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Verfahren zur Erzeugung von Bronzepulver in einer Trommel.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von Bronzeblättehen, sogenannten Bronzefarben, mittels fallender kleiner Stahlkugeln, die sich mit den zu streckenden Metallteilchen in einer un) laufenden Trommel befinden und von der Trommel bei ihrer Drehung angehoben und dann fallen gelassen werden.
Durch die Erfindung gelingt es, diesem Verfahren einen besonders guten Wirkungsgrad zu geben, indem man die Menge der verwendeten Stahlkugeln innerhalb besonderer Grenzen abstimmt. Im allgemeinen bestimmt man bei solchen Verfahren oder Maschinen durch Änderung der Füllung den günstigsten Wirkungsgrad. Wendet man diese Regel auf den vorliegenden Fall an, ergibt sich zunächst, dass eine Vermehrung der Stahlkugeln bei entsprechender Beschickung mit den zu bearbeitenden Metallteilchen zu einer Erhöhung der Ausbeute an fertigbearbeiteten Teilchen führt. Die Ausbeute steigt dabei deutlich bis zu einem Höchstwert an und sinkt dann bei weiterer Vermehrung der Stahlkugeln auf einen beträchtlich verminderten Wert. Es war zu erwarten, dass eine noch weitere Vermehrung der Stahlkugeln keine Besserung der spezifischen Ausbeute ergibt.
Überraschenderweise gelingt es aber bei noch weiterer, trotz der anscheinenden Aussichtslosigkeit fortgesetzter Durchführung der Versuchsreihe durch abermals gesteigerte Vermehrung der Kugeln die spezifische Ausbeute nicht nur bis auf die Höhe des ersten Höchstwertes zu steigern, sondern darüber hinaus eine beträchtliche Vermehrung zu erreichen. Man erhält einen zweiten Höchstwert, der beträchtlich höher als der erste liegt, also nicht nur eine Steigerung der Ausbeute, die im Verhältnis zur Vermehrung der Kugeln steht, sondern auch noch, absolut gesprochen, eine höhere Gewichtsmenge an Bronze pro Kilogramm benutzter Stahlkugeln. Die Ausnutzung dieser Erscheinung liegt der Erfindung zugrunde.
Die Zeichnung veranschaulicht in einem Diagramm den Verlauf der Ausbeute an einer Trommel mit 600 mm lichtem Durchmesser. Die Ordinaten des Diagramms zeigen die Ausbeute beim Strecken von Aluminiumteilehen in Kilogramm, die Abszissen das Gewicht der benutzten Stahlkugeln in Kilogramm für 1 m Trommellänge. Man erkennt deutlich den Anstieg der Ausbeute bis zur Vermehrung der Stahlkugeln auf 102 kg. Dann sinkt die Ausbeute schnell bis zu einem Kugelgewieht von 150 kg, dann weiter langsam bis zu einem Kugelgewicht von 198 kg. Nunmehr erfolgt ein schnelles Ansteigen der Kurve. Bei etwa 235 kg Kugelgewicht wird der erste Höchstwert wieder erreicht.
Eine weitere Vermehrung der Stahlkugeln bringt noch eine ständig wachsende Zunahme der Ausbeute, bis diese bei 290 kg den zweiten Höchstwert hat, um dann bei weiterer Vermehrung der Stahlkugeln wieder abzufallen.
Diese eigenartige Erscheinung dürfte ihre Erklärung darin finden, dass die fehlenden Kugeln eine eigenartige Arbeit, nämlich die Streckung kleiner Metallteilchen zu Bronzeblättchen, zu verrichten haben, welche eine besondere Abstimmung des Kugelfalles, der Grösse der Kugeln und des Mengenverhältnisses zwischen Kugeln und zu verarbeitenden Metallteilehen zur Grundlage hat.
Nach der Erfindung wird eine solche Menge Stahlkugeln in der Trommel für den Plättvorgang verwendet, dass der zweite Anstieg der Kurve für die spezifische Ausbeute, der auf den hinter dem ersten Höchstwert liegenden Mindestwert folgt, ausgenutzt wird. Nach den Abmessungen der verwendeten Trommel, der Grösse der Stahlkugeln und der Art und Beschaffenheit der zu streckenden Metallteilchen wird sich das Kurvenbild im einzelnen etwas ändern.
Das Diagramm zeigt auch, dass der zweite Höchstwert der Kurve bei weiterer Vermehrung der Stahlkugelzahl schnell wieder abfällt. Man wird daher aus Vorsicht die Bemessung der Stahlkugel-
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im praktischen Betrieb unvermeidlichen Ungenauigkeiten nicht plötzlich auf den stark abfallenden Teil der Kurve gerät. Das Kurvenbild lässt sich, da man weiss, dass es einen zweiten Höchstwert gibt, auf Grund von Versuchen feststellen.
Allgemein kann man den Grundsatz aufstellen, dass die Stahlkugelmenge in ruhendem Zustand der Trommel ein Segment ihres Kreisquerschnittes ausfüllen soll, dessen Höhe mehr als zwei Fünftel des KreishÅalbmessers beträgt, während die obere Grenze, die man der Höhe des Kreissegmentes erteilen kann, etwa bei fünf Sechstel des Kreishalbmessers liegt. Der hohe Füllungsgrad der Trommel mit Stahlkugeln ergibt die vorteilhafte Erscheinung, dass der Schwerpunkt des ganzen Systems verhältnismässig nahe an die Drehachse heranrückt und dass daher die für die Dreharbeit aufzuwendende Energie klein ausfällt.
Viele Metallteilchen, insbesondere zerkleinerte Aluminiumfolienabfälle, zeigen in unausgeplättetem Zustande sehr hohes Schüttvolumen. Bei den angegebenen Kugelmengen kommt es daher vor, dass die Kugeln zusammen mit den zu verarbeitenden Metallteilehen den ganzen Trommelinhalt ausfüllen.
Dann ist ein ordnungsmässigerKugelfall stark behindert, und es vergeht nennenswerte Zeit, bis die Kugeln die Metallteilchen so weit gestreckt haben, dass sie nur noch ein dem vorgesehenenKugelfall entsprechendes Volumen einnehmen. Für den vorliegenden Fall ist es daher von besonderem Vorteil, Füllung und Ent- leerung der Plättrommel möglichst allmählich und ununterbrochen vorzunehmen, da dann die neu zugeführten, noch nicht gestreckten Metallteilchen im Verhältnis zu den bereits vorbearbeiteten nur einen geringen Prozentsatz ausmachen und keine Störungen hervorrufen. Die Zuführung der Metallteilchen erfolgt daher zweckmässig durch eine bekannte Beschickungsvorrichtung, z. B. eine Transportschnecke, eine Drehschleuse od. dgl., während zur Austragung ein Blaswind benutzt wird.