Verfahren und Masehine zum Fertigmaehen des Randes von Lederstücken. Die vorliegende Erfindung betrifft ein verfahren zum Fertigmacken des Randes von Lederstücken und eine zum Ausüben dieses Verfahrens dienende Maschine. In der Patentschrift Nr. 62831 ist ein Verfah ren beschrieben, gemäss dem eine Seite des Lederstückes zum Schrumpfen gebracht wird, so dass sich die ungeschrumpfte Seite gegen die geschrumpfte Seite krümmt oder kräuselt und dem Rand des Lederstückes ein fertiggemachtes Aussehen verleiht. Da bei wird das Schrumpfen des Lederrandes durch ein erhitztes, aus Metall bestehendes Werkzeug bewerkstelligt.
Dieses Werkzeug musste ziemlich schmal und kurz sein, damit nur ein beschränkter Teil des Lederrandes der Hitze ausgesetzt ist und damit scharf gekrümmte Teile des Lederstückes der Be arbeitung unterzogen werden können. Die Lebensdauer derartiger Werkzeuge ist- mit Rücksicht auf den ständigen Glühstand ver hältnismässig kurz. Das Verfahren gemäss der Erfindung be steht nun darin, dass das Schrumpfen des Randes des Werkstückes durch einen geneigt zu dessen Ebene gegen den fertigzumachen den Rand gerichteten Flammenstrahl eines unter Druck stehenden Gases bewirkt wird.
Die zum Ausüben dieses Verfahrens ge eignete Maschine zeichnet sich dadurch aus, dass zum Bilden des Flammenstrahls ein Brenner vorgesehen ist, der so einstellbar ist, dass er mit Bezug auf das Werkstück wirk sam oder unwirksam gemacht werden kann. Unter diesem Brenner ist zweckmässig ein als Stoffdrücker wirkender Schutzschild vor gesehen, der die Einwirkung des Brenners auf eine gegebene Breite des Randteils des Stoffes einschränkt. Als Brenner wird zweckmässig ein Acetylen-Sauerstoffbrenner verwendet.
Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbei spiel einer zur Ausführung des Verfahrens geeigneten Maschine dar, und zwar zeigt Fig. 1 eine Vorderansicht; Fig. 2 ist ein Schnitt eines durch die Maschine bearbeiteten Lederstückes; Fig. 3 ist ein Schaubild eines Pfluges und eines Schutzschildes; Fig. 4 ist ein Schaubild, das die einzel nen mit dem Werkstück in Berührung tre tenden Teile darstellt; Fig. 5 ist eine Seitenansicht der in der Fig. 4 dargestellten Teile; Fig. 6 ist eine Einzelansicht des Schutz schildes; Fig. 7 ist ein Schaubild des äussern En des eines Acetylen-Sauerstoffbrenners; Fig. 8 ist eine Einzelansicht im Schnitt und zeigt ein in Bearbeitung befindliches Lederstück.
Die dargestellte Maschine soll das Fertig machen des Randes von Lederstücken da durch bewerkstelligen, dass eine Seite, in der Regel die Fleischseite, dem Rand ent lang zum Schrumpfen gebracht wird, so dass sich die andere Lederseite (die Narben seite) gegen die Fleischseite krümmt. Hier durch wird dem Rand des Lederstückes das Aussehen der Narbenseite verliehen. In der Fig. 2 stellt 100 das Lederstück, 200 die Fleischseite und 300 die Narbenseite des Le ders dar. Durch Schrumpfen des Randes der Fleischseite 200 hat sich der Rand der Narbenseite 300 gegen die Fleischseite ge- lkrümmt, so dass sich die Ledernarbe bis zu der Linie 400 erstreckt.
Der Rand des auf einem Tisch 9 vor geschobenen Lederstückes wird durch einen Pflug 11 aufgebogen, und der Einwirkung einer äusserst heissen Flamme 13 ausgesetzt. Das Erzeugen der Flamme 13 erfolgt durch Verbrennung einer Mischung von Acetylen und Sauerstoff. Diese Mischung wird durch die Düse 15 eines geeigneten Brenners ge leitet. Der Pflug biegt nicht nur den Le derrand auf, um den letzteren in der beab sichtigten Weise der Einwirkung der Flamme 13 auszusetzen, sondern der Pflug führt auch das Einstellen des Lederstückes auf dem Tisch herbei und bewirkt das Füh ren des vorgeschobenen Lederstückes. Da- mit nur ein schmaler Teil des Lederrandes bearbeitet wird, ist ein Schutzschild 19 vor gesehen, dessen Lage mit Bezug auf den Pflug in der Fig. 3 durch gestrichelte Li nien angedeutet ist.
Der wirksame Teil des Schutzschildes 19 ist ein an seinem Ende ausgebildeter kleiner Quersteg 119. Dieser Quersteg er streckt sich längs einer Seite des Pfluges 11 und bildet auch einen das Lederstück<B>gegen</B> den Tisch haltenden Drücker. Der Pflug ist bei 20 (Fig. 3) ausgeschnitten, damit ein etwa von dem Lederstück abgelenkter Teil der Flamme Durchgang in dem Pflug fin det. Neben dem Pflug befindet sich an der der Vorchubrichtung zugekehrten Seite ein Hammer 28, der auf den sich noch in pla stischem Zustand befindlichen Teil des vor geschobenen Lederstückes einwirkt und das Fertigmachen der Lederkante durch Ab runden der Narbenseite wesentlich unter stützt.
Der Vorschub des Lederstückes erfolgt in bekannter Weise durch ein unteres und. ein oberes Vorschubglied 27 und 2,5. Der Antrieb der Vorschubglieder und des Ham mers kann im wesentlichen derselbe sein, wie in der Patentschrift Nr.<B>1,00162</B> dargelegt ist. Das Anlassen der Maschine erfolgt durch einen Riemenrücker A.
Damit das Lederstück. auf dein Tisch 9 festgehalten wird, ist ein Druckrad 29- vor gesehen, das sich auf einem Ende einer klei nen Stange 31 drehen kann. Das andere Ende der Stange 3.1 ist an der Nabe 33 einer Schwingwelle .3,5 festgeklemmt. An einen festen Arm 37 der Schwingwelle 3,5 ist das untere Ende einer Feder 39 angehängt, deren oberes Ende mit einer flachen Stange 41 verbunden ist. An der in einem Schlitz einer Konsole 43 untergebrachten Stange 41 sind Stifte 44 vorgesehen. Die Stange 41 kann durch einen Handgriff 45 bewegt werden, um irgend einen der Stifte 4-1 auf das obere <B>Ei</B> nde der Konsole 43 aufzulegen.
Der Arm 37 liegt gewöhnlich an einer Anschlag schraube 47 an. Auf diese Weise kann die Lage des Druckrades oberhalb des Tisches wärtige Ende des Hebels 91 ist durch einen Winkelhebel 97 mit einer Tretlhebelstange 99 verbunden.
Der Brenner ist folgendermassen mit dem Hebel 91 und mit einem ortsfesten Teil des Maschinengestelles verbunden. Der Hohlkör per 77 des Brenners ragt durch eine, durch eine Schraube 103 anziehbare Schelle 101 hindurch. Die Schelle 101 besitzt einen zy lindrischen Stiel, der lose durch eine exzen trische Büchse 105 hindurchgeht. Die Büchse 105 ist in einer Bohrung des äussern Endes des Hebels 91 untergebracht und wird durch eine Stellschraube 107 in eingestell ter Winkellage gesichert. Der zylindrische Stiel der Schelle 101 weist ein abgesetztes Ende auf, welches zur Aufnahme eines Un terlagsringes 109 und zweier Muttern 111 dient. Durch die soweit beschriebene Anord nung wird durch Schwingung des Hebels 91 der Brenner angehoben und gesenkt, aber nicht in der gewünschten Bahn bewegt.
Da mit der Brenner sowohl Winkelbewegungen, als auch Bewegungen nach oben und unten ausführt, trägt er eine Rolle 113, die in einem Kurvenschlitz 115 einer ortsfesten Konsole 117 bewegbar ist. Die Rolle 113 ist nicht unmittelbar an dem Brenner, sondern an dem obern Ende einer 119 angebracht. Eine Nabe des untern Endes dieser Führungsstange kann sich auf dem zylindrischen Stiel der Schelle 101 drehen. Die Führungsstange 119 findet in einer Führung der Seite des Ge häuses der Mischkammer 75 Aufnahme. Eine in die Schelle 101 hineingeschraubte Stellschraube 121 ermöglicht eine Einstel lung des Brenners relativ zur Führungs stange 119.
Der Brenner wird gewöhnlich in der in den Fig. 1, 4 und 5 dargestellten unwirksamen Lage gehalten. Wenn die Trethebelstange 99 herabgezogen wird, so schwingt der Brenner um den Zapfen 93 herab und dreht sich auch unter dem Ein fluss des Kurvenschlitzes 115 etwas um die Achse des Stiels der Schelle 101, und er reicht schliesslich die in der Fig. 8 darge- stellte Lage. Senkrechte Einstellungen des Brenners mit Bezug auf das Werkstück können durch die Schraube 121 herbeigeführt werden, und Einstellung des Brenners quer zu der Vorschublinie kann durch den ex zentrischen Bund 105 bewerkstelligt werden. PATENTANSPRÜCHE I.
Verfahren zum Fertigmacken des Ran des von Lederstücken durch Schrump fen einer Seite, so dass sich die uuge- schrumpfte Seite gegen die geschrumpfte Seite des Randes krümmt, dadurch ge kennzeichnet, dass das Schrumpfen des Randteils des Stückes durch einen ge neigt zur Werkstückebene gegen den fertigzumachenden Rand gerichteten Flammenstrahl eines unter Druck stehen den Gases bewirkt wird.
1I. Maschine zum Ausüben des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, da,ss zum Bilden des Flam menstrahls ein Brenner vorgesehen ist, der so einstellbar ist, dass er mit Bezug auf das Werkstück wirksam oder un wirksam gemacht werden kann. UNTERANSPRüC1M 1.
Maschine nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass unter dein Brenner ein als Stoffdrücker wirkender Schutzschild vorgesehen ist, der die Einwirkung der Flamme des Brenners auf eine gegebene Breite des Randteils des Werkstückes beschränkt.
2. Maschine nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass bei wirksamer Lage des Brenners die durch die Ein wirkung des Flammenstrahls auf das Leder entstehenden Gase in einen hohlen Arm übertreten können, durch den sie abgeleitet werden. verändert und die Spannung der Feder 39 geregelt werden.
Der Schutzschild 19 ist wagrecht in einem Schlitz der untern Seite eines Blockes 49 verschiebbar, der einen senkrechten Stiel aufweist. Eine durch einen Schlitz des Blockes 49 hindurchgehende Schraube 51 ist in den Schutzschild hineingeschraubt. Der senkrechte Stiel des Blockes 49 ist in einem zweiten Block 53 senkrecht verschiebbar. Eine Schraube 55 ragt in eine konische Aus sparung des Stiels des Blockes 49 hinein. Der Block 53 ist an einer Stange 57 befe stigt, die in einer wagrechten Führung des Maschinengestelles verschiebbar ist. Ein Bund 60 einer in das Ende der Stange 57 hineingeschraubten Schraube 59 findet in einer Nut des Maschinengestelles Aufnahme. Durch Drehung der Schraube 59 wird die Stange 57 mit dem Schutzschild quer zu der Vorschubrichtung des Lederstückes einge stellt.
Eine Stellschraube 61 sichert die Stange 57 in eingestellter Lage. Damit der Stiel des Blockes 49 herabgedrückt wird, ist an dem Block 49 durch eine Schraube 63 ein zylindrisches Glied 65 befestigt. In einer, in das zylindrische Glied 65 hineinge schraubten Muffe 67 findet eine kleine Stange 69 Aufnahme. Zwischen dem Bo den der Muffe 67 und der obern Fläche eines festen Bundes 73 der Stange 69 be findet sich eine Druckfeder 71. Durch Dre hung der Muffe 67 kann die Spannung der Feder 71 gerebelt werden. Unbeabsichtigte Drehung der Muffe 67 wird durch eine Sperrmutter 68 verhindert. Der Schutz schild 19 kann durch die Schraube b5 senk recht verstellt werden, die beim Einschrau ben auf die konische Aussparung im Block 49 einwirkt und diesen unter Überwindung der Spannung der Feder 71 anhebt.
Eine Einstellung des Schutzschildes in einer, einen Winkel mit der Vorschublinie bilden den Richtung kann nach dem Lockern der Schraube 51 vorgenommen werden.
Der Brenner besteht aus der Düse 15 und aus einer Mischkammer 75, und zwar sind diese Teile durch einen Hohlkörper 77 mit- einander verbunden. Die Düse 15 ist ein kleines Kupferrohr, deren unteres abgeflach tes Ende eine Anzahl sehr kleiner Löcher 79 aufweist (Fig. 7, stark vergrössert). Die Flamme erhält hierdurch die Gestalt einer kleinen, dünnen Flachbürste. Das obere Ende der Düse 15 ist zu einem Bund aus gebildet (Fig. 8), der an dem Hohlkörper 77 durch einen auf das untere Ende des letzteren aufgeschraubten hohlen Deckel 81 festgeklemmt ist. Diese Anordnung ermög licht rasches Auswechseln der Düse.
In die Mischkammer 75 münden zwei kleine Röh ren 83, 86, die durch biegsame Röhren 87, 89 mit Acetylen bezw. Sauerstoff gespeist werden. Die Röhren 83, 85 sind an nicht dargestellte, die verdichteten Gase enthal tende Stahlflaschen angeschlossen. Die Zu fuhr der verdichteten Gase kann durch übliche an den Stahlflaschen vorgesehene Reduzier- ventile geregelt werden. Solange die Maschine in Gebrauch ist, brennt die Flamme ununter brochen, doch kann der Brenner mit brennen der Flamme aus der unwirksamen Lage (Fig. 1, 4 und 5) in wirksame Lage (Fig. 8) bewegt werden.
Wenn der Brenner seine unwirksame Lage einnimmt, so' spielt die Flamme in eine seitliche Kammer 90 eines aus Asbest oder dergleichen bestehenden Blockes 92. Wenn der Brenner seine wirk same Lage einnimmt, so strömen die durch die Einwirkung der Flamme auf das Leder stück entstehenden Abgase in eine Leitung 94 des hohlen Armes 9$ und von dort durch eine Röhre 9,6 in einen nicht dargestellten Kamin. Die Bewegung des Brenners aus der un wirksamen Lage in wirksame Lage wird durch Schwingung eines Hebels 91 um einen in den ortsfesten Arm 98 eingesetzten Zap fen 93 herbeigeführt. Das obere Ende einer um den Zapfen 93 des Hebels 91 herumge wickelten Feder 95 ist an dem ortsfesten Arm 9,8 befestigt.
Das untere Ende der Fe der 95 ist unter dem Hebel 91 abgebogen. Die Feder sucht das vordere Ende des He bels 91 in eine, durch eine Anschlagschraube 198 begrenzte Lage anzuheben. Das rück-