CH155097A - Walkflüssigkeit. - Google Patents

Walkflüssigkeit.

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CH155097A
CH155097A CH155097DA CH155097A CH 155097 A CH155097 A CH 155097A CH 155097D A CH155097D A CH 155097DA CH 155097 A CH155097 A CH 155097A
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Kiefer Ferdinand
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      Walkflüssigkeit.       Das Walken von Textilfasern geschieht  bisher unter Verwendung von alkalischen  Stoffen, wie     Seifen-    und     Sodalösungen,     oder unter Verwendung von Säuren, wie  Schwefel- oder Essigsäure. Es ist bereits  versucht worden, diese     Walkmittel    durch  andere geeignete Stoffe zu ersetzen, jedoch  ohne grossen Erfolg. Ferner sind Verfahren  bekannt geworden, bei denen zur üblichen       Walkflüssigkeit        Zusatzmittel,        beispielsweise     natürliche oder künstliche Gerbstoffe, ge  geben werden.  



  Es ist nun gefunden worden,     dass    der       Ujalkprozess    besonders vorteilhaft unter  Verwendung weder stark saurer, noch stark  alkalischer Verbindungen durchgeführt wer  den kann, und zwar, wenn man eine     Walk-          flüss.igk.eit        verwendet,    die gemäss der Er  findung durch einen Gehalt an mindestens  einem     sulfurierten        Olpräparat    von hoher  Netzwirkung     gekennzeichnet    ist.  



  Es ist bekannt, dass     sulfurierte    Öle und       Fette    mit hoher Netzwirkung dem Reini-         gungsprozess,    insbesondere von vegetabili  schen Fasern,     sowie    die verschiedenen     Fär-          bereiprozesse    von Textilgut günstig beein  flussen. Nicht bekannt und auch nicht  vorauszusehen war, dass diese Verbindungen  die Eigenschaft haben, den     Walkprozess          ausserordentlich    zu beschleunigen und zu  verbessern.  



  Ein     Walkbad    gemäss der Erfindung kann       beispielsweise        sulfurierte        Olpräparate    mit  hoher Netzwirkung, worunter auch aus  freien<B>Öl-</B> und Fettsäuren hergestellte Pro  dukte zu verstehen sind, die auf eine der  üblichen Weisen     sulfuriert    und gleichzeitig  einer     Veresterung    mit Hilfe von Alkoholen  unterworfen sind, enthalten.  



  Derartige Produkte können vorteilhaft  durch die     Sulfurierung    von     Fetten    und Ölen,  wie Rizinusöl, Olivenöl, und freien Säuren,  wie     Olein,    mit den bekannten anorganischen       Sulfurierungsmitteln,    beispielsweise 96%ige  Schwefelsäure, oder mit organischen, stark  sauren     Sulfosäuren,    gewonnen werden. Für      die     Veresterung    kommen Alkohole der     ali-          phatischen    und aromatischen Reihe in Be  tracht; deren Einwirkung in einer beliebigen  Phase vorgenommen werden kann.

   Man kann  auch von     verseiften    Ölen und     Fetten        aus-          gehen        und        diese        in     Lösung       sulfurieren.     



  Mit Hilfe einer     Walkflüssigkeit,    die die  obenerwähnten Produkte enthält, gelingt es,  die Fasern des Textilgutes schnell und  gleichmässig zu walken und den     Walkprozess     ausserordentlich zu beschleunigen. So geht  zum Beispiel das     feine    Wallhaar, das dem  Filz den Seidengriff gibt, nicht verloren,     wie     dies bei den üblichen Verfahren vielfach der  Fall ist.  



  Ein mit dem erfindungsgemässen Produkt  gewalkter Filz zeichnet sich durch Weich  heit, Griffigkeit und Festigkeit und durch  guten Glanz aus.  



  Infolge der Schnelligkeit und     Walkkraft     wird     verhindert,    dass die Filze an dem  schwächsten Punkte zerreissen. Die schwa  chen Stellen ziehen sich     vielmehr    zusammen  und werden gleichförmig.  



  Falls gewünscht, kann man bei der     Walke     mit dem Bad gemäss der Erfindung dieselbe  im sauren oder alkalischen Bade zu Ende  führen. Eine saure Nachbehandlung kann  dann wünschenswert sein, wenn man     nach-          her    sauer     färben    will, während die alkalische  Behandlung bei     nachheriger        Wasserdicht-          machung    oder Appretur zweckmässig sein  kann.

   Die     Walkflüssigk.eit    kann natürlich  auch von     vorneherin    sauer oder alkalisch  sein und neben den     sulfurierten        Olpräparaten     von hohem Netzvermögen, dis zweckmässig  in einer Menge von 0,1 bis 5 % zugegen sind,  noch andere für     Walkbäder    als     Walkmittel     übliche Zusätze enthalten.  



  Bei Verwendung     :einer        Walkflüssigkeit,     die ausschliesslich die     sulfurierten        Ölpräpa-          rate,    die praktisch neutral sind, enthält, wer  den auch die verschiedenen     Waschungen     meist überflüssig gemacht, die     die    sauer oder  alkalisch gewalkten Filze vor der Färberei  oder     Appretur    vielfach durchmachen müssen.

      Ausserdem ist :es nicht erforderlich, dass das  in den verschiedenen Arbeitsgängen ver  wandte Wasser enthärtet wird, wie es bei  Verwendung von alkalischen     Walkbädern     oder Seifenbädern sonst der Fall ist, da im  vorliegenden Falle die     Gegenwart    von Kalk  salzen auf den     Walkprozess    ohne Einfloss  ist, auch keine Glanzverminderung eintritt.  Ferner ist eine Abnutzung der Apparatur  durch Korrosion, die vornehmlich bei Ver  wendung von sauren Bädern     eintritt,    aus  geschlossen.

   Auch üben die genannten Bäder       keine    gesundheitsschädigenden Wirkungen  auf die Arbeiter aus, wie zum Beispiel  schwefelsaure Bäder, so     dass    die Handarbeit  viel besser durchgeführt werden kann, ohne  dass Vergiftungen, Verbrennungen und     Ver-          ätzungen    zu befürchten sind.  



  Nachstehende Beispiele zeigen, wie eine       Walkflüssigkeit    gemäss der Erfindung her  gestellt sein kann:  <I>Beispiel 1:</I>  Eine     Walkflüssigkeit    wird erhalten, in  dem man 0,1 bis 5 % des Produktes, das ge  wonnen wurde, indem man 100 kg Rizinus  öl mit 20 kg konzentrierter Schwefelsäure wie  üblich     sulfuriert    und in das so erhaltene  Reaktionsgemisch entweder sofort oder nach  längerem Stehen 10 Liter Äthyl-     (Methyl-          od:

  er        Isopropyl-)    Alkohol einträgt und dar  nach,     wie    üblich, mit     Natron-    oder Kalilauge  oder Ammoniak neutralisiert und das klare       0l    von dem beim     Neutralisationsprozess    ent  standenen     Alkalisulfat    abtrennt, in Wasser  löst.

      <I>Beispiel 2:</I>       Eine        Walkflüssigkeit    wird erhalten, in  dem man 0,1 bis 5 % des Produktes, das ge  wannen wurde durch     Sulfurieren    von 100 kg  Olivenöl mit 25 kg Schwefelsäure und Neu  tralisieren mit     zehn:-    oder     mehrprozentiger          äthylalkoho:lischer    Natronlauge, oder durch  teilweises Neutralisieren mit alkoholischer  Natronlauge und Beendigung der Neutrali  sation mit wässerigen     Alkalilaugen    oder      Ammoniak, und     Trennung    von dem bei der  Neutralisation gebildeten Sulfat, in Wasser  auflöst.  



  <I>Beispiel 3:</I>  Eine     Walkflüssigkeit    -wird erhalten durch  Auflösen in Wasser von 0,1 bis 5 % des  Produktes, das erhalten     wurde    durch     Sul-          furierung    von 50 kg Rizinusöl, gelöst in  5,0 Liter     Äthylalkolhol,    mit 15 kg konzen  trierter Schwefelsäure, Waschen und Neu  tralisieren.  



  <I>Beispiel</I>     .:     Eine     Walkflüssigkeit        wird    erhalten durch  Auflösen von 0,1 bis 5 % eines Produktes.  das erhalten wurde, indem man 100 kg     Tür-          kiseh.ro@töl    mit 20 kg Äthyl-     (Methyl-    oder       Isopropyl-)    Alkohol mischt, gut abkühlt, ab  sitzen lässt und das klare Öl abzieht, in  Wasser.  



  Die oben genannten     Walkbäder    können  ausserdem noch Seifen, Soda, Öl- und Fett  emulsionen, Säuren, Lösungsmittel, zum Bei  spiel Alkohole,     Chlorkohlenwasserstoffe        etc.,     kurz alle bei der Walke üblichen Zusätze       enthalten.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Walkflüssigkeit, gekennzeichnet durch einen Gehalt an mindestens einem sulfurier- ten Ölpräparat von hoher Netzwirkung. UNTERANSPRüCHE 1.. Walkflüssigkeit nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass sie die sul- furierten Ölpräparate in Mengen zwi schen 0,1 und 5 % enthält.
    2. Walkflüssigkeit nach Patentanspruch, gekennzeichnet durch .einen Gehalt an sulfuriertem und mit Alkoholen ver- estertem Rizinusöl. 3. WaIkflüssigkeit nach Patentanspruch, gekennzeichnet durch einen Gehalt an sulfuriertem und mit Alkoholen ver- .estertem Olivenöl.
    4. Walkflüssigkeit nach Patentanspruch, gekennzeichnet durch einen Gehalt an weiteren Walkmitteln. 5. Walkflüssigkeit nach Patentanspruch, gekennzeichnet durch .einen Gehalt an Seife. 6. Walkflüssigkeit nach Patentanspruch, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Alkali. 7. Walkflüssigkeit nach Patentanspruch, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Säure.
    B. Walkflüssigkeit nach Patentanspruch, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Lösungsmitteln. 9. Walkflüssigkeit nach Unteranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Lö- sungsmittel Alkohol enthält. 10. Walkflüssigkeit nach Unteranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Lö sungsmittel Chlorkohlenwasserstoffe ent hält.
    11. Walkflüssigkeit nach Patentanspruch, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Olemulsionen. 12. Walkflüssigkeit nach Patentanspruch, gekennzeichnet durch ,einen Gehalt an Fettemulsionen.
CH155097D 1930-08-16 1931-08-13 Walkflüssigkeit. CH155097A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1179537B (de) * 1960-12-23 1964-10-15 Boewe Boehler & Weber K G Masc Verfahren zum Walken von wollhaltigen Strick- oder Wirkwaren

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
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