Gerät zum Hessen von Bolzengewinden. Es ist bekannt, dass man beim Unter suchen und Ausmessen von Gewinden mit Hilfe optischer Abbildungsvorrichtungen das Gewinde zweckmässig so beleuchtet, dass die Achsen der beleuchteten Lichtbündel gegen dic Achse des Gewindes um einen um den Steigungswinkel von 90 verschiedenen Win- he 1 geneigt sind.
Sind dabei die beleuchten den Lichtbündel nicht, wie es meist der Fall ist, untereinander parallel, so ordnet man mit Vorteil wenigstens die Achse des Bün dels, welches den Mittelpunkt des zur Ab bildung gelangenden Feldes beleuchtet, im genannten Winkel an.
Auch ist bereits vor geschlagen worden, die Achsen der meist g o leichfalls untereinander parallelen, abbil- denden Strahlenbündel oder wenigstens die jenige, die zu dem den Mittelpunkt des Ge sichtsfeldes abbildenden Strahlenbündel ge hört, um denselben Winkel gegenüber der Achse des Gewindes zu neigen, das heisst die Achse des beleuchtenden mit der des abbil denden Gesamtstrahlenbündels zum Zwecke möglichst guter Ausnützung des abbildenden Systems zusammenfallen zu lassen.
Es ist ein Gerät zum Messen von Bolzen gewinden bekannt, welches mit einer Vor richtung zum Lagern des zu messenden Ge windes, einer Vorrichtung zur Beleuchtung des zu messenden Gewindes, einem Mikro skop, dessen Tubusachse mit der Achse des Beleuchtungsstrahlenbündels zusammenfällt, und einer Vorrichtung zum Verschieben des zu messenden Gewindes in seiner Achsen richtung und zum Messen dieser Verschie bungen ausgestattet ist.
Bei diesem bekann ten Geräte ist die Lagervorrichtung mit der Vorrichtung zum Verschieben und Messen gegenüber der Beleuchtungsvorrichtung und dem Mikroskop um eine Achse schwenkbar, welche die Achse des in seiner Achsenrich- tung verschieblichen Gewindes senkrecht schneidet, während die Beleuchtungsvorrich tung und das Mikroskop gegenüber der Stütz fläche des Gerätes fest angeordnet sind. Diese Bauart hat folgende Nachteile: Man pflegt die Werkstücke bei der Messung oft in V-förmige Lager, die am Tische vor gesehen sind, oder unmittelbar auf eine die Tischplatte darstellende Glasscheibe aufzu legen.
Wird nun diese Lagervorrichtung mit der Vorrichtung zum Verschieben und Mes sen geneigt, dann gleitet das Werkstück leicht ab, und zwar, entsprechend der Schwenkachse des Tisches, in der Messrich- tung, wodurch sich Messfehler ergeben. Auch wenn die Werkstücke zwischen Spitzen 'ein gespannt sind, besteht die Gefahr, dass der in der Regel als Vorrichtung zum VerscUie- ben und Messen dienende Schlitten abgleitet, ein Nachteil, der auch durch Anbringung einer Gegenfeder nicht einwandfrei behoben werden kann.
Diese Feder ist nämlich im mer so zu bemessen, dass sie der grössten auf tretenden Schlittenbelastung Widerstand zu leisten vermag. Das führt jedoch bei ge ringerer Schlittenbelastung, also bei der Messung kleiner Werkstücke, zu einer un erwünschten, einseitigen Beanspruchung der zur Verschiebung benutzten Messsehraube.
Gegenstand der Erfindung ist ein Gerät der eingangs erwähnten Art, das frei von den genannten Nachteilen ist.
Der Erfindungsgegenstand zeichnet sich dadurch aus, dass die Vorrichtung zum Ver schieben und Messen und die Lagervorrich tung mit einer Aufstellvorrichtung fest ver bunden sind, an der das Mikroskop und die Beleuchtungsvorrichtung um eine Achse schwenkbar gelagert sind, die bei der Be obachtungslage des Tubus in der Einstell ebene des Mikroskopes liegt. Das Gerät kann sowohl für subjektive Betra.chung des Ge sichtsfeldes im Mikroskop, als auch zur Pro jektion des mikroskopischen Bildes auf eine Projektionsfläche eingerichtet sein.
In der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes bei subjektivem Gebrauche dargestellt. Abb, 1 gibt das Ausführungsbeispiel im Aufriss, teilweise im Mittelschnitt, wieder; Abb. 2 zeigt einen Teilschnitt nach der Linie A-A der Abb. 1, und Abb. 3 den in Abb. 2 dar gestellten Teil im Grundriss.
Das Gerät hat einen die Aufstellvor- richtung bildenden Fuss 1 mit einem Lager 2. In diesem Lager 2 ist ein Bolzen 3 mit einer Spitzenschraube 4 befestigt. Der Bolzen 3 trägt einen Arm 5, an dem ein rahmenarti ger Objekttisch 6 angebracht ist. Auf diesem Tische 6 ist ein Schlitten 7 in einer Schlit tenführung 8 verschieblich. Zur Verschie bung dient ein mit einem Teilrad 9 ver sehenes Handrädchen 10, welches durch eine im Tische 6 drehbar gelagerte Spindel 11 auf eine am Schlitten vorgesehene Mutter 12 wirkt.
Zur Messung dieser in der Achsen- iichtung des zu messenden Bolzengewindes erfolgenden Verschiebungen ist am Tisch 6 eine Teilung 13 angebracht und das Teil rad 9 mit einer Teilung 14 versehen, zu der ein Zeiger 15 am Tische 6 gehört. Das Ge rät weist also eine Vorrichtung zum Ver schieben des zu messenden Gewindes in sei ner Achsenrichtung lind zum Messen dieser Verschiebungen auf, welche am Arm 5 be festigt ist. Im rechten Winkel zur Schlitten führung 8 ist eine Schlittenführung 16 am Schlitten 7 vorgesehen.
In dieser ist eine Lagervorrichtung 17 für ein zu untersuchen des Bolzengewinde 18 mit Hilfe einer Spin- d.el 19 verschieblich, die am Schlitten 7 ge lagert ist und auf eine Mutter 20 der Lager vorrichtung 17 wirkt. Diese zweite Ver schiebungsmöglichkeit dient dazu, das dar gestellte Gerät noch vielseitiger verwendbar zu machen. Die Spindel 19 ist mit einem Teilrad 21 mit Teilung 22 und einem Hand rädchen 23 versehen. Zur Teilung 22 gehört ein Zeiger 24 am Schlitten 7, der ausserdem eine Teilung 25 trägt.
Der Schlitten 7 hat einen in Richtung seiner Vemchiebungen auf dem Tische 6 sich erstreckenden Iiänga- sehlitz 26, während die Lagervorrichtung 17 infolge rahmenartiger Ausbildung ihrer Grundplatte 27 dem Lichte über den gröss ten Teil ihrer Fläche freien Durchtritt ge währt.
Der Bolzen 3 ist von einer auf diesem drehbaren Nabe 3U umschlossen, die einen Zeiger 29 trägt und zwei Arme 31 und 32 aufweist. Der Arm 5 trägt eine Winkel teilung 28, die zum Zeiger 29 gehört. Am Arm 31 ist ein Mikroskoptubus 33 mit Ob jektiv 34 und Okular 35 mittelst eines Trieb rades 36 verstellbar gelagert und mit dem Arm 3.2 ist eine Beleuchtungsvorrichtung fest verbunden, die ein parallelstrahliges Lichtbündel von unten her in das Objektiv 34 sendet.
Die Beleuchtungsvorrichtung besteht aus einer Irisblende 37, einem gleichschenk- lig-rechtwinkligen Spiegelprisma 38 und einer Sammellinse 39, deren Brennweite so gewählt ist dass die Ebene der Irisblende 37 ihrer Brennebene entspricht. Die optischen Teile 37, 38 und 39 sind in einem Gehäuse 40 am Ende des Armes 32 so eingebaut, dass die optische Achse der Linse 39 sich mit der Achse des Tubus 33 deckt, dass also die Tubusachse mit der Achse des Beleuch tungsstrahlenbündels zusammenfällt.
Das zu prüfende Bolzengewinde 18 wird in der in der Zeichnung ersichtlichen Weise in die Lagervorrichtung 17 eingespannt. Als dann wird das eingespannte Gewinde 18 mit Hilfe der Kreuzschlitten 7, 16 durch Drehen der Handrädchen 10 und 23 in die zum Be obachten geeignete Lage verschoben und der Steigungswinkel des Gewindes 18 auf der Teilung 28 durch Schwenken der Arme 31, 32 um den Bolzen 3 mit dem Zeiger 29 ein gestellt.
Durch das Schwenken der Arme 31, 32 gelangen das Mikroskop 33, 34, 35 und die Beleuchtungsvorrichtung 37, 38, 39 in eine Lage, bei welcher die Achse des aus tretenden Beleuchtungsstrahlenbündels und die damit zusammenfallende optische Mikro skopachse parallel zur Tangente an die Schraubenlinie in der in der Einstellebene ge legenen Spitze des Gewindeprofils ist, so dass sich die geringsten Reflexwirkungen des Lichtes an den Gewindeflanken ergeben und die weitere Gestalt des Gewindeprofils im Mikroskop sichtbar ist.
Verschiebt man nun mehr die Lagervorrichtung 17 mit Hilfe des Handrädchens 10 in der Schlittenführung 8 5o lange, bis die Lage des Bildes einer Ge windespitze im Gesichtsfelde des Mikro- skops 33, 34, 35 sich mit dem Punkte deckt, den vorher das Bild der benachbarten (be ziehungsweise bei mehrgängigen Gewinden die zweitfolgende usw.) Gewindespitze ein nahm, dann entspricht diese Verschiebung der Steighöhe des Gewindes 18. Zur Grob ablesung dieser Steighöhe dienen die Kante des Schlittens 7 und die Teilung 13, wäh rend die Feinablesung mit Hilfe des Zeigers 15 an der Teilung 14 des Teilrades 9 be wirkt wird.
Die Gewindedurchmesser wer den in entsprechender Weise mittelst einer Grobablesung an einer Kante der Grund- platte 27 auf der Teilung 25 und einer Fein ablesung am Zeiger 24 auf der Teilung 22 des Teilrades 21 ermittelt.
Die am Arm 5 angeschlossenen Teile des Gerätes, also die Vorrichtung zum Ver schieben und Messen und die Lagervorrich- tung sind gegenüber der durch ,den Fuss 1 bestimmten Stützfläche des Gerätes unbeweg lich. Insbesondere für kleinere Werkstücke kann eine einfache planparallele Glasplatte, die dann die Stelle der Lagervorrichtung 17 einnimmt, auf die Schlittenführung 7 auf gelegt werden.
Auf diese Glasplatte sind die Werkstücke so aufzulegen, dass ihre Achse der zur Steigungsmessung gehörigen Ver- schiebungsrichtung parallel ist. Die Iris blende 37 dient als Aperturblende für das beleuchtende Strahlenbündel. Die Fassung der Sammellinse 29 beschränkt den Quer schnitt des beleuchtenden Strahlenbündels und wirkt demnach als Gesichtsfeldblende. Um eine weitere Einengung dieses Gesichts feldes zu bewirken, könnte eine geeignete Blende auf die Fassung aufgelegt werden.
Selbstverständlich könnte auch eine künst liche Lichtquelle zur Beleuchtung vorgesehen sein.