CH151043A - Niederdruckverfahren zum Zerlegen von Gasgemischen unter Teilverflüssigung. - Google Patents

Niederdruckverfahren zum Zerlegen von Gasgemischen unter Teilverflüssigung.

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CH151043A
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  Niederdruckverfahren zum Zerlegen     von        Gasgemischen        unter    Teilverflüssigung.    Das Zerlegen von tiefsiedenden Gasge  mischen, beispielsweise von Luft, in ihre       Hauptbestandteile    wurde bisher sehr behin  dert durch den Umstand, dass die in .der  Luft enthaltenen Wasser- und Kohlensäure  dämpfe in den     Röhren-Gegenstrom-Kälte-          tauschern    ausfrieren und dadurch Verstop  fungen herbeiführen,

   so     @dass    .die Zerlegungs  apparatur bei .den zur Zeit bekannten     Ver-          'ahren    nach kürzerer oder längerer     Betriebs-          zeit    regelmässig aufgetaut werden musste,  auch wenn das Gasgemisch chemisch oder  thermisch vorbehandelt wurde.  



  Des weiteren wird nach den bestehenden  Verfahren die Wirtschaftlichkeit sehr beein  trächtigt durch .den Umstand, dass zur     D.ek-          kung    der Kälteverluste mindestens ein Teil  der zu     zerlegenden    Luft auf einen höheren  Druck verdichtet werden muss, als die Zer  legung an sich erfordert.  



  Drittens fussen     alle    bekannten Verfahren  mit Ausnahme des     Lachmannschen        (D.        R,.    P.  Nr.     1-67931)    auf der Totalverflüssigung des    zu zerlegenden Gasgemisches, die bekannt  lieh einen höheren Kraftbedarf erfordert, als  die Teilverflüssigung.

   Das     Lachmann'sche     Verfahren besitzt aber den     Nachteil,        ,dass     die     Entfeuchtung    des zu zerlegenden Gas  gemisches     undd        ie    Ausscheidung     dr        Kohl-          lensäure    sehr erschwert wird, weil hier ein  grösserer Teil des Gemisches ohne     Überdruck     zerlegt werden soll.  



  Die Ansammlung von     Reif    in .den     Kälte-          tauschern    ist nur beim     Kältespeicher-Um-          schalt-Wechselbetrieb    zu verhindern, bei  dem der Reif durch     Sublimation    von den       herausgeleiteten:

          Zerlegungsprodukten        wieder     aufgenommen     wird.    Die     Anwendung    dieses       Kältetauschersystems    mit     Sublimationswir-          kung    ist aber nur dann besonders wirtschaft  lich, wenn das Gasgemisch nicht wesentlich  höher als 4 Atü verdichtet werden muss;  andernfalls machen sich die Verluste an  Verdichtungsenergie stark bemerkbar, weil  beim     jedesmaligen    Umschalten, das     etwa    alle  drei Minuten vor sich gehen .soll, die Druck-           luftfüllung    der Kältespeicher verloren geht  und neu zu ersetzen ist.  



  Gegenstand der Erfindung ist nun ein  Niederdruckverfahren mit Totalverdichtung  aber nur teilweiser Verflüssigung des zu  zerlegenden Gasgemisches in Verbindung  mit dem     Kältes.peicher-Umschalt-Wechsel-          betrieb    zur Übertragung des     Feuchtigkeits-          und    Kohlensäuregehaltes auf die Zerlegungs  produkte und mit dem Betrieb einer Expan  sionsmaschine durch den verfügbaren Über  schuss an verdichtetem Gas.  



  Die Teilverflüssigung steht hier schein  bar im Widerspruch zur Totalverdichtung,  denn die Teilverflüssigung     sollte    auch eine  Teilverdichtung zur Voraussetzung haben.  Dem steht aber entgegen, dass die Beseitigung  des Reifes aus dem Wasserdampf- und Koh  lensäuregehalt des Gasgemisches durch Sub  limation unbedingt eine Totalverdichtung  erforderlich macht.  



  Demnach müsste hier die     Reifausschei-          dung    durch .den erhöhten Kraftaufwand der  Totalverdichtung auf     Kondensatordrück    er  kauft werden.  



  Dieses Opfer wird aber hier .dadurch um  gangen, dass von der zuviel verdichteten Gas.  gemischmenge nach .der     Vorzerlegung    unter  Teilverflüssigung das Leichtsiedende (bei  Luft also der Stickstoff) insoweit wieder  aus dem     Trenner    mit Überdruck     unverflüs-          sigt    entnommen und     arbeitleistend    in einer       Expansionsmaschine    entspannt wird (um  damit die Kälteverluste zu decken), als diese  Gasmenge nicht zur Bildung der erforder  lichen Waschflüssigkeit gebraucht wird.  



  Die zuviel     verdichtete        Gasgemischmenge     dient also hier als Betriebsmedium der  Expansionsmaschine, in der sie nach voraus  gegangener     Vorzerlegung    als leichtsiedendes  Zerlegungsprodukt     arbeit-    und kälteleistend  entspannt wird, um mit der .dadurch erzeug  ten Kälte die     Kälteverluste    der Anlage zu  decken.  



  Dieses Niederdruckverfahren kann aber  auch so durchgeführt wer den, dass die zu  viel verdichtete     Gasgemischmenge    ohne Vor-         zerlegung    in der Expansionsmaschine ent  spannt wird.  



  Die drei -Vorgänge:     Niederdruck-Total-          verdichtung    behufs Verhütung der     Reifan-          sammlung    durch Sublimation im Kälte  .speicher-Umschalt-Wechselbetrieb, Teilver  flüssigung zwecks Minderung es Kraftbe  darfes und Entspannung des zuviel verdich  teten Gasgemisches oder des leichtsieden  den Bestandteils dieses Gemisches in einer  Expansionsmaschine stehen gegenseitig im  engsten Zusammenhang;

   denn nur     @durc;h     Totalverdichtung und     Kältespeicher-Um-          schalt-Wech.selbetrieb    ist ohne anderweitige       Vorbehandlung    die     Reifansammlung    zu ver  meiden, anderseits kann aber nur durch die  Teilverflüssigung der Kraftbedarf wesent  lich herabgesetzt werden. Gleichzeitig er  fordert aber bekanntlich jeder Betrieb von       Gasgemiseh-Zerlegungsanla.gen    einen     KäIte-          zuschuss    in Form von flüssigem Gas.

   Hier  wird nun der Überschuss an Verdichtungs  arbeit der Totalverdichtung über den Be  darf der Teilverflüssigung dazu     verwendet,     um in der Expansionsmaschine Zusatzkälte  zu leisten.  



  Mit diesem Verfahren .kann nunmehr  Luft .durch einfache Verdichtung auf d bis  4 Atü, ohne weitere     Vorbehandlung    in ihre  Hauptbestandteile zerlegt werden     und    die  ganze Einrichtung hierzu besteht zum Bei  spiel nur noch aus einem     Niederdruckver-          dichter    (für grosse Anlagen als Turbokom  pressor ausgebildet), der     Expansious-Kol-          benmaschine    oder Turbine und zwei Paar  Kältespeichern nebst dem     Trenner    für Vor  zerlegung und Nachrektifikation.  



  Bisher war immer noch ein Mindestüber  druck von 15 Atü. für den Betrieb solcher  Anlagen nötig, um neben der Zerlegung auch  noch .die Deckung der unvermeidlichen  Kälteverluste zu     bestreiten,    oder es musste  ein Teil des zu zerlegenden Gasgemisches  auf 50 bis 60 Atü. verdichtet werden. Diese  Drücke sind aber für den     Kältespeicher-          Umschalt-Wechselbetrieb        unwirtschaftlich.     



  Des weiteren war dabei ,stets noch eine  besondere     Vorbehandlung    der zu zerlegen-      den Luft zur Verhinderung der Reifen  sammlung durch Chemikalien,     Laugenberie-          selung    oder Kühlung zu betreiben, und es  waren teure mehrstufige Verdichter anzu  schaffen. Ein Turbobetrieb war bisher des  hohen Druckes wegen ebenfalls. nicht an  wendbar, wenn nicht eine besondere Anlage  zur Erzeugung der flüssigen Zusatzluft zur  Aufstellung kam, und ebenso ist ein Kälte  speicUer-Umschalt-Wechselbetrieb für den  Kältetausch ausgeschlossen,     wenn,der    Betrieb  wesentlich über 4 Atü. hinausgeht, weil  dann der     Druckluftverlust    beim Umschalten  zu gross wird.  



  Dabei war es aber bisher trotz der an  gewendeten umständlichen     Vorbehandlung     der zu zerlegenden Luft mit Chemikalien,       Laugenberieselung    und     Kühlung    nicht mög  lich, solche Anlagen ohne Unterbrechung in  folge des     Einfrierens    zu betreiben, und die       Einrichtungen    hierfür verteuerten zusammen  mit .der kostspieligen     Verdichteranlage    solche  Werke so sehr,     .dass    eine allgemeine Einfüh  rung .der Stickstoffausscheidung aus, der Luft  für den Betrieb von Eisenhüttenwerken und  die chemische Industrie schon an den hohen  Anschaffungskosten scheiterte, von dem zu  hohen Kraftbedarf, der Vielgestaltigkeit,

    dem Chemikalienverbrauch und den Be  triebsunterbrechungen infolge des     Einfrie.          reiss    ganz abgesehen.  



  Die     Betriebsunterbrechungen    wirken sich  auch     insofern    ungünstig auf die Anlage  kosten aus., als aus diesem Grunde gewöhn  lich eine Reserveapparatur mit zu beschaf  fen ist.  



  Eine     weitere    Ausbildung des Verfahrens  besteht nun darin, dass, zum Beispiel bei der  Zerlegung von Luft, mit dem Auspuff der  Expansionsmaschine im Verein mit .dem in  der     Nachzerlegungssäule    ausgeschiedenen  Stickstoff die beiden in der     Drucksäule    er  zeugten Waschflüssigkeiten, nämlich der  flüssige Rohsauerstoff und der flüssige       Waschstickstoff,    vor der Entspannung nach  gekühlt werden;

   durch das Entspannen der  Waschflüssigkeiten von 3 bis 4     Atm.    Über  druck auf den Druck der Nachrektifikation    (0,2     Atm.    Überdruck) wurde     wieder    ein  wesentlicher Teil .derselben verdampft und       da-s    würde zu Energie- und     Kälteverlusten     führen.  



  Dies zu     vermeiden,    wird nun hier die  Kälteleistung der     Expansionsmaschine    dazu  benützt, um .die Waschflüssigkeiten     .nachzu-          kühlen,    ehe sie entspannt werden, so dass  auf diese Weise ein ständiger Überschuss  an Flüssigkeit zur Deckung .der Kältever  luste entsteht und auch ein Verlust an Ver  dichtungsaufwand durch wiederverdamp  fende Waschflüssigkeit während der Ent  spannung vermieden wird.

   Bei Anlagen mit  Totalverflüssigung mit kontinuierlich wir  kenden     Röhren-Kältetauschern    beliebiger  Bauart ist die Nachkühlung der Naschflüs  sigkeit durch das Leichtsiedende der Zer  legungsprodukte schon in Vorschlag gebracht  worden; bei diesen Anlagen ist sie aber ganz  zwecklos, denn bei der Totalverflüssigung  besteht ohnedies ein Überschuss von Wasch  flüssigkeit und aus der tieferen Temperatur  des abziehenden Leichtsiedenden entsteht  kein Nachteil,

   weil dieser in Form von tie  ferer Temperatur     bestehende        Kälteüberschuss     des Leichtsiedenden in diesen Tauchern eine  teilweise     Vorverflüssigung    des eingeleiteten       Gasgemisches        hervorruft.    Das     tritt    zwar  auch in den Kältespeichern ein; allein in  diesen kommt die Flüssigkeit nicht zum       Abfluss,    das. sie sich nur als Tau an den  Flächen des untern     Speichereinsatzes    ansetzt,  wenn verdichtetes     Gasgemisch,    in die Spei  cher eingeleitet wird, welche vorher durch  das     um,    10 bis 20' kältere Leichtsiedende  unterkühlt wurden.

   Dieser Tau verdampft  aber sofort, wenn durch das nachfolgende  Umschalten der betreffende Speicher wieder  drucklos     wird    und dieser Kälteanteil wird  dann oben hinausgetragen.  



  Bei der Zerlegung von Luft verläuft die  ser Vorgang zum Beispiel wie folgt:       Dxe    auf 4 Atü. (verdichtete Luft ver  flüssigt sieh bereits bei einer Temperatur  von -178  , der abziehende Stickstoff be  sitzt aber eine Temperatur von -196  , ist      also um 18   kälter, wodurch der betreffende  Kältespeicher, durch den jeweils der Stick  stoff     herausgeleitet        werden    soll, stark un  terkühlt wird. Wenn nun nachfolgend wie  der Druckluft von 4 Atü. in diesen Spei  cher     eingeleitet    wird, dann verflüssigt sich  ein kleiner Teil davon an den unterkühl  ten Flächen des     untern    Speichereinsatzes,  bleibt aber an diesen als Tau haften.

   Wird  nun dieser Speicher auf     .Stickstoff    umge  schaltet, dann verdampft     diesr    Tau sofort  vollständig, weil er im drucklosen Zustand erst  bei<B>-198'</B>     weiterbestehen    kann und     damit     geht dieser sehr beträchtliche     Kälteanteil     verloren, indem damit die kalte Zone der  Speichereinsätze immer höher steigt und  dadurch der     Kälteübers,chuss    des Leichtsie  denden nach geraumer Zeit oben hinausge  tragen wird. Dies zu vermeiden, wird daher  .das Leichtsiedende     zweckmässig    zuerst im  Kältetausch mit den wärmeren Waschflüs  sigkeiten annähernd bis auf die Verflüs  sigungstemperatur des verdichteten Gasge  misches erwärmt.  



  Auf beiliegender Zeichnung ist in     Fig.    1  eine Einrichtung zur Durchführung des  Verfahrens in einem Ausführungsbeispiel       schematisch    dargestellt.  



  Diese Einrichtung, die zum Beispiel zum  Zerlegen von Luft dienen soll, besteht aus  den     Druckluft-Kältespeichern    A',<I>A"</I> und<I>B',</I>  B", dem     Verdampfer-Kondensator    b, dem       untern    (Überdruck-)     Rektifikator    c', dem  obern     Nachrektifikator    c", dem Nachkühler  d für die     Waschflüssigkeiten    und der Ex  pansionsmaschine h.  



  Von der zu zerlegenden Luft werden       3/4    bis     4/5    mit 3 bis 4 Atü. durch das Um  schaltventil k' in den     DruGkluft-Kältespei-          cher    A'     eingeleitet;    diese Luftmenge kühlt  sich in diesem bis -175   ab und wird  nun im untern     Rektifikator    c' in gasförmi  gen Stickstoff und 40 %     igen    flüssigen Sauer  stoff zerlegt;

   der     Stickstoff    wird dann auf  der     Kondensatorseite    des Sauerstoffverdamp  fers b zur Hälfte bis zu 3/4 verflüssigt,  worauf die Stickstoffflüssigkeit über den  Nachkühler d mit Leitung 1 auf den Kopf    und die Sauerstoffflüssigkeit aus dem     Rek-          tifikator    c' ebenfalls über den Nachkühler d  mit Leitung 2 in der     Mitte    des obern     Rek-          tifikators    ausgegossen wird, um als Wasch  flüssigkeit für die Sauerstoffdämpfe aus dem  Verdampfer b zu dienen.  



  Zu einem Viertel bis zur Hälfte wird der  gasförmige Stickstoff mit -175   durch Lei  tung 4 der Expansionsmaschine     h    zugeleitet,  in dieser zum Beispiel auf 0,1 Atü ent  spannt und dabei auf -196   gekühlt, wo  bei sich bereits etwas     vorflüssigt,    so dass  ein übersättigter Dampf mit etwa 5 % Flüs  sigkeitsgehalt in Nebelform entsteht, der  dann bei o mit Leitung 3 in den Nachkühler  d geleitet wird. Die erzielbare Kälteleistung  beträgt theoretisch 8     Kal.,    praktisch jedoch  nur 5     Kal.    pro kg Luft.  



  Der Auspuffstickstoff wird zusammen  mit dem im     Rektifikator    c" ausgeschiedenen  Stickstoff durch den Nachkühler d für die  Waschflüssigkeiten geführt, gibt dort seine  fühlbare Kälte von -196   bis -180   ab  und kühlt damit die unter einem Druck  von '3 bis 4 Atü. entstandenen Waschflüssig  keiten von<B>-178'</B> auf<B>-190'</B> nach, um       .deren    teilweise Verdampfung bei der Ent  spannung zu vermindern, woraus sich ein  Gewinn an Flüssigkeit einstellt, .der zur     Dek-          kung    der Kälteverluste dient.  



  Aus dem Nachkühler wird der     Stickstoff     sodann durch den Kältespeicher A" hin  durchgeleitet, den er oben bei     m"    verlässt,  nachdem er in ihm seine Kälte abgegeben  hat. Im Abstand von einigen Minuten wird  jeweils umgeschaltet und     3/4    bis     4/5    der  Druckluft werden dann in den Speicher A"  bei 7c" eingeleitet. Dabei nimmt die Druck  luft aus dem vorher vom kalten Stickstoff  durchströmten Kältespeicher stets die Kälte  wieder auf, welche der Stickstoff an die Me  tallmasse des Speichers vorher     abgegeben    hat.  



  Der Sauerstoff dagegen wird     abwechselnd     durch die beiden Kältespeicher B' und B"  bei<I>n'</I> und<I>n"</I> herausgeführt, durch welche  abwechselnd     '/5    bis     '/4    der zu zerlegenden  Luftmenge bei<I>t'</I> und     t"    eingeleitet wird      um die fühlbare Kälte des Sauerstoffes auf  zunehmen.  



  Um beispielsweise 250 cbm Sauerstoff von  75 % Reinheit zu gewinnen, sind 1000 cbm  Luft auf 3 Atü. zu verdichten, durch die  Kältespeicher zu leiten und im untern  (Überdruck-)     Rektifikator    c' in 40%igen  Sauerstoff und reinen Stickstoff     vorzuzer-          legen.    Aus dem     Rektifikator    c' werden  300 cbm Stickstoff der     Expansionsmaschine     zugeführt, in dieser zum Beispiel auf 0,2  Atü. entspannt und zusammen mit dem im  obern (Nach-)     Rektifikator    c"     ausgeschie-          ,denen        Stickstoff    als Auspuff .durch den       Nächkühler    d .geschickt.

   Die durch Arbeits  leistung in der Expansionsmaschine prak  tisch erzielbare Kälteleistung aus diesen       300    cbm = 360 kg Stickstoff beträgt:       360.5        =    1800     Ka1.     



  Die Expansionsmaschine liefert nun zwar  diese Kälteleistung, aber nicht in Form von  flüssiger Luft, sondern als- fühlbare     Kälte     des Auspuffes:   Die fühlbare Auspuffkälte wird nun da  durch in flüssige Luft umgesetzt, dass die  Waschflüssigkeiten mit dem Kälteinhalt :des  Auspuffes.. im Verein mit dem ausgeschie  denen     Stickstoff    aus .der Nachzerlegung  nachgekühlt werden, während     der    Betriebs  stickstoff der Expansionsmaschine durch       Überdruck-Vorzerlegung    der Luft in     ihre     Hauptbestandteile gewonnen wird.  



       Die_    Expansionsmaschine kann. .aber auch  durch Luft betrieben werden, die dann nach  träglich als Auspuff zerlegt wird. Ein Bei  spiel einer Einrichtung, in der das Verfah  ren auf diese Weise ausgeführt wird, ist in       Fig.    2 veranschaulicht.

   In diesem Falle wird  das Betriebsmittel der Expansionsmaschine  nicht oben aus der     überdruck-Vorzerlegung     als Stickstoff entnommen, sondern unten bei  x als Luft, und der Auspuff wird nun zu  erst mit Leitung 5 bei     r    in :den     Nachrekti-          fikato.r        geleitet,    dort zerlegt und erst dann  wird sein Stickstoffanteil gemeinsam mit  dem übrigen ausgeschiedenen Stickstoff  durch den Nachkühler geführt, um die  Waschflüssigkeiten     nachzukühlen.       Gegenüber der     Überdruck-Vorzerlegung     besitzt :diese Art des Verfahrens :den Nach  teil,     :

  dass    der Umsatz im     obern    (Nach-)     R:ek-          tifikator    sich um die Auspuffmenge vergrö  ssert und durch den .stossweisen Auspuff  betrieb die     R,ektifikatio:n    etwas behindert  wird. Auch entsteht :durch den Widerstand  im obern     Rektifikator    :ein höherer Auspuff  Gegendruck. Des     weiteren    ist der Stickstoff  aus der     Vorzerlegung    als Betriebsgas für die       Expansionsmaschine    geeigneter, weil er .sich  bis<B>-196'</B> abkühlen     läss.t,    Luft :dagegen  nur bis -191  .  



  Dies wirkt sich hier besonders ungünstig  aus, weil die     nachzukühlenden        Waschflüs-          :sigkeiten    schon eine Temperatur von -180    besitzen, so dass nur noch ein Temperatur  gefälle von 11   .gegen 16   beim Stickstoff  verfügbar ist. Da man aber stets auch noch       mit    einer     Übertragungsdifferenz    von 5    rechnen muss, so verbleiben nur noch  11 - 5 = 6   .als nutzbares Temperatur  gefälle gegen<B>16</B>     --    5 = 11  , also wenig  über die Hälfte des beim     Stickstoffbetrieb     nutzbaren Temperaturgefälles.  



  Da diesen Nachteilen keine     Vorteile    ge  genüberstehen, so ist im allgemeinen die       Vorzerlegung    der Luft für den Betrieb: der  Expansionsmaschine vorzuziehen, zumal beim  Betrieb mit nicht zerlegter Luft im Sätti  gungsgebiet eine teilweise     Vorverflüssigung     des     Sauerstoffes    in der Expansionsmaschine  eintritt, was     -die        Kälteleistung    der Maschine  sehr beeinträchtigt.  



  Die Verhütung der     Reifansammlung     durch Sublimation ist nur .im     Kä1tespeieher-          Umschalt-Wechselbetrieb,    nicht aber beim       kontinuierlichen!        gältetauscherbetrieb    mög  lich, denn der     Umschalt-Wechselbetrieb    .setzt  voraus, dass die     Zerlegungsprodukte    :durch  denselben Raum     h.erausgeleitet    werden, durch  den sie einziehen. Beim kontinuierlichen  Kältetausch ist dies aber nicht der     Fäll,    .denn  da sind die ein- und     ausströmenden    Mittel  voneinander :durch die Wand der Übertra  gungsflächen :getrennt.  



  Da die eingeleitete Luft auf einige     Atm.     Überdruck verdichtet wird, die Zerl:egungs-           produkte    dagegen ohne Druck     herausgelei-          tet    werden., so ist das ausziehende Volumen  wesentlich grösser als das einziehende. Da  durch wird die Feuchtigkeitsaufnahme be  günstigt,     dp,    sie eine Funktion des Volumens,  nicht aber des Gewichtes der Gase ist.  



  Die drucklos     herausgeleiteten    Zerlegungs  produkte vermögen daher im     Umschalt-          Wechselbetrieb    aus den     Kältespeichern    leicht  die Feuchtigkeit wieder aufzunehmen, die sich  beim Einleiten der verdichteten Luft an den  Flächen als Reif während einer kurzen Um  schaltperiode von einigen Minuten angesetzt  hat.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Niederdruckverfahren zum Zerlegen von Gasgemischen, dadurch gekennzeichnet, dass das zu zerlegende Gasgemisch unter Total verdichtung auf Kondensatordruck in Kälte speichern während der Abkühlung seinen Feuchtigkeits- und Kohlensäuregehalt ab setzt, sodann aber nur teilweise verflüssigt, zum andern Teil dagegen entweder als Gas gemisch selbst oder nach erfolgter Vorzer- legung der leichtsiedende Bestandteil daraus in einer Expansionsmaschine entspannt wird,
    worauf die Zerlegungsprodukte beim Her ausleiten durch die Kältespeicher im ent spannten Zustand die vom verdichteten Gas gemisch in den Kältespeichern abgesetzte Feuchtigkeit und Kohlensäure wieder auf nehmen, während. die in der Expansions maschine mit dem Überschuss an Verdich tungsenergie erzeugte Kälte zur Deckung der Kälteverluste dient. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Waschflüs sigkeiten zur Verhütung des Wiederver- -dampfens des Flüssigkeitsüberschusses bei der Entspannung durch den Auspuff der Expansionsmaschine nachgekühlt werden. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass zur Vermei dung von Kälteverlusten das Leichtsie dende der Zerlegungsprodukte zuerst im Kältetausch mit den wärmeren Wasch flüssigkeiten etwas erwärmt wird, ehe es durch einen Kältespeicher herausgeleitet wird. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Un teransprüchen 1 und 2, .dadurch gekenn zeichnet, dass nach erfolgter Vorzerlegung das Leichtsiedende der Zerlegungspro dukte mit dem Überdruck der Vorzerle- gung in der Expansionsmaschine ent spannt und dann zusammen mit dem Leichtsiedenden aus der Nachzerlegung zur Erhaltung des Flüssigkeitsüberschus ses für die Deckung der Kälteverluste durch einen Nachkühler der Waschflüs sigkeiten .geleitet wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Nachküh lung der Waschflüssigkeiten. teils durch den Auspuff der Expansionsmaschine und teils durch das Leichtsiedende aus der Nachzerlegung oder nur .durch den Aus puff der Expansionsmaschine erfolgt. PATENTANSPRUCH II: Einrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I und Unteran sprüchen 1 bis 4, gekennzeichnet durch die Verbindung mehrerer Kältespeicher für Umschalt-Wechselbetrieb mit einem Nach kühler für die Waschflüssigkeiten, in wel chem der Auspuff aus der Expansionsma schine und das Leichtsiedende aus der Nach zerlegung .oder nur der Auspuff aus der Ex pansionsmaschine einen Teil ihres Kältein haltes abgeben. UNTERANSPRUCH: 5.
    Einrichtung nach Patentanspruch II, ge kennzeichnet durch die Verbindung eines Nachkühlers für die Waschflüssigkeiten mit einer Expansionsmaschine,. in welcher der mit Überdruck gasförmig ausgeschie dene, leichtsiedende Bestandteil des Gas gemisches entspannt wird.
CH151043D 1929-04-19 1930-04-15 Niederdruckverfahren zum Zerlegen von Gasgemischen unter Teilverflüssigung. CH151043A (de)

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CH151043D CH151043A (de) 1929-04-19 1930-04-15 Niederdruckverfahren zum Zerlegen von Gasgemischen unter Teilverflüssigung.

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