DE845231C - Verfahren zur unmittelbaren Herstellung eines verzugsfaehigen und wollaehnlichen Stapelfaserbandes mit guter Oberflaechenbeschaffenheit der Fasern aus Viscose - Google Patents
Verfahren zur unmittelbaren Herstellung eines verzugsfaehigen und wollaehnlichen Stapelfaserbandes mit guter Oberflaechenbeschaffenheit der Fasern aus ViscoseInfo
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Description
- Verfahren zur unmittelbaren Herstellung eines verzugsfähigen und wollähnlichen Stapelfaserbandes mit guter Oberflächenbeschaffenheit der Fasern aus Viscose Es ist bekannt, Fasern dadurch herzustellen, daß während des Spinnvorganges in dem laufenden Faden Stellen von geringerer Haltbarkeit erzeugt werden. Diese Fäden werden dann an diesen schwachen Stellen zerrissen, wodurch man Stapelfasern von gewünschter Länge bekommt. Dies Verfahren hat jedoch den Nachteil, daß die Stapelfasern nach dem Waschvorgang wieder in eine parallele Lage zur Herstellung von Garn, z. B. durch Krempeln, gebracht werden müssen.
- Es ist nun gefunden «-orden, daß man zu einem wollähnlichen, verzugsfähigen Stapelfaserband mit guter Oberflächenbeschaffenheit und verhältnismäßig guterhaltener Dehnungsfähigkeit der Fasern gelangen kann, wenn man zunächst ein noch stark xanthogenathaltiges Fadenkabel erzeugt, welches in den Einzelfädchen in Abständen, die dem gewünschten Stapel entsprechen, Titerschwankungen bzw. Schwachstellen aufweist, die gegeneinander mindestens gruppenweise versetzt oder überdacht sind. Das Kabel wird dann im fortlaufenden Arbeitsgang entspannt und in diesem Zustand mit sauren, sauren salzhaltigen und/oder heißen Flüssigkeiten vollständig zu Cellulosehydrat zersetzt, dann in einem Zuge in an sich bekannter Weise nachbehandelt, d. h. soweit wie notwendig entschwefelt, gebleicht und dann gewaschen, aviviert und getrocknet. Das Gebilde kann schließlich weiterlaufend oder in gesondertem Arbeitsgang in einem Zerreißwerk zerrissen und zu einem Stapelfaserband aufgelöst werden, das als Ausgangsmaterial zur Garnbildung tauglich ist.
- Die intermediäre Bildung und zeitweise Aufrechterhaltung des noch hoch xanthogenathaltigen Zustandes des Kabels, verbunden mit der Entspannung desselben, gibt, wie gefunden wurde, die Vorbedingung und Möglichkeit an die Hand, die Ausbildung der Fadenoberfläche und auch des Innern im nachfolgenden Zersetzungsprozeß günstig zu beeinflussen, ohne den Kabelverband durch Schneiden zu zerstören und die Möglichkeit der unmittelbaren Gewinnung eines verzugsfähigen Bandes preiszugeben. Die Ausbildung von entsprechend verteilten Titerschwankungen bzw. Schwachstellen in den Einzelfädchen hat zur Folge, daß das nachträgliche Zerreißen im Verzugsstreckwerk zum St.apelfaserband mit verhältnismäßig geringer Kraft und daher ohne Überdehnung des dickeren und wichtigen Fasermittelteils erfolgen kann, während die zum voraus eingeschnürten Schwachstellen zu sanft auslaufenden Faserenden wie bei natürlichen Haaren führen. Auch wird eine gewisse Textilstruktur schon dadurch hervorgerufen, daß die Zersetzungsflüssigkeiten auf die Schwachstellen des entspannten Einzelfadens anders einwirken, als auf die dickeren Zwischenteile.
- Als Spinnbäder können alle bekannten Bäder angewendet werden, welche einen noch verhältnismäßig wenig zersetzten noch stark xanthogenathaltigen Faden zu liefern vermögen wie schwachsaure gewöhnliche Salzbäder und Ammoniumsalzbäder, aber auch Sulfit und Bisulfit enthaltende Räder oder solche mit löslichen Carbonaten.
- Die Schwachstellen in den Elementarfäden können auf bekannte Art erzeugt werden, sei es z. B. durch wechselnden Fadenabzug vermittels rotierender Nocken, wobei eine abwechselnde Einschnürung des Viscosestrahles in der Nähe der Düse stattfindet, oder durch Pumpen, welche die'Viscose stoßweise fördern, oder ähnliche bekannte Maßnahmen.
- Die Versetzung bzw. Überlappung der Schwachstellen im Kabel kann auf verschiedene Weise bewerkstelligt werden: Man kann große, insbesondere länglich gestaltete Düsen bzw. lochtragende Düsenböden verwenden, welche schief, z. B. in 45°, zur Abzugsvorrichtung gestellt werden. Man kann auch mit gewöhnlichen kleinen Spinndüsen arbeiten, die zum Kabel so aufgestellt sind, daß die Schwachstellen, die an -den Düsen gleichzeitig entstehen, infolge verschiedener Fadenabstände bis zum Kabel in passender Verteilung in demselben zu liegen kommen. Auch kann der wechselnde Abzug z. B. durch Nockenbeeinflussung oder die wechselnde Förderung der Pumpen in der Phase von Spinnstelle zu Spinnstelle versetzt sein, oder der Wechsel im Abzug oder der Pumpenförderung kann an sich eine gewisse Aperiodizität besitzen. Die Auswahl des Zersetzungsbades richtet sich zweckmäßig nach der Zusammensetzung und dem Zustand der Viscose und des Primärbades. Zu einer für Wollersatzzwecke passenden Struktur und Oberflächenbeschaffenheit des Fadens kann man durch eine gemäßigte eruptive Zersetzung des entspannten, noch hoch xanthogenathaltigen Fadens gelangen, wobei Gase, wie CS" H 2S, S02, CO., usw., in nicht zu langsamem und nicht zu schnellem, im Einzelfall zweckmäßig durch Versuche festzustellendem Tempo entwickelt werden. Als Zersetzungsflüssigkeiten eignen sich im Falle von gewöhnlicher Viscose und Primärbädern mit Salzen, welche mit Mineralsäuren und Gasentwicklung zersetzt werden, vorteilhaft verdünnte Säuren, wie Schwefesäure, oder angesäuerte Lösungen von Salzen, wie Natriumsulfat, Ammoniumsulfat, auch bei gewöhnlicher Temperatur. Bei schwachangesäuerten gewöhnlichen Salz- oder Ammoniumsalzbädern als Primärbad empfiehlt es sich vielfach, heiße und gegebenenfalls gleichzeitig angesäuerte verhältnismäßig konzentrierte Salzlösungen als Zersetzungsflüssigkeiten zu verwenden, um die eruptive Zersetzung und etwa erforderliche Gasentwicklung, soweit nötig, zu beschleunigen.
- Wie sich herausgestellt hat, können trotz der vorhandenen Titerschwankutigen zur Verbesserung der Fadenfestigkeit nicht unerhebliche Streckmaßnahmen mit dem Herstellungsverfahren verbunden werden, wenn nur die von den Schwachstellen naturgemäß gesteckte Grenze des zulässigen Verzuges nicht überschritten wird. Andererseits kann ein mäßiges Verstrecken insoweit dadurch günstig wirken, als die Schwachstellen noch eine Vertiefung erfahren. Beispiel 1 Unter Benutzung gewöhnlicher Viscose mit 7% Cellulose und 7% Alkali und eines warmen Spinnbades mit Natriumsulfit und N atriumbisulfit werden mit vier iooolöcherigen Spinndüsen Einzelfadenschäfte gesponnen und gemeinsam durch eine Sammelöse über einen Nocken von einer Abzugswalze mit mehreren Umschlingungen als Kabel abgezogen. Die Umdrehungszahl des Nocken ist so eingestellt, daß alle 15 cm auf den Eitizelfadenschäften nach den Düsen gleichzeitig Schwachstellen entstehen. Die Düsenplatten haben Abstände von der Sammelöse, die von der ersten zur vierten um je 3 cm größer werden, so daß der Fadenschaft der vierten Düse einen um 12 cm längeren Weg bis zur Öse zurückzulegen hat als derjenige der ersten Düse. Das Kabel durchläuft von der Abzugswalze kommend zunächst eine Luftstrecke von vielen Metern, damit die anhaftende Badflüssigkeit die Fadenmasse gehörig durchdringen kann und wird dann in einem Differentialstreckwerk in beschränktem Maße, d. h. ohne Durchreißen der Schwachstellen, verstreckt. Daraufhin gelangt das Fadenkabel auf ein laufendes Band, worauf es spannungslos abgelegt und zuerst mit verdünnter Schwefelsäure zersetzt und im weiteren allen Nachbehand-
iialtigcii Kabels eine heiße, fast gesättigte und schwachsaureNatriumsulfatlösung verwendet wird.hingsoluei-atit)ii:ii eiiiscliliel@lich des Trockiwns unterw-@ti-ten wird. beisitiel 2 Unter Heinitzung clersc-llieii Viscose und eines sui' 30-' tenilterierten Spinnltade:, welches gleiche Teile Aniinoiiitinisttlfat und Natriumsulfat mit wenig Scliw"#fels:itire enthalt. tiin <las Ammoniak niit Sicherheit ztii-iicl<ztili@tltcii. werden drei je stark xantliogenathaltige Fadenschäfte aus drei je 8ool<ic'lirigen Spinaclüsen gesponnen, in einer ge- ineinsamen fase zu einem Kabel vereinigt und weitergeleitet. Die Düsen lial>en von der Sammel- öse verschiedene Altstände, die von der ersten zur dritten uni je 4 cni wachsen, so daß der zur dritten Düse gehörende Fadenweg um 12 cm länger ist als der zur ersten Düse gehörende. Die einzelnen Fadensch:ifte werden von pulsierend fördernden Spinnpumpen erzeugt. welche gleichzeitig auf den drei Fadenschäften verdickte und verdünnte Stel- len liervorhringen. Mehrere der beschriebenen Kabel werden auf ein und derselben Spinninascliine zu einem dicken Kabel vereinigt, welches im fort- laufenden Arbeitsgang zw-isclien Differentialwalzen mäßig vorstreckt und dann ähnlich wie nach Bei- spiel t in entspanntem Zustand fertiggestellt wird, wobei indessen zum Zersetzen des xanthogenat-
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur unmittelbaren Herstellung eitles verzugsfähigen und wollähnlichen Stapelfaserbandes mit guter Oberflächenbeschaffenheit der Fasern aus Viscose, dadurch gekennzeichnet, daß ein stark xanthogenathaltiges Kabel gesponnen wird, welches in den Einzelfädchen Titerschwankungen aufweist, die innerhalb> des Kabels mindestens gruppenweise gegeneinander versetzt sind und welches im fortlaufenden Arbeitsgang in entspanntem Zustand mit sauren oder angesäuerten salzhaltigen und/oder heißen Flüssigkeiten zu Celluloselivdrat zersetzt, dann nachbehandelt, gewaschen und getrocknet wird, um schließlich w-vitei-laufend oder in separatem Arbeitsgang in einem Zerreiß-Streckwerk zu einem Stapelfaserband aufgelöst zu werden. Angezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 738 486, 443 .f13; schweizerische Patentschrift Nr. 221 904; USA.-Patentschrift N r. 2098981.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEV1099D DE845231C (de) | 1943-08-07 | 1943-08-08 | Verfahren zur unmittelbaren Herstellung eines verzugsfaehigen und wollaehnlichen Stapelfaserbandes mit guter Oberflaechenbeschaffenheit der Fasern aus Viscose |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE256466X | 1943-08-07 | ||
| DEV1099D DE845231C (de) | 1943-08-07 | 1943-08-08 | Verfahren zur unmittelbaren Herstellung eines verzugsfaehigen und wollaehnlichen Stapelfaserbandes mit guter Oberflaechenbeschaffenheit der Fasern aus Viscose |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE845231C true DE845231C (de) | 1952-07-31 |
Family
ID=25769836
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEV1099D Expired DE845231C (de) | 1943-08-07 | 1943-08-08 | Verfahren zur unmittelbaren Herstellung eines verzugsfaehigen und wollaehnlichen Stapelfaserbandes mit guter Oberflaechenbeschaffenheit der Fasern aus Viscose |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE845231C (de) |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE443413C (de) * | 1925-02-07 | 1927-04-28 | C R Linkmeyer | Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Faeden |
| US2098981A (en) * | 1932-02-05 | 1937-11-16 | Celanese Corp | Yarn manufacture |
| CH221904A (de) * | 1937-03-10 | 1942-06-30 | Ig Farbenindustrie Ag | Verfahren zur Herstellung von Wollersatzfasern aus Viskose. |
| DE738486C (de) * | 1933-10-10 | 1943-08-18 | Ig Farbenindustrie Ag | Verfahren zum Verspinnen von Viskose |
-
1943
- 1943-08-08 DE DEV1099D patent/DE845231C/de not_active Expired
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| DE443413C (de) * | 1925-02-07 | 1927-04-28 | C R Linkmeyer | Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Faeden |
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