CH151636A - Verfahren und Vorrichtung zum Hindurchführen frisch erzeugter Kunstfaserbündel durch die Nachbehandlungsbäder bei der kontinuierlichen Herstellung von Kunstseide. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Hindurchführen frisch erzeugter Kunstfaserbündel durch die Nachbehandlungsbäder bei der kontinuierlichen Herstellung von Kunstseide.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum hindurchführen frisch erzeugter Itunstiaserbündel durch die Nachbehandlungsbäder bei der kontinuierlichen Herstellung von ]Kunstseide. Es sind bereits Verfahren und Vorrich- tungen zur kontinuierlichen Herstellung und Nachbehandlung von Kunstseide bekanntge worden, die aber im Grossbetriebe nicht zur Anwendung kamen, weil sie zu empfindlich und umständlich waren, um stets völlig gleichmässige Kunstseide mit guten textil technischen und färberischen Eigenschaften zu erzeugen.
Vorliegende Erfindung zeigt nunmehr einen Weg, wie mit einfachen Mitteln in kürzester Zeit frisch erzeugte Kunstfaser- bündel bei der kontinuierlichen Herstellung von Kunstseide fertig behandelt werden kön nen. Hierbei wird eine Beobachtung benützt, nach welcher es gelingt, frisch erzeugte Kunstfasern selbst in starken Faserbündeln in kürzester Zeit fertig zu behandeln, wenn man dafür sorgt, @dass die Behandlungsflüs sigkeiten zu jeder Einzelfaser leicht Zutritt finden.
Gemäss dem Verfahren werden die Faserbündel in lockerem Zustand und mit möglichst geringer Spannung durch die Be- handlungsibäder geführt, zum Zweck jede Einzelfaser des Faserbündels mit der Be handlungsflüssigkeit in Berührung bringen und .die gesamte Nachbehandlung unter Ver meidung jeder mechanis.chen_Beanspruchung durchführen, zu können.
Bei der Anwendung dieses Verfahrens treten folgende überraschende Erscheinungen auf 1. Die Behdndlungsdaner ist auf kürzeste Zeit, Bruchteile einer Minute, beschränkt; hierbei kann .beispielsweise :bei Herstellung von Viskosekunstseide eine DurcUgangsge- schwindigk.eit von über 50 m und sogar von 100 m in der Minute angewendet werden.
2. Infolge Vermeidung jeglicher schädi genden mechanischen Beanspruchung zeigt das, Erzeugnis eine aussergewöhnlich gute Gleichmässigkeit bei der Anfärbung. Es entstehen Kunstseidengebilde, die so aneinander hängen, dass sie sich ohne An wendung einer Schlichte urgezwirnt textil weiter verarbeiten lassen.
Zur Ausführung des. Verfahrens kann die in der Zeichnung beispielsweise und schema: tiseh dargestellte Vorrichtung benützt wer den. Fig. 1 ist ein Grundriss, Fig. 2. eine Sei tenansicht derselben, und Fig. 3 zeigt eine Einzelheit in grösserem Massstab.
Die von etwa. 50 Spinndüsen kommenden, frischen Kunstseidegebilde cc werden als lockere Faserbündel aus dem Spinnbade, das nicht .dargestellt ist, mit schwacher Kniekung an den Fadenführern b von der Walze e, deren Umlaufsgeschwindigkeit durch d regel bar ist, unter Spannung abgezogen. Die ge samte weitere Behandlung erfolgt unter Ver meidung jeglicher Spannung.
Die durch d1, d2, <B>da</B> usw. in ihrer Umfangsgeschwindigkeit regelbaren Walzen<B>f l,<I>f2,</I></B> f s usw. werden für jedes Bad so eingestellt, dass die Fasergebilde in jedem einzelnen Bad lose unter den Haken i durch. die Wannen ei, e2, es<B>USW.</B> durch geführt bezw. .durchgetragen werden; eine Reibung der Fäden an den Haken i, die nur die Gebilde unter dem Flüssigkeitsspiegel halten sollen, darf nicht stattfinden.
Die Wannen ei, e2, es usw., deren Anzahl beliebig sein kann, enthalten die Flüssigkeiten zum Waschen, Entschwefeln, Seifen (Erstkupfern bei Kupferseide) usw. Die aus dem letzten Bade austretenden Fäden werden über eine durch 7s regelbar angetriebene Walze 7a, an deren Stelle auch eine Trockenvorrichtung treten kann, der Sammelvorrichtung 1 zuge führt, in welcher die Fäden auf Spulen,
Kanetten oder d vergleichen aufgewunden wer- ,den; ,diese Sammelvorrichtung kann gleich falls als Trockenvorrichtung mit kontinuier lich auswechselbaren Aufnahmeorganen (m, Fig. 2) ausgebildetsein. Fig. 3 zeigt die An ordnung der Haken i in den Wannen e.
Um den überraschenden Erfolg der Ar beitsweise darzutun, seien beispielsweise fol gende Zahlen gegeben: Die Länge der Nach- behanddungsvorrichtung, bestehend aus, Wan nen e und Zwischenrollen f betrage 8 bis 10 m. Führt man frische Kunstseidenfäden mit Einzeltäer 1 'bis 1,5 Deniers mit einer Geschwindigkeit von 40 biss 60 m in. der Minute :durch diese Vorrichtung, .so ist die Ges@amtnassbehaiicUung nach 10 bis 15 Sekun den beendigt.
Die so erzeugten Kunstseiden zeigen guten Glanz und gute Mssfestigkeiten und färben sich überraschend gleichmässig. Die urgezwirnten Fadenbündel haften auch ohne Anwendung eines Schdichtem.ittels so anein ander, .dass ihre textile Weiterverarbeitung ohne Zwirnung möglich ist.
Gegenüber den bisher angewendeten Ver fahren arbeitet das vorstehend beschriebene Verfahren sehr sicher und wirtschaftlich und unterscheidet sich insbesondere vorteilhaft von den Verfahren, die sich zur Nachbehand lung der Kunstseidenspulen bezw. Kun.st- s@eidenkuchen der Traufenwäsche oder der Saug- und Druckwäsche bedienen, indem eine wesentlich reinere Faser erzielt wird,
da die in den Behandlungsflüssigkeiten enthal tener Unreinlichk eiten auf der Faser nicht festgehalten worden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zum Hindurchführen frisch erzeugter Kunstfasierbündel durch die Nach- behandlungsbäder bei .der kontinuierlichen Herstellung von Kunstseide, dadurch ge kennzeichnet, @dass man die Faserbündel in lockerem Zustand und unter möglichst ge ringer Spannung durch -die Behandlungs bäder führt, zum Zweck,jede Einzelfaser des Faserbündels mit der Behandlungsflüssigkeit in Berührung bringen und die gesamte Nach behand'lung unter Vermeidung jeder meeha- nischen Beanspruchung durchführen zu kön nen.UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch I, da- ,durch gekennzeichnet, dass die Kunstfaser- bünd@el mit Geschwindigkeiten von über 50 m in der Minute durch die NacUb.ehanddungs- vorrichtung geführt werden.PATENTANSPRUCH II: Vorrichtung zur Ausführung des Verfah rens gemäss Patentanspruch I, gekennzeich net durch eine Abzugswalze mit Regelvor richtung, eine Reihe hintereinand-ergeschalte- ter Wannen für die Behandlungsbäder mit Leithaken, durch Trag- und Förderwalzen, die zwischen den Wannen so angeordnet sind, dass ,sie die Kunstseidenbündel tragen, .ohne diese zu spannen und durch Regelvorrichtun- gen, mit welchen die Umlaufgeschwindigkei ten,der Trag-,und Fördexwalzen untereinander so verändert werden können, dass trotz der Längenveränderung der Kunstseidenfäden diese stets mit dem gleichen Durchgang durch die Wannen geführt werden.
Applications Claiming Priority (1)
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| DE151636X | 1929-10-18 |
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| CH151636D CH151636A (de) | 1929-10-18 | 1930-10-09 | Verfahren und Vorrichtung zum Hindurchführen frisch erzeugter Kunstfaserbündel durch die Nachbehandlungsbäder bei der kontinuierlichen Herstellung von Kunstseide. |
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1930
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