CH159948A - Emailfritte für die Herstellung von Emaillen. - Google Patents
Emailfritte für die Herstellung von Emaillen.Info
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Description
Emallfritte für die Herstellung von Emaillen. Die vorliegende Erfindung beruht auf der Feststellung, dass Emailfritten (das ist der geschmolzene Emailsatz) durch chemische Beeinflussung des Emailsatzes, und zwar durch entsprechende Zusammensetzung in eine kolloidale Form oder in eine dieser Form nahe kommende fein verteilte Form gebracht werden können, in welcher sie im Schlicker auch ohne Zusatz von Plastizie- rungsmitteln, wie Tonen oder dergleichen mindestens nahezu kolloidal verteilbar sind und dass diese Form für die Eisenemaillie- rung,
insbesondere für die Herstellung weiss getrübter Emails grosse Vorteile bietet. Solche Fritten, bei welchen der kolloidale bezw. fein verteilte Zustand ganz unabhängig von der Mahlung erreicht werden kann, ermög lichen für die Emaillierung die gleichen Vor richtungen und Einrichtungen, also auch die normalen Emailmühlen, die für die üblichen Emaillierungsverfahren in Gebrauch stehen.
Mit der Verwendung von Fritten gemäss der Erfindung, die kolloidal oder in einer dem kolloidalen Zustand nahe kommenden Verteilung sind, was insbesondere durch nicht rein mechanische Verfahren bewirkt wird, ist der Vorteil verbunden, dass die Auftragungs- fähigkeit begünstigt ist und der weitere Vor teil, dass solche Emails beim Brennen gegen Reissen unempfindlicher sind und auch bei einem Überbrennen nicht so empfindlich sind, wie die Emailsätze normaler Beschaffenheit und Zusammensetzung.
Eine Emailfritte, die unmittelbar in einem plastischen Zustand ist, ermöglicht auch, den Zusatz von Plastizierungsmitteln, wie Ton oder dergleichen auf der fühle zu vermindern.
Solche mindestens nahezu kolloidale Frit- ten können entweder durch entsprechende Erhöhung des Zusatzes fluorhaltiger Stoffe in einem fluorhaltigen Emailsatze - das ist in der nicht geschmolzenen Rohmischung oder durch Veränderung des Verhältnisses von Alkali zur Borsäure erhalten werden.
Der Zustand, der der Erfindung entspricht; ist äusserlich dadurch erkennbar, dass sich die in normaler Weise gemahlene Fritte ohne Tonzusatz nicht mehr absetzt.
Das Optimum liegt bei einem Gehalte an Fluor, der weit über dem Fluorgehalt normaler, das ist ungefähr 5% fluorhaltiger Ernailsätze liegt, und zwar ist die Wirkung umso besser, je höher der Fluorgehalt ist, wobei die Steigerung des Fluorgehaltes umso geringer sein kann, je geringer der Gehalt des Emails an Borsäure ist.
Jedoch sind dem Fluorgehalt natürliche Grenzen dadurch gesetzt, dass die Schmelzbarkeit der Emaille, der Ausdehnungskoeffizient, der Glanz usf. nicht ungünstig beeinflusst werden darf.
So sind für eine Emailfritte gemäss der Erfindung Emailsätze, die sogar 10-12 % Fluor enthalten, geeignet.
Von den fluorhaltigen Stoffen hat sich besonders der Zusatz einer Silicofluorverbin- dung, wie z. B. Kieselfluornatrium bewährt.
Für solche fluorreiche Fritten ist es aber wesentlich, dass bei der Herstellung der Fritte bezw. beim Fritten der Rohmaterialien der Schmelzprozess nicht zu lang und nicht bei zu hohen Temperaturen geleitet wird, da diese Massnahmen den angestrebten Erfolg herabsetzen, offenbar durch Verflüchtigung des Fluors. <I>Beispiel</I> für eine durch Fluorsatz zum Emailsatz kol loidal gemachte Fritte.
Es wird folgende Emailmischung gefrittet: Borax ungefähr 20-24,6 gr Soda 3,2 " Salpeter 4,2 " Kalkspat 1,6 " Kieselfluornatrium 20,0-24,0 Feldspat 24,6 " Kaolin 2,1 " Quarz 25,7 " 1000 gr dieser Fritte werden mit 500 gr Wasser unter Zusatz von 20 gr Ton und des Trübungsmittels, z. B. 0,2 gr Methylen- blau, normal gemahlen, normal aufgetragen und gebrannt.
An Stelle von Methylenblau kann auch ein anderes Gastrübungsmittel, zum Beispiel Oxal- säure, Ameisensäure und dergleichen in ent sprechender Menge verwendet werden.
Man kann eine solche kolloidale Fritte oder eine mindestens diesem kolloidalen Zu stand nahe kommende fein verteilte Fritte auch aus fluorhaltigen Emailsätzen erhalten, bei welchen das Verhältnis von Alkali zur Borsäure grösser ist als in den üblichen Emailsätzen, wobei aber der Alkaligehalt einer gegebenenfalls zugesetzten alkalihal- tigen Fluorverbindung nicht mitzurechnen ist.
Das erforderliche Verhältnis zwischen Alkali und Borsäure kann durch Verminderung des Borgehaltes oder durch Vergrösserung des Alkaligehaltes, zweckmässig aber durch Kom bination beider Massnahmen, das ist sowohl Verminderung des Borgehaltes als auch Er höhung des Alkaligehaltes, erreicht werden. Hierbei kann die grössere Alkalimenge in Form aller für die Emaille in Verwendung kommenden, alkalihaltigen Rohstoffe einge führt werden, beispielsweise als Soda, Feld spat und dergleichen, jedoch nicht durch das Alkali der eingebrachten Fluorverbindung.
Bei den zumeist in Verwendung stehen den Emailsätzen kann das Verhältnis von Alkali zu Borsäure im Durchschnitt ungefähr mit 1'/2 Teilen Alkali zu 1 Teil Borsäure angenommen werden. Darin liegt auch die unterste Grenze, bei welcher eine kolloidal werdende Emailfritte bei normalen Fluorge- halten erhältlich ist. Das Verhältnis von Al kali zur Borsäure kann sich umsomehr dieser untersten Grenze nähern, je geringer der ab solute Borsäuregehalt der Fritte ist.
Inner halb jener Grenzen des Fluorgehaltes, die noch als normaler Fluorgehalt bezeichnet werden können, kann bei höherem Fluorge- halt das Verhältnis zwischen Alkali und Borsäure niedriger gehalten werden als bei fluorärrneren Emails. Zweckmässig sind für eine Ernailfritte gemäss der Erfindung Email sätze, bei welchen das Verhältnis von Alkali zu Borsäure oberhalb 2: 1, wie 3: 1 ist, wo bei der Alkaligebalt einer gegebenenfalls zu gesetzten alkalihaltigen Fluorverbindung nicht mitzurechnen ist.
Ob der kolloidale Zustand im Schlicker erreicht ist, bezw. ob die Fritte im Schlicker die erforderliche Oberflächenaktivität hat, lässt sich durch in der Kolloidchernie bekannte Massnahmen feststellen. Äusserlich ist dieser Zustand dadurch erkennbar, dass die Emaille auf der Mühle mit Wasser in der normalen Weise gemahlen ohne Tonzusatz gut steht bezw. sich nicht absetzt.
Bei der Herstellung der Emailfritte ge mäss der Erfindung ist daher das Verhältnis zwischen Alkali und Borsäure so lange zu ändern, bis dieser Zustand erreicht ist. <I>Beispiel</I> eines Emailsatzes, bei welchem das Verhältnis von Alkali zur Borsäure vergrössert ist. Borax 15;0 gr Feldspat 34,0 " Quarz 20,0 ,, Kieselfluornatrium 12,0 " Flussspat 2,1 ,; Soda 20,8 ,, Salpeter 3;0 ,, Kaolin 6,2 ,,
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Emailfritte für die Herstellung von Email len, insbesondere weiss getrübter Emaillen, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem Emailsatz solcher chemischer Zusammen setzung besteht, dass sie mindestens nahezu kolloidal ist und im Schlicker auch ohne Zusatz von Plastizierungsmitteln mindestens nahezu kolloidal verteilbar ist. UNTERANSPRü CHE 1.Emailfritte nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem fluor- haltigen Emailsatz hergestellt ist, der einen so hoch über 5 % Fluor liegenden Fluorgehalt besitzt, dass die Fritte im Schlicker auch ohne Zusatz von Tonen mindestens nahezu kolloidal verteilbar ist. 2.Emailfritte nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie ans einem Emailsatz hergestellt ist, der Fluor in Form einer Silicofluorver- bindung enthält. 3. Emailfritte nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem Emailsatz hergestellt ist, der Fluor in Form einer Fluoralkaliver- bindung .enthält. 4. Emailfritte nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem Emailsatz hergestellt ist, der Fluor in Form einer Fluorerdalkali- verbindung enthält. 5.Emailfritte nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass sie aus einem Emailsatz hergestellt ist, der Fluor in Form einer Silicofluoralkaliverbindung enthält. 6. Emailfritte nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem fluor- haltigen Emailsatz hergestellt ist, bei welchem das Verhältnis von nicht in Form einer Fluorverbindung verwendetem Alkali zu Borsäure grösser ist als ungefähr 112 Teile Alkali zu 1 Teil Borsäure, und zwar um soviel grösser, dass die Email- fritte mindestens nahezu kolloidal ist. 7.Emailfritte nach Patentanspruch und Unter anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass im Emailsatz das Verhältnis von Alkali zu Borsäure oberhalb zwei Teilen Alkali zu einem Teil Borsäure beträgt.
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