Nachhallabsorbierende Wandverkleidung. Fasermaterial, zum Beispiel Asbestwolle, Holzwolle oder dergleichen, wird bisher als schallabsorbierender Wandbelag in der Weise verwendet, dass es die Einlage von Hohl steinen mit perforierter Aussenwand bildet oder den Zwischenraum zwischen der Wand und an der Wand verankerten perforierten Stützblechen füllt. In beiden Fällen sind Hilfsmittel erforderlich, die das Fasermate rial in Form halten.
Gemäss der vorliegenden Erfindung wer den solche Hilfsmittel dadurch erspart, dass verkittetes Fasermaterial benützt wird, das unverputzt bleibt. Als besonders geeignet hat sieh durch Sorelzement gehärtete Holz wolle erwiesen. Man kann die Verkleidung unter Benützung einer Verschalung an Ort und Stelle herstellen oder fabriksmässig er zeugte Platten so an die Wand heften, dass sie sich zu einer Fläche zusammenschliessen. Die Wandverkleidung gemäss der Erfindung ist billiger herstellbar als die bekannte; sie lässt sich leichter anbringen und ist da bei wirksamer, weil Abstützungsmittel, wel che die Schallabsorption beeinträchtigen, nicht notwendig sind.
Auch behält ver kittetes Fasermaterial dauernd seine gross porige Beschaffenheit, wogegen unverbunde- nes Fasermaterial nach längerer Lagerzeit zusammensinkt.
Die hohe nachhallabsorbierende Wirkung, die einer Verkleidung aus unverputzter, ver kitteter Holzwolle zukommt, ist darauf zu rückzuführen, dass das Material grosse Poren hat, in die die Schallwellen eindringen kön nen. Die wenigen auf die äussern Fasern aufstossenden Wellen werden nicht in der Einfallsrichtung reflektiert, sondern nach allen möglichen Richtungen zerstreut, weil die Holzfasern zum grössten Teil nicht pa rallel zu der Oberfläche der Platten liegen. Im Innern der Platte treffen die Schall wellen auf die wirr durcheinander liegenden Lasern, die unter allen möglichen Winkeln geneigt sind. Sie werden infolgedessen nach den verschiedensten Richtungen reflektiert und treffen dann wieder auf Holzfasern, die sie abermals nach andern Richtungen im In nern der Platte zurückwerfen.
Da bei jeder Reflexion die Energie abgeschwächt wird. hat die wiederholte Reflexion eine vollkom mene Vernichtung des Schalles zur Folge.
Für die Absorption des Nachhalles ist es wesentlich, dass ein möglichst kleiner Teil der Oberfläche eben ist. In dieser Hinsicht ist die Verkleidung gemäss der Erfindung dem unverkitteten Fasermaterial weit über legen, weil die abstützenden ',ÄTä-nde eine ebnende Wirkung ausüben.
Es ist ferner notwendig, dass die Ober flächenstruktur grossporig, das heisst makro- skopisch unregelmässig, ist. Die Erhebungen und Vertiefungen müssen in ihren Dimen sionen innerhalb des Gebietes der Schallwel len liegen. Erhebungen und Vertiefungen von Millimetern oder Bruchteilen von Milli metern wirken gegenüber den Schallwellen wie eine glatte Oberfläche, ebenso wie zum Beispiel poliertes Metall den Lichtwellen gegenüber als eben zu betrachten ist, trotz dem die mikroskopische Untersuchung solcher polierter Flächen eine grosse Unebenheit bezw. Rauhigkeit zeigt.
Aus diesem Grunde kommt bekannten Platten mit kleinen Poren, zum Beispiel solchen, die aus feinverfilztem Zuckerrohr bestehen,.keine schallabsorbieren de Wirkung zu. Erst wenn in die Platten entsprechend grosse Löcher gebohrt werden, wird eine Unebenheit geschaffen, wie sie zur Schallabsorption erforderlich ist. Es liegt aber auf der Hand, dass Platten mit gebohr ten Löchern wegen ihrer regelmässigen Struktur weit weniger wirksam sind, als zum Beispiel Platten aus mit Sorelzement ver kitteter, locker gepresster Holzwolle.
Um die Unebenheit der Oberfläche zu vergrössern, wird zweckmässig der Holzfaser querschnitt, der normalerweise ein Rechteck von 6 X 0,4 mm darstellt, mehr der quadra tischen Form genähert, und zwar sollen die Querschnittsabmessungen im Verhältnis 1:1 bis 4:1 stehen. Bei dieser Querschnittsform ist das Flachlegen der Holzfasern beim For men zuverlässig verhindert; sie behalten die Verwindung, in die sie bei der Holzwolle erzeugung gebracht werden. In der Zeich nung sind beispielsweise einige Verwendungs arten des Erfindungsgegenstandes darge stellt.
Die Verkleidung kann mit einem Farb anstrich versehen werden, um die dekorative Wirkung zu erhöhen. Besonders geeignet er scheinen Bronzefarben, weil sie die Rauheit der an der Oberfläche liegenden Fasern herabsetzen und dadurch das Ansetzen von Staub erschweren. Wenn man, wie dies Fig. 1 veranschaulicht, den Rand der Plat ten 1 mit einem besonderen Farbstreifen 2 einfasst, so verschwinden auch die Fugen zwischen den Platten. Insbesondere in Ver bindung mit die Plattenoberfläche. unter teilenden Querstreifen 3, die doppelt so breit sind wie die Randstreifen, wird der Eindruck eines ununterbrochenen Belages erweckt. Durch verschiedene Färbung der quadrati schen Felder können eigenartige Muster her vorgebracht werden.
Ein anderer Weg, das Aussehen des Be lages zu heben, besteht darin, je zwei Platten nicht parallel, sondern gemäss Fig. 2 nach Art eines Parkettbodens rechtwinklig zuein ander zu verlegen. Die kurzen Seitenwände der einen Platten stossen dann an die langen Seitenwände der andern Platten. Die beiden Seitenwände haben infolge der Herstellung der Platten durch Zerschneiden eines ge formten Stranges in lange Stücke ungleich artiges Gefüge, und es wird daher an der Stossstelle eine Unregelmässigkeit geschaffen, die zur Verbesserung der schallabsorbieren den Wirkung beiträgt.
Im Sinne einer Verbesserung des Aus sehens wirkt auch das Abschrägen der Kan ten an der frei liegenden Fläche der Platte. Die Fig. 3 zeigt eine solche Platte in Ansicht und die Fig. 4 im Schnitt. Der Hauptzweck dieser Ausgestaltung besteht aber darin, das Ausbrechen des Materials an den ganten zu verhindern.