CH158384A - Verfahren zur Herstellung von Gipsbinden. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gipsbinden.

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Eichengruen Cellon-Werk Arthur
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Cellon Werke Dr Arthur Eicheng
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  Verfahren     zur    Herstellung von Gipsbinden.    Bekanntlich wird die Eigenschaft des  Gipses, in gebranntem Zustande bei Benetzung  mit Wasser durch     Hydratbildung    feste, harte  Massen zu bilden, sowohl zur     Herstellung     von beliebig     geformten    Gipskörpern, Abgüs  sen und Plastiken, sowie zur Abformung von  Körperteilen und zur Herstellung von Kör  perstützen benutzt, als auch vor allem für  die Erzeugung von Gipsbinden.

   Diese wer  den in Chirurgie, Orthopädie und Dermato  logie in sehr grossem Umfange benutzt, lei  den aber, insbesondere für letztere Zwecke,  an dem     ÜbeIstand    zu geringer Elastizität,  was dadurch verursacht wird,, dass     -die        Biu-          den,    welche, abgesehen von der .als Träger  dienenden Gewebeschicht, aus reinem Gips  bestehen, zu einer starren, steinartigen Masse  erhärten.

   Vor allem aber haben die normalen  Gipsbinden den Nachteil,     idass    das Gipspulver  auf dem Gewebe ungenügend haftet, beim  Aufrollen der Binde und vor allem bei dem  Einlegen derselben in Wasser zum Teil ab-    fällt und infolge ungenügender Wasserauf  nahme durch das trockene Gipspulver eine  längere, das heisst minutenlange     Tränkung    in  Wasser,     und    zwar - zur     Herbeiführung    einer  schnelleren     Erstarrung    - in heissem     Wasser     oder in alaunhaltigem Wasser erfordert.

   Da  mit einem erheblichen Verlust an Gipspulver  während dieser Vorarbeiten infolge     Abfallens     des Gipses von der Binde     gerechnet    werden  muss, müssen die Binden mit einem grossen  Überschuss an Gips hergestellt werden, wo  durch dieselben und vor allem die mit dem  selben hergestellten Verbände, Stützkorsett.  Schienen., usw. unverhältnismässig schwer  werden.  



  Man hat diese     Ü        belstän-de    schon auf die  verschiedenste Weise zu beseitigen versucht,  beispielsweise den Gips auf der Binde mit  Hilfe von Lösungen von Schellack, Asphalt,       Elemi    oder andern Harzen zu befestigen ge  sucht oder die Binden mit Leimlösungen  getränkt und auf die erstarrende Leimschicht      den Gips aufgestreut oder auch das Gips  pulver in Lösung von Gelatine in sehr ver  dünnter Essigsäure eingerührt und diese Mi  schung auf die     Mullbinden    aufgetragen.

    Diese Verfahren     haben    jedoch nicht zu einem  Erfolg geführt, insbesondere haben die ge  trockneten Gelatine-, respektive Leimschich  ten die Härte .der Binden noch erhöht und  eine     genügende    Wasseraufnahme des Gipses  verhindert.  



  Es wurde nun     gefunden,        @dass    sich Gips  binden von überraschend grosser Geschmei  digkeit, welche sich sehr leicht schon durch  sekundenlanges Eintauchen in kaltes Wasser  benetzen lassen     und    in wenigen Minuten  schon zu einer harten und trotzdem eine ge  wisse Elastizität besitzenden Masse erstarren,  dadurch erhalten lassen,     @dass    man Gips mit  Lösungen in organischen, mindestens an  genähert wasserfreien     Lösungsmitteln    von  solchen Bindemitteln vermengt, welche nicht  nur in wasserfreien organischen Lösungsmit  teln, sondern auch in Wasser     quellbar    oder  mindestens teilweise löslich     ,

  sind    und die Lö  sungsmittel nach     Aufbringen    des     Gipsbinde-          mittelgemenges    auf eine Unterlage zur Ver  dunstung bringt.  



  Die     Ausführung,des    Verfahrens geschieht  beispielsweise folgendermassen: Man löst das  Klebmittel in einem wasserfreien Lösungs  mittel wie     Kohlenwasserstoffen,    Chlorkohlen  wasserstoffen,     niedrigsiedenden        Äthern    oder  Estern,     Terpenen    usw., oder in Alkoholen,       Ketouen    oder ähnlichen     Lösungsmitteln,    wel  che gegebenenfalls geringe Mengen Wasser  enthalten können, welch letzteres alsdann  durch Anwendung einer etwas grösseren Gips  menge unschädlich gemacht werden muss.

    Mit dieser Lösung     wird    das Gipspulver zu  einer Paste angerieben und die in üblicher  Weise auf eine     Mullbinde    oder einen ähn  lichen Gewebestreifen aufgestrichen. Man  wählt zweckmässig     niedrigsiedende,    das heisst  unter 100   siedende Lösungsmittel, damit die  Gipsbinden an der Luft ohne starke Erwär  mung getrocknet werden können. Die Bin  den sind sofort nach .dem Verdunsten .des    Lösungsmittels gebrauchsfertig und un  beschränkt haltbar,     weil    das     Bindemittel     nicht nur das Pulver auf der Gewebeunter  lage fixiert, sondern dasselbe auch vor der  Wasseraufnahme aus der     Luftfeuchtigkeit     erheblich schützt.

   Es ist nicht     unbedinct     notwendig, dass .das     gleibemittel    sich in dem  betreffenden organischen     Lösungsmittel    voll  kommen auflöst, es genügt, wenn es in dem  selben stark aufquillt, oder wenn es sich nur  in der Wärme löst, in der     gälte    jedoch zu  einer Paste erstarrt, denn das Gipspulver  lässt sich auch mit den gequollenen oder pa  stösen Produkten verrühren oder     verkneten     und in dieser Form auf die Gewebe aufstrei  chen.

   Da man die Art und die Menge der       Klebemittel        beliebig    variieren und hierdurch  das Verhältnis zwischen Gips und Bindemit  tel verändern, ausserdem aber den Bindemit  teln noch geschmeidig machende Substanzen,  wie Glyzerin,     Azetin,    Fette,     Ole    usw. hinzu  fügen kann, lässt sich die     Biegsamkeit    und  die Elastizität der Gipsbinden in     weiten     Grenzen variieren.  



  Dies ist insbesondere     wichtig    und bedeu  tet einen     erheblichen    Fortschritt für die       Herstellung    von grösseren     Körperverbänden     und insbesondere für     Stützkorsetts    und Pro  thesen, für welche im übrigen die Tatsache  von Wichtigkeit ist, dass die nach dem vor  liegenden Verfahren hergestellten Verbände  nur etwa die Hälfte des Gewichtes zur Er  zielung der gleichen Festigkeit zu besitzen  brauchen wie die üblichen, nur aus Gipspul  ver hergestellten Binden.  



  Als     Klebemittel    kommen alle diejenigen  Substanzen in Frage, welche zur Herstel  lung von Kitten, Klebelösungen und     Klebe-          massen    verwendet worden sind und sich für  solche eignen, soweit sie einerseits in was  serfreien oder fast wasserfreien Lösungsmit  teln löslich sind oder in denselben zu einer  pastösen, leicht     verarbeitbaren    Masse auf  quellen und anderseits sich in Wasser lösen  oder     aufquellen.     



  Als solche Bindemittel kommen beispiels  weise in Frage:      Kondensationsprodukte aus Harnstoff  oder dessen Derivaten mit Alkoholen, bei  spielsweise mit     Polyvinylalkohol.     



       Anfangskondensationsprodukte    aus     Phtal-          säureanhydrid    und Glyzerin oder andern  mehrwertigen Alkoholen.  



  In Wasser     quellbare        Zelluloseester,    wie  zum Beispiel stark     hydrolysierte        Azetyl-          zellulose    aufgelöst in einer alkoholischen       Chlorcalciumlösung.     



  Gemischte     Zelluloseester,    welche sowohl  organische wie anorganische Säureradikale  enthalten,     beispielsweise    Phosphoracetate  oder     Sulfoacetate    der Zellulose.  



  Wasserlösliche oder     quellbare    Zellulose  äther, zum Beispiel     Monomethyläther    der  Viskose.  



  Kunstharze, wie beispielsweise teilweise  verseiftes     Polyvinylacetat,        Polyacrylsäure,     Derivate des     Polyvinylalkohols    und andere.  



  Organische Stärkederivate, Eiweissstoffe  und ähnliche Verbindungen, soweit dieselben  gleichzeitig in organischen     Lösungsmitteln,     wie     Estern,        garbonsäuren    und anderem, so  wie in Wasser löslich oder     quellbar    sind.    <I>Beispiele:</I>  1. 100     gr    .des nach D.     R,.    P.

   Nr. 868413  hergestellten gummiartigen Einwirkungspro  duktes von     Ithylenoxyd    auf     Weizenstärke,     welches eine ausserordentliche     Quellfähigkeit     in Wasser besitzt, werden in einer Mischung  von 700     gr    Alkohol und 200     gr    Essigäther  heiss gelöst und nach dem Erkalten mit  1350     gr    Gips vermischt.

   Die     dickflüssige     Paste     wird    noch mit weiteren 500     .gr    Alkohol  verdünnt und dann mit Hilfe von     Aufstreich-          messern    in .dünner     Schicht    auf eine Mull  binde     aufgetragen.    Nach dem Trocknen,  welches durch Ventilation und Zuführen  warmer Luft beschleunigt werden kann, bil  det die Binde eine einheitliche     glatte        :Schicht     mit geschlossener Oberfläche, auf welcher  das Gipspulver so fest haftet, dass dasselbe  auch beim Rollen und Bewegen .der Binde,       sowie    beim Einlegen in Wasser nicht abfällt  oder abbröckelt.

   Beim     Benetzen    mit Wasser  erweicht die Binde-in wenigen Sekunden, sie    wird dann durch Ausdrücken vom über  schüssigen Wasser befreit und zur Herstel  lung eines Verbandes benutzt, wobei sie in  einigen Minuten erhärtet und nach weiteren  bis 10 Minuten ihren endgültigen Härte  grad erreicht hat.  



  Es hat sich gezeigt, dass auch solche  Bindemittel, welche nur geringe Mengen  Wasser     aufzunehmen    imstande sind, wie bei  spielsweise manche Harze und Kunstharze,  trotzdem zur Herstellung der auf eine Un  terlage (Mullbinde) aufzubringenden     Gips-          Bindemittelpa.ste    geeignet sind, wenn man  durch geeignete Mittel, wie Glyzerin, Chlor  calcium, Milchzucker     etc.    ihr     Wasserauf-          nahmevermögen    erhöht;

   anderseits kann man  auch bei Bindemitteln, welche eine zu grosse  Wasserlöslichkeit besitzen.     Härtungsmittel,          wie    beispielsweise     Formaldehyd    oder     Tannin     zusetzen, oder zur Abkürzung der     Erhär-          tungszeit    der     Bindemittellösung    oder dem  Gips     Härtungsmittel,    wie Alaun, in Pulver  form zusetzen, welche dann erst durch den  Wasserzusatz aktiviert werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Gipsbin den, dadurch gekennzeichnet, dass man Gips mit Lösungen in organischen, mindestens an genähert wasserfreien Lösungsmitteln von solchen Bindemitteln vermengt, welche nicht nur in wasserfreien organischen Lösungs mitteln, sondern auch in Wasser quellbar oder mindestens teilweise löslich sind und die Lösungsmittel nach Aufbringen des Gipsbindemittelgemenges auf eine Unterlage zur Verdunstung bringt. UNTERANSPRü CHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die durch Ver mengen von Gips mit in organischen Lö sungsmitteln mindestens teilweise gelösten und gequollenen Bindemitteln erhaltenen Massen in feuchtem Zustande auf Bahnen eines Trägers aufbringt und hierauf das Lösungsmittel austreibt. 22 Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Lösungen der Bindemittel Substanzen beimischt, welche die Benetzbarkeit der Gipsbinde beeinflussen.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Lösungen der Bindemittel Substanzen beimischt, welche die Erhärtungsdauer der benetzten Gipsbinde beeinflussen. 4. Verfahren nach Patentanspruch, bei Ver wendung von in Wasser wenig quell- baren, in wasserfreien organischen Lö sungsmitteln löslichen Bindemitteln, da durch gekennzeichnet, dass man die Was serempfindlichkeit dieser Bindemittel durch Zusatz von leicht löslichen Sub stanzen zu deren Lösungen steigert.
CH158384D 1930-08-06 1931-07-18 Verfahren zur Herstellung von Gipsbinden. CH158384A (de)

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