CH151790A - Einrichtung zur Kompensation des Wattreststromes in Mehrphasen-Hochspannungsnetzen mit induktivem Erdschlussschutz. - Google Patents

Einrichtung zur Kompensation des Wattreststromes in Mehrphasen-Hochspannungsnetzen mit induktivem Erdschlussschutz.

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CH151790A
CH151790A CH151790DA CH151790A CH 151790 A CH151790 A CH 151790A CH 151790D A CH151790D A CH 151790DA CH 151790 A CH151790 A CH 151790A
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Bbc Brown Boveri & Cie
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  Einrichtung zur Kompensation des     Wattreststromes        in.        3Tehrphasen-Hochspannungs-          netzen    mit     induktivem    Er     dschlussschutz.       Um den     Erdschluss-stromeines        Mehr-          pha.sen-Hochspannungsnetzes        mit    induktivem       Erdschlussschutz        (Petersenspule,        Bauch-          transfarmator,        Jonasspule)    vollkommen zu  kompensieren, ist es notwendig,

       ausser    der       kapazitiven    Komponente des     Erdschlussstro-          mes.,    auch die Wattkomponente dieses Stro  mes aufzuheben. Während es, mit den be  kannten Löscheinrichtungen ohne weiteres  möglich ist, die     kapazitive    Komponente des       Erdschlussstromes    durch     symmetrisch    ange  schlossene     Induktivitäten    mit gerader     Span-          nungscharakteristik    zu kompensieren, sind  zur Aufhebung     der    Wattkomponente beson  dere     Massnahmenerforderlich,

      .durch welche  im     Erdschlussfalle    die     Erdungsin.duktivität     von einer Spannung erregt wird, deren Vek  tor gegen den Vektor der Phasenspannung  des erdgeschlossenen     Netzleiters-    im nach  eilenden Sinne verschoben ist,     bezw.    von  einem Strom, dessen Vektor gegen .den: Vek  tor der     Phasenspannung    des erdgeschlossenen    Netzleiters um mehr .als<B>90'</B> im nacheilen  den Sinne verschoben ist. Im D.     Il,.    P.  Nr.     441121    zum     Beispiel    ist eine der.

   Pha  senzahl des Netzes entsprechende Zahl von       Induktivitäten        zwischen    Erde und symme  trisch gelegenen Punkten eines, an das Netz  angeschlossenen Wicklungssystems geschal  tet, wobei die Lage der     Anschlusspunkte    eine  solche ist, dass die ihnen entsprechenden       Sternspannungen    sich weder in Phase noch  in Gegenphase zu den Phasenspannungen des  Netzes befinden.

   Um nun aber den Kompen  sationsstrom dieser     Induktivitäten    genau in  Gegenphase zum     Erdschlussstrom    zu bringen,  wurden die     Induktivitäten    so. bemessen, dass  die im     Erdschlussfalle    an .der jeweils höch  sten     Spannung    liegende Spule sich     im    Zu  stand hoher     Eisensättigung    befindet,     w5h-          rend    die an den niedrigeren Spannungen  liegenden Spulen noch ungesättigte Eisen  kerne besitzen.

   Der Kompensationsstrom  wird in diesem Falle     vorwiegend    durch .die-           jenige    Spannung erzeugt, welche die hoch  gesättigte     Induktivität    erregt, und diese  Spannung ist gegen die Spannung der jeweils       erdgeschlossenen    Phase um einen Winkel in  nacheilendem Sinne verschoben. Daher ist  auch der resultierende Strom in der     Erdungs-          induktivität        .gegen    :die     Phasenspannung    des       erdgeschlossenen    Netzleiters um mehr als  90   phasenverschoben. Das     Mittel        @d:er    hohen.

    Eisensättigung hat- aber den Nachteil, dass  der induktive Kompensationsstrom     stark.     ausgeprägte (vor allem dritte) harmonische       Oberwellen,    aufweist, so: dass der Vorteil der  völligen Kompensation des grundharmoni  schen     Erdschlussstromesdurch    das Auftre  ten stark     ausgeprägter    Oberharmonischer  wieder ausgeglichen wird.  



  Die     _    vollkommene     Kompensation    des       Erdschlussstromes    könnte auch :dadurch er  reicht     werden,        .dass'tl    man eine     ungeAttigte          Erdungs.induktivität    verwendet und diese im       Erdsohlussfalle    unmittelbar an eine gegen  die Spannung     :der        er.dgesehlossenen.    Phase  nacheilende Spannung des gegebenen. Wick  lungssystems anlegt.

   Diese Einrichtung hat  aber den Nachteil, dass unter Umständen  der     Erdschlussschutz    zu spät einsetzt, da  die Wahl des     Anschlusspunktes:    für die       Löschinduktivität    sich jeweils nach der  Phase des im     Erdschluss    befindlichen Netz  leiters     richten    muss. Aus diesem     Grunde     kann die Schutzeinrichtung erst wirksam  werden, wenn selektiv     wirkende    Einrichtun  gen nach Eintritt des Erdschlusses den An  schluss auf mechanischem Wege hergestellt  haben. Nachteilig ist auch der Umstand,       dass    die ganze     Induktivität    ein- und ausge  schaltet werden muss.

   Dies bedingt Schalt  einrichtungen für den vollen     Erdschlussstrom,     der oft erhebliche Werte besitzt.  



  Um die Ein- und Ausschaltung der gan  zen     Löschinduktivität    zu vermeiden, könnte  man sie auch in bisher üblicher Weise als       Polerdungsspule,        Nullpunktsdrossel    oder       Löschtransformator    :dauernd angeschlossen  halten und im     Erdschlussfalle    in ihren Strom  kreis eine     Zusatzspannung    einfügen, welche         den:    in der Löscheinrichtung fliessenden  Strom genau in Gegenphase zum     Erdschluss-          strom    bringt.

   Aber die Einfügung .einer  solchen Zusatzspannung in den durch den       Erdschluss    ,bereits Strom führenden Strom  kreis kann nicht ganz störungsfrei vor sich  gehen, da, es beim Einfügen ,der Zusatzspan  nung nicht möglich ist, eine kurzzeitige  Drosselung des Stromes oder einen Kurz  schluss von Wicklungsteilen oder gar eine       vorübergehende    Stromunterbrechung zu ver  meiden.

           Diese        Nachteile    lassen sich nun aber     er-          findungsgemäss    dadurch vermeiden., dass; die  Aufhebung des     Wattreststromes    in einer     be-          sonderen    zusätzlichen,     einpolig    geerdeten In  duktivitKt erfolgt, welche beim Auftreten  eines Erdschlusses, an eine     Spannung    gelegt  wird, welche in ihr einen Strom erzeugt,  dessen Vektor gegen den. Vektor der Pha  senspannung des     erdgeschlossenen    Netzleiters  um mehr als 90   im nacheilenden Sinne  verschoben ist.

   Eilt die Hilfsspannung der       Phasenspannung    .des erdgeschlossenen Netz  leiters um 90   nach, dann ist die durch die       Zusatzwicklung    fliessende Komponente des       gesamten        induktiven    Löschstromes um nahe  zu<B>90,</B> gegen den Strom der     Hauptinduk-          tivität    verschoben.

   In diesem Falle kann  die     Hauptinduktivität,    wie bisher, für mög  lichst vollkommene Kompensation der     kapa-          zitiven    Komponente des     Erdschlussstrom:es     bemessen werden, ohne Rücksicht auf das  Hinzutreten     ,der    den     Wattreststrom    kompen  sierenden     Zusatzinduktivität.    Es kann sogar  in bereits bestehenden, durch induktive Er  dung gegen die Folgen des     Erdschlusses    ge  schützten     Hochspannungsnetzen    noch nach  träglich der     Wattres.tstrom    dadurch kom  pensiert werden,

   dass man die     entsprechend          erregte        Zusatzinduktivität    an geeigneter  Stelle     :des    Netzes: an dieses anschliesst.  Hierzu ist im allgemeinen ein an das Hoch  spannungsnetz angeschlossener Hilfstrans  formator notwendig, welcher die zur Erre  gung der     Hilfsinduktivität        :erforderliche,     gegen :die     Pha.sen.s:

  pannung    des     erdgeschlos-          senen    Netzleiters nacheilende Hilfsspannung           liefert.    Ferner sind Relais erforderlich, wel  che in Abhängigkeit von den Spannungen  der Netzleiter gegen Erde die     Zusat.zinduk-          tivität    selektiv an ,die jeweils richtige Pha  senspannung legt.

   Da. die     Lusatzinduktivi-          tä.t.    nur für den     Wattreststrom    zu bemessen  ist, dieser aber nur wenige Prozente des       Erdschlussstromes    beträgt, so ist der Hilfs  transformator und die     Zusatzinduktivität     nur für wenige     Prozente    der     Erdschluss-          leistung    zu bemessen.  



  Die ganze Einrichtung stellt also nur  einen relativ kleinen Zusatzapparat zur nor  malen Löscheinrichtung dar. Es steht nichts  im Wege, auch die     Hauptinduktivität    an den  Hilfstransformator anzuschliessen, zum Bei  spiel eine     Nullpunktsdros,sel        (Löschspule)    an  den Sternpunkt der     Hilfstransformato.rwick-          lung    zu legen, aber in diesem Falle ist der       Hilfstransformator    dem ihn durchfliessen  den     Gea.mtstrom    entsprechend zu bemessen.

    Da im normalen Betrieb, also. bei gesundem  Netz, -der Strom im Hilfstransformator sehr  klein ist, ist er dabei in der weitaus gröss  ten     Betriebszeit    .schlecht ausgenützt.     Man     kann ihn aber auch zur Kompensation des  Ladestromes des Netzes heranziehen, indem  man ihn mit grossen Luftspalten versieht.  Er nimmt dann einen grossen     Magnetisie-          rungsstrom    auf, der .den voreilenden Lade  strom des Netzes     kompensiert    und damit  die Generatoren, der Zentrale von der Liefe  rung dieser Ströme entlastet.

   Im     Erdschluss-          falle    addieren sich     da,nr.    zu diesem     Magneti-          sierungsstrom    die Kompensationsströme geo  metrisch, und es sind die     Leiterquerschnitte     diesem Gesamtstrom entsprechend zu bemes  sen. Die     Zusatzinduktivität    kann an belie  biger Stelle des Hochspannungsnetzes ange  schlossen werden.

   Sie kann aber auch in       Teilinduktivitäten    zerlegt werden, welche so  auf     da.s    Netz.     verteilt    anzuordnen sind, dass  jedem     für    sich schaltbaren Netzteil     eine    ent  sprechende     Teilinduktivität    zugeordnet wird.

    Zum selektiven An- und Abschalten der       Zusatzinduktivität    können auch Nullspan  nungsrelais verwendet werden, welche zwi  schen Netzleiter und Erde geschaltet sind,    wobei das Relais der jeweils erdgeschlossenen  Netzphase die     Zusatzinduktivität    an den     ent-          sprechendere    Wicklungspunkt des: Hilfstrans  formators anschliesst. Die Schalter selbst  werden zweckmässig als Schnellschalter aus  gebildet, damit die Kompensation des     Erd-          schlussstromes:    in kürzester Zeit ihren vollen  Grad erreicht.  



       Anstatt    einen Hilfstransformator zu ver  wenden, kann auch der zum     Anschluss    der       Hauptinduktivitätdienende    Transformator  oder Generator     mit        Zusatzwicklungen;    zum       Anschluss    der     Zusatzinduktivität    versehen  werden.  



  In der Figur ist ein Ausführungsbeispiel  der Erfindung dargestellt. Es bedeutet N  ein     Dreiphasen-Hochspannungsnetz    mit den  Leitern 1, 2 und B. H ist ein Hilfstrans  formator zum Anschluss der     Zusatzinduktivi-          tät    Z, welche mit einem Pol an Erde     E    liegt.

    Der Hilfstransformator H trägt eine Wick  lung     ca,        a',   <I>b, b', c, c',</I> deren Klemmen     a,     b, c     an,das    Hochspannungsnetz N angeschlos  sen sind, während die Klemmen     a',    b', c' zu  den     obern    Kontakten der     Schnellschalter          SA,        Sb,   <B>Se</B>     ,geführt    sind. Die     untern    Kon  takte dieser drei Schalter sind unter sich und  mit dem freien Pol der     Zusatzinduktivität     verbunden.

   Die Schnellschalter werden durch  die ihnen zugeordneten     Nullspannungsrelais     Ra,     Rb,        Re    betätigt, und zwar wahlweise.  Wenn zum Beispiel der Netzleiter 3     Erd-          schluss    hat, dann. hat die Klemme c der Wick  lung H Erdpotential, das     Nullspannungs-          relais        R@    ist spannungslos und schliesst den  Schalter     8,3,    während die Schalter<B>8.</B>     und        Sb     offen bleiben.

   Die     Zusatzinduktivit.ät    ist       dann    an die zwischen den Klemmen c und  c' herrschende Spannung c, c' gelegt, die, wie  aus der Figur ersichtlich, senkrecht steht  auf der     .Spannung    o, c, welche die Phasen  spannung des     erdgeschlossenen        Netzleiters     darstellt. Der die     Zusatzinduktivität    durch  fliessende Strom ist also nahezu um<B>180'</B>  gegen die Spannung o, c verschoben, er ist  also in Gegenphase zum     Wattreststrom    des  Netzes.

   Zur Aufhebung der     kapazitiven     Komponente des     Erdschlussstromes    ist in der           Figur    die Löschspule L dargestellt, die an  den Sternpunkt 0 der Wicklung<I>.A,</I>     B,   <I>C,</I>  des Transformators T     angeschlossen    ist. Bei  entsprechender Bemessung des Transforma  tors H kann die Löschspule L auch an den       Sternpunkt    o dieses Transformators ange  schlossen werden. Sind die Einrichtungen       getrennt    angeordnet, dann ist es nicht er  forderlich, dass sie räumlich beieinander ste  hen, sie können unabhängig voneinander be  stehen und an beliebigen Punkten des Net  zes aufgestellt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Einrichtung zur völligen Kompensation des Erdschlüssstromes in Hochspannungs netzen mit induktivem Erdschlussschutz, da durch gekennzeichnet, dass ausser der die kapazitive Komponente des Erdschlussstro- mes kompensierenden, dauernd angeschlos senen Hauptinduktivität im Erdschlussfalle eine besondere einpolig geerdete Zusatzin.duk- tivität derart an eine an das.
    Hochspan nungsnetz angeschlossene Wicklung gelegt wird, dass die Zusatzinduktivität durch eine gegen die Phasenspannung des jeweils erd geschlossenen Netzleiters nacheilende Hilfs spannung erregt wird. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Hilfsspan nung .gegen die Phasenspannung :des je weils erdgeschlossenen Netzleiters um 90 phasenverschoben ist. 2.
    Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass beim Erd- schluss eines Netzleiters das Anlegen der Zusatzinduktivität an die entsprechende Hilfsspannung durch eine .selektiv arbei tende Relaisanordnung selbsttätig erfolgt. $. Einrichtung nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass "als selektiv wirkende Relaisanordnung Nullspan nungsrelais verwendet werden, welche zwischen die Netzleiter und Erde geschal tet sind. 4.
    Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die zum An schluss der Zusatzinduktivität dienende Hilfswicklung eine mit Sternpunkt ver sehene Zickzackwicklung ist, die auch gleichzeitig zum Anschluss der Hauptin- duktivität dienen kann. 5. Einrichtung nach Unteranspi-ich 1, da durch b kennzeichnet, dass die Hauptin- duktivität für ,die volle oder annähernd volle Kompensation der kapazitiven Kom ponente des Erdschlussstromes jbem-essen ist.
    Einrichtung nach Patentanspruch, da .durch .gekennzeichnet, dass die Zusatz induktivität im Erdschlussfalle an zusätz liche Wicklungen :der zum Anschluss der Hauptinduktivität dienenden Spannungs quelle gelegt wird.
CH151790D 1930-02-07 1931-01-23 Einrichtung zur Kompensation des Wattreststromes in Mehrphasen-Hochspannungsnetzen mit induktivem Erdschlussschutz. CH151790A (de)

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