidung;
die Fig. 19 bis 23 veranschaulichen Traggerüste für die Messervortriebsvorrichtungen, und Fig. 24 und 25 zeigen eine Transportvorrich tung für Lehrgerüststützen. An derjenigen Stelle, wo der Vortrieb des Tunnels oder des Stollens begonnen wer den soll, wird das Erdreich in einem, dem zukünftigen Profil der Strecke annähernd entsprechenden, aber so viel grösseren Profil entfernt, dass in dem so entstandenen Hohl raum Lehrbögen 1, Fig. 1, in achsialen Ab ständen hintereinander aufgestellt und auf diesen Lehrbögen Vortriebsn:
esser 2 gelagert werden können. Die Vortriebsmesser 2 kön nen, falls die Erddrucke gering sind, aus flachen, kreisbogenförmig gewölbten und vorn stumpf endenden Blechstücken bestehen oder, und zwar insbesondere bei höheren Erd drucken, aus einen U-förmigen Querschnitt aufweisenden Blechstücken, Fig. 2. Je nach der Bodenbeschaffenheit bilden die Vortriebs messer einen in sich geschlossenen oder einen unten offenen Mantel.
Die Messer 2 führen sich seitlich aneinander, indem sie, wie Fig. 2 veranschaulicht, hakenförmig ineinandergrei- fen. Die Fig. 7 bis 10 veranschaulichen in grösserem Massstab vier verschiedene Ausfüh rungsformen einer derartigen Messerausbil dung.
Bei der in Fig. 7 dargestellten Ausfüh rungsform ist jeweilig der eine Schenkel 2Y der Messer 2 V-förmig gebogen und sein an derer Schenkel, also der Schenkel 2Y des mit ihm in Eingriff stehenden Messers weist ein parallel und im Abstand an ihm befestigtes Blechstück 27 auf, so dass die Schenkel 2Z und 2Y eine Klaue bilden, in deren Maul das V-förmige Ende des andern Schenkels 2-x eingreift.
Wird der Schenkel 2Z, wie in Fig. 7 dargestellt, abnehmbar an dem Schen kel 2Y befestigt, so, können die Schenkel der Messer- - bei entferntem Ansatz 2z - durch gegenseitige Annäherung der Messer in ra dialer Richtung von innen nach aussen auf einandergelegt werden. Nach Befestigung der Schenkel 2Z an den Schenkeln 2Y greifen dann die Teile 2Y, 2x und 2Z hakenartig ineinander, so dass die Messer sich weder in radialer Richtung- noch in Umfangsrichtung voneinander lösen können.
Bei der Ausfüh rungsform nach Fig. 8 und 9 ist der Sehen kel 2Y eines jeden Messers V-förmig gestaltet. Der Schenkel 2A .besteht aus einem winkel förmigen Teil, einer schmäleren Leiste 2" und einer breiteren Leiste 211, welche drei Teile eine Rinne bilden. Das eine Ende kann in die Rinne des ihm benachbarten Messer schenkels durch gegenseitige Annäherung der beiden Messer in Umfangsrichtung und Ein schieben von oben her eingefügt werden.
Wer den alsdann die beiden Messer in den in Fig. 9 veranschaulichten Winkel zueinander eingestellt, der dem Winkel entspricht, den die Messer bei ihrem Vortrieb auf dem Lehr- gerüst einnehmen, und wird alsdann an dem weiteren, gegen das Innere ,der Auskleidung gerichteten Schenkel 2Y eine Leiste 2a be festigt, welche, wie Fig. 9 ersichtlich macht, in den andern V-förmigen Schenkel 2--, 21o, 211 eingreift, so sind die Messer ebenfalls an einem Abheben voneinander in radialer Rich tung, wie in der Umfangsrichtung gehindert.
Durch einen wasserdichten Belag 2' aus Gummi. oder dergleichen auf den Blechrän dern kann,die Dichtung der Bleche gegenein ander erhöht werden. Für den Fall, dass die Messer lediglich an einem Abheben voneinan der in radialer Richtung gehindert sein sol len, aber eine kleine Beweglichkeit gegen einander in der Umfangsrichtung haben dür fen, genügt die in Fig. 10 dargestellte Aus führungsform, bei welcher das Ende jedes Schenkels mit einer Umbördelung 2" verse hen und der eine Schenkel eines jeden Mes sers ausserdem noch V-förmig gestaltet ist, so dass der Schenkel des ihm benachbarten Messers,
wie bei der Ausführungsform nach Fig. 8 und 9, ,durch gegenseitige Annäherung der Messer in Umfangsrichtung und durch Einschieben, des einen engeren Schenkels 2x in Richtung von aussen nach innen in den V-förmigen andern weiteren Schenkel 2Y ein gelegt werden kann, wie in Fig. 10 strich punktiert angedeutet ist.
Werden alsdann die beiden Messer in die in Fig. 14 ausge zogen dargestellte Winkelstellung zueinander geschwenkt, so greifen die beiden Schenkel 2X, 2Y hakenartig ineinander, so dass sie als dann an einem Abheben voneinander in radia ler Richtung gehindert sind. Anstatt durch Umbördelung kann die hakenartige Form der Schenkelenden aber auch durch eine auf die Schenkelenden aufgesetzte Längsleiste gebil det sein.
Innerhalb des von den Messern 2 umschlos senen Hohlraumes wird die Auskleidung 3 der Strecke aufgebaut, Fig. 1 bis 3, und in den zwischen der Auskleidung 3 und dem Erdreich 4 verbleibenden. Hohlraum wird eine Hinterfüllung 5 eingebracht, welche aus Be ton, ,gegebenenfalls aber auch aus festgestopf tem Kleinschlag bestehen kann und den ge samten Raum zwischen der Auskleidung 3 und dem Erdreich ausfüllt. Das hintere Ende der Messer 2 wird auf dem jeweiligen Ende der Auskleidung 3 in der Hinterfüllung 5 gelagert.
Das hintere, Ende der Messer 2 (Fig. 1) kann hinten kasten- förmig ausgebildet sein und der kasten- förmige Hohlraum 2 der Messer 2 wird dann ,gleichfalls mit der die Hinterstopfung bildenden Masse gefüllt. Jedes der Messer 2 weist einen oder mehrere auswechselbare Ansätze 6 auf, und zwischen diese Ansätze und das vordere Ende des kastenförmigen Teils der Messer wird jeweilig das Mittel zum Vordrüeken der Messer angesetzt.
Die ses Mittel kann beispielsweise aus einer oder mehreren, von Hand oder mechanisch bedien baren Pumpen 7 bestehen, von welchen eine Leitung 8 zu einer oder mehreren, zwischen den Ansätzen 6 und dem rückwärtigen Ende der Messer 2 eingefügten hydraulischen PrLs- s.en 9 führt.
Werden die Pressen 9 mittelst der Pumpen 7 betätigt, so werden die Mes ser 2 in Fig. 1 nach rechts gegen das herein zuholende Erdreich vorgeschoben und die in dem rückwärtigen kastenförmigen Teil der Messer befindliche Masse nach rückwärts in den Zwischenraum zwischen dem Erdreich und der Auskleidung 3 hineingepresst, so dass der von dem vorrückenden Messer eingenom mene Raum vollkommen ausgefüllt wird. Es kann aber, wie Fig. 11 und 12 veranschau lichen, auch der vordere Teil der Messer 2 kastenförmig ausgebildet sein, zudem Zweck, um auf dem Boden 2k dieses Kastens,
nach dem das bei dem Messervortrieb in den Ka sten eingedrungene Erdreich herausgeholt worden ist, ein zur Feststellung der Messer lage dienendes Messgerät aufsetzen zu kön nen. Zeigt sich, dass ein Messer bei seinem Vortrieb aus der gewünschten;
Richtung ab gewichen ist, so können die Messer durch die in, den Fig. 13 bis 17 dargestellten Mittel bei ihrem weiteren Vortrieb wieder in die rich tige Lage gebracht werden, indem die Mes ser 2 vorn mit einem Kopfstück 10' mit einer auswärts gekehrten Schrägfläche (Fig. 13) ausgerüstet werden, wenn die Messer 2 bei ihrem Vortrieb einwärts abgelenkt werden sollen, und mit einem Kopfstück mit ein wärts gekehrter Schrägfläche (Fig. 14), wenn die Messer 2 auswärts abgelenkt werden sol len.
Zur Ablenkung der Messer in der Sei tenrichtung sind die Messer mit einem Kopf- stück mit einer schrägen Rippe 10" (Fig. 16 und 17) auswechselbar auszurüsten.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 sind unter den Vortriebsmessern 2 noch Hilfsmesser 10 angeordnet, welche auf den Lehrbögen 1 gelagert sind und die Vortriebs messer 2 tragen. Diese Hilfsmesser 10 sollen da Verwendung finden, wo das Erdreich, in welches die Strecke vorzutreiben ist, sehr ge- bräch ist, indem es beispielsweise aus Geröll besteht. Die Hilfsmesser 10 stossen, ohne wie die Messer 2, ineinander zu greifen, seitlich aneinander, so dass sie sich beim Vortrieb lediglich an den Hauptmessern 2 führen.
Diese Hilfsmesser 10 werden zunächst in das Erdreich vorgetrieben, alsdann wird, wie Fig. 1 veranschaulicht, das unmittelbar unter ihnen befindliche Erdreich e so weit ausge räumt, dass das vordere Ende der Hilfsmes ser 10 durch eine oder mehrere Stützen 11 abgestützt werden kann. Hierauf werden die Vortriebsmesser 2 nachgetrieben, wobei nun mehr die Hilfsmesser 10 den Messern 2 als Führung dienen. Mittelst dieser Hilfsmesser kann nun gleichfalls eine Ablenkung der Vo:rtriebsmes.ser 2 aus ihrer Richtung be wirkt werden, indem den Hilfsmessern eine nach einwärts bezw. auswärts gekehrte Schrägfläche gegeben wird.
Wenn* die Hilfs messer 10, wie in Fig. 1 und 13 dargestellt ist, eine nach auswärts gekehrte Schrägfläche aufweisen, haben sie das Bestreben, bei ihrem Vortrieb .bis zu dem vordern Ende der Mes ser 2, also noch vor ihrer Vereinigung mit letzteren, nach einwärts abzuweichen. Um solches zu vermeiden, wird, wie Fig. 13 ver anschaulicht, bis zur Verbindung der Hilfs messer mit den Vortriebsmessern 2 ein Kopf stück 12 mit entgegengesetzt, also auswärts gekehrter Schrägfläche lose vor jedes 1:Tilfs- mnesser 10 gesetzt, und dieses Vorsatzstück drückt das Hilfsmesser 10 bei diesem Vor trieb gegen das Vortriebsmesser 2.
Sobald die Hilfsmesser hierbei bis an das vordere Ende der Vortriebsmesser 2 gelangt sind, löst sich das Vorsatzstück 12 selbsttätig von dem betreffenden Hilfsmesser 10, indem es durch seine Schrägfläche nach aussen in das Erd- reicht abgelenkt wird, Fig. 13. Alsdann kommt, nach Verbindung der Hilfsmesser und der Vortriebsmesser 2 miteinander, die nach auswärts gekehrte Schrägfläche der Hilfsmesser 10 zur Wirkung, diese und mit ihnen die Vortriebsmesser 2 bei dem weiteren Vortrieb nach einwärts ablenkend.
Während in gerader Strecke die Verwen dung aussen kreisbogenförmiger Lehrbögen am zweckmässigsten ist, weil die Zylinder form der Messer am raumsparsamsten und am druckfestesten ist, ist bei einem Vortrieb der Strecke in Kurven die Verwendung von aussen vieleckigen Lehrbögen vorteilhaft; denn bei vieleckigen, zum Beispiel vierecki gen Lehrbögen sind .sämtliche zu einer ebenen Messerfläche gehörigen Vortriebsbleche nach einer einheitlichen Form zu krümmen, wäh rend bei einem bogenförmigen Lehrbogen eine grosse Zahl verschiedener Formen der Vor triebsbleche erforderlich sind.
In diesem Fallt werden die nach aussen abgelenkten Messer 2, wie Fig. 18 veranschaulicht, in dem Erdreich belassen und innerhalb dieser Messer, wie zuvor auf den Lehrgerüsten 1 Messer 2b andern Profils aufgebaut und vor getrieben. Zur Einstellung der Messer in die gewünschte Richtung, werden wiederum mit Schrägflächen versehene Hilfsmesser 10' an gewendet, die bei erneuter Richtungsänderung im Erdreich belassen werden können. Unter halb der abgelenkten Messer und unter deren Schutz können Messer andern Profils, wie zuvor, aufgebaut werden und so fort.
Vor dem vordersten Lehrbogen 1 werden, wie Fig. 1 veranschaulicht, die Brustmesser 13 aufgebaut, welche die jeweilige Ortsbrust des Erdreiches .sichern. Als Brustmesser die nen im Querschnitt winkelförmige, sich schuppenartig übergreifende Blechstücke;
die Messer 13 können. wie Fi-c. 5 veranschau licht, mit einem durch ein U-Eisenstück ge bildeten Ansatz 13' ausgestattet sein, mit welchem sie hakenartig in einem Ansatz 13" des nächsthöheren Brustmessers eingreifen, so dass die Brustmesser hakenartig aneinan der hängen und das jeweilig in das Erdreich eingetriebene Messer von den darüber befind lichen Messern an einem Abrutschen in das Erdreich gehindert wird.
Die Brustmesser 13 sind durch Stützen 14, (Fig. 3), gegen einen oder mehrere der Lehrbögen 1 und mit- telst Stützen 14' gegen einen an der Aus kleidung 'entfernbar befestigten Quersteg 15 abgestützt (Fig. 2 und 3).
Da nun in der Zeit, während welcher die Auskleidung 3 angebaut wird, die ihrerseits gegen die Stirnfläche dieser Auskleidung sich abstüt zenden Lehrbögen 1 ihren Rückhalt verlie ren, und da letztere auch ihrerseits von Zeit zu Zeit vorgeschoben werden müssen, sind ausser oder an Stelle der Stützen 14, wie Fig. 4 veranschaulicht, noch Stützen 16 vorgesehen, welche sich gegen abnehmbar an den Mes sern 2 befestigte Klammern 17 (Fig. 6) legen.
Das jeweilig vor den Brustmessern 13 befindliche Erdreich e wird von oben nach unten fortschreitend herausgeholt und ein Messer 13 nach dem andern gleichfalls von oben nach unten fortschreitend vorgebracht und in der angegebenen Weise abgestützt. Ist das Erdreich sehr nachgiebig, wie zum Bei spiel Fliesssand oder Kiesschichten,
so emp fiehlt sieh eine teilweise zuvorige Verfesti gung des jeweils vor den Brustmessern und auch noch des jeweilig ausserhalb den Vor triebsmessern 2 und 10 befindlichen Erd- reiches in Form einer dünnen Wand. Eine derartige Verfestigung des Erdreiches kann mittelst durch die Brustmesser hindurch in das jeweilig vor diesen vorhandene Erdreich vorgetriebene Rohre 18 erfolgen (Fig. 1), durch welche hindurch ein physikalisch oder chemisch wirkendes Bindemittel in entspre chender Menge in das Erdreich eingedrückt wird, so da.ss dieses am vordern Ende der Rohre 18 in Form einer Wand abbindet.
Werden ausser den Rohren 18 auch noch Rohre 18' schräg nach aussen vorgetrieben, und auch durch diese Bindemittel in das Erd reich eingepresst, so verfestigt sich das Erd reich, wie in Fig. 1 dargestellt ist, in Form eines zylindrischen, vorn durch einen Boden 19" geschlossenen Mantels 19'. Zur Herstel lung eines derartig verfestigten Hohlkörpers 19, 19', 19" empfiehlt sich die Verwendung augenblicklich bindender Mittel, wie zum Beispiel in Wirkungsverbindung miteinander gebrachte, kieselsäurehaltige Stoffe und lös liche Salze oder Säuren, :damit die Vortriebs- arbeiten ununterbrochen fortschreiten können und das Bindemittel sich nicht im Erdreich verläuft.
Steht das Erdreich unter sehr hohem Boden- oder Wasserdruck, so emp fiehlt sich, auch noch eine Verfestigung des innerhalb des jeweiligen Hohlkörpers 19, 19', 19" verbleibenden Erdreichs e. Zur Verfesti gung .dieses Erdreiches kann jedoch ein lang samer und dafür billigeres Bindemittel, zum Beispiel Zementmilch, dienen. Diese wird durch ein oder mehrere obere Rohre 18a, (Fig. 1) in das Erdreich e eingedrückt, und :etwa in dem Erdreich e befindliches Wasser wird durch ein oder mehrere untere Rohre 18b abgelassen;
tritt aus den Rohren 18b Zementmilch, so ist dieser Vorgang beendet, und nachdem auch der gern b abgebunden hat, kann die Herausschaffung desselben und :das Vorbringen der Brustmesser 13 von oben nach unten fortschreitend wie zuvor erfolgen.
In Fällen, wo ein nicht so nachgiebiges Erd reich, wie Fliesssand, zu durchdringen ist, sondern zum Beispiel Flugsand oder reine Kiesschichten, die insbesondere dann nachgie big sind, wenn sie unter einem hohen Boden druck stehen, genügt es, wie Fig. 4 veran schaulicht, einen im Abstand vor der jewei ligen Ortsbrust 13 befindlichen Teil des Erdreiches e1, der ein oder mehrere, obere V ortriebsmesser 2 trägt, durch die physikali schen oder chemischen Mittel zu verfestigen.
In diesem Fall bietet der verfestigte segment- förmige, obere Teil 19g des Erdreiches den Vortriebsmessern 2 eine hinreichend feste Auflage, um ein Senken :der obern Messer unter dem Erddruck während des Vorbrin- gens des obern Teils der Ortsbrust :zu ver hüten.
Um das Grundwasser unter die Sohle der jeweiligen Baustelle abzusenken, wird, wie Fig. 4 ebenfalls. veranschaulicht, in die ab zubauenden Erdmassen e je nach :der Beschaf fenheit :derselben ein Rohr oder ein Stollen r jeweilig auf mehrere Meter vorgetrieben. Bei gebrächem Erdreich verwendet man ein Rohr und bei festem Erdreich treibt man einen Stollen vor. Da der Stollen innerhalb der abzubauenden Erdmassen liegt, ist die ser Vortrieb bereits ein Teil des Tunnelvor triebes.. Der Rohrvortrieb kann je nach den zur Verfügung stehenden Kraftquellen me chanisch oder hydraulisch oder auch pneu matisch erfolgen.
Beim Vortrieb eines Roh res wird das in ihm befindliche Erdreich herausgeholt, und von dem Rohr aus werden 2 bis 3 Filterbrunnen g auf etwa 1 bis 1? Meter Tiefe, je nach den Grundwasserver- hältnissen, nach unten abgesenkt. Ist das Erdreich gebräch, so werden die Brunnen mit einer durchlässigen Auskleidung versehen, welche beispielsweise aus Busseisernen durch brochenen Rohrstücken g1 oder dergleichen bestehen kann. Durch Absaugen des Grund wassers aus dem Brunnen g und dem Rohr oder dem Stollen -r mittelst einer Leitung<I>f</I> wird :das Grundwasser abgepumpt und bis unter die Sohle der einzubringenden Aus kleidung gesenkt.
Das Wasser kann durch die nächste zu Tage führende Öffnung, bei spielsweise durch nach oben führende Not ausgänge oder dergleichen abgeführt werden.
Die Brunnen für :die Absenkung des Grundwassers können auch von der Ober fläche des Geländes aus abgeteuft werden.
In wasserhaltigem Erdreich wird als Aus kleidung zweckmässig eine wasserdichte Aus kleidung besonderer Art vorgesehen, wie sie in Fig. 18 veranschaulicht ist. Diese Aus kleidung besteht aus einem lediglich in sich standfesten oder nur wenig tragfähigen Man tel a mit einer auf seiner Innenseite aufge tragenen wasserdichten Isolierschicht c und einem in :die Auskleidung :
eingebauten trag festen Mantel aus dem Zweck entsprechend bemessenen Formsteinen b1. Der Mantel a ist von einem tragfesten Eisenbetonschutzmantel d, f' umgeben, welcher den leichten, im we sentlichen nur als Träger der Isolierschicht c dienenden Mantel a vor einer Zerstörung durch äussere Einflüsse wirksam schützt.
Die Herstellung dieser Auskleidung kann in der Weise erfolgen, dass zuerst das Eisengerüst d .des Eisenbetonmantels und innerhalb dieses Gerüstes der Mantel a aufgebaut, darauf der Beton hinter den Mantel a eingebracht, hier auf die Isolierschicht c auf den innern Um fang des Mantels a aufgetragen und alsdann die Auskleidung<I>b</I> in den Mantel<I>a</I> eingebaut wird.
Um Gerüste für .die zum Vordrücken der Vortriebsmesser 2 dienenden hydraulischen Pressen 9 zu ersparen, welche ausserdem den Arbeitsraum innerhalb der Lehrgerüste be engen würden, können die die Vortriebsmes- ser 2 tragenden Lehrgerüste zugleich als Trä ger für die hydraulischen Pressen nutzbar gemacht werden.. Die Fig. 19 bis 23. veran schaulichen diese Ausbildung der Lehr- gerüste. An den innern Flanschen der Lehr bögen 1 führt sich mittelst Rädern 31 das Gestell 30 jeder hydraulischen Presse.
Das Gestell 30 ist in seiner Längsrichtung aus ziehbar gestaltet, indem die beiden Gestell längsträger zweiteilig sind und die einen Teile sich längs den andern verschieben kön nen. Der verschiebbare Teil jedes Längsträ gers ist mit einer Zahnstange 32 (Fig. 20) ausgestattet, mit welcher ein mittelst einer Kurbel 33 drehbares Zahnrad 34 in Eingriff steht; auf diese Weise kann der Abstand der Räder 31 voneinander .so eingestellt wer den, dass sie sich an den innern Rippen der Lehrbögen 1 genau führen.
Quer zur Ebene des Fahrgestelles 30 sind, mittelst Zahnräder 35 getrieben, zwei Träger 36 des zum Vor trieb der Messer 2 dienenden Druckzylinders der hydraulischen Presse 9 beweglich, um diese Presse auf die Höhe der an den Mes sern 2 angeordneten Ansätze 0 zu heben. Nachdem die Presse 9 eines der Messer 2 um eine entsprechende Strecke vorgedrückt hat, wird das Gestell 30 an den Bögen 1 quer zu sich selbst so viel verschoben, .dass die Presse 9 sich gegenüber dem Ansatz 6 des nächsten Messers 2 befindet.
Zu diesem Zweck ist das Gestell 30 mittelst eines Seils 37 'an einer zweiteiligen, ausziehbaren Stütze 38 befestigt (Fig. 19 und 22), zu deren Verlängerung bezw. Verkürzung ein mittelst einer Kurbel 3,9 drehbares Zahnrad 40, welches in eine Verzahnung 41 des einen Stützenteils ein greift, dient. Mit Hilfe dieser Mittel kann die Stütze 39 zwischen zwei an den Lehr bögen 1 befestigten Querstegen 42 einge spannt werden.
Die Stütze 38 trägt eine der Anzahl der an einem Lehrbogen bezw. einem Lehrbob npaar befindlichen Gestelle entspre chende Anzahl von Winden 43, und von jeder dieser Winden ist ein Seil 37 über. an der Stütze 38 angeordnete Leitrollen 44 zu einem der Gestelle 30 geführt. Die äussern Leit- rollen 44 sind auf an der Stütze 38 ange- lenkten Armen 45 abgebracht, deren äussere Enden sich gegen die Vortriebsmesser 2 stüt zen, wie Fig. 19 veranschaulicht.
Zwischen den Armen 45 der Stütze 38 ist ein auszieh bares Gestell 46 in der Umfangsrichtung der Lehrbögen 1 schwenkbar gelagert (Fig. 19 und 23), welches Gestell gleichfalls eine hydraulische Presse 9 trägt, welche .dazu dient, die zwischen den Armen 45 befind lichen Messer 2 nacheinander vorzudrücken, da die Gestelle 30 nur bis an die Arme 45 herangezogen werden können. Ein derartiges Gestell 46 ist ausserdem auch als Träger der Messervortriebspressen bei dem Vortrieb von Tunnels von kleinerem Durchmesser, zum Beispiel von Kanälen, geeignet, und es erüb rigt in diesem Fall die Gestelle 30.
Zum Vorbringen der schweren, zum Ab stützen der Brustmesser 13 dienenden Quer stege 15 ist die in den Fig. 24 und 25 ver anschaulichte Hilfsvorrichtung vorgesehen. Diese besitzt einen mittelst Armen 49 an den Querstegen 15 befestigten Längsträger 50 mit einer auf diesem längsverfahrbaren Lauf katze 51. Für den Fall, dass zwei oder mehr Reihen von Querstegen<B>1</B>5 nebeneinander Verwendung finden sollen, sind die Arme 49 der Querstege 15 in bezug aufeinander so, das heisst in gleicher Höhe an den Stegen 15 und derart einander zugekehrt angeordnet, dass der Träger 50 unmittelbar von den Ar men 49 der einen Stützenreihe auf die Arme 49 der andern Stützenreihe übergeleitet wer den kann.
Die Verwendung der Vorrichtung kann in diesem Pall derart erfolgen, dass ab wechselnd die Querstege 15 der einen Reihe mittelst des an den Querstegen der andern Reihe befestigten Längsträgers 50 vorge bracht und aufgestellt werden, dann der Träger 50 auf diese Querstege übergeleitet und darauf befestigt wird, alsdann die Quer stege der ersteren Reihe vorgebracht und fest gestellt werden und so fort.