CH156436A - Verfahren zur Herstellung von Viskose. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Viskose.

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CH156436A
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viscose
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Aktiengesellsc Farbenindustrie
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Ig Farbenindustrie Ag
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  Verfahren zur Herstellung von     Viskose.       In der Viskose verarbeitenden Industrie  besteht das Bedürfnis, die Viskosität der       Viskoselösungen    nach Bedarf zu beeinflussen.  Für viele Zwecke ist es erwünscht, die Vis  kosität so weit zu erniedrigen, als es ohne  Schädigung der aus der Viskose herzustel  lenden     Zellulosegebilde    möglich ist, da bei  niederer Viskosität höher konzentrierte Vis  kosen hergestellt werden können. Man hat  dieses Ziel bisher hauptsächlich auf zwei  Wegen zu erreichen gesucht. Entweder die  zur Verarbeitung kommende Zellulose schon  beim     Herstellungsprozess,    z.

   B. beim Koch  oder     Bleichprozess    durch den Einfluss     hydro-          lysierender    oder oxydierender Agenzien so  abzubauen, dass die daraus hergestellte Vis  kose eine geringe Viskosität zeigte, oder es  wurde der die Viskosität erniedrigende Prozess  in den Herstellungsgang der Viskose selbst  verlegt, indem beim     Alkalisierungsprozess     unter dem Einfluss von Zeit, Temperatur und  Oxydationsmitteln die Zellulose einem Ab-    bau bis auf die gewünschte Viskosität     un          terworfen    wurde.

   Die Verfahren, nach denen  schon bei der Ausgangszellulose auf niedere  Viskosität hingearbeitet wurde, arbeiten sehr  unsicher und führen leicht zu Schädigungen  der Zellulose, ebenso alle Oxydationsprozesse.  Das in der Technik gebräuchliche Reifenlas  sen der     Alkalizellulose    ist umständlich und  erfordert grosse Räume mit sehr genauer  Temperaturregelung.  



  Die Erfindung ermöglicht die Verarbeitung  hochviskoser Zellulosen,     bezw.    die Herstel  lung von Viskosen hoben     Zellulosegehaltes     bei normaler Viskosität, ohne dass     hydroly-          sierende    oder oxydierende Mittel oder ein       Alternlassen    der     Alkalizellulose    erforderlich  wäre. Es wurde gefunden, dass schon sehr  geringe Zusätze von     aliphatischen    Verbin  dungen mit mindestens zwei     Hydroxylgruppen     zur Tauchlauge eine ganz überraschende  Erniedrigung der Viskosität hervorrufen.

   Als  solche     aliphatischen    Verbindungen seien bei-           spielsweise    angeführt die zwei- und mehr  wertigen Alkohole, wie Glykol, Glyzerin,       Erythtrit,        Mannit        etc.,    wobei es nicht erfor  derlich ist, dass eine     unverzweigte    Kohlen  stoffkette vorliegt. So übt z. B.     Pentaerythrit     eine     ausgezeichnete    Wirkung aus.

   Brauchbar  sind ferner Derivate der- zwei- und mehr  wertigen Alkohole, wie     Glyzerinsäure,        Glu-          konsäure,    Zuckersäure,     Sacharinsäure.    Es  können auch     Stoffe    Verwendung. finden, die  in der Lauge erst nach einigem Stehen die  wirksamen     Hydrolyseverbindungen    entstehen  lassen, z. B.     Glyzeride.    Manche Zucker, wie  z. B. Glukose, entfalten nicht sofort nach dem  Lösen in der Lauge ihre Wirksamkeit, son  dern erst nach einigem Stehen der Lauge.  



  Das Optimum an Zusatz liegt für Ver  bindungen mit nicht weniger als drei     Hydro-          xylgruppen    zwischen 1 und 2 % vom Ge  wicht der Tauchlauge, bei Körpern mit zwei       Hydroxylgruppen        zwischen    2     und        3%;        aber          auch        ein        Zusatz        von        wesentlich        unter        1%     übt schon eine sehr deutliche und häufig  ausreichende Wirkung aus.

   Infolgedessen be  wirken Ungleichmässigkeiten in der Dosierung  des organischen Zusatzes, wenn sie nicht  erheblich von der optimalen Menge abliegen,  keine störenden Schwankungen der Viskosität.  Man kann sogar mit einer Lauge von z. B.       1%        Glyzeringehalt        mehrere        Tauchungen     hintereinander     ausführen    und dabei nur den       Alkaligehalt,    nicht aber das Glyzerin auf  frischen, ohne dass irgendein nennenswerter       Viskositätsanstieg    bei den späteren     Tauchun-          gen    zu beobachten wäre.  



  Sehr bemerkenswert ist die Tatsache,     dass     nur im Bereich der geringen Zusätze an or  ganischer Substanz die Viskosität der Viskose  mit steigender     Menge    an Zusatz fällt. Bei  grösseren Zusätzen, bei Glyzerin, zum Bei  spiel schon bei einem Zusatz über 270  wird die     viskositätserniedrigende    Wirkung  des     Zusatzstoffes    schon merklich schwächer.  Bei Anwendung gleicher Zusatzmengen ist  im allgemeinen die     Viskositätserniedrigung     um so stärker, je reicher der zugesetzte Kör  per an     Hydroxylgruppen    ist.

      Das Verfahren ist anwendbar sowohl  wenn, wie meistens üblich, die     Alkalizellulose     nach der     Tauchung    abgepresst und als zer  faserte     Alkalizellulose        sulfidiert    wird, als  auch wenn man die     Alkalizellulose    ohne Ab  pressen in Gegenwart der überschüssigen  Tauchlauge der Einwirkung des Schwefel  kohlenstoffes unterwirft. Es ist ferner bei  gleich gutem Erfolg anwendbar bei Verwen  dung von Holzzellstoff, nach beliebigem Auf  schluss hergestellt, wie bei Verwendung von  Baumwolle,     Linters    und dergleichen.

   Selbst  verständlich kann es auch in Verbindung  mit einer     Reifung    der     Alkalizellulose    ange  wendet werden.  



  Die Anwendung     glyzerinhaltiger    Lauge  im     Viskoseprozess    ist schon vorgeschlagen  worden. Es handelt sich bei diesem älteren  Verfahren indessen um so hohe     Glyzerinzu-          sätze,    dass das ganze Alkali in Form von       Natriumglyzerat    vorliegt. Auch ist es nach  diesem älteren Verfahren gleichgültig, ob man  das Glyzerin zur Tauchlauge oder zur Löse  lauge fügt. Die     viskositätserniedrigende    Wir  kung wird aber nur bei Zusatz zur Tauch  lauge erreicht und, wie ausgeführt, nur bei  geringen Zusätzen.  



  <I>Beispiele:</I>  1) 100 kg     Sulfitzellstoff    werden bei 100  21/2 Stunden in 2000 kg 18     %iger    Lauge ge.  taucht, auf 300 kg     abgepresst,    zwei Stunden  bei 12-140 zerfasert, hierauf sofort     31/a     Stunden bei     19-27'    mit 33 kg Schwefel  kohlenstoff     sulfidiert    und das     ganthogenat    in  so viel Lauge gelöst, dass der Zellstoffgehalt       der        Viskose    5     %        bei        5,

  8        %        Gesamtalkali        be-          trägt.    Die Viskosität dieser Viskose beträgt  153 Sekunden. Fügt man dagegen der Tauch  lauge die nachstehenden Zusätze zu, so er  hält man folgende     Viskositäten     
EMI0002.0075     
  
    a) <SEP> 1% <SEP> Mannit <SEP> 21 <SEP> Sekunden
<tb>  b) <SEP> 1% <SEP> Pentaerythrit <SEP> 22 <SEP> "
<tb>  c) <SEP> 1% <SEP> Glyzerin <SEP> 29 <SEP> "
<tb>  d) <SEP> 3 <SEP> % <SEP> Glyzerin <SEP> 39 <SEP> "
<tb>  e) <SEP> l0/0 <SEP> Glykol <SEP> 48 <SEP> "
<tb>  f) <SEP> 1 <SEP> % <SEP> rohe <SEP> Glukonsäure <SEP> 48 <SEP> ,@         2)

   100 kg     Linters-Zellstoff    werden wie  in Beispiel 1c unter Verwendung einer  Tauchlauge mit     11/o        Glyzeringehalt    auf  Viskose verarbeitet. Die Viskosität beträgt  20 Sekunden, während sie bei Verwendung  reiner Tauchlauge 58 Sekunden beträgt.  



  3) 100 kg sogenannter     a-Fiberzellstoff     werden wie in Beispiel 1 c mit einer Tauch  lauge mit     l         /o        Olyzeringehalt    verarbeitet.  Die Viskosität beträgt 73 Sekunden, wäh  rend sie bei Verwendung reiner Tauchlauge  382 Sekunden beträgt.  



  4.) 100 kg sogenannter     a-Fiberzellstoff     werden wie in Beispiel 3 auf Viskose ver  arbeitet, wobei aber eine Tauchlauge mit  nur     0,511/o        Glyzeringehalt    verwendet wird.  Die Viskosität der Viskose beträgt 170 Se  kunden.  



  Alle     Viskositäten    bedeuten die Fallzeit  einer Stahlkugel von 3 mm     Q)    durch eine       .Höhe    von 20 cm bei 201 C.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Viskose, dadurch gekennzeichnet, dass man Alkalisie- rungslaugen verwendet, die aliphatische Ver bindungen mit wenigstens zwei alkoholischen Hydrogylgruppen in Mengen von höchstens wenigen Prozenten enthalten. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man nach dem Tau chen die Alkalizellulose abpresst und im abgepressten Zustand sulfidiert. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man nach dem Tau chen die Alkalizellulose ohne Abpressen in Gegenwart der Tauchlauge sulfidiert.
CH156436D 1930-08-18 1931-07-07 Verfahren zur Herstellung von Viskose. CH156436A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2710309A1 (de) * 1976-03-10 1977-09-15 Kemira Oy Verfahren zur herstellung von alkalizellulose

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE2710309A1 (de) * 1976-03-10 1977-09-15 Kemira Oy Verfahren zur herstellung von alkalizellulose

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