CH157329A - Verfahren zur Konservierung und Geschmacksveredelung von Sojabohnen oder Früchten von anderen Leguminosen. - Google Patents

Verfahren zur Konservierung und Geschmacksveredelung von Sojabohnen oder Früchten von anderen Leguminosen.

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CH157329A
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Goller Hubert
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  Verfahren zur Konservierung und     Geschmacksveredelung    von Sojabohnen oder Früchten  von anderen     leguminosen.       Vorliegendes Verfahren hat den Zweck,  den Sojabohnen oder Früchten von andern       ILeguminosen    den üblen     Geschmack    zu neh  men und gleichzeitig dem     Ranzigwerden    zu  vermeiden.  



  Die     Bitterstoffe    zum Beispiel der Soja  bohne bestehen im wesentlichen aus     Gluko-          siden    und     Galoctosiden,    welche durch er  höhte Temperatur, namentlich bei Anwen  dung von Über- oder Unterdruck, aufgespal  ten werden, wodurch die     saccharide    Spalt  komponente durch halbdurchlässige Membra  nen     diffundierbar    wird.  



  Auf Grundeingehender Versuche wurde  gefunden, dass die Samenhülle beispielsweise  der Sojabohne     (Palisaden-Zellenschicht    im  Vereine     mit    den vier restlichen Schichtlagen  der Samenschale) bei Anwendung von leicht  alkalisch reagierenden Flüssigkeiten als Dif  fusionsmittel besonders     unter    Anwendung  von Über- oder Unterdruck bei entsprechen-    den Temperaturen (am zweckmässigsten 65    bis<B>80'</B> C) ein ähnliches Verhalten zeigt  wie eine halbdurchlässige Membran.  



  Die Anwendung von Überdruck hat den       Vorteil,    dass die Samenhülle der Sojabohne  durch Auflockerung der     Zellverbände        rascher     und bei     niedrigerer    Temperatur als bei  Normaldruck durchlässig gemacht wird.  Normaldruck fordert Temperatur über 85  ,  bei welcher das, Eiweiss der Sojabohnen sich  zu     verändern    beginnt.  



  Das Arbeiten bei Unterdruck erleichtert  den     osmotischen    Austritt der kleinmoleku  laren Anteile besonders der     sacchariden     Spaltkomponente der     Bitterstoffe    des     Soja-          bohnensamens    nach aussen ebenfalls bei nie  drigerer Temperatur als dies bei Normal  druck möglich ist. Durch Anwendung der       niedrigeren    Temperaturen ist die     Erhaltung     des Eiweissmoleküls in seiner ursprünglichen  Form nicht gefährdet.      Dagegen ist die Diffusion der kleinen  molekularen Stoffe, wie     Kohlehydrate        -etc.,     leicht möglich. .  



  Diese Erkenntnis. findet im gegebenen  Verfahren, welches auf der Tatsache der ver  schiedenen     Diffusionsgeschwindigkeit    von  Eiweiss und     Fett    einerseits und Kohlehydrate       etc.    anderseits aufgebaut ist, ihre praktische  Auswertung.  



  Da die grossen     Kolloidkomplexe    des  hochmolekularen Eiweisses     praktisch    nur in  Spuren zu diffundieren     vermögen;    während       dies    für die gutlöslichen Kohlehydrate     etc.     leicht möglich ist, gleichzeitig aber auch die  Fettanteile im Samen zurückgehalten wer  den, kann man solcherart eine rasche und  leicht regelbare     Anreicherung    der wertvollen  Eiweiss- und Ölkomponente in der Frucht er  zielen, welche nahezu verlustlos- vor sich geht.

    Hierbei bleiben freie     Fettsäuren    zurück: Diese  werden jedoch durch das Alkali     .des    Dif  fusionsmittels     abgesättigt,    wodurch ein Ran  zigwerden hintangehalten wird.    Die solcherart gewonnenen vitaminreichen  Edelprodukte sind     ausnahmslos    für den  menschlichen Genuss geeignet, wie die zahl  reichen     Proben    (auch     Tierversuche)    einwand  frei zeigten:

    <I>Ausführungsbeispiel:</I>  Gewaschene, jedoch ungeschälte Soja  bohnen werden mit einem entsprechend per  forierten Korb in einen verschliessbaren heiz  baren     Kessel    gebracht, welcher für Druck  änderungen     eingerichtet    ist und mit einem       Rahmenrührwerk    oder einer andern     Zirku-          lationsbewegung    erzeugenden Verrichtung  verseben ist.  



  Hierauf wird klares Kalkwasser von       zirka,    65 bis<B>80'</B> in solchem Masse     zugeführt,          däss    die Bohnen überdeckt sind. Der notwen  dige Druck wird durch.     Lufteinpressung    her  beigeführt.  



  Der     Optimaldruck        beträgt    zwei Atmo  sphären.    Bei     Unterdruckarbeit    wird zuerst der mit  den-     Bohnen    - beschickte Kessel unter Unter  druck (zirka     '/3    Atmosphären) gesetzt und  sodann Kalkwasser von zirka     +    65   C un  ter     Aufrechterhaltung    des Vakuums zuge  führt. Nach zirka zwei- Stunden wird die  Diffusionsflüssigkeit abgezogen und weiter  verarbeitet.

   Zur     Konservierung    und Ge  schmacksveredlung     genügt    je nach verwen  detem Material bereits eine Diffusionsarbeit  von     zirka,    20 bis 30 Minuten; allerdings er  folgt hierbei noch keine weitgehende An  reicherung der Eiweiss- und Fettkomponente  innerhalb des     Endospermkörpers    der Frucht.  Für den Grossbetrieb .sind auch die land  läufigen     Diffusionsbatterien    der Zucker  fabriken     vorzüglich.    geeignet.  



  Sodann werden die Bohnen gründlich ge  waschen und weiter verarbeitet.       -Voraussetzung    bei all diesen Vorgängen  ist jedoch stets, dass die gereinigten     Legiz-          minosen    in unveränderter Form, also     unge-          schält    und nicht- zerkleinert, zur Verarbeitung  gelangen, und dass' die     Samenschalen    durch  Anwendung der angeführten Druck- und  Temperaturverhältnisse zu halbdurchlässigen  Membranen werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Konservierung von Soja bohnen oder Früchten von andern Legumi- nosen unter gleichzeitiger Geschmacksver edlung, dadurch gekennzeichnet, dass die Samenschalen derselben durch Behandlung mit schwach alkalisch reagierenden Lösungen zu halbdurchlässigen Membranen geformt werden, durch welche man sich aufspaltende Bitterstoffe austreten lässt, während Alkalien des Diffusionsmittels in den Samenkörper eindringen und die freien Fettsäuren ab sättigen.
    UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren, nach- Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass. die Behandlung der Samenschalen mit den schwach. alkalisch reagierenden Lösungen unter Drück er folgt. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, daB die Behandlung der Samenschalen mit den schwach alkalisch reagierenden Lösungen unter Vakuum er folgt.
CH157329D 1930-08-12 1931-07-20 Verfahren zur Konservierung und Geschmacksveredelung von Sojabohnen oder Früchten von anderen Leguminosen. CH157329A (de)

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