Rotationsdruckmaschinen-Antrieb. Es ist vorgeschlagen worden, Rotations- druckmaschinenantriebe so auszuführen, dass man die einzelnen Teile der Maschinen durch Teilantriebsmotoren antreibt, die unter sieh in Synchronisierschaltung verbunden sind, so dass mechanische Verbindungen zwischen den Maschinenteilen (Druckwerke, Falz apparate, Papierrollenantriebe usw.) über flüssig werden.
Die Teilantriebsmotoren kön nen dabei von einem Leitgenerator aus ge speist werden, der von einem regelbaren An triebsmotor schnell oder langsam angetrieben wird und die Teilantriebsmotoren, mit denen er in Synchronisierschaltung verbunden ist, synchron mitnimmt.
Für die sehr langsame Einziehgeschwindigkeit kann der Leitgenera- tor durch einen besonderen Hilfsmotor über ein Getriebe und Überholungskupplung an getrieben werden, und der aus Leitgenerator, Antriebsmotor, Getriebe, Überholungskupp- lung und Hilfsmotor bestehende Umformer kann entweder von einem der Teilmotoren angetrieben oder auch räumlich getrennt von der Rotationsdruckmasehiiiie aufgestellt und von einem besonderen Motor betrieben sein.
Bei dem Rotationsdruckmaschinenantrieb gemäss der Erfindung können nun verschie dene Motoren zu Gruppen zusammengefasst und diese Gruppen durch<B>je</B> einen besonderen Umformer gespeist werden und mindestens ein Teil der Motoren kann wahlweise an ver schiedene Gruppen angeschlossen werden.
In DTuckereibetrieben stellt sich oft die Notwendigkeit heraus, ein Druckwerk mit einer Druckeinheit zu verbinden, welche zu nächst ohne dieses Druckwerk in Betrieb ge nommen wurde. Wenn beispielsweise plötz lich während des Druckes einer Zeitung eine wesentliche Neuheit aufgenommen werden soll, muss die Seitenzahl der bereits begon nenen Auflage vergrössert werden. Es kann vorkommen, dass zu dieser Vergrösserung das Zuschalten eines weiteren Druckwerkes er forderlich wird.
Beim Erfindungsgegenstand lässt sieh nun das Hinzuschalten eines wei- feren Druckwerkes im Gegensatz zu den rein mechanisch miteinander verbundenen Druck einheiten in kürzerer Zeit bewerkstelligen, so dass durch die Stillsetzung der Maschine für die Vergrösserung der Seitenzahl nicht so viel Zeit verloren geht.
Bei dem in Abb. <B>1</B> dargestellten Ausfüh rungsbeispiel der Erfindung sind<B>1</B> bis<B>5</B> die Druckwerke und<B>6</B> bis<B>9</B> die Falzapparate. Die zu den betreffenden Maschinenteilen ge hörigen Antriebsmotoren, welche als Asyn- ehronmotoren ausgeführt sind, sind mit<B>11</B> bis<B>19</B> bezeichnet. Die zugehörigen Druck- knopfiafeln haben die Bezugszeiehen 21 bis <B>29.</B> Mit 40,<B>50</B> und<B>6ü</B> sind Umformer- aggregate bezeichnet, welche<B>je</B> eine Gruppe von Netzen 41 bezw. <B>51</B> und<B>61</B> speisen.
Das Umformeraggregat 40 besitzt einen Mo tor 42, welcher den Generator 43 mit der Druckgeschwindigkeit antreibt. Der Umfor mer ist ausserdem über eine Überholungs- kupplung 44 und ein Getriebe 45 mit einem kleinen Motor 46 für die niedrige Einzieh- geschwindigkeit verbunden.
Mit 47 sind die Ständerschütze der drei Maschinen 42, 43 und 46 bezeichnet. 48 ist das Hauptschütz, wel ches das Umformeraggregat an das Haupt- drehstromnetz 20 legt. 49 ist der Anlasswider- stand für den Motor 42. In genau entspre chender Weise sind die Umformeraggregate <B>50</B> und<B>60</B> ausgeführt.
Die Ständerleitungen sämtlicher Maschi nen des Umformeraggregates sind durch aus gezogene starke Linien und die Läufer leitungen des Generators 43 durch gestrichelte Linien dargestellt. Die Steuerleitungen sind durch die fein gezeichneten und ausgezoge nen Linien angedeutet. In entsprechender Weise sind die Netzgruppen 41,<B>51</B> und<B>61</B> durch drei Arten von Linien gekennzeich net. Die Ständer-, Läufer- und Steuerleitun- ,gen der Umformer sind unmittelbar an die Netze angeschlossen, während die entspre chenden Leitungen der Motoren<B>11</B> bis<B>19</B> durch die Hebelschalter<B>31</B> bis<B>39</B> mit den Netzen verbunden werden können.
Die Hebel schalter<B>37</B> und<B>38</B> sind init den Netzen 41 und<B>51</B> bezw. <B>51</B> und<B>61</B> verbunden, so dass die betreffenden Motoren<B>17</B> bezw. <B>18,</B> sowie ihre Steuerleitungen und Bremslüftmagnete wahlweise an zwei verschiedene Netze, das heisst an zwei verschiedene Umformer (40 oder<B>50</B> bezw. <B>50</B> oder<B>6-0)</B> angeschlossen wer den können.
Soll nun beispielsweise eine Druckein heit, bestehend aus den Druckwerken<B>1, 2,</B> und den Falzapparaten<B>6, 7</B> in Betrieb ge nommen werden, dann werden die Schalter <B>31, 32</B> und<B>36</B> geschlossen und der Schal ter<B>37</B> in die Stellung gebracht-, in welcher er die Leitungen des Motors 177 an die Netz gruppe 41 anschliesst (gezeichnete Lage). Nunmehr schliesst man den Schalter 48, so dass man von den Druckknöpfen eines der Motoren<B>11,</B> 12,<B>16</B> oder<B>17</B> die ganze Druck einheit steuern kann. Anfangs wird mit der niedrigen Einziehgesehwindigkeit gearbeitet.
Der entsprechende Druckknopf auf einer der Tafeln 21, 22,<B>26</B> oder<B>27</B> wird gedrückt, so dass das Ständerschütz 47 des beispielsweise als Kurzschlussläufermotor ausgebildet-en Mo tors 46 anzieht und diesen Motor ständer- seitig über den Schalter 48 an das Hauptnetz <B>290</B> legt. Der Umformer wird nun mit der niedrigen Einziehgeschwindigkeit betrieben.
Der Läufer des Generators 43 speist nun mit der seiner Drehzahl entsprechenden Frequenz über das Netz und die Schalter<B>31</B> usw. die Läufer der Motoren<B>11</B> usw. Die Motoren, welche über die Schütze 48 und 47, die Lei tung<B>30</B> und die Hebelschalter<B>31</B> usw. stän- derseitig an dasselbe Netz angeschlossen sind, an welchem der Umformer liegt, bewegen sich dementsprechend mit derselben Geschwindig keit, welche der Generator 43 besitzt.
Durch die Steuerung des Umformers wird den Mo toren also nicht nur die verlangte Geschwin digkeit erteilt, sondern sie bewegen sieh alle in relativem Gleiehlauf. Soll der Antrieb stillgesetzt werden, wird einer der Halte druckknöpfe gedrückt, so dass das Schütz<B>47</B> wieder abfällt und den Ständer des Motors 4n vom Netz trennt. Die Schaltung der Steuerleitungen ist an sich bekannt und braucht in diesem Zusamenhange nicht näher erläutert zu werden.
Soll nun mit Druckgeschwindigkeit ge arbeitet werden, dann wird vorerst wieder durch den entsprechenden Druckknopf der Antrieb 46 für die niedrige Einzieh- geschwindigkeit eingeschaltet, so dass die Druckeinheit von der Einziehgesehwindig- keit in Betrieb gesetzt wird. Soll die Ge- schwindi#keit nun für den normalen Druck betrieb erhöht werden, dann wird der ent sprechende Druckknopf gedrückt so dass das Ständerschütz für den Motor 422 diesen an das Netz 20 anschliesst.
Durch weitere -Druckknöpfe wird entweder über Schütze oder eine Schaltwalze in an sich bekannter Weise der Läuferwiderstand des Motors 49 so lange kurzgeschlossen, bis der Umformer und der damit verbundene Antrieb die ge wünschte Drehzahl erhält. Bei einer be stimmten Geschwindigkeit schaltet die Über- holungskupplung 44 den Umformer von dem Getriebe 45 und dem Motor 46 ab.
Bei dem in Abb. 2 dargestellten Aus führungsbeispiel ist ein Druel,-werk <B>1.0</B> mehr angeordnet, während ein Falzapparat fort gelassen ist, so dass für jeden Falzapparat ein Umformer angeordnet ist. Die ,Motoren <B>11</B> usw. und die Umformer 40,<B>50, 60</B> und<B>70</B> sind an Steckvorrichtungen geführt, durch welche die betreffenden Motoren bezw, Um former an die Netzgruppen 41.<B>51</B> oder<B>6-1</B> angeschlossen werden können.
Die Leitungen für die Motoren<B>11,</B> 12,<B>13</B> und<B>16</B> der Druck werke<B>1,</B> 2 und<B>3</B> und des Falzapparates<B>6</B> sind an ll-abelendversehlüsse <B>52</B> bis<B>55</B> ge führt und werden bei dem gezeichneten Aus führungsbeispiel durch die Stecker<B>56</B> bis<B>59</B> an die Netzgruppe 41 angeschlossen, welche durch die Steckvorrichtung<B>62</B> mit dem Um former 40 verbunden ist. Der Betrieb ge staltet sich bei dieser Anordnung genau so wie bei der Schaltung gemäss Abb. <B>1.</B>
Soll nun beispielsweise der Umformer 40 aus irgendwelchen Gründen nicht in Betrieb genommen werden, so kann man beispiels weise den Umformer<B>50</B> durch die Steck- vorrichtung 63 an die Netzgruppe 41 an schliessen. Bei diesem Antrieb ist also die In betriebnahme einer Drucheinheit nur dann. in Frage gestellt, wenn einer der Antriebs motoren<B>11</B> usw. sehadhaft ist.
Ein Fehler am Umformersatz, am Hilfsmotor, Getriebe usw. spielt keine Rolle, da man in diessm Falle die Drucheinheit auf einen andern Um- fornier schalten kann. Der Umformer<B>70</B> ist für Reservezweeke angeordnet. Die Steck vorrichtung jedes der Netze ist mit -vier An- schlussdosen für die Motoren und einer An- schlussdose für den Umformer versehen.
Man kann naturgemäss auch Anschlussmöglich- keiten für mehr Motoren oder mehrere Um- former an ein und dasselbe Netz vorsehen. Die, Anordnung gestattet eine grosse Anzahl von Kombinationen, so dass man bei Verwen dung des beschriebenen Antriebes jedem Be triebsfall gerecht werden kann. Das Zusehalten bei Inanspruchnahme eines weiteren Druckwerkes gestaltet sieh beson ders einfach. Es sind nämlich lediglich durch einen einzigen Bedienungsmann wenige Schaltgriffe an elektrischen Schaltelementen vorzunehmen.
Er schaltet zunächst den Umformer 40 (Abb. <B>1),</B> welcher die bereits in Betrieb genommene Druckeinheit<B>1, 6, 22</B> speist. Diese Druckeinheit bewegt sich nun langsam, und der Umformer wird in dem Zeit punkt abgeschaltet.. in welchem sieh diese Druekeinheit unuefähr in entsprechender Lage zu dem zuzuschaltenden Masehinenteil <B>7</B> be findet. Diese Gleichheit der Stellungen braucht in der Tat nur ungefähr richtig zu sein, da die Motoren mit elektrischer Gleich- la,ufregelung versehen sind und bei gemein samer Inbetriebnahme von selbst in voll kommenem Synchronismus übergehen.
Es ist also kein mühevolles Probieren erforderlich, sondern kurz nach dem Einschalten des Uni formers 40 kann er wieder ausgeschaltet wer den. Hierauf wird der Motor<B>17</B> für den Ma schinenteil<B>7</B> durch den Schalter<B>37</B> an den Umformer 40 angeschaltet, und die Anlage ist bereits betriebsfertig. Wird nämlich der Umformer 40 wieder angelassen, dann stellen sich, wie gesagt, die Motoren<B>11,</B> 12,<B>16</B> und <B>17</B> nach sehr kurzer Zeit in synchrone Lage und man kann sofort mit dem normalen Druckbetrieb, nämlich dem Einziehen der neuen Papierrolle und dem Druck beginnen.
Bei den bekannten Einmotorenantrieben lagen die Verhältnisse so, dass bei Defekt werden eines Motors fast die gesamte zu die s ein <B>.</B> -'W otor gehörige Druckeinheit stillgesetzt werden musste. Dies war im übrioen nicht nur bei Defektwerden des Motors, sondern bei einem Schaden am Getriebe, an derüber- holungskupplung, oder am Hilfsmotor der Fall.
Bei dein beschriebenen Antrieb da gegen kann man bei Schadhaftwerden eines Motors diesen leicht auswechseln, da er sehr klein gebaut ist.