Verfahren zur Erzeugung von Bronzepulver. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von Bronzepulver, sogenannten Bronzefarben, mit Hilfe fallender Stahl kugeln in einer Grössenordnung von etwa 3 bis 5 mm im Durchmesser, welche sich mit den auszustreckenden Metallteilchen zusam men in einer rotierenden Trommel befinden und durch deren Drehung angehoben und dann fallengelassen werden.
Durch die Erfindung gelingt es, diesem Verfahren einen ganz besonderen Wirkungs grad ztx geben, indem man die Menge der zur Anwendung gelangten Stahlkugeln so ab stimmt, dass sie bei Stillstehen der Trommel ein Segment des Kreisquerschnittes der Trommel ausfüllt, dessen Höhe mehr als zwei Fünftel des Trommelradius, jedoch nicht mehr als fünf Sechstel desselben he t r3igt.
Im allgemeinen pflegt man derart vorzu- gelien, dass man durch Veränderung der Fül- luti, den günstigsten Wirkungsgrad be stimmt. Wendet man diese Regel auf den vorliegenden Fall an, so ergibt sich zunächst, dass eine Vermehrung der Stahlkngelzahl bei gleichzeitig proportional gesteigerten Be schickung mit den zu bearbeitenden Metall teilchen zu einer Erhöhung der Ausbeute an fertigbearbeiteten Teilchen führt.
Die Aus beute steigt dabei bis zu einem ausgeprägten Maximum an und sinkt dann wieder bei wei terer Vermehrung der Stahlkug elzahl auf einen beträchtlich kleineren Wert. Auch eine noch weiter getriebene @'ermehruno; der Stahlkugelzahl vermag, wie zu erwarten ist. keine Besserung der spezifischen Ausbeute zu erzeugen.
Überraschenderweise gelingt es jedoch bei noch weiterer, trotz der anscheinenden Aus sichtslosigkeit fortgesetzter Durchführung der Versuchsreihe durch abermals gesteigert Vermehrung der Kugelzahl die spezifische Ausbeute nicht nur bis auf die Höhe des ersten Maximums zu steigern, sondern noch darüber hinaus eine beträchtliche Vermeh rung zu erreichen. Man erhält ein zweite. Maxium, das beträchtlich höher liegt als da-, erste, also nicht nur eine Steigerung der Aus beute, welche im Verhältnis zur Vermehrung der Kugeln steht, sondern auch noch absolut gesprochen, eine höhere Gewichtsmenge an Bronze pro Kilogramm benutzter Stahl kult eln.
Diese Erscheinung bildet die Grundlage der vorliegenden Erfindung.
Fig. 1 veranschaulicht in einem Kurven bild den Verlauf der Ausbeute. Das Schau bild ist aufgenommen an einer Trommel mit 600 mm lichtem Durchmesser. Die Ordina ten des Diagrammes zeigen die Ausbeute beim Ausstrecken von Aluminiumteilchen in Kilogramm, die Abzissen dagegen das Ge wicht der benutzten Stahlkugeln in Kilo gramm für einen Meter laufender Länge der Trommel.
Man erkennt dort deutlich den Anstieg der Ausbeute bis zur Vermehrung des Stahl kugelgewichtes auf 102 kg. Gleich darauf sinkt die Ausbeute schnell ab bis zu einem Kugelgewicht von 150 kg, um dann weiter langsam bis zu einem solchen von 19'8 kg abzufallen. Nunmehr beginnt jedoch ein schneller Anstieg der Kurve. Bei etwa 235 kg Kugeln wird das erste Optimum wie der erreicht. Eine weitere Vermehrung des Stahlkugelgewiehtes bringt aber noch eine ständig wachsende Zunahme der Ausbeute, bis diese bei 290 kg das zweite Optimum erreicht, um dann bei weiterer Vermehrung der Stahlkugeln wieder abzufallen.
Diese eigenartige Erscheinung dürfte ihre Erklärung darin finden, dass die fehlenden Kugeln im vorliegenden Falle eine eigen artige Arbeit, nämlich die Ausstreckung klei ner Metallteilchen zu Bronzeblättchen zu verrichten haben, welche eine ganz besondere Abstimmung des Kugelfalles, der Grösse der Kugeln und des Mengenverhältnisses zwi schen Kugel und den zu verarbeitenden Me tallteilchen zur Grundlage hat.
Gemäss der Erfindung wird eine der artige Menge von Stahlkugeln in der Trom mel für den Plättvorgang zur Anwendung gebracht, dass der zweite Anstieg der Kurve für die spezifische Ausbeute, welcher auf das hinter dem ersten Maximum liegende Mini mum folgt, ausgenutzt wird. Je nach den Abmessungen der zur Verwendung gelangen den Trommeln, der -Grösse der Stahlkugeln und der Art und der Beschaffenheit der zur Ausstreckung bestimmten Metallteilchen wird sich das Kurvenbild naturgemäss im einzel nen etwas verschieben.
Das Schaubild in Fig. 1 zeigt auch, dass das zweite Maximum der Kurve bei weiterer Vermehrung der Stahlkugelzahl schnell wie der abfällt. Man wird daher aus Gründen der Vorsicht die Bemessung der Stahlkugel- menge nicht unmittelbar auf das Maximum, sondern eine Kleinigkeit darunter einstellen. damit man bei den im praktischen Betrieb unvermeidlichen Ungenauigkeiten nicht plötz lich auf den stark abfallenden Teil der Kurve gerät.
Im einzelnen lässt sich das Kurvenbild naturgemäss, nachdem man weiss, dass es ein zweites Maximum gibt, anhand von Ver suchen feststellen.
Allgemein soll bei dem Verfahren gemäss vorliegender Erfindung die Stahlkugelmenge in ruhendem Zustand der Trommel ein Seg ment des Kreisquerschnittes ausfüllen, des sen Höhe mehr als zwei Fünftel des Kreis radius ausmacht. Die obere Grenze, welche man der Höhe des Kreissegmxnentes erteilen kann, liegt etwa auf fünf Sechstel des Kreis radius.
Der hohe Füllungsgrad der Trommel mit. Stahlkugeln ergibt ferner die vorteilhafte Erscheinung, dass der Schwerpunkt des gan zen Systems verhältnismässig nahe an die Drehachse heranrückt, und dass infolgedessen die für die Dreharbeit aufzuwendende Ener gie entsprechend gering ausfällt.
Viele Metallteilchen, insbesondere zerklei nerte Aluminiumfolienabfälle, zeigen in un- ausgeplättetem Zustande ein sehr hohes Schüttvolumen.
Bei den angegebenen Kugelmengen kommt es daher vor, dass die Kugeln zusammen mit den zu verarbeitenden Metallteilchen den ge- samten Rauminhalt der Trommel ausfüllen. Alsdann ist natürlich ein ordnungsmässiger liugelfall stark behindert, und es vergeht eine nennenswerte Zeit, bis die Kugeln die Metallteilchen so weit gestreckt haben, dass sie nur noch ein dem vorgesehenen Kugelfall entsprechendes Volumen einnehmen.
Für den vorlieg=enden Fall ist es daher von besonde rem Vorteil, Füllung und Entleerung der Plätttrommel möglichst allmählich und kon tinuierlich vorzunehmen, da dann die neu zugeführten, noch nicht ausgestreckten Me tallteilchen im Verhältnis zu den bereits vor bearbeiteten nur einen geringen Prozentsatz ausmachen und keine Störungen hervorzu rufen in der Lage sind.
Die Zuführung der Metallteilchen erfolzt daher zweckmässig durch eine der bekann ten Beschickungsvorrichtungen, beispiels weise einer Transportschnecke, oder einer Drehschleuse, während die Austragung mit Hilfe eines Blaswindes vorgenommen werden kann.
Die Fig. 2 und 3 zeigen in schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel einer zur Durebführung des Verfahrens gemäss vor liegender Erfindung gezeichneten Anlage, welche vollkommen geschlossen ist und zur Verhütung von Explosionsgefahr mit indif ferentem Gas gefüllt werden kann. Dabei zeigt Fig. 2 die Vorrichtung in Ansicht, teil weise im Schnitt und Fig. 3 die Trommel im Schnitt nach der Linie A-B in Fig. 2.
Die unbearbeiteten Metallteilchen befin den sieh in einem Vorratsbehälter 1 und wer den durch eine in dem Rohr 3 gelagerte Transportschnecke 2 dem Rohre 5 zugeführt, um von dort in den Rohrstutzen 9, in das Rohr 10 und von dort in die Trommel 12 überzutreten, in welcher sich die Stahlkugeln 15 befinden. Die Trommel 12 ist drehbar gela-ert und wird durch einen hier nicht ge zeichneten Antrieb in Bewegung gesetzt.
Ein durch das Gebläse 6 erzeugter Blaswind tritt durch die Rohrleitung 16-17 ebenfalls in das Rohr 10 ein, durchstreicht die Trommel 12 und tritt unter Mitnahme der hinreichend feinen ausgestreckten Metallteilchen durch die Rohrleitung 13 aus, welche ihrerseits züz einem Windsichter 19 führt. In diesem wer den die Metallblättchen gesichtet; die unfer tigen treten über eine Drehschleuse 23 in den Rohrstutzen 7 über und gelangen von diesem in das Rohr 10 und von dort von neuem in die Trommel 12.
Die fertigen Blättchen wer den hingegen aus dem Windsichter 19 durch das Rohr 8 in eine Ausscheidevorrichtung 14, beispielsweise einen Zyklon, übergeleitet und in einem Transportgefäss 20 aufgefangen, welches unter Zwischenfügung einer Ab sperrvorrichtung 21 an den Zyklon 14 an geschlossen ist. Der von den Metallteilchen befreite Wind tritt durch das Rohr 22 aus dem Zyklon aus und kehrt zu dem Gebläse 6 zurück. Durch ein durch das Rohr 1(1 hin durchgeführtes Röhrchen 11 kann in die Trommel 12 Fett oder Öl eingeführt werden, um das Zusammenschweissen der einzelnen Metallteilchen oder das Anhaften derselben an die Stahlkugeln zu verhindern.