CH161029A - Mittel zum Behandeln von Werkstoffen und Verfahren zur Herstellung eines solchen Mittels. - Google Patents

Mittel zum Behandeln von Werkstoffen und Verfahren zur Herstellung eines solchen Mittels.

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CH161029A
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Aktiengesellsc Farbenindustrie
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Ig Farbenindustrie Ag
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  Mittel     züm    Behandeln von     Werkstoffen    und Verfahren zur Herstellung  eines solchen mittels.    Es wurde gefunden,     dass        -man    durch Ver  mischen von wasserlöslichen     Polyvinylver-          bindungen    von verschieden hoher Viskosität  Mittel erhält, die sich zum Behandeln von  Werkstoffen aller Art,     z.    B. zum Schlichten  von Textilfasern, eignen.

   Als wasserlösliche       Polyvinylverbindungen    kommen in Frage die       Pc>lyvinylalko,hole    und die     waeserlöslioheii     Derivate von     Polyvinylalkoholen,    wie zum  Beispiel die Einwirkungsprodukte der     Al-          kylenoxyde    auf     Polyvinylall,-ohole.     



  Zum Beispiel ist man durch Kombination  eines hochviskosen     Polyvinylalkohols    mit  einem durch Umsetzung von     Polyvinyl-          alkohol    mit     Athylenoxyd    erhaltenen Derivat  von niedriger     '#liskosität    in der Lage, ein       Schlichtemittel        züi    erhalten, welches sich in  Hinsicht     auf    den     Fadenschluss    sowie in Hin  sicht auf Weichheit besser verhält als jede  einzelne Komponente.

      Ferner kann man den Mischungen der       Polyvinylverbindungen    auch     Hydroxylgrup-          pen    enthaltende Verbindungen mit grösserem  Molekül zusetzen, beispielsweise die, -durch  Kondensation von mehrwertigen Alkoholen,  insbesondere aus Glyzerin, gewonnenen Poly  meren, ferner die durch chemische     Umsetzuno-          oder    durch Abbau aus Kohlenhydraten ge  wonnenen wasserlöslichen Produkte, wie     Me-          thylzellulose,        Dextrin        usw.    Auch zucker  artige Stoffe, wie,     Glykose    und Rohrzucker,

    beeinflussen die Schlichtwirkung des     Poly-          vinylalkohols    günstig, ebenso die durch kata  lytische Reduktion aus Kohlenhydraten ge  wonnenen Abbauprodukte, wie zum Beispiel  das aus     Methylzellulose    entstehende     Di-          methoxyt,rioxyhexan.    Ferner sind beispiels  weise geeignet die entstehenden Konden  sationsprodukte aus Harnstoff und Glyzerin,  sowie andere     hydroxyl-    und     stickstoffhaltige     <B>C</B>      Kondensationsprodukte, wie     Triäthanolamin     <B>USW.</B>  



  Beispielsweise besteht die verbesserte  Schlichtwirkung mit dem beanspruchten Mit  tel unter anderem darin,     -dass    man durch  Verwendung von derartigen Mischungen zum  Schlichten eine 'Ware erhält, welche sich  durch erhöhte Weichheit des Fadens und  einen besseren     Schluss    auszeichnet. Die ver  besserte     Sehliehtwirkung    kann auf folgende  Art und Weise erklärt werden:  Eine     niedrigviskose        Polyvinylverbindung     dringt gut in die Faser ein und verbindet  unter Erzielung einer weichen Sehlichte die  einzelnen Kapillaren untereinander.

   Eine  hochviskose     Polyvinylverbindung    dringt  nicht in den Faden ein, sondern lagert sich  in Form eines     Film-es    oberflächlich auf den  Faden und umschliesst die einzelnen     Kapillar-          fäden.    Die -so erhaltene Schlichtung ist ziem  lich hart. Verwendet man nun eine Mischung  von     Polyvinylverbindungen    verschiedener  Viskosität, so erzielt man eine Schlichtung,  die sowohl in den Faden eindringt, also die  einzelnen     Kapillarfäden    untereinander ver  bindet, als auch sich um den Faden in Form  eines Filmes lagert und so die Schlichtung  gegen Reibung widerstandsfähig macht.

   Die  so erhaltenen Schlichtungen sind bedeutend  weicher als bei Verwendung von     hoch-vis-          Losem        Polyvinylalkohol    allein.  



  <I>Beispiele:</I>  <B>1. 60</B> Gewichtsteile eines hochviskosen       Polyvinylalkohols    vom     K-Wert   <B>76</B> (siehe       Kolloid-Zeitschrift    49<B>(1929),</B> Seite<B>135),</B> wie  er durch Verseifen eines in organischen Lö  sungsmitteln nur noch     quellbaren        Polyvinyl-          esters    gewonnen wird, werden mit 40 Ge  wichtsteilen eines niedriger viskosen     Poly-          -vinylalkohols    aus     Polyvinylacetat    vom     K-          Wert    42 durch     Verkugeln    gut miteinander  gemischt.

   Die<B>1,5</B>     #,oige    wässerige Lösung       hier-von    wird zum Schlichten von Kunstseide  verwendet. Man erreicht hiermit einen -wei  chen Griff und einen ausgezeichneten     Faden-          Schluss.       2.<B>60</B> Gewichtsteile hochviskoser     Poly-          vinylalkoliel,    erhalten aus     Polyvinylacetat,

       das durch Erwärmen von     Vinylacetat    in  Gegenwart von     Natriumperborat    und     Essig-          säureanhydrid    in Abwesenheit von     Lösunals-          und    Verdünnungsmitteln hergestellt wurde,  werden mit<B>30</B> Gewichtsteilen eines     Poly-          vinylalkohols    von niedriger     Viskorsität,    wie  er durch Verseifen von     Polyv#nylehloracetat     entsteht, gleichzeitig in<B>710</B>     Gewicht-steile     Wasser     beietwa   <B>60 '</B> eingetragen.

   Die Lösung  wird mit der     5-fachen    Menge Wasser ver  dünnt und dann zum Schlichten von     Acetat-          seide    verwendet. Man erhält eine Ware von  sehr weichem Griff und gutem     Schluss.     



  <B>3. 75</B>     Gewielitsteile        hoellviskoser        Poly-          vinylalkohel    (siehe Beispiel<B>1)</B> werden in<B>500</B>  Gewichtsteilen Wasser kalt     angeteigt    und  dann warm gelöst.

   Ebenso werden<B>25</B>     Ge-          wielltsteile    der durch gemeinsame     Polymeri-          sation    von     äquimolel,-ularen    Mengen     Vinyl-          clilorid    und     Maleinsäureanhydrid    erhältlichen       heteropolymeren        Carbonsäuren    von relativ  niedriger Viskosität in<B>200</B>     Gewichtsteile     einer     3roigen    wässerigen     Natriumhydroxyd-          lösung    eingetragen,

   wobei sich die     Carbon-          säure    unter gleichzeitigem Verseifen des Ha  logens löst. Die Lösungen werden     miteinan-          .der    vermischt.     Die    erhaltene Paste wird mit  der     12'-fachen    Menge Wasser verdünnt. und  dann zum Schlichten von Viskose verwendet.  Man erhält einen weichen Faden von gutem       Schluss.     



  4.<B>100</B> Gewichtsteile eines hochviskosen       Polyvinyla.lkohols    vom     K-Wert   <B>60, 50</B> Ge  wichtsteile eines     Poly-vinylalkohols    vom     K-          Wert    40 und<B>50</B>     Gewiehtsteile    eines sehr  niedrig viskosen     Polyvinylalkohols    vom     K-          Wert    20 werden zusammen mit 4 Gewichts  teilen Borax in einer Kugelmühle gut ver  mischt. Eine<B>1</B> bis     3/'olge    wässerige Lösung  dieses Gemisches wird auf einen     pli-Wert    von  <B>7-8</B> eingestellt und eignet sieh ausgezeich  net zum Schlichten von Kunstseide.  



  <B>5. 15</B> Gewichtsteile eines     hocliviskosen          Polyvinylalkoliols    vom     K-Wert    etwa<B>75</B> und  <B>15</B> Gewichtsteile eines durch     Einwirkunu    von       Äthylenoxyd    auf     niedri,-viskosen    Polyvinyl-           alkohol    erhaltenen Produktes werden in<B>1000</B>       Gewiehtsteilen    kaltem Wasser     angeteigt    und  dann unter Rühren durch. Erwärmen auf<B>60</B>       Crelöst.    Diese Lösung schlichtet Kunstseide  mit weichem Griff und gutem     Schluss.     



  <B>6. 50</B>     Gewiehtsteile    eines hochviskosen     Po-          lyvinylalkohols    vom     K-Wert   <B>78</B> und<B>50</B> Ge  wichtsteile eines durch teilweise     Verseifung     von     niedrigviskosein,        Polyvinylacetat    erhal  tenen Produktes, das noch<B>%.</B> der     Acetyl-          gruppen    enthält und sowohl in Wasser wie  in     Äthanol    löslich ist, werden mit<B>3</B> Ge  wichtsteilen Borax in<B>900</B> Gewichtsteile  kaltes Wasser     cerührt    und durch Erwärmen  gelöst.

   Es entsteht eine bei Zimmertempera  tur     oallertartio-e    Masse.<B>50</B> Gewichtsteile die  ser Gallerte werden mit<B>950</B>     Gewiehtsteilen     Wasser verdünnt und zum Schlichten von       Acetatseide.    verwendet.  



  <B>7. 60</B> Gewichtsteile hochviskoser     Poly-          vinylalkohol,    der nach Beispiel 2 hergestellt  wurde, werden mit<B>30</B>     Gewiehtsteilen    eines       iiiedricrviskosen    Produktes, wie es durch Ver  seifen eines     Nischpolymerisates    aus     äqui-          molekularen    Mengen von     Vinylacetat    und       Vinylehloracetat    erhalten wird, gleichzeitig  in<B>710</B> Gewichtsteile Wasser bei etwa.<B>60 '</B>  eingetragen.

   Die Lösung wird mit der     5-          fachen    Menge Wasser verdünnt und dann       züm    Schlichten von     Aeetatseide    verwendet.  Man erhält eine Ware von sehr weichem Griff       und        autem        Schluss.     



       l#     <B>8.</B> Eine     Lösuno-    von<B>15</B> Gewichtsteilen  eines     Polyvinylalkohols    mittlerer Viskosität       (K-Wert    etwa<B>50),</B>     erhalt-en    durch Verseifen  von     Polyvinylacetat,    und<B>15</B> Gewichtsteilen  eines wasserlöslichen hochviskosen     Poly-          vinylalkoholderivates,

      erhalten durch teil  weise     Veresterung    des genannten     Polyvinyl-          alkohols        mit        Laurinsäure    in<B>970</B> Gewichts  teilen Wasser eignet sich hervorragend als  Schlichtflotte für Kunstseide im Strang oder  auf der     Kettschlichtmasehine.     



  <B>9. 50</B> Gewichtsteile eines mittelviskosen       Polyvinylalkohols    vom     X-Wert   <B>60</B> und<B>295</B>  Gewichtsteile eines     niedrigviskosen        syrupösen            Polymerysationsproduktes        wis        Methylviiiyl-          äther    werden unter Rühren in<B>625</B> Gewichts  teilen kaltem Wasser gelöst. Kunstseide, mit  dieser Lösung     geschliehtet,        zeio#t    einen guten  <B>t></B>       Schluss    und sehr grosse Weichheit.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRüGlEIE: I. Mittel zum Behandeln von Werkstoffen, ,geLennzeiehnet durch ein Gemisch aus wasserlöslichen Polyvinylverbindungen verschieden hoher Viskosität. II. Verfahren zur Herstellung eines Mittels nach Patentanspruch I, dadure,h gekenn zeichnet, dass man wasserlösliche Poly- vinylverbindungen verschieden hoher Viskosität in Gegenwart von Wasser mit einander vermischt.
    UNTERANSPRüCHE: <B>1.</B> Mittel nach Patentanspruch I, gekenn zeichnet durch ein Gemisch aus wasser löslichen Polyvinylalkoholen. 2. Mittel nach Patentanspruch I, gekenn zeichnet durch ein Gemisch aus wasser löslichen Derivaten der Polyvinylalko- hole. <B>3.</B> Verfahren zur Herstellung eines Mittels nach Patentanspruch<B>11,</B> dadurch gekenn zeichnet, dass man Polyvinylalkohole ver schieden hoher Viskosität in Gegenwart von Wasser miteinander vermischt. 4.
    Verfahren zur Herstellung eines Mittels nach Patentanspruch, II, dadurch gekenn zeichnet, dass man wa-sserlösliche Derivate <B>voll</B> Polyvinylalkoholen verschieden hoher Viskosität in Gegenwart von Was ser miteinander vermischt. 5. Verfahren zur Herstellung eines Mittüls nach Patentanspruch<B>11,</B> dadurch gekenn zeichnet, dass man der Mischung höher- molekulare Verbindungen, die Hydroxyl- O.ruppen enthalten, zusetzt.
CH161029D 1931-05-16 1932-05-04 Mittel zum Behandeln von Werkstoffen und Verfahren zur Herstellung eines solchen Mittels. CH161029A (de)

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