CH158011A - Verfahren zur Vorbereitung von Metallwerkstücken für eine in Stufen auszuführende mechanische Bearbeitung. - Google Patents
Verfahren zur Vorbereitung von Metallwerkstücken für eine in Stufen auszuführende mechanische Bearbeitung.Info
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Description
Verfahren zur Vorbereitung von Netallwerkstücken für eine in Stufen auszuführende mechanische Bearbeitung. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorbereitung von Metallwerkstücken für eine in Stufen auszuführende mechanische Bearbeitung, zum Beispiel Ziehen, Walzen, Tiefziehen und dergleichen.
Bei der Bearbeitung erhärtet die Werk stücksoberfläche, so dass sie zwischen den einzelnen Bearbeitungsstufen Zwischenglü- hungen unterworfen werden muss. Um dieses Zwischenglühen zu ersparen, wurde bereits vorgeschlagen, die Oberflächen der Metall werkstücke nach vorhergehender Reinigung (zum Beispiel durch Beizen) mit Überzügen aus Blei, Kupfer, Zinn und dergleichen oder deren Legierungen zu versehen, welche dem Erhärten der Werkstücksoberfläche ent gegenwirken.
Solche auf die blank gebeizte Oberfläche aufgebrachte weiche Metallüber züge werden jedoch durch das Zieh- oder Walzwerkzeug schon nach .wenigen, etwa drei bis vier Bearbeitungsstufen von dem Werkstücke abgestreift, so dass in der wei- teren Arbeitsfolge neuerliches Verbleien oder dergleichen bezw. wiederholtes Glühen zwischen den einzelnen Bearbeitungsstufen notwendig wird.
Die Erfindung bezweckt die Beseitigung dieses Mangels und ist dadurch gekenn zeichnet, dass die Werkstücksoberfläche vor Auftragen des Überzuges, zum Beispiel mit- telst eines Ätzmittels (durch Korrosion) oder mechanisch (mittelst Sandstrahlgebläse), einer so weitgehenden Aufrauhung unter worfen wird, dass in der Werkstücksober- fläche künstliche Vertiefungen entstehen.
In den Vertiefungen kann sich soviel Überzugs material sammeln, um aus ihnen nach Mass gabe der fortschreitenden Bearbeitung her austreten und auf der Werkstücksoberfläche einen zusammenhängenden, bis zur letzten Bearbeitungsstufe wirksam vorhaltenden Überzug bilden zu können. Das Mass der künstlichen Aufrauhung kann sich nach der Beschaffenheit des Werkstücks- und des Über- zugsmaterials und nach dem Zwecke der Be arbeitung richten.
Vorzugsweise kann die zur Entfernung der Verunreinigungen benützte Reizflüssig keit durch Verlängerung ihrer Einwirkungs dauer unmittelbar auch zu der erfindungs gemäss beabsichtigten Aufrauhung der Werk stücksoberfläche verwendet werden.
Damit der Schutzüberzug möglichst gut in die Ver tiefungen eindringt und an deren Wänden, sowie an der Oberfläche des Werkstückes festhaftet, kann dieses in ein Schmelzbad des Überzugsmetalles (Legierung) getaucht wer den, welches zum Beispiel durch entsprechend starkes Erhitzen so dünnflüssig gemacht worden ist, .dass es auf der Oberfläche des austauchenden Werkstückes eine Deckschicht möglichst geringer, hauchdünner Dicke bil det. Die Abstreiffestigkeit des Überzuges kann hierdurch wesentlich erhöht werden.
Beispiel T: Ein angespitztes und gelochtes Stahlrohr werkstück, dessen Durchmesser, zum Beispiel von 54 auf 18 mm und dessen Wandstärke von 4 auf 0,7 mm durch stufenweises Ziehen verringert werden soll, wurde zuerst in ein Reizbad gebracht, welches aus einem Teil 60 B6 Schwefelsäure und vier Teilen Was ser besteht. Das nach einiger Zeit einsetzende Aufsteigen von Blasen zeigt an, dass alle Verunreinigungen entfernt sind, die die blanke Oberfläche des Werkstückes überdeckt hatten, und dass die Beize den Stahl selbst zu korrodieren beginnt.
Nach einer bestimmten Zeit, welche von der Zusammensetzung des verwendeten Stahls bezw. des Beizbades ab hängt, kann das Rohrstück aus dem Bade ge hoben und mit Wasser rein gespült werden, Seine Oberfläche zeigt eine künstliche Auf- rauhung in Form eines Netzes unregelmässi ger Vertiefungen, Zacken, Risse oder der gleichen von etwa 0,015 mm Tiefe.
Das so vorbereitete Werkstück wird zum Beispiel zirka 10, Minuten lang in einem normalen Lötwasserbad behandelt und un mittelbar darauf in ein auf 450 erhitztes Bad einer Blei-Zinnlegierung eingetaucht. In dieser wird es zweckmässigerweise so lange belassen, bis es dessen Temperatur angenom men hat. Nach dem Ausheben zeigt das Rohr einen zusammenhängenden Bleiüberzug von zirka 0,01 mm Dicke, gemessen von den Mündungsrändern der künstlichen Vertiefun gen auswärts.
Nunmehr kann das Werksück in zum Beispiel zwölf unmittelbar aufeinander fol genden Zügen ohne jede Zwischenbehandlung zu einem Rohre gezogen werden, dessen Durchmesser 18 mm und dessen Wandstärke 0,7 mm, also ein Drittel bezw. ein Sechstel der Anfangsdimensionen des Werkstückes betragen. Die Oberflächen des fertigen Roh res zeigen einen zusammenhängenden, hauch dünnen Bleiüberzug. Das ursprünglich in den künstlich geschaffenen Vertiefungen ein gebettete Überzugsmaterial wurde aus diesen im Masse der Ziehdeformation der Werk stückwände ausgepresst und gleichmässig über die vielfach vergrösserte Rohroberfläche ver teilt.
Das Werkstück erwärmt sich während des ganzen Ziehvorganges nicht so hoch, dass es nicht mit blosser Hand angefasst werden könnte, während ein gleiches, nach den bis her üblichen Verfahren verbleites oder zwi- schengeglühtes Ziehwerkstück Temperaturen von etwa<B>80'</B> C annimmt.
Während das üb liche stufenweise Ausziehen mit Zwischen glühen, Auskühlen und Beizen bei Zu grundelegung oberwähnter Anfangs- und Enddimensionen und eines bestimmten Aus gangsmaterials auf einer 10 Tonnen-Ziehbank eine Arbeitszeit von etwa drei Wochen in Anspruch nahm, ist der gesamte Ziehvorgang des erfindungsgemäss vorbereiteten Werk stückes unter den gleichen Arbeitsbedingun gen in knapp einer Stunde beendigt. Der Kraftverbrauch beträgt hierbei ungefähr 80 Watt, während das Ziehen eines sonst gleichen, nach den bekannten Verfahren ver bleiten Werkstückes auf derselben Bank einen Kraftverbrauch von etwa 200 Watt er fordert.
<I>Beispiel 2:</I> Das Werkstück wird aus dem Beizbade ausgehoben, sobald das Aufsteigen von Gas blasen die .BeseitigL.ing aller Verunreinigun gen anzeigt. Hierauf wird es vorteilhafter weise an der Luft oder durch Moment tauchung in heisse Kalkmilch getrocknet. Die zusätzliche Aufrauhung der Oberfläche wird mechanisch, zum Beispiel durch Sandstrahl gebläse, bis zur beabsichtigten Gefügeauf lockerung bewerkstelligt. Dann wird das Werkstück zweckmässig noch mit Wasser ab gespült, so wie in Beispiel 1 im Lötwasser bade behandelt und durch Tauchen mit dem Schutzmetallüberzug versehen.
In gleicher Weise können zum Beispiel auch Bleche, Stäbe und dergleichen für das stufenweise Walzen, Ziehen etc. vorbereitet werden.
Durch entsprechende Dauer- und Tiefen regmlierung der zusätzlichen Aufrauhung und zweckmässig gewählte Zusammensetzung und Wärme des Schmelzbades kann die Dicke des Überzuges vergrössert werden, der nach Be endigung der Bearbeitung auf dem Werk stücke verbleiben soll; und umgekehrt kann die Vorbereitung auch so geregelt werden, dass das gesamte Überzugsmaterial durch )Einwirkung des Bearbeitungswerkzeuges ab gestreift wird und das fertige Fabrikat an der Oberfläche zum Beispiel metallisch rainen Stahl aufweist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Vorbereitung von Metall werkstücken für eine in Stufen auszufüh rende mechanische Bearbeitung durch Defor mierung ohne Zwischenglühungen zwischen den einzelnen Bearbeitungsstufen und unter Auftragung eines weichen Metallüberzuges auf das gereinigte Werkstück, dadurch ge kennzeichnet, dass vor dem Aufbringen des Überzuges die Werkstücksoberfläche so weit gehend aufgerauht wird, dass in der Werk stücksoberfläche Vertiefungen entstehen. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufrauhung durch ein Ätzmittel bewirkt wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufrauhung mechanisch vorgenommen wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, wobei der Überzug auf das Werkstück durch dessen Eintauchen in ein Schmelzbad des Überzugsmaterials aufgebracht wird, ge kennzeichnet durch eine so hohe Tempe ratur des Schmelzbades, dass das Werk stück beim Austauchen einen nur hauch dünnen Überzug mitnimmt.
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