CH150237A - Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von Rohzementschlamm vor dem Brennen in Drehöfen. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von Rohzementschlamm vor dem Brennen in Drehöfen.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von Rohzementschlamm vor dem Brennen in Drehöfen. Beim Brennen von Rohzementschlamm in Drehöfen nach dem Nassverfahren muss eine verhältnismässig .grosse Wärmemenge zur Trocknung des Rohzementschlammes auf gewendet werden, da 'dieser mit einem Wassergehalt bis zu 35 oder 40% und sogar mehr in den Drehofen eingeführt wird.
Dieser hohe Gehalt an Wasser ist zur Bereitung des Rohzementschlammes erforderlich, da dieser so flüssig sein muss, dass er in einer Rohr mühle leicht zermahlen, weiterbefördert und in entsprechenden Mischtrögen gemischt wer den kann, um in physikalischer und che mischer Hinsicht eine gleichförmige Masse zu bilden.
Zwecks Verringerung des Wärmever brauches des Ofens wurde versucht, etwa die Hälfte des oben angegebenen Wassergehaltes mittelst Filter verschiedener Art, wie Va kuum, Druckluftfilter oder Filterpressen. Die Ersparnis an Wärme bei der Trocknung des Rohzementschlammes, die auf diese Weise im Ofen erzielbar ist, ist jedoch nicht so gross, wie erwartet werden konnte, sondern beträchtlich geringer als die Wärmemenge, die zur Verdampfung der durch die Filter entfernten Wassermenge erforderlich wird.
Der Grund hierfür ist, dass das gefilterte und demgemäss weniger wasserhaltige Rohmate rial nicht imstande ist, die abziehenden Ver brennungsgase auf dieselbe niedrige Tempe ratur abzukühlen, wie es der nicht gefilterte Schlamm vermag. Die durch eine solche Filteranlage sonst erzielbaren Ersparnisse wurden sonach bisher nur in jenen Fällen voll ausgenützt, in welchen die in den Ver brennungsgasen enthaltene Hitze für andere Zwecke als zur Trocknung des Schlammes im Ofen ausgenützt wurde, zum Beispiel in Ab hitzekesseln.
Die Erfindung bezweckt, die Vorteile der vorstehend angeführten Filteranlage voll aus zunützen, und zwar auch in jenen Fällen, in welchen die Abwärme der Verbrennungsgabe nur zur Trocknung des Rohzementschlammes ausgenützt werden kann. Die Ausnützung er folgt nach der Filterung des Rohzement schlammes, indem die Trocknung, Vorwär- mung und mindestens teilweise Röstung des Schlammes ausserhalb des Drehofens in einer besonderen Vorrichtung derart vorgenommen wird, dass der Rohzementschlamm mit den Verbrennungsgasen in innige Berührung kommt.
Dadurch wird die in den Verbren nungsgasen enthaltene Wärme auf den Roh schlamm in grösserem Ausmass übertragen als es im Drehofen möglich ist. Als eine Vor richtung, in welcher die Verbrennungsgase mit dem zu erhitzenden Material in innige Berührung gelangen, kann ein Schachtofen dienen. In einem solchen Ofen müssen die Verbrennungsgase eine Materialschicht durch setzen, die den Querschnitt des Ofens voll ständig ausfüllt, wodurch sowohl die hitze- übertragende Oberfläche und der Koeffizient der Wärmeübertragung wesentlich vergrössert werden, gegenüber einem Drehofen.
Dieselbe Wirkung kann erzielt werden, indem die Ver brennungsgase .durch eine Rostfläche hin durchgeleitet werden, die durch eine entspre chende Materialschicht bedeckt gehalten wird, die kontinuierlich zugeführt und entfernt wird, was genau durch dieselben Mittel wie in einem Ofen, zum Beispiel mittelst eines Kettenwanderrostes oder andern gebräuch lichen mechanischen Mitteln, erzielt werden kann.
Beim Brennen von Zement nach dem Trockenverfahren ist es bekannt, solche Vor wärmeeinrichtungen in Kombination mit einem Drehofen zu verwenden, doch ist in diesem Falle die Anwendbarkeit des Verfah rens von der Bedingung abhängig, dass das Rohmehl vor der Einführung in die Vor wärmeeinrichtung mittelst besonderer Ein richtungen befeuchtet und granuliert werden muss, damit die Verbrennungsgase durch die Materialschicht im Vorwärmeofen hindurch treten können. Hierdurch treten jedoch alle Nachteile des Trockenverfahrens hinsichtlich der Bereitung der Rohmaterialien auf.
Diese Nachteile werden durch das Verfahren nach der Erfindung vollständig beseitigt, das die Vorteile des Nassverfahrens hinsichtlich Be reitung und Zuführung :des Rohmaterials mit dem Vorzug des ökonomischeren Brennwir- kungsgrades des Trockenverfahrens in sich vereinigt.
Die Fig. 1, 2 und 3 zeigen im Schema und in Seitenansicht drei beispielsweise Ausfüh rungsformen einer zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung geeigneten Anlage.
Bei der Anordnung nach Fig. 1 ziehen die Verbrennungsgase, nachdem sie den Dreh ofen 1 verlassen haben, durch den Schacht ofen 2. Dieser wirkt als Vorwärmeofen für den, Drehofen; die Verbrennungsgase treten durch .eine in dem ersteren befindliche ent- ,sprechend starke Schicht 3 von Rohmaterial hindurch, die durch eine bewegliche Rostein richtung 4, durch welche das Material all mählich selbsttätig entfernt wird, getragen wird. Das Material wird dann mittelst eines Elevators 5 in den Drehofen gefördert. Der Zug wird mittelst eines Gebläses 6 erzielt.
Die Verbrennungsgase treten durch die Ma terialschicht 3 in der Richtung von oben nach unten hindurch, so dass sie, bevor sie durch die Rosteinrichtung hindurchtreten, bereits bis zu einem solchen Grad abgekühlt sind, dass der Rost nicht beschädigt werden kann. Dies würde jedoch leicht der Fallsein, wenn .die Verbrennungsgase, wie in einem gewöhn lichen Schachtofen, durch den Ofen 2 in der Richtung nach oben hindurchtreten, das heisst durch .den Rost vor Erreichung des Materials hindurchgehen.
In diesem Falle wird es sich als vorteilhaft erweisen, nach dem Gegen stromprinzip zu arbeiten und dadurch eine weitere Kühlung der Verbrennungsgase als sonst zu erzielen, doch wird es notwendig sein, besonderes feuerfestes Material für die Rosteinrichtung zu verwenden und dafür Sorge zu tragen, dass die Verbrennungsgase den Rost nicht mit einer übermässig hohen Temperatur erreichen. Bevor der Rohschlamm dem Schachtofen 2 zugeführt wird, wird er durch ein Schlammfilter 7 hindurchgeführt, wodurch der Waasergehalt von 3.5-40% auf 20-22% verringert wird.
Der Schlamm wird dann in einer entsprechenden Vorrich tung 8 granuliert, wodurch dem Rohschlamm eine solche Konsistenz erteilt wird, dass eine Schicht des granulierten Materials den Ver brennungsgasen aus dem Drehofen den Durchtritt gestattet, ohne diesen einen zu hohen Widerstand entgegenzusetzen. Die Granuliervorrichtung 8 kann aus einer Bri- kettpresse bestehen, in welcher der filtrierte Schlammkuchen granuliert wird, zum Bei spiel auf die Form von Klümpchen: gebracht wird.
Die Unterteilung des Schlammes in kleine körnige Stücke kann jedoch auch auf irgendwelche andere entsprechende Weise er folgen. Zum Beispiel kann die Granuliervor- richtung 8 aus einer Trockenkammer be stehen, der der Schlammkuchen vom Filter zugeführt wird und in welcher er einer Trockenoperation unterworfen wird, zum Beispiel dem Einflusse der Abwärme aus dem Zementbrennofen ausgesetzt wird. Der Schlamm wird hierauf in körnige Stücke unterteilt, die zur Behandlung in dem Ofen 2 in der vorstehend angegebenen Weise geeig net sind.
Zwecks Unterstützung des Granu- lierungsprozesses kann der Schlamm mit einer gewissen Menge pulverförmigen Roh materials gemischt werden, das beispiels weise am Auslass 9 des Schachtofens entfernt werden kann. Nachdem das Material in der Vorrichtung 8 granuliert wurde, wird es im Schachtofen 2 mittelst einer Fördervorrich- tung von entsprechender Bauart nach unten geführt.
Wie in der Zeichnung veranschau licht ist, kann diese Vorrichtung aus einem als Abschlussorgan wirksamen Flügelrad 10 bestehen, :doch kann die Materialzufuhr auch mittelst einer andern Beschickungsvorrich- tung von entsprechender Bauart erfolgen.
Beider Ausführungsform nach Fig. 2 ist der .Schachtofen durch eine Ofenkammer 11 ersetzt, die beispielsweise in der Rauch kammer des Drehofens angeordnet ist, und in welcher die Materiallage 12 durch einen Wander- oder Kettenrost 13 unterstützt wird, der genau in derselben Weise wie bei einer gewöhnlichen Kesselfeuerung wirkt, je doch mit der Ausnahme,
dass die Verbren nungsgase durch den Rost in der Richtung nach unten hindurchtreten. Von dem Rost 13 gleitet das Rohmaterial in einer Rinne 14 ac -en zum Besc'hickuno-zenJe des Dreh- n 'h unt n ofens. Anstelle eines solchen Kettenwander- rostes 13 kann auch eine andere entsprechende Fördereinrichtung verwendet werden. zum Beispiel ein Kratzförderer. eine Schüttelrinne oder dergleichen, die in ähnlicher Weise das Material der Einwirkung der Verbrennungs gase aussetzen.
Fig. 3 zeigt eine weitere abgeänderte Ausführungsform der Scha.chtofeneinrich- tung nach Fig. 1. Zur Verhinderung des Durchtrittes der heissen Verbrennuugsg-ase durch den Rost 4 und zwecks Ermöglichung einer teilweisen Anwendung des Gegen- stromprinzipes und der daraus folgenden bes seren Ausnützung der in den Verbrennungs gasen enthaltenen Wärme, werden diese durch eine ,sich nach unten durch das Mate rial erstreckende Scheidewand 15 gezwungen, nach unten gegen den Rost und dann,
ohne im wesentlichen durch den Rost hindurchzu- treten, nach oben durch das zuletzt zuge führte Material zu streichen, wie dies in der Figur durch einen Pfeil angedeutet ist. Die Rosteinrichtung kann hier weggelassen und durch andere feuerfestere Einrichtungen er setzt werden.. Eine solche Einrichtung kann zum Beispiel bloss aus einer Öffnung von entsprechender Grösse bestehen. Der in Fig. 1 und 3 veranschaulichte Elevator 5 zur För derung des Materials von dem Vorwärmeofen zu dem Drehofen kann weggelassen werden.
sobald der Vorwärmeofen in einem gegen über dem Einlass des Drehofens so hohen Niveau angeordnet wird, dass das Material in den Drehofen bloss durch die Wirkung der Schwerkraft gelangen kann. Durch diese An ordnung werden die Schwierigkeiten, die zu folge der Möglichkeit der Beschädigung der Eisenteile des Elevators durch das heisse Ma terial auftreten, beseitigt.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Vorbehandlung von Roh zementschlamm, der im Drehofen ge brannt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohzementschlamm, nachdem er von einem beträchtlichen Teil seines Wassergehaltes durch Filterung oder dergleichen befreit worden ist, in einer besonderen Vorrichtung der Durchströ- mung von Verbrennungsgasen aus dem Drehofen derart ausgesetzt wird, dass der Rohzementschlamm mit den Verbren nungsgasen in innige Berührung kommt, zu dem Zwecke, weiter getrocknet, vor gewärmt und mindestens teilweise vor dem Eintritt in den Drehofen geröstet zu werden.II. Vorrichtung zur Ausübung des Verfah rens gemäss Patentanspruch I, mit einer besonderen Ofenkammer, in welcher das Material vorerwärmt und mindestens teil weise geröstet wird, bevor es in den Drehofen eingeführt wird, gekennzeich net durch ein Filter oder eine ähnliche Einrichtung zur Entfernung eines Teils des in dem Rohschlamm enthaltenen Wassers und durch eine Einrichtung zum Granulieren des durch das Filter oder dergleichen teilweise von Wasser befrei ten Rohschlammes, bevor derselbe in die genannte Ofenkammer eingeführt wird. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der zum Teil von Wasser befreite Rohschlamm granu liert und hierdureb. eine solche Beschaf fenheit erhält, dass eine Schicht dieses granulierten Materials den Verbren nungsgasen aus dem Drehofen den Durchtritt gestattet, ohne ihm einen zu hohen Widerstand entgegenzusetzen. 2. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass die Verbrennungsgase aus dem Drehofen durch eine besondere Ofenkam mer hindurchgeführt werden, die in der Rauchkammer des Drehofens angeordnet ist, wobei das granulierte Material in diese Kammer eingeführt wird und dort eine entsprechend starke Schicht bildet, durch welche die Verbrennungsgase aus dem Drehofen hindurchgezogen werden. 3.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass das granulierte Material, sobald es vorgewärmt und mindestens teilweise geröstet ist, aus. der Ofenkammer durch einen Rost oder dergleichen entfernt und hierauf dem Drehofen zugeleitet wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeich net, dass die Verbrennungsgase aus dem Drehofen durch eine zur Vorwärmung und mindestens teilweise Röstung des Rohmaterials dienenden Ofenkammer in solcher Weise hindurchgeleitet werden, dass die Gase vorerst durch das granu lierte Material und hierauf durch den Rost hindurchtreten, mittelst welchem das Material aus dem Vorwärmer ent nommen wird. 5.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch :3, dadurch gekennzeich net, dass die Verbrennungsgase aus dem Drehofen vorerst nach unten durch die Ofenkammer und dann nach oben durch die Schicht granulierten Materials gelei tet werden, ohne durch den Rost, mittelst welchem das Material entnommen wird, hindurchzugehen. 6. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeich net, dass das granulierte Material durch die zur Vorwärmung desselben dienende Ofenkammer geleitet wird, wobei es auf einem Wanderrost oder einer ähnlichen Beschickungseinrichtung aufgelagert ist. 7.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass der durch Filterung teilweise von Wasser befreite Rohschlamm in einer Trockenkammer mittelst Abwärme aus dem Zementbrennofen, getrocknet und hierauf in körnige Teilchen unterteilt wird. 8. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Ofenkam mer mit einer Zuführungseinrichtung für das granulierte Material und einem be weglichen Bodenrost ausgestattet ist, auf welchem das Material aufliegt und mit telst welchem es, nachdem es vorerwärmt ist, fortgeschafft und in den Drehofen geleitet wird. 9.Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Ofenkam mer mit dem Ende des Drehofens, aus welchem die Verbrennungsgase ent weichen, unmittelbar verbunden ist und ferner mit einer Leitung verbunden ist, die zur Abführung der Verbrennungs gase aus der Kammer dient. 10.Vorrichtung nach Patentanspruch II, ge kennzeichnet durch eine in der Ofenkam mer angeordnete Trennwand, welche die Verbrennungsgase aus dem Drehofen ver anlasst, vorerst in Richtung nach unten durch die Ofenkammer zu dem in dieser enthaltenen Material hindurchzutreten. ohne hierbei den Rost. welcher das Ma terial trägt, zu durchsetzen.11. Vorrichtung nach Patentanspruch II, .da durch gekennzeichnet, dass die Ofenkam mer einen Wanderrost enthält, auf wel chem das granulierte Material durch die Ofenkammer zum Drehofen befördert wird, wobei .die Leitung zur Abführung der Verbrennungsgase aus der Ofenkam mer mit der letzteren an solcher Stelle verbunden ist, dass die Verbrennungsgase aus dem Drehofen vorerst durch das auf dem Wanderrost aufruhende Material und dann durch den Wanderrost hin durchtreten.
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