Anordnung zur Gittersteuerung von gittergesteuerten Entladungsgefässen, vorzugsweise mit Dampf- oder Gasfüllung, bei der unmittelbaren Frequenzumformung. Es gibt zwei grundsätzliche Wege, die es ermöglichen, Wechselstrom einer Fre quenz in Wechselstrom anderer Frequenz mittelst gesteuerter Entlaclungsstrecken um zuforrnen.
Der eine beruht darauf, dass die von dem einen Netz gelieferte Wechsel stromenergie zunächst mittelst einer als Gleichrichter arbeitenden Umformungsein richtung in Gleichstromenergie und diese dann mittelst einer als Wechselrichter arbei tenden Umformungseinrichtung wieder in Wechselstromenergie verwandelt wird.
Bei dieser Art von Frequenzumformungen han delt es sieh also um die Aneinanderreihung zweier Umformungsvorgänge, deren äussere Kennzeichen darin bestehen, dass ein Gleich stromzwischenkreis besteht, und dass stets mindestens zwei Entladungsstrecken Strom führen,
nämlich je eine der als Gleichrichter und als Wechselrichter arbeitenden Umfor- mungseinrichtungen. Der zweite grundsätz liche Weg ermöglicht die unmittelbare Um- formung von Wechselstrom einer Frequenz in Wechselstrom anderer Frequenz (Umrich- @ung), das heisst die die Umformung be wirkenden Entladungsstrecken sind, wie zum Beispiel in der britischen Patentschrift Nr.
2'18i675 erläutert ist, eindeutig je einer Phase des primären und des sekundären Netzes zugeordnet. Die Ausbildung der einzelnen Stromkreise kann dabei in verschiedenartiger Weise erfolgen, wobei sowohl Entladungs strecken mit zwei emittierenden Hauptelek troden (vergleiche britische Patentschrift Nr. 21867,5), als auch Entladungsstrecken mit eindeutiger Durchlassrichtung verwendet werden können.
Von den möglichen Schalt anordnungen, die Entladungsstrecken mit eindeutiger Durchlassrichtung enthalten, seien in erster Linie die zwei genannt, die die Ver wendung mehranodiger Gefässe ermöglichen, und zwar sind, unter Zugrundelegung einer Umformung von Drehstrom in Einphasen strom unter Verwendung eines Drehtransfor- mators, in dem einen Fall zwei Transforma- torsekundärwicklungen und zwei mehr- anodige Gefässe, jedoch kein Sekundärtrans formator erforderlich,
in dem andern Fall zwei Transformatorsekundärwicklungen, ein mehranodiges Gefäss und ein Sekundärtrans formator, der in diesem Fall die richtige Zu sammensetzung der einzelnen Entladungs ströme bewirkt.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Anordnung zur Gittersteuerung von gittergesteuerten Entladungsgefässen, vor zugsweise mit ionisierbarem Medium, bei der unmittelbaren Frequenzumformung, insbe- sondere bei der Umformung von Wechsel strom höherer Frequenz in Wechselstrom niederer Frequenz.
Erfindungsgemäss ist die Gitterspannung von den Augenblickswerten sowohl der Spannung des Primärnetzes, als auch der Spannung oder des Stromes oder beider des Sekundärnetzes beeinflusst, und zwar derart, dass jeweils diejenige Ent ladungsstrecke Strom führt, deren Primär phase für die Dauer der Stromführung gegen über dem Augenblickswert der sekundären Spannungskurve die kleinste Abweichung aufweist.
Zunächst sei noch darauf hinge wiesen, dass es (vergleiche die bereits ge nannte britische Patentschrift Nr. 218675 bereits bekannt ist, die Frequenzen beider Netze bei der Gittersteuerung zu berücksich tigen. Eine Steuerung, die nur von den Fre quenzen abhängig ist, kann die Augenblicks werte der beiden Spannungen nicht berück sichtigen. Die bei einer derartig gesteuerten Umformung gewonnene Spannung und der Strom weisen -daher mehr oder minder grosse Abweichungen von der Sollgrösse auf, so dass es im allgemeinen erforderlich ist, Spannung und Strom zu glätten.
Bei einer Steuerung gemäss der vorliegenden Erfindung erfolgt aber die Umformung gerade in der Weise, dass die Abweichungen von der Sollgrösse möglichst klein sind, so dass Glättungsmittel im allgemeinen nicht erforderlich sind, zu mindestens aber klein im Verhältnis zur bekannten Umrichtung geholten werden kön nen.
In Fig. 1 der Zeichnung ist der Erfin dungsgedanke an einem Umrichter veran schaulicht, der eine Umformung von Mehr phasenstrom höherer Frequenz in Einphasen strom niederer Frequenz betrifft. Das Ein phasennetz 1 wird aus dem Primärnetz 2 über die Primärwicklung 3 und Sekundär- wicklung 4 eines Transformators 5 und gittergesteuerte Entladungsgefässe 6', V" bis 11', 11" gespeist. Dabei liefern die Ent ladungsgefässe 6' bis 11' die eine Halbwelle und die Entladungsgefässe 6" bis 11" die zweite Halbwelle des erzeugten Einphasen stromes.
Die einzelnen Phasenwicklungen der Sekundärwicklung 4 haben im vorliegenden Fälle verschiedene Windungszahlen, damit eine gewünschte Kurvenform für die er zeugte Spannung und den Strom erreicht wird.
Das Ausführungsbeispiel in Fig. 2 unter scheidet sich von dem in Fig. 1 nur dadurch, dass an Stelle der Entladungsgefässe 6', 6" usw. mit einer emittierenden Hauptelektrode Entladungsgefässe 6 usw. mit zwei emittie renden Hauptelektroden und zwei Gittern verwendet werden.
Die Anwendung zweier Gitter in Entladungsgefässen mit zwei emit tierenden Hauptelektroden ist an sich keine Notwendigkeit, da zur Steuerung der Ent ladung ein Gitter ausreichend wäre, aber die Verwendung zweier Gitter ermöglicht im allgemeinen eine einfachere Durchbildung der Steuerung und der zugehörigen Schal tungselemente.
Bei beiden Ausführungsbeispielen sind parallel zu den Entladungsstrecken @6', 6" bis a', 11" bezw. 16 bis 11 die Primärwick lungen 12' bis 17' von Transformatoren 12 bis 17 geschaltet, deren .Sekundärwicklungen 127", 12"' bis 17", 17"' die entsprechenden Gitterkreise der Entladungsgefässe speisen.
Zur Erzielung der richtigen Phasenloge der Gitterspannung ist es zweckmässig, in Reihe mit den Primärwicklungen 1,2' bis 17' pas send gewählte ohmsche Widerstände oder Kondensatoren zu schalten.
Die den Primärwicklungen 12' bis 17' zugeführten Spannungen setzen sich aus der in den Sekundärwicklungen 4 des Transfor mators 5 erzeugten primären Phasenspeise spannung und der Spannung im sekundären Wechselstromnetz 1 zusammen, wie in Fig. 3 beispielsweise für die der Wicklung 13' zu geführte Spannung gezeigt ist.
Hierbei stellt in Abhängigkeit von der Zeit die Kurve 18 den Verlauf derjenigen primären Phasenspan nung dar, welche die Entladungsgefässe 7' und 7" (Fig. 1) bezw. 7 (Fig. 2) speist, die Kurve 1.9 den Verlauf der Spannung im sekundären Wechselstromnetz 1 und die Kurve 20 den Verlauf der der Wicklung 13' zugeführten Spannung unter Vernachlässi gung des Spannungsabfalles, der an dem parallel liegenden Entladungsgefäss während der Dauer der Entladung zwischen den Elek troden herrscht.
Allgemein ergibt sich die einer der Primärwicklungen 12' bis 17' zu geführte Spannung als Differenz zwischen zeitlich einander entsprechenden Werten der jeweils speisenden primären Phasenspannung mit der Spannung im sekundären Wechsel stromnetz 1.
Gemäss dem Verlauf der Kurve 20 hat die Anode des Entladungsgefässes 7" (Fig. 1) gegenüber der Kathode negatives Potential in den Zeitabschnitten ti bis t2 und t3 bis t4 und positives Potential in den Abschnitten t.4 bis t5. sowie t6 bis t7.
Umgekehrt hat die Anode des Entladungsgefässes 7' gegenüber der Kathode positives Potential in den Zeit abschnitten ti bis t2, sowie t6 bis t7. Die Arbeitsweise der Schaltanordnung erfordert im allgemeinen, dass in dem Abschnitt t2 bis l3 das Entladungsgefäss 7" und dem Ab schnitt t5 bis t6 das Entladungsgefäss 7' stromdurchlässig ist.
Da in Dampfent- ladungsgefässeneine einmal eingeleitete Ent ladung durch das Gitter nicht mehr beein- flusst werden kann, ist es ausreichend, dem Gitter des Entladungsgefässes 7" im Augen blick t2 und dem Gitter des Entladungsge- fä" 7' im Augenblick ts kurzzeitig ein die %tladung einleitendes Potential zu geben.
Zii den Zeitabschnitten t4 bis t5, sowie t6 bis t7 müssen das Entladungsgefäss 7" und in den Abschnitten ti bis t2, sowie t3 bis t4 das Entladungsgefäss 7' gesperrt sein, das heisst in den betreffenden Zeiten müssen die Gitter negatives Potential haben, dessen Höhe von der Grösse der zu sperrenden Spannung ab hängig ist.
Es ist ersichtlich, dass die an die Gitter anzulegende Steuerspannung im Takt mit der durch die Kurve 20 dargestellten Span nung und zugleich in Phasenopposition mit ihr verläuft. Das wird besonders deutlich bei Betrachtungen. der zur Spannungskurve 20 gehörenden Grundwelle, die durch die Kurve 21 dargestellt ist, und, wie ersichtlich ist, gegen Kurve 1i9 eine Phasenverschiebung aufweist. Bei dem vorliegenden, besonders einfachen Ausführungsbeispiel genügt es, im wesentlichen die zwischen den Hauptelektro den liegende Spannung der Primärwicklung 13' des Gittersteuertransformators 13 zuzu führen, der sie phasenrichtig auf die beiden Sekundärwicklungen 13" und 13"' überträgt.
Die Klemmen der Wicklungen 13" und 13"' werden so mit Gitter und Kathoden der Ent ladungsgefässe 7' bezw. 7" verbunden, dass die Potentiale der Gitter annähernd in Phasenopposition mit den Potentialen der zu gehörigen Anoden verlaufen. Durch geeig nete Bemessung des Übersetzungsverhältnis ses und sonstige Ausbildung des Transforma tors kann gleichzeitig die an der Primär wicklung 13' liegende, im allgemeinen hohe Spannung auf einen Wert verringert werden, der zur Steuerung der Gitter geeignet und ausreichend ist.
Entsprechende Verhältnisse und entspre chend zusammengesetzte Spannungen er geben sich bei dem Entladungsgefäss 7 (Fig. 2) mit zwei emittierenden Hauptelektroden, wobei zu beachten ist, dass es in beiden Halb wellen leitend sein muss.
Die für das Arbeiten der Entladungsge fässe 7' und 7" bezw. 7, sowie dem zuge hörigen Gittersteuertransformator 13 ange stellten Überlegungen gelten sinngemäss für die entsprechenden andern Phasen und Ent ladungsgefässe, so dass weitere Erläuterungen entbehrlich sind. Sollte die dem Gitterkreis zugeführte Wechselspalnung für ein be triebssicheres Arbeiten nicht ausreichend sein, so kann man zusätzlich eine Gittervor- spannungsbatterie oder auch Widerstände verwenden,
deren Spannungsabfälle die wirk same Gitterspannung beeinflussen. Gegebe nenfalls können die Widerstände auch noch andern Stromkreisen angehören, beispiels weise vom Belastungsstrom durchflossen wer den. Dann erhält die Gitterspannung eine von den betreffenden Stromkreisen abhängige zu sätzliche Spannungskomponente.
Man kann aber auch zur Verbesserung der Steuerwir- kung die Gitterspannung derart ausbilden, dass sie ausser den Grundwellen der Primär- und Sekundärspannung auch zusätzliche Harmonische aufweist.
Die vorstehenden, für den Fall ohmscher Belastung durchgeführten Betrachtungen be dürfen noch einer Ergänzung, wenn Span nung und Strom im Einphasennetz 1 nicht in Phase sind, das heisst eine Phasenverschie bung zwischen beiden Grössen besteht.
Dann ist es, wenn man der Betrachtung wieder die Entladungsgefässe 7' und 7" zugrunde legt, erforderlich, dass in der Zeit t5 bis t6 das Entladungsgefäss 7" und in der Zeit t2 bis ts das Entladungsgefäss 7' teilweise oder während des ganzen Abschnittes strom durchlässig sein müssen. In diesen Zeiten dürfen die Gitter nicht sperrend wirken. Es ergibt sich also, dass die an derselben Phase liegenden Entladungsgefässe, zum Beispiel 7' und 7", zu annähernd gleichen Zeiten, das heisst in beiden Halbwellen der erzeugten.
Spannung, stromdurchlässig zu halten sind.
Der Erfindungsgedanke ist an einer be sonders einfachen Schaltung erläutert, die gegenüber andern Schaltungen, insbesondere solchen mit zwei nicht gleichzeitig strom führenden Transformatorwicklungen, gleich gültig, ob primärseitig oder sekundärseitig angeordnet, besonders vorteilhaft ist, weil sie die günstigste Ausnutzung der einzelnen Teile der Umformeranlage ermöglicht, so dass man sie als die "natürliche Normalschal- tung" des Umrichters bezeichnen kann.
Hin- sichtlich der Steuerung unterscheiden sich jedoch nicht die einzelnen Schaltungen, so dass der Erfindungsgedanke bei allen U m- richterschaltungen anwendbar ist. Ausserdem ist es ohne Belang, ob die Umformung mit einem starren oder nicht starren Frequenz verhältnis vor sich geht. Hinsichtlich der Steuerung bei von 1 abweichendem Lei stungsfaktor wird noch bemerkt, dass die Entladungsgefässe zu annähernd gleichen Zeiten stromdurchlässig zu halten sind, die an äquivalente Phasen angeschlossen sind.
Die weiter oben anhand der Fig. 3 be schriebene Gittersteuerung gibt die Möglich keit, Frequenzumformungs - Einrichtungen sich selbst steuern zu lassen. Obwohl diese Gittersteuerung den Vorzug der Einfachheit hat, ergeben sich jedoch Schwierigkeiten beim Einschalten solcher sich selbst steuern der Frequenzwandler, da infolge verschiede ner möglicher Phasenlagen die Gefahr be steht, dass Falschsteuerungen, insbesondere Kurzschlüsse, auftreten.
Man kann nun, wie nachstehend gezeigt wird, Falschsteuerungen vermeiden, indem das Einschalten der einzelnen Entladungsge fässe bei der vorgesehenen Phasenlage erfolgt. Dies geschieht, indem zunächst die die eine Halbwelle des sekundären Wechselstromes liefernden Entladungsgefässe und alsdann erst die die andere Halbwelle des sekundären Wechselstromes liefernden Entladungsge fässe nacheinander bei Erreichen der vorbe stimmten Phasenlage leitend werden.
In Fig. 4 der Zeichnung ist ein Ausfüh rungsbeispiel der Erfindung dargestellt, wo bei die eingestrichenen Entladungsgefässe die eine Halbwelle, die zwei gestrichenen Ent ladungsgefässe die andere Halbwelle des er zeugten Wechselstromes liefern. Die Ka thoden der eingestrichenen Entladungsgefässe sind an die Anode eines gittergesteuerten Entladungsgefässes 18' angeschlossen. Ent sprechend sind die Anoden der zwei ge strichenen Entladungsgefässe mit der Ka thode eines gittergesteuerten Entladungsge fässes 18" verbunden. Der Verbraucher 1 ist zwischen den Sternpunkt der Sekundärwick lung 4 und die Verbindung von Kathode des Gefässes 18' mit Anode des Gefässes 18" ge schaltet.
Ferner sind zwei gittergesteuerte Entladungsgefässe 19' und 19" vorgesehen, die zur Steuerung der Gitterkreise der Ge fässe 18' bezw. 118" dienen.
Der Ablauf des Anlassvorganges soll nachstehend geschildert werden: Bis zum Arbeitsbeginn sind die gittergesteuerten Ent ladungsgefässe 18', 18", 19' und 19" infolge ausreichend gewählter negativer Vorspan- nungen 2'0' bezw. 2!0" bezw. 21' bezw. 21" nicht leitend. Mittelst zweier starr mitein ander gekuppelter Schalter 22' und 22" wird zu gleicher Zeit den Gitterkreisen der Ge fässe 19' bezw. 19" eine Wechselspannung spitzer Wellenform bei 2'3' bezw. 23" zuge führt.
Die Einfügung der Wechselspannung geschieht unter Mitwirkung der Widerstände 24 bezw. 24". Die Verwendung von Wechsel spannungen spitzer Wellenform hat bekannt lich den Vorteil, dass das Einleiten der Ent ladung in den Gefässen nur ermöglicht wird, wenn die Wechselspannung ihre positive Spitze erreicht. Die Wechselspannung bei 23' und 23" haben gleiche Phasenlage und ermöglichen daher ein gleichzeitiges Zünden , der Entladungsgefässe 19' und 19", deren Anodenkreise von einem Transformator 25 gespeist werden, der seinerseits über einen Phasenwandler 26 Energie vom Primärnetz 2 erhält.
Nach erfolgtem Zünden der Gefässe 19' und 19" werden die Kondensatoren 27' und 27" aufgeladen. Parallel zu den Kapazi täten 27' und 27" liegt je ein hochohmiger Widerstand 28' bezw. 2;8". Die Zeitkonstan ten der aus ,der Kapazität 2,7' und dem Wider stand 2,8' bezw. aus der Kapazität 2'7" und dem Widerstand 28" gebildeten Kreise sind grösser zu wählen als die Periodenlängen der die Anodenkreise der Gefässe 19' und 19" speisenden Wechselspannung. Zweckmässig wird man sie etwa dreimal so gross wählen.
Infolge der Aufladung des Kondensators 2'7' wird das Entladungsgefäss 18' leitend, und zwar etwa zu dem Zeitpunkt, in dem die die Gefässe 6' und 6" speisende Sekundärwick lung eine gegen den Sternpunkt positive Spannung liefert. Zunächst ist das Ent ladungsgefäss 6' an der Stromleitung be teiligt, dann übernimmt das Entladungsge fäss 7' die Stromleitung usw. Der Kondensa tor 27" führt dem Gitterkreis des Ent ladungsgefässes 18" eine positive Gitterspan nung zu, und zwar über einen Kreis, den man als Verzögerungskreis bezeichnen kann.
Dieser Kreis enthält eine Reihenschaltung, bestehend aus einem Widerstand 29 und einer Kapazität 31. Parallel zu der Kapazi tät 31 liegt eine Glimmlampe 30 in Reihe mit einem Widerstand 32. Die Konstanten dieses Kreises werden so gewählt, dass die zum Zünden des Entladungsgefässes 18" er forderliche positive Spannung erst auftritt, wenn die erste Halbwelle der sekundären Wechselspannung nahezu beendet ist.
Der Einschaltvorgang verläuft dann derart, dass sich zunächst der Kondensator 31 auflädt. Gleichzeitig steigt die Spannung an der Glimmlampe, und sobald die Zündspannung der Glimmlampe erreicht ist, setzt der Strom in der Glimmlampe ein und erzeugt einen Spannungsabfall am Widerstand 32, der als positive Spannung in den Gitterkreis des Entladungsgefässes 18" eingefügt wird und die negative Vorspannung 20" unwirksam macht. Nach dem Einsetzen der Entladung im Gefäss 1.8" erfolgt die Zündung der Ent ladungsgefässe 6" bis 11" in entsprechender Weise wie die Zündung der Entladungsge fässe 6' bis 11'.
In Fig. 5 ist der Ablauf des Anlassvorganges in Abhängigkeit von der Zeit dargestellt, und zwar die Anodenspan nung enis der Entladungsgefässe 19' und 19", die Gitterwechselspannung spitzer Wellenform e,1" derselben Entladungsge fässe, die Gitterspannung egi s, des Ent ladungsgefässes 1'8', die erste Halbwelle e,.. des erzeugten Wechselstromes, die Gitter spannung egis- des Entladungsgefässes 18" und die zweite Halbwelle e," des erzeugten Wechselstromes.
Da es im allgemeinen Schwierigkeiten bereiten wird, die Schalter 22' und 22" gleichzeitig einzuschalten, so dürfte es sich empfehlen, nur einen Schalter vorzusehen, durch den dann gleichzeitig oder mit einstell barem Phasenabstand den Gittern der beiden Gefässe 19' und 19" die Wechselspannung spitzer Wellenform zugeführt wird. Diese Massnahme ist in Fig. 6 dargestellt. Ein Schalter 22 ermöglicht, eine Wechselspan nung spitzer Wellenform dem Gitterkreis einer Elektronenröhre 33 zuzuführen, und zwar geschieht dies unter Mitwirkung des Widerstandes 34.
Damit die Elektronenröhre 33 bei geöffnetem Schalter 22 nicht leitend ist, ist eine negative Vorspannung 35 vor gesehen. Bei geschlossenem Schalter 22 wird dem Gitterkreis eine Wechselspannung spitzer Wellenform 36 zugeführt. Der Anodenkreis kann durch eine Gleichspan nung gespeist werden.
Bei dem gewählten Ausführungsbeispiel ist jedoch eine Wechsel spannung vorgesehen, die mittelst Transfor mators 37 und gegebenenfalls mittelst eines Phasenwandlers dem Primärnetz 2 entnom men wird. Infolge der spitzen Wellenform der Gitterwechselspannung wird auch der Anodenstrom der Elektronenröhre 33 sich rasch von einem sehr kleinen Wert auf einen sehr grossen Wert und wieder auf einen sehr kleinen Wert ändern. Der Anodenkreis speist die Primärwicklung eines Transformators 3'8, dessen Sekundärwicklungen den Gitter kreisen der Gefässe 19' und 19" die ge wünschte Wechselspannung spitzer Wellen form zuführen.
In Fig. 7 ist der Verlauf des Anodenstromes i.33 der Röhre 33 und der den Gitterkreisen der Gefässe 19' und 19" zugeführten Wechselspannung spitzer Wellenform e,iq in Abhängigkeit von der Zeit dargestellt. Die Wirkungsweise der in Fig. 6 dargestellten Steuerung mittelst der Entladungsgefässe 19' und 19" und dem Ver- zögerungskreis entspricht dem in Fig. 4 dar gestellten Ausführungsbeispiel.
Nur unter scheidet sich der Verzögerungskreis dadurch, dass an die Stelle der Parallelschaltung von Glimmlampen und Kapazität eine Induktivi- tät 3.9 gesetzt ist.
Die Erzeugung der Wechselspannung spitzer Wellenform 3-6 für den Gitterkreis der Elektronenröhre 33 kann in an sich be kannter Weise geschehen, beispielsweise mit telst eines gesättigten Transformators oder eines gleichstromvormagnetisierten Trans formators oder eines fremdgesteuerten über erregten Röhrensenders in Gegentaktschal tung. Solange es sich um nur einen Frequenzwandler handelt, wird man zweck mässig der Wechselspannung spitzer Wellen form 36 die Frequenz des Primärnetzes 2 geben.
Handelt es sich jedoch dar um, zu einem vorhandenen Frequenzwandler noch weitere parallel zu schalten, so wird man zweckmässig der Wechselspannung spitzer Wellenform 3,6 die Frequenz des Sekundärnetzes 1 geben, damit sämtliche Frequenzwandler die gleiche Phasenlage haben. Die Einstellung der richtigen Phasen lage der Wechselspannung 36 erfolgt in an sich bekannter Weise, beispielsweise mittelst Brückenanordnungen.
Der Vorteil der soeben beschriebenen Massnahmen gegenüber ähnlichen Frequenz wandlern besteht darin, .dass, abgesehen von dem kleinen Schalter 22' bezw. den kleinen Schaltern 22' und 2@2", keinerlei bewegliche Teile für den Frequenzwandler benötigt wer den. Daher sind sich selbst steuernde Fre- quenzwandler, besonders gut für fernge steuerte Unterwerke geeignet.
Durch die eben beschriebene Anordnung wird ferner das Anlassen von Frequenzwandlern in ein fachster Weise bewirkt, nämlich durch Ein legen eines einzigen kleinen Schalters 22 bezw. zweier kleiner Schalter 22' und 22". Auch das Abschalten der Frequenzwandler kann in ebenso einfacher Weise geschehen, indem der bezw. die kleinen Schalter ge öffnet werden. Dann verringert sich die La dung der Kondensatoren 27' und 27". In folgedessen verringert sich die positive Gitterspanuung der .
Gefässe 18' und 1!8", so dass die Gefässe 18' und 1,8" schliesslich nicht mehr leitend werden. Die Dauer des Ab schaltvorganges ist nicht genau angebbar, da sie in erster Linie von den Zeitkonstanten der beiden Kondensatorkreise abhängig ist. Bei Verwendung von Entladungsgefässen mit Glühkathode dürfte es zweckmässig sein, die Betätigung des Schalters ?2 von der Temperatur der Glühkathoden abhängig züi machen, damit die Glühkathoden nicht bei zu niedriger Temperatur zerstört werden.
Es wird ferner bemerkt, dass die ge schilderte Anordnung der beiden Ent ladungsgefässe 1$' und 18" nicht notwendig ist. Beispielsweise können sie fortgelassen werden und die entsprechenden Steuerspan nungen den Gefässen 6' bis 11' bezw. 6" bis 11" unmittelbar zugeordnet werden. Aber auch mehr als ein Gefäss 1.8 bezw. 18" kann den beiden Gruppen 6' bis 11' bezw. 6" bis 11" zugeordnet werden, insbesondere dann, wenn die einzelnen Wicklungen der Sekundärwicklung 4 mehrere Anzapfungen haben.
Man kann nun auch die Gittersteuerung auch zur Spannungsregelung der erzeugten Wechselspannung verwenden, und zwar wird dies durch die Einzelsteuerung der Ent ladungsgefässe bewirkt. Man kann nun auch bei der Anwendung des vorliegenden Erfin dungsgedankens eine Spannungsregelung durchführen, indem nämlich die dem Primär netz zugeordnete Gitterteilspannung - ge ändert wird. Die Änderung der Gitterspan nung kann dabei in ähnlicher Weise erfolgen wie bei der Gittersteuerung von Gleichrich tern, das heisst durch Änderung der Phase der Gitterwechselspannung in bezug auf die Anodenspannung oder durch Änderung der Gleiehspannungskomponente einer Steuer spannung, die sich aus einer veränderbaren Gleichspannung und einer Wechselspannung konstanter Amplitude und Phase zusammen setzt.
In Fig. 8 ist die Gittersteuerung an zwei Entladungsgefässen veranschaulicht, die beide derselben Gefässgruppe angehören, die die eine Halbwelle des erzeugten Wechsel- seomes liefert. Die Entladungsgefässe 41 und mögen mit ihren Anoden an je eine Phasenwicklung des mit dem Primärnetz ge- kuppelten Transformators angeschlossen sein, während die Kathoden mit dem Ver- brauchernetz verbunden sein mögen.
Die Gitterspannung setzt sich zusammen aus einer Teilsteuerspannung 43 gleicher Fre- auenz wie die des Sekundärnetzes und einer Teilsteuerspannung 44 bezw. 45 gleicher Frequenz wie die des Primärnetzes zusam men. Die Teilsteuerspannung 43' möge für sämtliche Gefässe derselben Gruppe gleich sein und konstant hinsichtlich Grösse und Phase sein.
Die Teilsteuerspannungen 44 bezw. 45 sollen hinsichtlich der Phase ver stellbar sein und ermöglichen infolge der Einzelsteuerung jedes Entladungsgefässes eine bequeme Spannungsregelung.
An Stelle der Spannungsregelung durch eine phasenveränderliche Teilsteuerung 411- bezw. 4;5 kann auch eine Regelung durch eine veränderbare Gleichspannung 46 (ver gleiche Fig. 9) im Zusammenwirken mit einer Teilsteuerspannung 44 bezw. 45 kon stanter Amplitude und Phase in bezug auf die primäre Phasenspannung erfolgen. Es empfiehlt sich dabei, die Teilsteuerspannun- gen 4-4 und 45 um<B>90'</B> der entsprechenden Phasenspannung nacheilen zu lassen.
Die Wirkungsweise beider im wesent lichen gleichwertigen Regelungsmöglich keiten soll anhand der Kurven in Fig. 10 bis 12 erläutert werden. Fig. 10 gibt die volle Spannung es an, Fig. 11 eine ver ringerte Spannung e8. und zwar ergibt sich die Spannungsverringerung dadurch, dass die Einleitung der Entladung erst bei der Phasenlage 94 erfolgt. Fig. 12 gibt eine noch weiter verringerte Spannung a , an, die dadurch erreicht wird, dass die Zündung der Entladungsgefässe bei einer noch späteren Phasenlage erfolgt. Die hier dargestellt Möglichkeit der Spannungsregelung ergibt sich, wie anfangs bereits erläutert wurde, durch eine besonders zweckmässige Einzel..
Steuerung der Entladungsgefässe.