Einrichtung zum selbsttätigen Abschalten von Elektrizitäts-Verbrauchern bei Stromentnahme vor dem Zähler. Der Erfindungsgegenstand ist eine Ein richtung, welche vollkommen selbsttätig Diebstahl von elektrischer Energie, welcher durch Einschaltung einer Belastung an die Anschlussleitung vor dem Zähler erfolgt, verhindert.
Eine solche Belastung, welche absichtlich oder zufällig an die Leitung angeschlossen wird, und durch welche ein Diebstahl elek trischer Energie stattfinden würde, da der Belastungsstrom den Zähler nicht passiert, v eranlasst sogleich selbsttätig durch die er findungsgemässe Einrichtung, dass die ganze Verbraucheranlage vom Netz abgeschaltet wird. Die Einrichtung kann dabei so getrof fen sein, dass die Anlage solange abgeschaltet bleibt, bis ein Angestellter des Elektrizitäts werkes den Unterbrecher in seine Anfangs stellung stellt.
Aber auch ohne Anmeldung des Ver brauchers, dass er keinen Strom erhält, was zum Beispiel der Fall wäre, wenn derselbe absichtlich Strom entweden wollte, können die Angestellten des Elektrizitätswerkes immer leicht feststellen, wo ein Stromdieb stahl stattfindet, indem gleichzeitig mit der selbsttätigen Ausschaltung der Anlage eine Signallampe eingeschaltet wird, so dass die Werkangestellten die verdächtige Anlage durch dieses Signallicht leicht feststellen können.
Die Einrichtung ist zweckmässigerweise so getroffen, da.ss das Signallicht nur durch einen Angestellten des Werkes ausgeschaltet werden kann, und ferner, dass der Umschal ter ausserhalb des Bereiches des Stromver brauchers ist, das heisst an einer Stelle, wo der Verbraucher zu dem Umschalter nicht gelangen kann.
Der Umschalter, die Signallampe, sowie die übrigen .erforderlichen Vorrichtungen können in einem gemeinsamen Gehäuse ver einigt sein.
Bei Freileitungen kann die Einrichtung oben an dem Leitungsmast in unmittelbarer Nähe der Sicherungen, beim Anschluss an ein unterirdisches Kabelnetz zwischen dem Ka belkopf und dem Zählwerk, am besten an der Mauer unterhalb eines Tores, im Hof oder Treppenhaus, und zwar in einer Höhe von zirka 4 bis 5 Meter vom Erdboden, ange bracht sein.
Das Ansprechen der Einrichtung wird mittelst eines beweglichen Ankers bewirkt, welcher von zwei Magnetfeldern entgegen gesetzter Richtungen gesteuert wird. Da also für das Ansprechen lediglich die magnetische Stärke von Magnetfeldern massgebend ist, kann die Einrichtung so ausgeführt sein, dass sie sowohl für Gleichstrom, als auch für Wechselstrom beliebiger Frequenz verwend bar ist. "Dabei kann die Isolation der strom führenden Teile so bemessen sein, da.ss ein und dieselbe Einrichtung für alle Spannun gen bis 400 Volt taugt.
In den anliegenden Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar gestellt.
Fig. 1 stellt schematisch das Wesen der Konstruktion und die Anordnung der innern und äussern Verbindungen dar; Fig. 2 zeigt Einzelheiten des Elektro magnetes.
Die Einrichtung besitzt zwei Elektro magnete mit gleichen Spulen A und B, zwi schen welchen sich der Anker nz aus Weich eisen befindet, welcher auf dem Unterbre cher C fixiert ist. Der letztere besteht aus einem Plättchen aus hartem Isolationsmate- riäl, an dessen unterem Teil ein Kupferkon takt n angebracht ist. Das Plättchen kann sich frei um die feste Achse o drehen, wobei es mit ihrem Kupferteil n die elektrischen Kontakte p und r ein- bezw. ausschaltet.
Weiters ist ein zweiarmiger Umschalter 1i vorgesehen, dessenKontaktaxme h,; h. einerseits direkt mit dem Netz in Verbindung stehen und anderseits an den Kontakten<I>a,,</I> a= bezw. h, 1)2- liegen, je nachdem der Umschalter durch den Sperrhaken g in der einen Stellung ge halten oder zufolge Federwirkung der Feder d in die andere Stellung gedreht wird.
Mit den Klemmen M,_ und M2 wird der Umschal- ter mit der Aussenleitung über die Sicherun gen S, und SZ verbunden, welche zum Bei spiel an den Leitungsmasten angebracht sind und mit den Klemmen D, und D, wird er durch die Anschlussleitung 4 und die Siche rungen e und e, mit dem Zählwerk 3 ver bunden. Ausser diesen Anschlussleitungen hat der Anschluss noch zwei Nebenleitungen 5.
Aus dem Schaltungsschema der Fig. 1 ist ersichtlich, dass die Spulen<I>A</I> und<I>B</I> in Reihe mit den Wicklungen .des Zählwerkes geschal tet sind; dabei ist aber die Spule A an eine der Anschlusshauptleitungen zwischen dem Netz und dem Zählwerk und die Spule B in die Verbindungsleitung geschaltet, welche die Anlage des Verbrauchers mit dem Zähl werk verbindet. Infolgedessen geht der vom Netz zugeleitete Strom über die Klemme M, durch den Umschalter K und die Spule :1 des Apparates, darauf durch die Wicklung des Zählwerkes 3, kehrt in den Apparat durch die Klemme J_ zurück, geht hier durch die Spule B und wird erst dann in die Anlage des Verbrauchers geleitet.
Der Rück weg des Stromes aus der Anlage ist der nor male, nur mit dem Unterschied, dass der Strom durch den Umschalter K geleitet wird.
Wenn die Einrichtung montiert wird, so müssen der Unterbrecher C, der Umschalter r und das Relais R, so eingestellt sein, wie es auf der Fig. 1 dargestellt ist.
Wenn die Verbraucheranlage P belastet wird, so werden beide Spulen<I>A</I> und<I>B,</I> wel che in Reihe geschaltet sind, denselben Strom führen, infolgedessen werden sich zwei mag netische Felder gleicher Stärke bilden, wel che im Raume zwischen den Magneten der Spulen<I>A</I> und<I>B</I> entgegengesetzte Wirkung haben werden. Dementsprechend bildet sich in der Mitte dieses Raumes eine neutrale Zone des magnetischen Feldes, in welcher der Anker m sich befindet und ruht.
Diese neutrale Zone wird sich immer in der Mitte des Raumes zwischen den Magne ten der Spulen<I>A</I> und<I>B</I> bilden, solange alle Belastungen in der Anlage des Verbrauchers vorschriftsmässig eingeschaltet sind; der Ap parat verursacht keine Unterbrechung der Stromzuleitung in der Anlage. Sobald aber an die Anschlussleitungen vor dem Zählwerk eine Belastung P, angeschlossen wird, wel che einen absichtlichen oder zufälligen Stromdiebstahl bilden würde, wird die Spule A einen grösseren Strom als die Spule B füh ren, da der Strom dieser unvorschriftsmässig eingeschalteten Belastung durch die Spule A und nicht durch die Spule B geht, da die letztere nach dem Zählwerk eingeschaltet ist.
Deswegen wird sich das magnetische Feld in der Richtung der Spule B verlegen und der Anker m. wird durch den Magnet der Spule A angezogen werden. Infolge die ser Anziehung des Ankers dreht sich der Unterbrecher C um seine Achse 0, wobei sein Kupferplättchen n die Kontakte p und verbindet, durch welche der Stromkreis des Relais R geschlossen wird; das letztere wird erregt, zieht seinen Anker D an, welcher die Zunge I des Umschalters K auslöst.
Die starke Feder d dreht den Umschalter K um, welcher Kontakt schliesst mit b, und b2, wo durch die Stromzuleitung zu der Anlage un terbrochen wird und das Signallicht des Ap parates, die Glühlampe L, über die Kontakte <I>b,</I> und b2 eingeschaltet wird.
Die betreffende Anlage wird so lange abgeschaltet bleiben, bis der Verbraucher selbst ITilfe von der elektrischen Zentrale verlangt oder bis das Signallicht des Appa rates eben die Aufmerksamkeit der kompe tenten Inspektion auf sich lenkt.
Damit die entsprechende Anlage wieder an das Netz eingeschaltet werden kann, ist es notwendig, den Deckel des Gehäuses zu öffnen und den Unterbrecher C, den Um schalter K und das Relais B in die Anfangs lage zu stellen und vorher noch die Stö rungsursache, hervorgerufen durch unvor schriftsmässiges Manipulieren mit der An lage, zu entfernen.
Nachdem die Herstellung zweier Elektro magneten mit genau gleichen magnetischen Feldern auf gewisse Schwierigkeiten stösst und nachdem das tadellose Arbeiten der Ein- riebtung von dem Übereinstimmen der Lage der neutralen Zone der Felder und der Lage des Ankers abhängt, so ist eine Möglichkeit der Einstellung der Lage der neutralen Zone vorgesehen.
Dies wird dadurch erreicht, dass die Elektromagnetspulen in der Richtung ihrer Achse einstellbar angebracht sind, zum Beispiel mittelst der Schrauben G, und G_ (Fig. 2), welche Schrauben durch Lang löcher im Spulenträger durchreichen.
Ausser dem sind wegen der genauen Einstellung der neutralen Zone die Magnetkerne der Spulen zu den Spulen einstellbar angeordnet, zum Beispiel versehen mit einem Gewinde und einem Griff E am äussern Ende (Fig. 2), so dass die gerne in den Spulen längs ihrer Achse frei bewegt und mittelst :der Schrau benmutter F fixiert werden können.
Zur Einstellung der Empfindlichkeit d(a drehbaren Tlnterbrechers C, in bezug auf An sprechen auf das magnetische Feld, ist eine Schraube H (Fix. 1) vorgesehen, mittelst welcher .der Druck des Federnkontaktes r gegen das untere Ende des Unterbrechers C reguliert werden kann.