CH165648A - Verfahren zur Herstellung von resorbierbarem Nähmaterial für chirurgische Zwecke. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von resorbierbarem Nähmaterial für chirurgische Zwecke.

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CH165648A
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L17/00Materials for surgical sutures or for ligaturing blood vessels ; Materials for prostheses or catheters
    • A61L17/06At least partially resorbable materials
    • A61L17/08At least partially resorbable materials of animal origin, e.g. catgut, collagen

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Description


  Verfahren zur Herstellung von     resorbierbarem        Nähmaterial    für chirurgische Zwecke.    Nachdem Patent     Nr.   <B>133047</B> können chirur  gische Nähfäden ans Muskelfleisch hergestellt  werden. Das dem frisch geschlachteten Tiere  entnommene     Muskelfleisch    soll dabei vorzugs  weise ohne Berührung mit der Hand unmit  telbar nach dem Schlachten rein maschinell  weiterbehandelt werden. Die Herstellung     muss     nach der Patentschrift von Grund auf unter  sterilen Bedingungen erfolgen.

   Zu diesem  Zwecke entzieht man dem     Muskelfleisch    zu  nächst das Blutserum und gewisse Eiweiss  stoffe durch Auslaugen oder auf andere Weise  und unterwirft dann das Ausgangsmaterial  während der Zurichtung     Sterilisations-    und       Härtungsprozessen,    z. B.     mitFormalin-,    Chrom  säure-, Jodlösungen oder andern Stoffen. Ferner  bewahrt man auch während des Spinnens und  Webens die Keimarmut des Stoffes und macht  zum     Schluss    das fertige Gespinst oder Gewebe  durch anschliessende oder zu beliebiger Zeit an  gewandte     Schlusssterilisation    gebrauchsfähig.

    Zu diesem Zwecke entnimmt man zum Bei  spiel einem frisch geschlachteten gesunden    Pferde Muskelfleisch und zerschneidet es     mit-          telst    Maschinen. Etwa<B>150 kg</B> Fleischteile  legt man in etwa 200 Liter einer schwachen  Säurelösung unter<B>150 C</B> (z. B.     0,3prozentigen     Essigsäure), spült mit klarem Wasser nach  und wiederholt den Vorgang nach Bedarf. Die  ausgelaugten Fleischteile lassen sich in einer  einprozentigen wässerigen     Formalinlösung    ger  ben. Darauf werden sie getrocknet und auf  Maschinen geklopft und     zerzupft,    so     dass    das  Abfallmehl von den reinen Fasern sich trennt.

    Die gewonnenen Fasern werden in     Tetrachlor-          kohlenstoff,    Aceton oder dergleichen entfettet,  versponnen und verzwirnt. Die Verarbeitung  auf Textilmaschinen erfolgt, wie in der     Tex-          filindustrie    üblich,     auf    Reiss- und     Krempel-          wölfen;    in diesen erfolgt die mechanische  Vorbereitung für die Weiterverarbeitung auf  geeigneten Spinnmaschinen. Die fertigen Ge  spinste werden dann nochmals einem     geeig-          neteD        Sterilisationsprozess    unterworfen, der  sie völlig keimfrei macht.

   Die     Keimfreinia-          chung    kann durch chemische Stoffe, durch      Einwirkung von Hitze oder auf andere Weise,  sogar durch Kochen, erfolgen. Die Gespinste  oder Gewebestoffe können homogenisiert oder       unhomogenisiert    Verwendung finden. Auch  können gesponnene feine Fäden zu stärkeren  Fäden zusammengedreht oder -geflochten  werden.  



  Dieses bekannte Verfahren, in möglichst  vielen Phasen des Verfahrens sterilisierende  Mittel anzuwenden und erst dann ausserdem  noch die     Schlusssterilisation,    hat grosse Nach  teile. Zunächst bedingt die fortwährende An  wendung der Sterilisationsmittel in allen oder  in den wesentlichen Teilvorgängen des Verfah  rens viel Umstände und Kosten, die das Ver  fahren wesentlich verteuern. Sodann ist es  notwendig, für bestimmte Phasen des Ver  fahrens verhältnismässig scharfe Mittel anzu  wenden, wenn überhaupt die Sterilität tat  sächlich gewahrt bleiben soll. Auch die Ma  schinen und Apparate, vor allem die feinen  Nadeln der Karden, leiden erheblich durch  die Anwendung der sterilen Mittel, bekom  men     Irauhe    Oberflächen in den Lauf- und  Führungsteilen und beeinträchtigen das Ge  spinst.  



  Gemäss der Erfindung werden alle diese  Nachteile dadurch vermieden,     dass    die Auf  bereitung des Fleisches und das Verspinnen  und Verzwirnen der Fleischfasern ohne An  wendung von Sterilisationsmitteln erfolgt.  Vielmehr wird der     Fleischfaserfaden    oder  ein- Gewebe daraus erst nach Fertigstellung  sterilisiert, das heisst, es wird nur die     Schluss-          sterilisation    angewandt. Das in dieser Weise  hergestellte Garn oder Gewebe hat sich nun  ebenfalls als vollständig -steril herausgestellt.  Diese Erkenntnis war nicht etwa vorauszu  sehen.

   Es war nämlich bekannt,     dass    alle  bisher hergestellten resorbierbaren Fäden     zum     Beispiel aus     Hammeldarin    nach vollendeter  Fertigstellung     (Robkatgut)    sich nicht mehr  derart sterilisieren lassen,     dass    dadurch ein  einwandfrei keimfreies chirurgisches Nähma  terial entsteht. Vielmehr können diejenigen  Keime oder deren Sporen, die nach der Fer  tigstellung des     Katgutfadens    noch in diesem       enthaltensind,hinterhernichtmehreinwandfrei       abgetötet werden.

   Diese Unmöglichkeit hängt  damit zusammen,     dass    die Sterilisationsmittel  auf dem fertigen     Katgutfaden    nicht mehr ge  nügend einwirken können. Hierbei ist näm  lich zu berücksichtigen,     dass    die fertigen     Kat-          gutfäden    eine verleimte hornartige Masse dar  stellen, die von Sterilisationslösungen nicht  einwandfrei durchdrungen werden kann.

   Über  raschenderweise hat ganz im Gegenteil dazu  der nach jahrelangen Versuchen     -ebliesslich     praktisch hergestellte     Fleischfaserfaden    sieh  als ein Erzeugnis     ei-wiesen,    in welchem die  Fleischfasern     unverleimt        ei-halten    bleiben und       unverleimt        aneinanderliegend    dem Faden eine  durch und durch poröse Struktur ergeben.  Dadurch,     dass    sie aus' ganz kleinen Fasern  aufgebaut sind, sind die     Fleischfaserfäden     den Fäden aus textilem Fasergut z. B. Wolle,  Baumwolle, Hanf, Flachs     usw.    ähnlich.

   Wird  aber ein solcher unerwartet poröser     Fleisch-          faserfaden    aus einem ursprünglich     (iin    leben  den gesunden Tiere) keimfreien     Ausgangs-          inaterial    ohne Anwendung von Sterilisations  mitteln hergestellt, so können nur Bakterien  in verhältnismässig geringer Anzahl mit der  Hand oder durch die Maschinen angetragen  -werden, die sich hinterher verhältnismässig  leicht abtöten lassen.

   Sporen oder     sporentra-          gende    Bakterien kommen, wie gefunden wurde,  nur ausnahmsweise von aussen her auf das  Material, so     dass    praktisch festgestellt wurde,       dass    die Sterilisation keine besonderen Schwie  rigkeiten bietet.  



  Die Sterilisation kann stattfinden, indem  der poröse     Fleischfaserfaden    in Alkohol ge  kocht wird. Dem Alkohol können dabei ste  rilisierende Mittel wie Formalin,     Subliniat     oder dergleichen zugesetzt werden. Jedoch  kann der fertige     Fleischfaserfaden    auch ohne  Kochen einwandfrei sterilisiert werden, indem  man ihn in     Sterilisationsflüsgigkeiten    einlegt.  Zudem geht die Sterilisation des     Fleischfaser-          fadens    viel schneller vonstatten als bei     Kat-          gut,    weil der     Fleischfaserfaden    durch und  durch porös und frei von Sporen ist.

   Deshalb  ist es möglich, einen     Fleischfaserfaden    inner  halb vierundzwanzig Stunden völlig steril zu  machen, wogegen     Katgut    mindestens drei      Tage zum Beispiel in Jodlösung liegen     muss,     aber auch nicht länger darin liegen darf, weil  es durch das Jod angegriffen und in seiner  Zugfestigkeit beeinträchtigt wird. Dagegen  ist der     Fleischfaserfaden    gegenüber dem Jod       usw.    wesentlich     widerstandsfkliiger,    sogar  konzentrierteren Lösungen gegenüber.

   Auch die  bakteriologische Prüfung vollzieht sich bei  dein     Fleischfaserfaden    viel schneller als beim       Katgut.    Bei     Katgut    datiert es acht bis zehn  Tage, bis     nian    ein Prüfungsergebnis hat;  dagegen datiert es beim     Fleischfaserfaden     höchstens drei Tage. Das kann dadurch er  klärt werden,     dass    die     Nährflüssigkeit    (Bouillon),  die an die Bakterien     herangelangen        muss,    den  fertig gesponnenen Faden vollständig durch  dringt, und die feinsten Fäserchen erreicht.

      In das hornartige Material des     Katgut    dringt  die Flüssigkeit viel schwerer hinein.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von resorbier- barem Nähmaterial aus Muskelfleisch für chirurgische Zwecke, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufbereitung des Fleisches und das Verspinnen und Verzwirnen der Fleischfasern ohneAnwendurig von Sterilisationsmitteln er folgt und das unter Ausserachtlassung steriler Bedingungen hergestellte Nähmaterial aus Muskelfleischfasern erst nach Fertigstellung sterilisiert wird.
CH165648D 1931-08-05 1932-08-05 Verfahren zur Herstellung von resorbierbarem Nähmaterial für chirurgische Zwecke. CH165648A (de)

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