Verfahren zur Herstellung von Schummerungsplatten für kartographische Zwecke. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren, welches die heute immer noch zeitraubende und teure Handarbeit bei Herstellung von Schummerungsplatten für Landkarten durch ein photomechanisches Verfahren ersetzen soll. Die grossen Vorteile dieses Verfahrens liegen in der einfachen Handhabung, Einsparung der hohen Kosten und äusserster Präzision durch einfache photo mechanische Übertragung.
Man hat bereits versucht, durch Bestrahlung eines Reliefkör pers die Tonwerte der Böschungen photo graphisch festzulegen und für Schumme- rungsplatten zu verwerten, ist aber noch zu keinem befriedigenden Ergebnis gekommen. Denn es handelt sich nicht nur allein darum, die richtigen Tonabstufungen des jeweiligen Böschungsgrades festzuhalten, sondern es dürfen auch durch die photographische Auf nahme keinerlei Verzerrungen eintreten, da mit die -8chummerungsplatte mit der Situa tionskarte zur haarscharfen Deckung ge bracht werden kann.
Durch die vorliegende Erfindung wird nun beides erreicht und die :den früheren Verfahren anhaftenden Mängel beseitigt, und zwar ,dadurch, dass ein als Vorlagedie nender Reliefkörper nicht mit :divergierenden, einen Strahlenkegel bildenden Strahlen, son dern mit Parallelstrahlen belichtet wird, wo bei die zurückgeworfenen Strahlen in einer Plankonvexlinse gesammelt und als Strahlen bündel einem phtographischen Aufnahme apparat zugeführt werden.
Durch die Gegenüberstellung der beiden schematischen Fig. 1 und 2 soll -die Beleuch tungsart und deren Wirksamkeit klar ge macht werden. Fig. 1 zeigt die Unbrauch barkeit der gewöhnlichen von einer punkt- förmigen Lichtquelle ausgehenden Strahlen.
In diesem Fall würden nur die senkrecht auf fallenden Lichtstrahlen im Mittelpunkt des Reliefs richtig sein, während die Lichtstrah len nach der Peripherie zu an Intensität ab nehmen bezw. den Reliefformen entsprechend in verschiedenen unrichtigen Winkeln auf- fallen. Zum Beispiel fallen bei a die Licht strahlen im spitzen Winkel auf, r während diese senkrechte Fläche überhaupt nicht .ge troffen werden dürfte.
Dagegen fallen die Strahlen bei b in ähnlichem spitzen Winkel auf, obwohl sie hier im Gegensatz -zu a im rechten Winkel auffallen und damit ihre grösste Wirksamkeit entfalten müssten. Bei c fallen die Strahlen fast im rechten Winkel auf, während sie hier in entsprechendem spitzen Winkel auffallen müssten. Man ver gleiche nun damit Fig. 2. Es ergibt sich hier aus, dass die richtige Bestrahlungsart nur allein durch eine Parallelprojektion zu er zielen ist, wie sie in. Fig. 2 .dargestellt ist.
Nur bei dieser Belichtung fallen die Licht strahler in ,dem Winkel auf, in .dem sie ana log der Gestaltung des Reliefs auffallen müs sen und können nur so die Wirksamkeit ent wickeln, die zur Erreichung der richtigen Tonwerte nötig ist. _ Um das mit Tonwerten versehene Relief nun vollkommen urverzerrt photographisch aufnehmen zu können, wird das Relief mit- telst einer Plankonveglinse gewissermassen in eine Fläche versetzt und sodann .durch eine photographische Kamera auf eine Platte ge bracht.
Eine Steigerung der Wirkung lässt sich dadurch erreichen, dass die Parallelstrahlen entsprechend ihrer auszuübenden Wirksam keit gewissermassen abgeblendet werden, was dadurch geschehen kann, dass ein von dem Relief durch photographische Aufnahme her gestelltes Negativ durzh Kontaktabdruck in ein Diapositiv umgewandelt und dieses durch Versetzen vor :die Lichtquelle in den Strah lengang eingeschaltet wird.
Dadurch wer den die Tonschatten auf dem Relief vertieft, so daB eine von diesem aufgenommene photographische Platte eine ausserordentlich scharfe Abgrenzung der Licht- und Schatten partien zeigt. Praktisch wird dadurch er reicht, was Fig. 3 und 4 erläutern.
Fig, 3 zeigt im Schnitt die Verzerrungen, welche die Aufnahme enthält, wenn sie direkt vom Relief gemacht würde, während Fig. 4 zeigt, wie die Aufnahme ausfällt, wenn jdas Relief, wie oben beschrieben, vor erst durch eine Plankonveglinse in die Fläche versetzt wird. Diese Aufnahme stimmt mit dem Original genauestens überein. In Fig. 5 sind beide Schnitte aufeinander gelegt, um ,die grossen Abweichungen mit aller Deut lichkeit vor Augen zu führen.
Um den durch .das Verfahren erzielten Effekt an einem einfachen Beispiel zu erläu tern, wurde in Fig. 6 und 7 eine abge stumpfte Pyramide gewählt. Diese demon striert wohl am deutlichsten die beabsichtigte Wirkung dadurch, dass die Seitenflächen der abgestumpften Pyramide A in Fig. 6 genau in den kegelförmigen Strahlengang B des aufzunehmenden Objektivs C gelegt sind. Wie Fig. 6 weiter zeigt, fallen bei dieser Aufnahme die obere und untere Fläche zu sammen, obwohl die obere Fläche bedeutend kleiner ist als :die untere.
Man wird auf der Mattscheibe D des photographischen Appa rates nicht erkennen können, ob eine vierkan tige Säule, eine Pyramide oder überhaupt nur eine Fläche aufgenommen wurde. Die Pfeilrichtung gibt die Blickrichtung an und E das auf der Mattscheibe bezw. Negativ platte erscheinende Bild.
Wesentlich anders ist es bei Fig. 7, wo dieselbe abgestumpfte Pyramide I' unter Zwisehensehaltung einer Plankonveglinse 11 aufgenommen und .dann erst an das Objek tiv J .des photographischen Apparates weiter geleitet wird. Der Körper wird gewisser massen in "eine Fläche" versetzt.
Durch hie Zwischenschaltung der Linse erscheint der Körper in seiner richtigen geometrischen Darstellung, nämlich die obere Fläche im richtigen Verhältnis kleiner als die untere und man kann in. der Blickrichtung des Pfeils deutlich die abgestumpfte Pyramide wieder- .erkennen, wie auch das Bild g auf der Matt seheibe L zeigt.
In Fig. 8 ist die Bestrahlungs- und Auf nahmevorrichtung in einem Ausführungsbei spiel dargestellt. In derselben stellt !1 das aufzunehmende Objekt mit vorgeschalteter optischer Einrichtung, B die Beleuchtungs einrichtung und C die Aufnahmevorrichtung dar, und zwar bezeichnet A1 das aufzuneh mende Relief.
Die Strahlen der Lichtquelle B1, die durch den Kondensator Bz und Pro jektionslinse B, auf die Plankonvexlinse Az auftreffen, werden :durch diese in Parallel strahlen verwandelt, die auf das zu belich tende Relief A fallen. Die zurückgeworfenen Strahlen werden in der Plankonvexlinse wie der zu einem Strahlenbündel vereinigt und durch einen schräggestellten Spiegel C2 in die Aufnahmekamera Cl geworfen.
Zur Ver stärkung der Tonwerte des Reliefs kann von dem bei der Aufnahme erhaltenen photo graphischen Negativ durch Kontaktahdrucke ein Diapositiv hergestellt werden, das dann im Diapositivhalter & der Lichtquelle vor geschaltet wird, worauf eine zweite Auf nahme .stattfinden kann, die :dann eine photo graphische Platte mit wesentlich verstärkten Licht- und Schattenpartien ergibt, die als Druckplatte Verwendung findet.
Dass Verfahren kann auch derart ausge führt werden, dass man zunächst von dem hinter der Plankonvexlinse A, angeordneten Relief ein photographisches Negativ und durch Kontaktdruck von diesem ein Diaposi tiv herstellt. Hierauf wird das Relief mit einer lichtempfindlichen Schicht überzogen und :das photographische Diapositiv vor der Lichtquelle eingeschaltet. Das nunmehr eine photographische Platte darstellende Relief wird belichtet und entwickelt, so dass das selbe ein mit verstärkten Tonwerten ver- sehenes Negativ ergibt.
Von demselben kön nen direkt Diapositivplatten mittelst photo graphischer Aufnahme hergestellt werden, die die auf dem entwickelten Relief erzeug ten Helligkeitsunterschiede, die :durch das Vorschalten eines Diapositivs besonders ver stärkt worden sind, aufs Genaueste wieder geben.
Zusammengefasst bestehen die Vorteile des Verfahrens in grösster Präzision bei ein fachster Handhabung, Erreichung richtiger Tonwerte, bedeutender Verbilligung und Zeitersparnis gegenüber dem bisher ge bräuchlichen Verfahren der Handschumme- rung oder sonstigen photomechanischen Ver fahren.