CH156064A - Verfahren zur Herstellung eines Heizmittels, insbesondere für die Einleitung der Verbrennung schwer entzündlicher Brennstoffe. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Heizmittels, insbesondere für die Einleitung der Verbrennung schwer entzündlicher Brennstoffe.

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CH156064A
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  Verfahren zur Herstellung eines Heizmittels,     insbesondere    für die Einleitung der  Verbrennung schwer     entzündlicher        Brennstoffe.       Die vorliegende Erfindung zielt darauf  ab, Holzkohle und ähnliche poröse Brenn  stoffe in der Weise, zu verbessern, dass der  praktische Heizeffekt und die     Anbrenn-          geschwindigkeit    erhöht werden, um diese  Brennstoffe insbesondere zur Einleitung der  Verbrennung schwer entzündlicher Brenn  sioffe, wie zum Beispiel Steinkohle oder  Koks, geeignet zu machen.  



  Die Verbrennung von Holzkohle und  Brennstoffen überhaupt wird bekanntlich       dadurch    eingeleitet, dass man diese vorerst  durch Erwärmung auf die ihnen eigene Ver  brennungstemperatur bringt und zur Weiter  leitung des Verbrennungsprozesses den brenn  baren Bestandteilen des Brennstoffes (meist  C und H) sodann eine bestimmte Menge von  Sauerstoff zuführt.  



  Wenngleich zur Fortführung der Ver  brennung Sauerstoff an sich genügen würde,  so steht dieser praktisch nur als sogenannter  Luftsauerstoff zur Verfügung. Dieser wird    der Atmosphäre entnommen, die jedoch nur  zirka 21 % Sauerstoff, hingegen zirka 79  Stickstoff enthält. Da der Stickstoffgehalt  der Luft für den     Verbrennungsprozess    keiner  lei Bedeutung hat, so muss dem Brennstoff  ein Vielfaches an Luft im Vergleich zu  reinem Sauerstoff zugeführt werden, um  jene Menge von Sauerstoff zu erhalten, die  für die Verbrennung einer bestimmten Brenn  stoffmenge unbedingt notwendig ist.

   Durch  die unnütze Erwärmung des Stickstoffanteils  wird viel Wärme entzogen, so dass der Nutz  effekt stets um vieles geringer erscheint, als  er theoretisch nach der Formel C     +    0, =     C0_     sein     müss,te.     



  Man hat verschiedentlich versucht, sauer  stofferzeugende oder -abgebende Stoffe, zum  Beispiel Chlorate,     Perchlorate,        Chromate,     Oxyde und dergleichen mit Brennstoffen zu  sammen zu verwenden, zum Beispiel in Form  von zu Briketts     verpressten    Mischungen, um  möglichst reinen und konzentrierten Sauer-      Stoff für die Verbrennung zu erhalten. Aber  abgesehen davon, dass der auf diese Art  bereitgestellte Sauerstoff für den allgemeinen  Gebrauch viel zu kostspielig wäre, sind die  in Betracht kommenden Stoffe meist feuer  gefährlich und neigen zur Explosion.  



  Es ist weiter bekannt, dass Holzkohle  Sauerstoff aus der Luft schneller als Luft  stickstoff und ungefähr in doppelter Menge  aufzunehmen imstande ist. Hierauf beruht  eine Anzahl von Verfahren zur Zerlegung  der Luft in Stickstoff und     Sauerstoff    und  zur Gewinnung des letzteren, indem man den  von der Holzkohle bevorzugt     adsorbierten     Sauerstoff aus den Poren durch Erwärmen  oder sonst in geeigneter Weise entbindet.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung ist  dadurch gekennzeichnet, dass ein getrock  neter, praktisch wasserfreier, poröser Brenn  stoff mit einem Strom von sauerstoffhaltigen  Gasen bei erhöhter Temperatur bis zu etwa  100   C behandelt wird.  



  Wenn man beispielsweise Holzkohle mit  Luft ohne vorherige Trocknung des Gutes in  innige Berührung bringt, so findet nur eine  beschränkte Aufnahme von Sauerstoff statt;  zudem ist die     Aufspeicherung    zum grössten  Teil nur vorübergehend, indem der Sauer  stoff leicht wieder abgegeben wird. Der  Grund für diese Erscheinung liegt darin, dass  die     Tension    des in den ausgebrannten,     paren-          chymatischen        Zellräumen    befindlichen, durch  den Luftdurchgang entstehenden wirbelnden  Wasserdampfes, der     aus    hygroskopisch fest  gehaltenem Wasser gebildet wird, viel zu  hoch ist, um eine grössere und dauernde Fest  haltung von Sauerstoff in der Holzkohle zu  ermöglichen.  



  Es hat sich nun gezeigt,     dass    getrocknete  praktisch wasserfreie poröse Brennstoffe in  einem Strom von sauerstoffhaltigen Gasen,  wie zum Beispiel Luft bei erhöhter Tempera  tur, so grosse Mengen von Sauerstoff auf  nehmen können, dass eine nachträgliche Ver  brennung der in dieser Weise mit Sauerstoff  behandelten Brennstoffe unter Erscheinungen  verläuft, die der     Verbrennung    im reinen  Sauerstoffstrom sehr ähnlich sind.    Vorzugsweise lässt man die Behandlung  mit dem Strom sauerstoffhaltiger Gase wäh  rend einem längeren Zeitraum, zum Beispiel  mehrere Stunden, vor sich gehen. Ferner  hat es sich als besonders zweckmässig er  wiesen, den Strom von sauerstoffhaltigen  Gasen auf das Gut einwirken zu lassen, wäh  rend es sich unter einem Überdruck, beispiels  weise 4 bis G Atmosphären, befindet.

    



  Nach einer bevorzugten Ausführungsform       wird    zur Behandlung von zum Beispiel  Holzkohle in abwechselnder Reihenfolge er  wärmte Pressluft (etwa von einer Tempera  tur von 70 bis 73   C) und kältere Pressluft  (etwa von 5 bis<B>10'</B> C) verwendet.  



  Zur Durchführung des Verfahrens gemäss  der Erfindung werden zum Beispiel mög  lichst gleichförmige,     holzapfelgrosse    Stücke  von Meiler- oder Retortenholzkohle auf ge  eigneten Trockenanlagen bis zur vollständi  gen Entfernung des hygroskopisch festgehal  tenen Wassers vorgetrocknet. Das Gut wird  sodann in einen Vorrichtung behandelt, von  der eine Ausführungsform in der Zeichnung  in Ansicht, teilweise im     Schnitt,    dargestellt  ist.  



  Die Vorrichtung weist einen etwa. 3 Meter  hohen, stehenden Eisenzylinder 1 auf, in den  das vorteilhaft vorgewärmte, entwässerte  Gut gebracht wird, und der oben und unten       mittelst    abnehmbarer Deckel 2 und 3 druck  dicht verschliessbar ist. Der Zylinder 1 ist  aus genietetem Kesselblech angefertigt und  für einen Betriebsdruck von 12     Atm.        bea.n-          spruchbar.    Im Innern besitzt er leicht aus  nehmbare, dem Zylinderdurchmesser an  gepasste, kreisrunde Siebe 10 aus perforier  tem Stahlblech, die in gleichen Entfernungen  von 250 bis 300 mm an entsprechenden  Stützen 11 horizontal und übereinander am  Zylinder 1 aufliegen.

   Durch Rohre 4, 5, die  durch die Deckel 2     bezw.    3     hindurchtreten,     wird Luft in den Zylinder 1 eingeblasen. In  den Zylinder sind weitere Rohre 8 vor  gesehen, die mit Sicherheitsventilen 9 aus  gestattet sind und durch die die Luft aus  treten kann. Die Rohre 8 durchsetzen das      Gut und die     Siebe    10 und sind     knapp    ober  halb der Siebe mit Löchern 6 versehen. Die  Siebe 10 haben den Zweck, einerseits der  Druckluft eine gleichmässigere     Strömungs-          balnl    zu schaffen, anderseits das Gut in den  untern Schichten von dem Eigendruck zu  entlasten.

   Nach der Füllung und nachdem der  Zylinder in allen seinen Teilen.     druckdicht     verschlossen ist, wird begonnen Pressluft, die  knapp vor Eintritt in den Zylinder durch  eine geeignete Apparatur vollkommen von  Wasser befreit und zugleich auf eine Tempe  ratur von 70   C gewärmt wurde. mittelst  eines     Luftkompressors    in einen Windkessel       I?    und von diesem in den Zylinder 1 einzu  blasen.  



  Beginnen nun die auf 8     Atm.    Spannung  eingestellten Sicherheitsventile 9 in Funk  tion zu treten, so wird für die     ganze.Dauer          des        Durchblasens    die die ganze Höhe des  Zylinders durchflutende, die     eingebettete     Holzkohle in allen ihren Teilen durch  dringende Pressluft in immer gleichbleiben  der Spannung entweichen. Die Strömungs  geschwindigkeit ist so zu bemessen, dass min  destens das 150 bis     2.OOfache    Zylindervolumen  an Luft (gemessen bei 760 min und<B>0')</B> pro  Minute zur     Durchflutung    gelangen soll.

   Die  5 bis 6 Stunden währende     Durchspülung    mit  Luft unter Druck kann entweder bei einer  konstanten Temperatur von etwa 70 bis  <B>80'</B> C stattfinden oder aber es können regel  mässig wiederkehrende     Pressluftströme    von  stark verschiedenen Temperaturen (warm,  kalt) Anwendung finden. Zu diesem Zwecke  wird ein zweiter Windkessel 13 für Kaltluft  vorgesehen. Durch eine geeignete Anordnung  von Ventilen können die Windkessel 12       bezw.    13 an ein Zuführungsrohr oder an  beide Zuführungsrohre 4, 5 angeschlossen  werden.

   Nach der     Durchspülung    werden so  wohl die Ventile 9, als auch die Zuführungs  leitungen 4, 5 geschlossen und der Inhalt des  Zylinders unter     Druch    zur allmählichen Ab  kühlung gestellt.  



  Derart imprägnierte Kohle nimmt zum  Beispiel pro 1     em3    280 cm' Sauerstoff auf,       wii.hrend    lufttrockene Kohle behaftet mit    ihrem natürlichen Feuchtigkeitsgehalt und  ohne     Druckluftdurchflutung    nur 14 bis  1,6 cm' Sauerstoff - gemessen bei<B>760</B> mm  und 0   - aufzunehmen imstande ist. Durch  die Anreicherung mit Sauerstoff wird be  wirkt, dass die Verbrennung des Brennstoffes  vollständiger erfolgt und vor allem,     da.ss    die  Verbrennungsgeschwindigkeit sehr beträcht  lich erhöht wird.

   Die gewonnene mit Sauer  stoff beladene Holzkohle kann selbst als  Heizmittel verwendet werden, eignet sich  aber eben wegen ihrer erhöhten Verbren  nungsgeschwindigkeit vor allein zur Verwen  dung als     Unterzünder,    (las     lieissi    zur raschen  Einleitung der Verbrennung     schwer    entzünd  licher Brennstoffe, wie Kohle oder     Koks.     Gleiches gilt von andern     erfindungsgemäss     mit Sauerstoff behandelten porösen Brenn  stoffen, wie zum Beispiel Braunkohle,     Koks,     Grude, Torf und dergleichen.  



  Die in der angegebenen Weise erzielte Be  ladung des porösen Brennstoffes mit Sauer  stoff ist eine dauernde, das heisst es findet  auch in längeren Zeiträumen nur eine ver  hältnismässig geringe     Sauerstoffabnahme     beim Lagern statt. Zweckmässig kann das  behandelte Gut noch durch     Tauchung    oder in       sonstiger    Weise mit Stoffen, wie Paraffin.  Petroleum, Harz, Leim, Kautschuk, Gelatine,  Öle,     Alkalien,    und dergleichen, sowie deren  Gemische oberflächlich in Form eines dünnen  Häutchens überzogen werden, welches als       Gasabschluss,    dient. Hierdurch wird die Sta  bilität des     Sauerstoffgehaltes    noch     erhölii.     



  Nach einer weiteren Ausführungsform  der Erfindung kann man gleichzeitig mit  dem sauerstoffhaltigen Gas auch geringe  Mengen von leicht brennbaren Stoffen. wie  zum Beispiel Benzin, auf das Gut zur Ein  wirkung bringen. Beispielsweise wird die  entsprechend temperierte Pressluft mit gerin  gen Mengen     feinst    zerstäubten Benzins aus  einem Behälter 14, das durch Düsen 15, die  knapp vor dem Eintritt in den Zylinder in  der Mitte des Rohres angebracht sind und  deren Mündung gegen den     Pressluftstrom    ge  richtet sind, versetzt und dieses Gemisch auf      die trockene Holzkohle mehrere Stunden hin  durch unter einer Spannung von     -1    bis     G        Atm.     einwirken gelassen.

   In diesem Falle wird  der     Pressluftstrom    vorteilhaft auf seinem  ganzen<U>W</U>ege geschlossen     bezw.    zurückgelei  tet. Das Verfahren gemäss der Erfindung  kann sich durch einfache und billige Be  triebsführung auszeichnen, wenn der kosten  los zur Verfügung stehende -Luftsauerstoff  benützt wird, um poröse Brennstoffe in weit  gehendem Ausmasse zu veredeln.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung eines Heiz mittels, insbesondere für die Einleitung der Verbrennung schwer entzündlicher Brenn stoffe, dadurch gekennzeichnet, dass ein ge trockneter, praktisch wasserfreier, poröser Brennstoff mit einem Strom von sauerstoff haltigen Gasen bei erhöhter Temperatur bis etwa 100 C behandelt wird. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man die Ein wirkung der sauerstoffhaltigen Gase während mehreren Stunden vor sich gehen lässt. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, da.ss als sauerstoff haltiges Gas Luft verwendet wird. 3.
    Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man den Strom von sauerstoffhaltigen Gasen auf den porösen Brennstoff einwirken lässt, während er sich unter einem Überdruck befindet. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch I und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeich net, dass man den porösen Brennstoff nach Beendigung des Durchblasens von Gas unter Aufrechterhaltung des Druk- kes auskühlen lässt. 5. Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der poröse Brennstoff bei höherer Temperatur der Einwirkung eines Stromes von vor gewärmter getrockneter Pressluft aus gesetzt wird. G.
    Verfahren gemäss Patentanspruch 1: da durch gekennzeichnet, dass man die Ein wirkung eines Luftstromes auf den porö sen Brennstoff bei Temperaturen von etwa 70 bis 80 vor sich gehen lä.sst. 7. Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man abwech selnd vorgewärmte und kältere Pressluft auf den porösen Brennstoff einwirken lässt. B. Verfahren gemäss Patentanspruch I und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeich net, dass abwechselnd mit vorgewärmter Pressluft, solche von etwa 5 bis 10 auf den porösen Brennstoff zur Einwirkung gebracht wird. 9.
    Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man gleich zeitig mit dem sauerstoffhaltigen Cra,se einen leicht brennbaren Stoff auf den porösen Brennstoff einwirken lässt. 10. Verfahren gemäss Patentanspruch I und Unteranspruch 9, dadurch gekennzeich net,, dass man Pressluft mit zerstäubtem Benzin versetzt. 11. Verfahren -gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der mit Sauerstoff behandelte poröse Brennstoff mit einem häutohenartigen brennbaren Überzug zum Zwecke des Gasabschlus ses versehen wird. 12. Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als poröser Brennstoff Holzkohle verwendet wird.
    PATENTANSPRUCH 1I Nach dem Verfahren gemäss Patentan spruch I hergestelltes Heizmittel.
CH156064D 1930-03-29 1931-03-23 Verfahren zur Herstellung eines Heizmittels, insbesondere für die Einleitung der Verbrennung schwer entzündlicher Brennstoffe. CH156064A (de)

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