CH157323A - Verfahren zur Prüfung von Milch auf Abweichungen ihrer normalen Zusammensetzung. - Google Patents

Verfahren zur Prüfung von Milch auf Abweichungen ihrer normalen Zusammensetzung.

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CH157323A
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  Verfahren zur Prüfung von     Hilch    auf     Abweichungen    ihrer normalen     Zusammensetzung.       Die normale Zusammensetzung der Milch  kann durch die verschiedensten     Einflüsse    eine  Veränderung erleiden.

   Besonders gefährlich  sind solche Veränderungen, wenn sie die  Folge von     Eutererkrankungen,    insbesondere  von     Mastitis,        darstellen,    da dann die Milch  wegen der Beimengung .der     Leukocyten    un  appetitlich wird, infolge ihrer veränderten  Zusammensetzung bei der Verarbeitung häu  fig zu Betriebsstörungen führt und nach den  übereinstimmenden     Feststellungen    verschie  dener Autoren sogar .schwere gesundheitliche  Schädigungen beim Menschen hervorrufen  kann, wenn die Krankheitserreger in den  Verdauungskanal gelangen. Insbesondere für  Säuglinge und Kinder ist die Milch     euter-          erkrankter    Tiere geradezu gefährlich.  



  Es     ist    deshalb von besonderer Wichtig  keit, derartige     Eutererkrankungen    möglichst  schon beim Melken festzustellen, um zu ver  hindern, dass die infizierte Milch mit ge  sunder Milch anderer Tiere vermengt wird.    Neben den auf Erkrankungen     zurüclzzu-          führenden    Veränderungen kommen aber noch  andere Veränderungen in Frage, die     ebeil-          falls    einer schnellen     Feststellung    bedürfen.

    Hier ist     insbesondere    das     Kolostrum    zu er  wähnen, welches vom Muttertier in den er  sten Tagen nach dem Kalben gegeben wird  und dessen Beimengung zu anderer Milch  sehr leicht die gesamte Milch für Käserei  zwecke und .dergleichen unbrauchbar machen  kann. Da die     Kolostralperiode    nicht immer  gleichartig verläuft,     besteht    also auch ein  Bedürfnis nach einem einfachen und sicheren  Verfahren, um das Ende der     Kolostralperiode     und damit den Zeitpunkt zu bestimmen.  von dem ab die Milch des Muttertieres ganz  oder teilweise dem Verkehr zugeführt. wer  den darf.  



  Es sind nun zwar     bereits    verschiedene  Verfahren vorgeschlagen worden, welche  einerseits     Eutererkrankungen,    anderseits     das     Vorhandensein des     Kolostrums    nachzuweisen      gestatten. Es ist bisher jedoch noch nicht  gelungen, eine     ,sogenannte.    Schnellmethode  zu finden, die in ganz kurzer Zeit und durch  ungeübte Kräfte ausführbar ist und wirklich  brauchbare Ergebnisse liefert.  



  So sind zum Beispiel für die     Feststel-          lung    von     Eutererkrankungen        kolorimetrische     Methoden vorgeschlagen worden, bei wel  chen die Milch     aus    .den verschiedenen Euter  vierteln mit einem Indikator versetzt wird,  durch den im Falle einer Störung andere  Farben     als    normalerweise hervorgerufen wer  den;

   oder es wurde vorgeschlagen, den Chlor  gehalt der Milch zu ermitteln, um hieraus  einen     Sehluss    auf die Gebrauchsfähigkeit  beziehungsweise die     _    Gesundheit der Milch  zu ziehen.     Derartige    Untersuchungen der  einzelnen Proben durch     Titrierung    oder der  gleichen - selbst wenn durch die     Titration     nur das Über-     bezw.        Unterschreiten    eines  bestimmten Grenzwertes     festgestellt    werden  soll - sind ziemlich     umständlich    und kön  nen zweifellos nicht von ungeübten Kräften  ausgeführt werden.

   Ausserdem nehmen sie  längere Zeit in Anspruch und bieten auch  keine Möglichkeit bezüglich der Feststel  lung; ob     Kolostrum    vorliegt. Anderseits hat  man bereits festgestellt, dass beim Vorhanden  sein von     Kolostrum        (wie    auch bei sonstigen       Sekretionsstörungen)    durch Zusatz eines  Peroxyds mehr oder minder starke Sauer  stoffentwicklung erfolgt, während andere  Eigenschaften des     Kolostrums    von denjeni  gen normaler Milch nicht abweichen.  



  Man hat ferner festgestellt, dass bei Euter  erkrankungen sich Veränderungen lediglich  an dem erkrankten     Euterviertel    zeigen, wäh  rend sich demgegenüber Veränderungen auf  Grund von     Fütterungs-    oder sonstigen Ein  flüssen stets     zugleich    an allen     Eutervierteln     bemerkbar machen.  



  Alle diese Erkenntnisse und bekannten  Tatsachen werden nun bei der vorliegenden  Erfindung verwertet, mit welcher es möglich  ist, auch .durch ungeübte Kräfte schon beim       Melken    in kurzer Zeit ohne weiteres fest-    stellen zu lassen, ob die     ermolkene    Milch für  den Verbrauch geeignet oder ungeeignet ist.

    Das Verfahren zur Prüfung von Milch auf  Abweichungen ihrer normalen Zusammen  setzung ist dadurch gekennzeichnet, dass     aus     den vier     Eutervierteln    getrennt     entnommene     Proben mit je einer bestimmten Menge einer  Prüfflüssigkeit versetzt werden, die ein Per  oxyd und einen Indikator enthält, dessen       Umschlagsbereich    zwischen     pi,    = 6 und       pi,    = 8 liegt, und dass die Proben unter  einander verglichen werden.

   Es zeigen  sich dann bei (krankhaften)     Sekretions-          störungen    an den betreffenden Proben     Farb-          umschläge,    die gegenüber den übrigen Pro  ben     charakteristisch    unterschiedlich sind  und von einer     gleichzeitigen        Sauerstoffab-          scheidung    begleitet sein können, während bei  Vorliegen von     Kolostrum    nur Sauerstoffab  spaltung erfolgt.  



  Es ist also bei dem Verfahren gemäss  der Erfindung von     Wichtigkeit,    dass der  Farbvergleich nicht zwischen den Proben  und     feststehenden        Farbwerten    erfolgt, wie  es früher vorgeschlagen wurde, sondern dass  die aus den vier     Eutervierteln    getrennt ent  nommenen Proben nach Zusatz der Prüf  flüssigkeit untereinander verglichen werden.  



  Als besonders geeigneter Indikator für diese  Zwecke hat sich     Bromthymolblau    gezeigt,       und    zwar auch deshalb, weil gerade dieser  Indikator von dem schwankenden Metallsalz  gehalt der Milch praktisch nicht beeinflusst  wird.  



  Wenn die Milch frisch und normal ist.,  ergibt sich eine charakteristisch gelbgrüne  Färbung, während selbst schon bei     b-ginnen-          den,    ganz schwachen     Sekretionsstörungen    die  Farbe auffällig blaugrün wird. Wenn in  fortgeschrittenen Fällen die Wasserstoff  ionenkonzentration stark erhöht ist, die sich  bei beginnender Erkrankung des     Euters    zu  nächst vermindert, dann aber sehr     steil    an  steigt, tritt eine reine gelbe Färbung auf.

    Ferner bewirkt eine alkoholische Lösung des  Indikators bei starken     Eutererkrankungen     neben der starken Gelbfärbung eine gleich-      zeitige     Ausflockung,    die eine scharfe     Ünter-          scheidung    gegenüber normaler Milch ge  stattet.  



  Wenn man diesen Indikator mit Alkohol  gelöst und mit einem Peroxyd versetzt als  Prüfflüssigkeit vorrätig hält und jeweils  eine bestimmte Menge davon den aus den  vier     Eutervierteln    entnommenen Proben zu  setzt, kann man sofort, gegebenenfalls nach  einfachem     Umschütteln,    durch Vergleich der  vier Proben feststellen, ob irgend welche Ver  änderungen der Milch vorliegen und ob diese       Veränderungen    wegen der aufgetretenen  Farbunterschiede auf     Mastitiserkrankungen     oder     dergleichen    oder wegen der     Ga.sabsehei-          dung    auf das Vorliegen des     Kolostrums    zu  rückzuführen sind.

   Man hat also auf diese  Weise ein     Mittel    zur Hand, um im Rahmen  einer wirklichen Schnellmethode durch un  geübte     Kräfte    die Milch schon beim Melken  genau zu untersuchen.  



  Man kann dann auch noch weitergehen  und namentlich bezüglich der Sauerstoff  abscheidung beim Vorliegen des,     golostrums     mit Hilfe     geeignet    geeichter Gefässe die  Menge des abgeschiedenen Gases     feststellen     und daraus den Grad der Veränderung der  Milch ableiten. Es lassen .sich dann genaue  Regeln aufstellen, so dass der Untersuchende  
EMI0003.0017     
  
    sowohl <SEP> aus <SEP> dem <SEP> Farbumschlag, <SEP> als <SEP> auch <SEP> aus
<tb>  der <SEP> Menge <SEP> der <SEP> Gasentwicklung <SEP> genau <SEP> ersehen
<tb>  kann, <SEP> ob <SEP> die <SEP> betreffende <SEP> Milch <SEP> noch <SEP> brauch  bar <SEP> ist <SEP> oder <SEP> ob <SEP> sie <SEP> dem <SEP> Verkehr <SEP> nicht <SEP> zu  geführt <SEP> werden <SEP> darf.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Prüfung von Milch auf Abweichungen ihrer normalen Zusammen setzung, dadurch gekennzeichnet, dass aus den vier Eutervierteln getrennt entnommene Proben mit je einer bestimmten Menge einer Prüfflüssigkeit versetzt werden, die ein Per oxyd und einen Indikator enthält, dessen Umschlagsbereich zwischen p;, = G und pli = 8 liegt; und da.ss die Proben unter einander verglichen werden. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren zur Prüfung von Milch gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Indikator Brornthymolblau benutzt wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Prüfflüssigkeit aus einem Peroxyd und Bromthymolbl;iu. beides gelöst in Alkohol, besteht.
CH157323D 1929-08-26 1930-07-24 Verfahren zur Prüfung von Milch auf Abweichungen ihrer normalen Zusammensetzung. CH157323A (de)

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