CH156748A - Verfahren zum Konzentrieren wässeriger Ameisensäure. - Google Patents
Verfahren zum Konzentrieren wässeriger Ameisensäure.Info
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Description
Verfahren zum Konzentrieren wässeriger Ameisensäure. Es ist bereits bekannt, wässerige Essig säure dadurch zu konzentrieren, dass man sie mit in Wasser praktisch unlöslichen organi schen Basen extrahiert und hiernach die Essig säure aus dem Extrakt herausdestilliert. Es ist weiterhin bekannt, die Löslichkeit der organischen Basen in der wässerigen Phase dadurch herabzusetzen, dass man ihnen hoch siedende gohlenwasserstoffe zusetzt. Ein ähn licher Effekt lässt sich bekanntlich auch da durch erreichen, dass man in die zu extra hierende wässerige Säure eine gewisse Menge löslicher Salze einträgt.
Alle diese Verfahren eignen sich nicht zur Konzentration von wässeriger Ameisensäure, da die sich hierbei bildenden ameisensauren Salze von Wasser so stark zurückgehalten werden, dass die Extraktion mit organischen Basen äusserst mühsam durcbzuführen ist. Versetzt man z. B. 100 gr 20 0%ige Ameisen säure mit 100 gr Chinolin und 100 gr Tri- chloräthylen, so lassen sich damit bei ein maligem Ausschütteln nur zirka 25 % der im Wasser vorhandenen Ameisensäure extrahieren, während bei gleichem Ansatz mit Essigsäure zirka 75 % derselben in das Extraktionsmittel gehen.
Es wurde gefunden, dass man mit Hilfe hochsiedender organischer Basen, wie Chino- lin oder Gemische solcher, wässerige Ameisen säure auf sehr einfache Weise direkt konzen trieren kann, wenn man letztere in Gegenwart der Base bezw. Basen ohne vorherige Extrak tion der fraktionierten Destillation unterwirft. Es hat sich dabei als vorteilhaft erwiesen, die Destillation so durchzuführen, dass man zunächst das Wasser vollständig oder nahezu vollständig unter gewöhnlichem Druck ab trennt und hiernach die Ameisensäure von der Base bezw. den Basen durch Vakuum destillation fraktioniert trennt.
Man erhält so, wie Versuche ergaben, neben einem geringen Vorlauf von mehr oder weniger verdünnter Ameisensäure in fast quantitativer Ausbeute eine hochkonzentrierte, d. h. eine zirka 90 bis 99 %ige Ameisensäure. Die Ausbeute an höchstkonzentrierter Säure lässt sich, wie wei terhin gefunden wurde, noch dadurch verbes sern, dass man zweckmässig von dem Zeit punkt an, wo merkliche Mengen Säure mit dem Wasserdampf übergehen, geeignete, zur Bindung der mitverdampfenden Säure aus reichende Mengen hochsiedender organischer Basen oder Gemische solcher oder gegebenen falls auch entsprechender Mengen Monoformiat, zweckmässig nach dem Gegenstromprinzip, in die Fraktionierkolonne einführt.
Bei Verwen dung einer guten Kolonne und bei gebühren der Berücksichtigung der Dampftension von Wasser, Säure und Base lässt sich das Ver hältnis von Base zu Säure leicht derart regu lieren, dass praktisch weder Verluste an Säure noch an Base entstehen. Der Basenrückstand kann ohne weiteres wieder für eine neue Operation verwendet werden. Bei dieser Ar beitsweise ist sowohl der Dampfverbrauch für die Trennungsarbeit, als auch die hierzu nö tige Menge Base viel kleiner als bei den bisher üblichen Egtraktions- bezw. Konzen trationsverfahren.
Ein Überschuss an Basen ist zweckmässiger weise zu vermeiden, weil die nicht an Säure gebundene Base im allgemeinen mit Wasser dampf mehr oder weniger leicht flüchtig ist, man also bei Verwendung eines Rasenüber schusses eine unnötige Trennungsarbeit leisten müsste und zugleich Gefahr liefe, einen ge wissen Teil der mehr oder weniger kostspie ligen Basen infolge ihrer Löslichkeit in Wasser und gewisser Trennungsschwierigkeiten zu verlieren.
Die in dem Mengenverhältnis zwischen Säure und Base vorteilhafterweise nicht zu überschreitende Grenze ist von der Wasser dampfflüchtigkeit und von der Säurebindungs- fähigkeit der jeweils verwendeten Basen ab hängig und durch entsprechende kleine Vor versuche jeweils leicht zu ermitteln. Für Basen geringerer Wasserdampfflüchtigkeit liegt dieselbe zum Beispiel bei etwa 1 Mol. Säure auf 1 Mol. Base, für solche höherer Wasserdampfflüchtigkeit zum Beispiel bei etwa 2,0 -2,5 Mol. Säure auf 1 Mol. Base.
<I>Beispiel:</I> Eine 20 %ige Ameisensäure wurde mit so viel Chinolin versetzt, dass auf 3 Mol. Ameisensäure zirka 1 Mol. Chinolin entfiel. Bei der nachfolgenden fraktionierten Destilla tion unter gewöhnlichem Druck ging zunächst die Hauptmenge des Wassers mit sehr wenig Ameisensäure über. Die nachfolgende Vakuum destillation lieferte eine zirka 90-99o/oige Säure.
Ein zweiter Versuch, bei dem 1 Mol. Chi- nolin auf zirka 2 Möl. Ameisensäure ange wendet wurden, lieferte bei denselben Arbeits bedingungen fast ausschliesslich höchstprozen tige Säure.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Konzentrieren wässeriger Ameisensäure, dadurch gekennzeichnet, dass man die wässerige Ameisensäure in Gegen wart mindestens einer hochsiedenden organi schen Base fraktioniert destilliert. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die verdünnte Amei sensäure in Abwesenheit überschüssiger Mengen hochsiedenden organischen Basen fraktioniert destilliert wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ameisensäure in Gegenwart von Chi- nolin fraktioniert destilliert wird. 3.Verfahren gemäss Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die fraktionierte Destillation der art durchführt, dass zunächst das Wasser unter gewöhnlichem Druck vollständig oder nahezu vollständig entfernt und hiernach die Ameisensäure von den Basen durch Vakuumdestillation fraktioniert getrennt wird. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man während des Abdestillierens des Wassers zur Bindung der mitverdampfen- den freien Säure ausreichende Mengen mindestens einer hochsiedenden organischen Base nach dem Gegenstromprinzip in die Fraktionierkolonne einführt. 5.Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man die während des Abdestillierens des Wassers zuzugebenden Basen von dem Zeitpunkte an, wo merkliche Mengen Säure mit dem Wasser übergehen, nach dem Gegenstromprinzip in die Fraktionierko- lonneeinführt. 6. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man während des Abdestillierens des Was- sers zur Bindung der mitgerissenen freien Säure entsprechende Mengen Monoformiat nach dem Gegenstromprinzip in die Frak- tionierkolonne einführt. 7.Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man das während des Abdestillierens des Wassers zuzugebende Monoformiat von dem Zeitpunkte an, wo merkliche Mengen Säure mit dem Wasser übergehen, nach dem Gegenstromprinzip in die Fraktionierko- lonne einführt.
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