Rotationsdruckmaschine. Man hat bisher Rotationsdruckmaschinen antriebe so ausgeführt, dass die einzelnen mit einander in starrer mechanischer Verbindung stehenden Teile der Maschine durch eine ge eignete Kraftquelle angetrieben wurden. Es ist zwar wünschenswert, wie bei andern Ma schinen, zum Beispiel Papiermaschinen, die starre Verbindung aufzuheben und die ein zelnen Teile, wie Druckzylinder, Farbwerke usw., einzeln anzutreiben und die Einzel motoren durch besondere Mittel zu synchro nisieren, wie dies beispielsweise für Krempel sätze-Antriebe mitAsynchronmotoren bekannt ,geworden ist,
bei denen der Gleichlauf durch ständer- und läuferseitige Parallelschaltung gesichert wird. Für Rotationsdruckmaschinen konnte man derartige Antriebe bisher nicht praktisch ausführen, da bei diesen Maschinen besondere Betriebsbedingungen vorliegen, vor allem die Forderung einer niedrigen Einzieh- geschwindigkeit.
Bekanntlich wird bei den üblichen An trieben (Einmotorenantrieb nach dem Haupt- und Hilfsmotorsystem) die niedrige Einzieh- geschwindigkeit mit Hilfe eines hochüber setzten Hilfsmotors erzielt, der über eine Über holungskupplung den Hauptmotor antreibt. Beim Mehrmotorenantrieb ohne starre Kupp lung der Motoren müsste für jeden Teil motor ein solcher Hilfsmotor vorgesehen wer den. Ausser der grossen Anzahl von Hilfi motoren werden die dazu gehörigen Getriebe und Überholungskupplungen erforderlich, so dass derartige Mehrmotorenantriebe sehr teuer werden.
Ein weiterer Nachteil wäre der, dass jeder Teilantrieb sehr viel Raum erforderte und die ideale Lösung, die Verwendung von Flanschmotoren zum Einzelantrieb der Wal zen, praktisch unerfüllbar wäre. Es leuchtet ferner ein, dass sowohl Haupt-, als Hilfs motor ständig synchron laufen müssten, so dass' die Schaltung sehr verwickelt sein müsste.
Die Erfindung ermöglicht nun die Ver wendung eines Mehrmotorenantriebes auch bei genauer Einhaltung .der Einziehgeschwin- digkeit, ohne dass die genannten teuren zu sätzlichen Maschinen und Getriebeteile er forderlich sind.
Dieses wird dadurch erreicht, dass mit den einzelnen Maschinenteilen in Synchronisierschaltung geschaltete Asyn- chronmotoren gekuppelt sind und dass für den Einziehbetrieb zur Erzeugung einer der Einziehgeschwindigkeit entsprechenden Fre quenz ein Hilfsmotor vorgesehen ist und die Asynchronmotoren beim Einziehbetrieb mit dieser Frequenz zu speisen sind.
Der Hilfs motor kann einen Asynchronmotor antreiben, welcher den Läuferkreis speist und dann bei jeder Verdrehung seines Läufers durch die in dem Ausgleichsnetz fliessenden Ströme alle Teilmotoren mitnimmt. Der Leitmotor muss dabei natürlich so bemessen sein, dass sein Läuferstrom die andern Teilmotoren zum Gleichlauf zwingt.
Der Mehrmotorenantrieb kann auch Gleich strommotoren haben, deren Anker unter Vor schaltung eines gemeinsamen Ankerwider standes an ein Netz konstanter Spannung an geschlossen sind. Mit diesen eigentlichen An triebsmotoren sind die als Asynchronmotoren ausgebildeten und geschalteten Asynchron motoren verbunden. von denen einer über eine Überholungskupplung und ein Getriebe mit einem Hilfsmotor gekuppelt sein kann.
Der Leitmotor kann verhältnismässig klein gehalten werden, wenn man gleichzeitig mit dem Einschalten des Hilfsmotors in den Läuferstromkreis der Teilantriebsmotoren so viel Widerstand legt, dass diese Motoren aus dem Netz die Energie beziehen können, um das nötige Moment zu erzeugen. Dieses Mo ment kann so bemessen werden, dass es die Wirkung des Hilfsmotors verstärkt, ohne jedoch die Maschine beschleunigen zu können, so dass' auch der Hilfsmotor, das Getriebe und die Überholungskupplung kleiner als sonst bemessen sein können.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es ist dies eine aus zwei selb- ständig zu betreibenden Gruppen aufgebaute Rotationsdruckmaschine, bei welcher die Teile der Gruppen synchron zusammen arbeiten müssen. Jeder Teil besitzt einen Mehrmotorenantrieb der vorstehend geschil derten Art. Es können, statt zwei, auch meh rere Gruppen vorhanden sein. Der Gleichlauf aller Mehrmotoren - Gruppenantriebe kann ohne weiteres durch Zusammenschalten der Läufer sämtlicher Asynehronmaschinen si chergestellt werden.
Mit den Gleichstrom motoren I111 bis 1STE, die an dem Netz liegen, sind die Asynchronmaschinen <B>Al</B> bis, As ge kuppelt, die statorseitig an das Netz P-S-T angeschlossen und deren Läufer unter sich verbunden sind. Der Anschluss des Netzes an die Motoren A1 bis As wird so vorge nommen, dass beim Anlauf der Maschine die Rotoren entgegen dem Drehfeld laufen. Beim Stillstand beträgt bei 50 Perioden die Rotor frequenz 50 Perioden, während beim Anlauf der Maschine bis zur Druckgeschwindigkeit sich die Periodenzahl im Rotor noch erhöht.
Mit der Maschine A1 (Leitmotor für die Gruppe der Motoren Mi bis 113), bezw. A4 ist in bekannter Weise über eine Überholungs- kupplung Ui (U2) und Getriebe Gi (G2) der Hilfsmotor Hi <I>(H2</I>) für die Einziehgeschwin- digkeit verbunden, der an das Netz Ni-Pi angeschlossen ist.
Bei Rotationsmaschinen gibt es bekannt lich den langsamen Einziehbetrieb und den mit einer bedeutend höheren Drehzahl vor sichgehenden Druckbetrieb. Aber auch der Druckbetrieb wird in der Regel mit der nie drigen Einziehgeschwindigkeit begonnen, und zwar derart, dass die Motoren bis zur niedri gen Einziehgeschwindigkeit durch den Ein ziehmotor gebracht und von da an durch besondere Regelvorrichtungen auf die Druck geschwindigkeit beschleunigt werden. Durch die Überholungskupplungen werden die Mo toren von dem Einziehmotor entkuppelt.
Es wird also jedenfalls mit der Einziehgeschwin- digkeit begonnen. Im nachstehenden ist nun der Betrieb in allen Einzelheiten beschrieben. Soll beispielsweise die Gruppe Mi bis 1l13 mit niedriger Geschwindigkeit betrieben wer den, so wird der Hilfsmotor Hi eingeschaltet.
Gleichzeitig werden die Motoren<B>JE</B> bis M3 unter Vorschaltung des Widerstandes Wi an das Netz N-P gelegt, so dass sie ein Mo ment abgeben, das zwar nicht ausreicht, um die Motoren über die Einziehgeschwindigkeit hinaus zu beschleunigen, jedoch den Anlauf vorgang unterstützt.
Das zur Ingangsetzung der Motoren noch erforderliche zusätzliche Moment wird von den Maschinen Az, A3 auf gebracht, die zu diesem Zwecke von der als Generator bezw. Frequenzwandler dienenden Maschine<B>Al</B> rotorseitig gespeist werden.
Wird nun der Motor 1i und die damit ver bundene Asynchronmaschine Ai durch den Hilfsmotor Hi angetrieben, so zwingt die Asynchronmaschine <B>Al</B> die andern Asyn- ehronmaschinen A2. A3 und die damit ge- kuppelten Motören M2, Ms zu synchronem Lauf.
Soll nun auf Hauptgeschwindigkeit über gegangen werden, so werden die Motoren .111 bis 31,3 unter. allmählicher Ausschaltung des Widerstandes Wi an die volle Netzspannung N-P gelegt. Bei einer gewissen Geschwin digkeit wird der Hilfsmotor durch die 1;.Tber- holungskupplung von dem Motor 1i und der damit gekuppelten Asynchronmaschine Ai abgekuppelt und kann darnach elektrisch ab geschaltet werden.
Die ganze Antriebsleistung für die 3Zaschine wird jetzt von den Mo toren Mi bis M3 aufgebracht, während die Asynchronmaschinen Ai bis A3 lediglich den Zweck haben, die Gleichstrommotoren 3E bis M3 zu synchronisieren.
Beim Zusammenarbeiten dieser Gruppe finit der 3Totorengruppe 114 bis 11s wird der Schalter S geschlossen und damit die ent sprechenden Netze für die Maschinen ver bunden. In diesem Falle ist der Arbeitsvor gang genau derselbe wie bei dem Betrieb einer Gruppe.
Man kann also mit möglichst kleinen Ausgleichsmaschinen dadurch aus kommen, dass' man gleichzeitig mit dem Ein schalten des Hilfsmotors die Teilmotoren mit so viel vorgeschaltetem Widerstand an das Netz legt, dass sie den Anlauf unter stützen, ohne jedoch die Maschine über die Einziehgeschwindigkeit hinaus beschleunigen zu können. Die Ausgleichsmaschinen haben dann nur das fehlende Moment aufzubringen und können so klein sein, dass ihrem Zusam menbau mit den Gleichstrom-Teilantriebs- motoren nichts im Wege steht und beide zu sammen an die Maschine angeflanscht werden können.
Da jeder Mehrmotorenantrieb einer Gruppe einen Hilfsmotorantrieb besitzt und die Leitmotoren nur für die zugehörigen Teilmotoren einer Gruppe bemessen werden, wird man beim Zusammenarbeiten mehrerer derartiger Gruppen auch die Hilfsantriebe gemeinsam benutzen, um die langsame Ge schwindigkeit für den ganzen Maschinensatz zu erzeugen. Wenn man zu diesem Zweck die Hilfsmotoren selbst synchronisiert, so brauchen die von den Hilfsmotoren angetrie benen Leitmotoren nicht zur Synchronisierung der Gruppen bemessen zu werden, sondern auch in diesem Falle nur für den synchronen Lauf der zugehörigen Teilmotoren einstehen müssen.
Wenn innerhalb einer Gruppe die An zahl der Teilantriebe sehr gross ist, emp fiehlt es sich, an .Stelle eines Leitmotors mehrere solcher Motoren zu verwenden.
Statt Gleichstrommaschinen können zum Antrieb Asynchronmaschinen verwendet wer den, und zwar entweder in Verbindung mit Ausgleichs-Hilfsmaschinen oder derart, dass man die Antriebsmotoren selbst läuferseitig parallel schaltet. In diesem Falle ist dauernd ein Schlupfwiderstand einzuschalten. Die Anschaffungskosten sind in diesem Falle zwar billiger, doch muss man bei dieser Schal tung einen dauernden Verlust im Schlupf widerstand in Kauf nehmen.
Beim Einzieh- betrieb ist dieser Schlupfwiderstand natür lich bedeutend grösser und kann sogar voll kommen geöffnet werden, sofern der .vom Einziehmotor angetriebene Teilmotor (Leit- motor) genügend gross bemessen ist, um die erforderliche Leistung an die übrigen Teil motoren abzugeben.
Es ist besonders vorteilhaft, die Teil motoren als Getriebemotoren auszuführen und diese Motoren einschliesslich Getriebe an die Maschine anzuflanschen. Selbstverständ lich ist es ausserdem möglich, die Antriebs motoren und die zugehörigen Synchronisier- maschinen auf eine gemeinsame Welle und in einem gemeinsamen Gehäuse einzubauen.
Eine bedeutende Vereinfachung kann da durch erzielt werden, dass zum Speisen der Läufer der läuferseitig gekuppelten Asyn- chronmaschinen, eine besondere, nicht mit der Arbeitsmaschine gekuppelte Asynchron maschine Verwendung findet. Diese Asyn- chronmaschine kann getrennt von der Rota tionsmaschine, beispielsweise im Keller, an geordnet sein, so dass im Maschinenraum selbst mehr Platz vorhanden ist. Auch der für die niedrige Einziehgeschwindigkeit be stimmte Hilfsmotor mit Kupplung und Ge triebe kann ausserhalb des Maschinenraumes aufgestellt werden. Der Betrieb wird dadurch bedeutend übersichtlicher.
Durch Entfernung des Übersetzungsgetriebes zwischen dem Hilfsmotor für die Einziehgeschwindigkeit und dem Leitantrieb fallen auch die darin verursachten Geräusche fort.
Bei der beschriebenen Rotationsdruck maschine mit Mehrmotorenantrieb kommen die beim Einzelbetrieb bisher erforderlichen mechanischen Übertragungselemente, wie Wellen, Kegelräder usw., in Fortfall.