<B>Zusatzpatent</B> zum Hauptpatent Nr. 146116. Zanggestreckte leuchtende Entladungsröhre. Gegenstand des Hauptpatentes ist eine langgestreckte leuchtende Entladungsröhre mit Gasfüllung und Elektroden an jedem Ende, die durch eine äussere Energiequelle geheizt werden sollen, bei welcher jede Elek trode eine Substanz von hoher Thermo- Elektronena.ussendefähigkeit aufweist.
Die den Gegenstand der vorliegenden Er findung bildende Entladungsröhre ist eine besondere Ausführungsform der im Patent anspruch des Hauptpatentes gekennzeichne ten Entladungsröhre, welche sich ihrerseits dadurch kennzeichnet, dass mindestens eine ihrer Elektroden als Hohlzylinder ausgebil det ist, dessen eines, dem Innern der Röhre zugekehrtes Ende geschlossen ist und dessen anderer, erweiterter Endteil .eine in der Ent ladungsröhre vorgesehene Öffnung abschliesst, wobei dieser Hohlzylinder als.
Träger einer an seiner Umfangsfläche liegenden, mit der Gasfüllung der Entladungsröhre in Kontakt Stehenden Substanz dient, die eine höhere Thermoelektronenaussendefähigkeit besitzt als Wolfram und in dessen Innern ein durch jene Öffnung hindurch leicht herausziehbares Heizelement zum Erhitzen der genannten Substanz vorgesehen ist.
Eine Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise veran schaulicht.
Fig. 1 zeigt einen teilweisen Schnitt des erweiterten Endteils einer langgestreckten leuchtenden Entladungsröhre, und Fig. 2 zeigt schematisch eine Beleuch tungseinrichtung, bei der eine solche Ent ladungsröhre angewendet ist.
Die Entladungsröhre, die bei der in Fig. 2 dargestellten Beleuchtungseinrichtung angewendet ist, weist eine rohrförmige Um hüllung 6 auf, die ein verdünntes inertes Gas, beispielsweise Neon, enthält. In den erwei- terten Endteilen der Entladungsröhre sind Elektroden 8 angeordnet, die als Hohlzylin der ausgebildet sind.
Das - innere Ende 9 (Fig.l) dieser hohlzylindrischen Elektroden 8 ist geschlossen, während ihr äusserer End- teil 11 erweitert und in dem eine Öffnung 13 in jedem Endteil 8 umgrenzenden Rand 12 derart eingesetzt ist, dass die Öffnung 18 dicht abgeschlossen ist.
Jede der Elektroden 8 ist durch eine Leitung 14 mit den entsprechenden Enden der Hochspannungs-Sekundärwicklung 15 eines Transformators 16 verbunden, dessen primäre Wicklung 17 an eine Wechselstrom quelle mit der üblichen normalen Spannung angeschlossen ist. Der durch die Röhre hin durchgehende hochgespannte Wechselstrom bewirkt die Ionisierung des Gasinhaltes und die Ausstrahlung von Licht.
Der die Hochspannungs-Wechselstrom- quelle bildende Transformator ist in der üblichen Weise schematisch dargestellt; es ist aber zu beachten, dass eine Vorkehrung wegen des negativen Widerstandes der Röhre getroffen werden muss. Zu diesem Zwecke kann ein Streuungstransformator verwendet oder eine geeiggete Rea-ktanz in den Strom kreis eingeschaltet werden.
Das Bombardement der als Kathode die nenden Elektrode durch positive, aus dem mittleren Abschnitt der Röhre kommenden Ionen wird verhindert, indem man eine auf der Umfangsfläche der hohlzylindrische Elektroden 8 liegende, mit der Gasfüllung in Kontakt stehende Substanz von hoher Emissionsfähigkeit auf die erforderliche Temperatur bringt, um negative Elektronen zu erzeugen, die nach dem mittleren Ab schnitt der Röhre ausgesendet werden. Diese negativen Elektronen werden die positiven Ionen treffen und sie neutralisieren, bevor sie auf die Elektroden auftreffen und letztere zur Zerstäubung bringen können.
Dement sprechend wird die hohlzylindrische Elek trode 8 mit einem Material 19 von hoher Emissionsfähigkeit, beispielsweise Barium oxyd oder Strontiumoxyd, überzogen, das wirksam wird, wenn es auf eine genügend hohe Temperatur gebracht wird. Um die Temperatur .des Überzugsmaterials auf den erforderlichen Wert zu bringen, ist eine durch die Öffnung 13 leicht herausziehbare Heiz- spule 20 vorgesehen, die in das Innere der hohlzylinderförmigen Elektrode 8 eingesetzt und mittelst eines Haltestückes 33 in dieser gehalten wird.
Diese Heizspule kann aus einer Wicklung von Widerstandsdraht be stehen, der über ein Röhrchen aus hitze beständigem isolierendem Material gewunden ist. Die Enden 21 und 22 ragen aus der Öffnung 13 heraus und sind durch die Lei tungen 25 und 26 mit einer geeigneten Strom quelle verbunden, etwa mit den Polen eines Wechselstromnetzes von der üblichen Span nung von 11,0 Volt.
Auf Wunsch können die Elektroden 11 im Abstand von den Wänden der Röhren enden 7 durch eine den Abstand haltende Stauge 30 gehalten werden, die mit der rohrförmi7en Elektrode fest verbunden ist und an den Wänden des betreffenden erwei terten Endes der Leuchtröhre anliegi.
Die wirksame Fläche der Elektrode braucht nicht den Betrag von 1,5 dm\ pro Ampere zu erreichen oder zu überschreiten, wie dies für .eine lange Lebensdauer der Röhre bei kalter Elektrode für erforderlich gefun den wurde. Diese Fläche spielt nämlich keine Rolle, da die Zerstäubung der Elektrode durch die Aussendung negativer Elektronen -eerhind,ert wird. Die gewünschte Zahl an ausgesandten Elektronen kann durch eine geeignete Menge des hoch emissionsfähigen Materials und durch die Grösse des der Reiz spule zuzuführenden Stromes erreicht wer den.
Wünscht man die die Leuchtröhre durch, fliessende Stromstärke zu verändern, so ist es daher nicht erforderlich, die Grösse der Elektrode 8 zu ändern, sondern vielmehr nur die Grösse der Elektronenemission, indem man den zu dem Heizelement 20 zugeführten Strom ändert. Die Lebensdauer der Leucht röhre hängt somit nicht mehr von. der Elektrodengröss'e ab, sondern von der Lebens dauer des hoch emissionsfähigen Materials.
Es ist zuweilen zweckmässig, die Elek trode 8 mit einem Verunreinigungen absor bierenden Material zu versehen, wie es üblicherweise bei der Herstellung von Faden- lampen verwendet wird, um die Röhre zu reinigen. Dieses Absorptionsmaterial wirkt mit bei der Evakuierung der Leuchtröhre, wie es bei der Herstellung von thermionischen Vorrichtungen üblich ist. Die Röhre kann -dann mit Neon oder einem andern inerten Gas gefüllt werden, das wegen der Verwen dung dieses Absorptionsmaterials nicht vor her gereinigt zu werden braucht.
Die oben beschriebene Entladungsröhre eignet sich in vollkommener Weise für Be leuchtungszwecke. Sie kann stets bei dem wirksamsten Druck betrieben werden, das heisst bei dem Druck, der den geringsten Energieaufwand zur Erregung derselben er fordert, da ihre Lebensdauer unabhängig von diesem Drucke ist.
Es ist selbstverständlich, dass in der 7u sammensetzung und Ausbildung des die Elektronen aussendenden Elementes, sowie in der Form und der Zusammensetzung der Elektrode und ferner in dem gasförmigen Inhalt der Röhre mannigfache Veränderun gen möglich sind.