CH156404A - Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden aus Fibroinlösungen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden aus Fibroinlösungen.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von künstliehen Gebilden aus Fibroinlösuu,-en. Für die Gewinnung von Spinnlösungen aus Seidenfibroin sind verschiedene neuere Verfahren bekannt geworden, nach denen das Fibroin zunächst unter weitgeliendster Sclio- ilung der Eiweissgerüstsubstanz in Lösung n 0,ebracht wird,
zum Beispiel durch Behand- t' lung mit wasserfreiem Ammoniak bei Tief temperatur oder mittelst Kupferoxydamme- niaklösung oder mittelst konzentrierter Lö sungen dispergierender Salze, und die erhal tene Lösung dann in salzfreie bezw. salzarme neutrale, bezw. se,1-lwacli alkalische wässerige Lösung übergeführt wird.
Bei der Verarbei- tun- derartiger Lösungen auf künstliche Ge bilde, wie Fäden, Filme usw. nach den bisher für Fibroin üblichen Spinnverfaliren, zum Beispiel durch Spinnen in verdünnten Säuren oder mit entwässernden Mitteln, wie Essig säure oder Methylalkohol gelingt es nicht technisch brauchbare Gebilde zu erhalten, da diese so spröde sind, dass sie bei der gering sten Beanspruehun-, auf Zug oder Biegung t> splittern.
Dasselbe trifft für Filme zu, wel che durch Ausstreichen reiner -#vässeriger Fibroinlösung gewonnen werden.
Bei dieser Sachlage musste es ausserordent- liell überraschen, dass man aus denselben Spinnlösungen durch Auspressen dieser Lö sungen iM, Fällbäder durch Düsenöffnungen lediglich durch eine Kombination eines be sonderen Füllbades mit Strecken höchst wert voller Produkte erhalten kann, zum Beispiel künstliche Fasern, die an Festigkeit und Dehnung, Feinheit, Griff und Glanz der aus Kokons direkt gewonnenen Seide sehr nahe <U>kommen.</U> Gemäss dem Verfahren der Erfin dung verwendet man zu diesem Zweck als Fällbadkonzentrierte Salzlösungen, zum Bei spiel von anorganischen oder organischen Sal zen,
wie Na# <B>SO,</B> (NHJ, <B>SO,</B> oder Ammo- niumformiat, gegebenenfalls mit Zusätzen von anorganischen und organischen Säuren und unterwirft die erzeugten Gebilde einer Streckung. Es ist mit diesen Bädern möglich Spinnlösungen der verschiedensten Viskosi- tä,ten zu verarbeiten.
Das Strecken erfolgt zweckmässig in der Weise, dass man die Fäll- bäder auf langem Wege auf den Faden ein wirken lässt und ihn dadurch allmählich streckt. Man kann auch stattdessen mit Vor teil sich mechanischer Mittel bedienen,<B>zum</B> Beispiel zweier oder mehrerer Abzugswalzen mit verschiedenen Umfangsgeschwindigkei ten.
In diesem Falle braucht man dem Faden im Spinnbad keine oder nur geringe Strek- kung zu geben, das heisst man kann entspre chend kürzere Badstrecken, zum Beispiel schon<B>0,1</B> bis<B>1</B> ni anwenden. Zweckmässiger- weise kann man bei Verwendun- von mehre ren Walzen mit steigender Umfangsgeschwin digkeit, die letzte Walze mit etwas geringerer t' CI Umfangsgeschwindigkeit bei-reiben als die vorletzte. Die fertig gesponnene Seide kann in üblicher Weise durch Waschen, Seifen, Trocknen fertig gestellt werden.
ZD Es ist zwar bekannt, dass beim Eingiessen einer konzentrierten Fibroinlösung in eine konzentrierte Lösung aggregierender Salze ein Koagulum entsteht, das zu Fäden aus ziehbar ist. Das Verfahren der vorliegenden Erfindung unterscheidet sich von dieser Arbeitsweise dadurch, dass die Fibroinlösung aus Düsenöffnungen in die fällende Salz lösung gepresst wird, wodurch das entstehende Koagulum die gewünschte Form schon bei seiner Bilduna- erhält.
tD <I>Beispiele:</I> <B>1.</B> Eine Fibroinlösung, die dadurch er zielt wird, dass man Fibroin zunächst in eine Absorptionsverbindung aus Salz und Fibroin überführt und dann die Absorptionsverbin- dung für sich löst mit einem Gehalt von <B>11,5%</B> Fibroin und<B>0,3,%</B> NaSCN, deren Viskositä,t zirka<B>0,5</B> bis<B>1</B> Poise entspricht, wird aus einef Glasdüse mit 24 Löchern und <B>0,
08</B> mm -er in ein<B>3</B> m langes Fällbad, be stehend aus einer Migen Ammonsulfat- lösung von 20' eingesponnen. Die Abzugs- ,geschwindigkeit beträgt 40 m bei einer För- D derung, die einem Gesamttiter von<B>50</B> ent spricht. Man erhält einen Faden, der eine Trockenfestigkeit von<B>1,6</B> gr pro Denier und eine Dehnung von 25 /o besitzt.
Man kann bei diesem Spinnverfahren be sonders bei höherem Gesamttiter den Abzug, gut auf<B>60</B> bis<B>80</B> ni steigern.
2. Eine nach Beispiel<B>1</B> hergestellte Fi- broinlösung mit einem Gehalt von 12% Fibroin und<B>0,5%</B> NaSCN, deren Viskosität <B>0,5</B> bis<B>1</B> Poise entspricht, wird aus einer Glasdüse mit 24 Löchern von<B>0,08</B> mm -,ar in ein<B>3</B> m langes Fällbad, welches<B>50</B> bis<B>60%</B> Ammonformiat und<B>3%</B> Ameisensäure ent hält, von 20<B>' C</B> eingesponnen.
Die, Abzugs geschwindigkeit beträgt 20 m/Min., der so abgezogene Faden wird mittelst einer zwei ten Walze mit einer Umfangsgeschwindig keit von<B>60</B> m,Min. verstreckt, die Förderung wird so eingestellt, dass ein Gesamititer von 48 Denier entsteht. Man erhält einen Faden, der eine Trockenfestigkeit von 2 gr pro Denier und eine Dehnung von 157o besitzt.
3,. Eine nach dem Verfahren des schwei- zerisehen Patentes Nr. <B>1502-66</B> hergestellte Fibroinlösung mit einem Fibroingehalt von 16,8/1o und einem Ammoniakgehali von 0,077o' und einer Viskosität von zirka <B>1,5</B> Poisen wird aus einer Glasdüse mit 120 Löchern von<B>0,07</B> mm -er in ein Fällbad gespritzt,
das aus einer wässerigen 42 % Am- monsulfat und 4% H--# <B>SO,</B> enthaltenden Lö sung besteht. Die Förderung wird so ein gestellt, dass ein Gesamttiter von<B>150</B> Denier erzielt wird.
Die F ällbadstrecke beträgt <B>2,8</B> m, die Fällbadtemperatur 20 '. Der Faden läuft nach Verlassen des Bades auf eine Walze mit einer Umfangsgeschwindig keit von<B>7</B> mAlin. und von da auf eine zweite Walze mit einer Umfangs-<B>'</B> -eschwindigkeit von<B>310</B> nkein. Er wird also zwischen den beiden Walzen auf das Ufaclie seiner Länge ausgestreckt.<B>-</B> Man erhält Fäden mit einer Trock-enfestigkeit von<B>2,
5</B> gr pro Denier bei einer Dehnung von ISAo. Die Elastizität der Fäden ist dieselbe wie bei Naturseide. 4. Eine Kupferoxydammoniakfibroinlö- #ung, aus welcher nach erfolgtem Lösen das <B>k2</B> Ammoniak, ausgetrieben ist, mit einem Fi- broingehalt von<B>8,9 %</B> und einer ViskositIt von<B>5,7</B> Poisen bei<B>0 '</B> wird aus einer Glasdüse mit 120 Löchern von<B>0,06</B> mm -er in ein wäs seriges Fällbad gespritzt,
das 42#% Ammon- sulfat und 4% Essiasäure enthält. Die För derung wird so eingestellt, dass ein Faden von <B>180</B> Denier erzielt wird. Die Fällbadstrecke beträgt 2,8 m, die Temperatur 20'. Der Faden wird mit einer Abzugswalze von<B>6,0</B> m UmfangsgeseUwindigkeit aus dem Bad gezo gen und läuft von da auf eine zweite Walze oder Spule mit einer Umfangsgesc'hwindig- keit von<B>36</B> m.
Zwischen den beiden Walzen wird er also auf das Sechsfache seiner Länge verstreckt. Auf der Spule wird der Faden mittelst Berieseln oder Durchsaugens von ver dünnter Säure entkupfert und gewaschen. Man erhält Fäden von einer Trockenfestig keit von 2,0 gr pro Denier und einer Deh nung von<B>15 %.</B>
<B>5.</B> Eine wie nach Beispiel 4 hergestellte Kupferoxydammoniakfibroinlösung mit<B>8%</B> Fibroingehalt und einer Viskosität von 25 Poisen wird durch eine Glasdüse mit 120 Löchern von<B>0,07</B> mm-er in ein Fällbad ge spritzt, das<B>;39%</B> Ammonsulfat und 2,4/o Schwefelsäure enthält. Die Badstrecke be <I>trägt</I> 2 m, die Badtemperatur <B>1,8</B> '. Die För dermenge wird auf einen Gesamttiter von <B>180</B> Denier eingestellt.
Der Faden läuft nach Verlassen des Bades über eine Abzugsrolle mit<B>5</B> m Umfangsgeschwindigkeit und von da über eine zweite Rolle mit einer 'Umfangs- gesehwindigkeit von<B>2.9,5</B> M, <B>so</B> dass er auf dieser Strecke auf das 4,5fache seiner Länge ausgezogen wird. Man erhält Fäden von einer Trockenfestigkeit von 2,2 gr pro Denier und einer Dehnuno- von 20%.
kD
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von künst- liehen Gebilden, aus wässerigen neutralen oder schwach alkalisch salzfreien oder salz armen Fibroinlösungen durch Auspressen die ser Lösungen in Fällbäder durch geformte Düsenöffnungen, dadurch gekennzeichnet, dass als Fällmittel konzentrierte Salzlösungen verwendet und die erzeugten Gebilde ge- streckt werden._UNTERANSPRÜCHE: <B>1.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass angesäuerte Salzbäder verwendet werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch<B>1,</B> dadurch gekennzeichnet, dass als Fällmittel Lösuno, n n von Salzen ne der Schwefelsäure verwendet werden.<B>3.</B> Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch<B>1,</B> dadurch gekennzeichnet, dass als Fällmittel Lösungen von Salzen der Ameisensäure verwendet werden.
Applications Claiming Priority (1)
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