Kupplungshilfsvorrichtung für Kraftfahrzeuge. Die Erfindung (Erfinder: H. Jander, Berlin) bezieht sich auf eine Kupplungs hilfsvorrichtung für Kraftfahrzeuge, beider in bekannter Weise .der im Brennstoffsaug rohr des Motors herrschende Unterdruck zur Aufhebung des Kupplungsschlusses heran gezogen wird.
Beiden bekannten, in dieser Weise arbei tenden Kupplungshilfsvorrichtungen ist der Antriebszylinder der Kupplungshilfsvorrich tung durch ein Verbindungsrohr an das Brennstoffsaugrohr des Motors angeschlossen und in diese Verbindung ist ein Steuerventil eingeschaltet, das je nach den obwaltenden Verhältnissen die Verbindung des Antriebs- zylinders mit dem Brennstoffsaugrohr (Auf hebung des Kupplungsschlusses) oder mit der Atmosphäre (Herbeiführung des Kupp lungsschlusses) herstellt.
wobei nur die die sem Ventil zugewendete Kammer des An triebszylinders als Arbeitskammer wirkt, während die andere Zylinderkammer mit der Atmosphäre verbunden ist und diese Verbin- dung bei der der Herbeiführung des Kupp lungsschlusses dienenden Kolbenbewegung einer Beeinflussung in :der Weise unterliegt, dass vor dem Kolben ein dessen Bewegung dämpfendes Luftkissen entsteht, dessen mehr oder weniger rasche Auflösung ein schnelles oder weniger schnelles Eingreifen der Kupp lung bedingt.
Die Dämpfung des Einkuppelvorganges unterliegt bei diesen bekannten Kupplungs hilfsvorrichtungen manchen nicht kontrol lierbaren Einflüssen und fällt daher nicht immer so aus, wie dies mit Rücksicht auf die jeweiligen Betriebsverhältnisse erwünscht ist.
So spielt bei solchen Vorrichtungen bei spielsweise der Grad der Abnutzung der Teile der Kupplung eine wesentliche Rolle, insofern, als sich dadurch der Zeitpunkt,des Einkuppelns verschiebt.
Auch Temperaturunterschiede sind nicht ohne Einfluss auf den Verlauf des Einkup- pelns, insofern,- als beim kalten. eben anlau- fenden Motor das Zustandekommen des Kupplungsschlusses sich der Drehzahl des Motors nicht genau anpasst, was. dagegen beim warmen, eingelaufenen Motor der Fall ist.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kupplungshilfsvorrichtung für Kraftfahr zeuge, deren Antriebszylinder durch den im Brennstoffsaugrohr des Motors erzeugten Unterdruck im Sinne ,des Aufhebens ,des Kupplungsschlusses beeinflusst wird, und be zweckt die Kupplungshilfsvorrichtung so umzugestalten, dass, die Dämpfung beim Einkuppeln sich unabhängig von jenen Ein flüssen lediglich in Abhängigkeit von der Stärke des im Brennstoffsaugrohr herrschen den Unterdruckes zu vollziehen vermag.
Gemässe der Erfindung wird die für die Dämpfung beim Einkuppeln massgebliche Zylinderkammer durch ein Regelorgan be einflusst, das unter dem Einfluss des im Brennstoffsaugrohr herrschenden Unter druckes steht, zu dem Zweck, die Dämpfung beim Einkuppeln lediglich vom Unterdruck abhängig zu machen.
Zu diesem Zweck steht vorzugsweise der Antriebszylinder für die Kupplungshilfsvor richtung mit der einen seiner beiden durch den Arbeitskolben getrennten Kammern in ständig offener Verbindung mit dem Brenn stoffsaugrohr des Motors, wobei der im Brennstoffsaugrohr herrschende Unterdruck über diese Verbindung sich im Sinne des Aufhebens des Kupplungsschlusses auf den Arbeitskolben auswirken kann.
Die andere Kammer kann ebenfalls mit dem Brennstoff saugrohr verbunden sein, jedoch ist dann zweckmässig in diese Verbindung eine an sich bekannte Steuervorrichtung eingeschal tet, die diese Zylinderkammer je nach der Sachlage mit dem Brennstoffsaugrohr (Her beiführung des Kupplungsschlusses) oder mit der Atmosphäre (Aufhebung des Kupp lungsschlusses) in Verbindung setzt.
Zur Herbeiführung eines die Dämpfung regelnden. Druckunterschiedes kann in der genannten Verbindung noch ein durch eine einstellbare Feder belastetes, in Richtung auf das Brennstoffsaugrohr hin sich öffnendes Rückschlagventil angeordnet sein.
Ein Ausführungsbeispiel der Kupplungs hilfsvorrichtung nach der Erfindung ist auf der Zeichnung schematisch veranschaulicht.
Im Arbeitszylinder 1 der Kupplungs- hilfsvorriehtung ist ein Kolben 2 angeord net, welcher mittelst .der Kolbenstange 3 und des Seil- oder Kettenzuges 4 mit dem Kupp lungsfusshebel 5 in Verbindung steht, !der durch die Zugfeder 6 in der dem Kupplungs schluss entsprechenden Lage gehalten wird. Der Arbeitszylinder 1 ist einerseits mittelst der Rohrleitungen 7 und 8 an das Ansaug rohr 9 des nicht dargestellten Motors ange schlossen. Anderseits zweigt von der Lei tung 8 eine Leitung 10 ab, welche anderseits mit der zweiten Kammer des Zylinders 1 verbunden ist.
Zwischen den Rohrleitungen 8 und 10 ist ein Ventil 11 eingefügt, welches durch die Feder 12 in geschlossenem Zu stande gehalten wird. Die Spannung der Feder 12. ist durch die doppelte Überwurf- mutter 1:3 einstellbar. Zwischen dem Ventil 11 und dem Arbeitszylinder 1 ist ein Elek troventil 14 eingeschaltet, welches wechsel weise die Rohrleitung 10 und damit die be treffende Kammer des Zylinders 1 mit der Rohrleitung 8 oder über die Öffnung 15 mit .der Atmosphäre verbindet.
Das Elektroven til 14 ist einerseits über die Leitung 16 mit der Batterie 17 und anderseits über Leitung 18 mit einem .Schalter 19 verbunden, der mittelst des, Gestänges 20 des zur Bedienung ,der Drosselklappe 22 vorgesehenen Gasfuss hebels, 21 derart betätigt wird, dass bei frei gelassenem Gasfusshebel der Stromkreis der Batterie 17 auf Masse geschlossen ist. Dass Gasgestänge 20 hat einen toten Gang 23.
Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folgende: Bei freigelassenem Gasfusshebel 21 ist ein Stromkreis von der Batterie 17 über Leitung 16, Elektroventil 14, Leitung 18, Schalter 19 zur Masse geschlossen. Die Wicklung des Elektromagnetes 14 ist infolgedessen erregt und das, Elektroventil schliesst die Verbin- dung zwischen den Leitungen 8 und 10 und verbindet letztere mit der Frischluftöffnung 15.
Der Unterdruck, der bei laufendem Mo tor im Brennstoffsaugrohr 9 herrscht, wirkt sich über die Leitungen 8 und i auf den Kol ben 2 aus, der in Richtung auf die Mündung des Rohres 7 verschöben wird und mittelst der Kolbenstange 3, des Seilzuges 4-, des Kupplungshebels 5 gegen die Wirkung der Feder 6 den Kupplungsschluss löst.
Nach Einschalten des zum Anfahren be stimmten Ganges wird durch Wiedergas geben der Motor beschleunigt, wobei der Schalter 19 die Unterbrechung :des über das Elektroventil 14 geführten Stromkreises her beiführt. Das Elektroventil 14 wird strom los und steuert unter Wirkung einer Feder um. Die Öffnung 15 wird geschlossen, die Verbindung der Leitungen 8 und 10 wird hergestellt.
Der in der Kammer 24 herr schende Atmosphärendruck öffnet das Ven til 11 gegen die Spannung der Feder 12, wo bei in den Kammern 24 und 25 ein der Span nung der Feder 12 entsprechender Druck unterschied herrscht, und zwar ist der Druck in der Kammer 24 um das Mass der Span nung der Feder 12 grösser als in. der Kammer 25. Da. die Drehzahl des Motors zum An fahren verhältnismässig niedrig gehalten sein soll, so wird die Drosselklappe 22 langsam geöffnet. Die Stärke des Unterdruckes im Ansaugrohr 9 und in den Leitungen 7 und 8 erleidet also keine wesentliche Veränderung.
Unter der Wirkung der Kupplungsfeder 6 wird der Kolben 2 zurück bewegt, bis durch Anliegen der Kupplungsglieder oder Kupplungsscheiben eine bestimmte Ent lastung der Feder 6 eintritt. Bei einem be stimmten Druckunterschied in den Rohr leitungen 8 und 10 bezw. den Kammern 24 und 25 schliesst das Ventil 11 unter Wirkung der Feder 12# die Verbindung der ' Leitungen 8 und 10 wieder ab, die Kupplung ist in diesem Zustande leichtschleifend in Eingriff gebracht. Beim weiteren Gasgeben, das heisst beim weiteren Öffnen der Drosselklappe 22 wird der Unterdruck in der Ansaugleitung 9 geringer, da die Steigerung,der Drehzahl des Motors zeitlich hinter dein Öffnen der Dros- selklappe 22 zurückbleibt.
Der geringere Un terdruck wirkt sich auf die Kammer 24 des Zylinders 1 aus; die den Kolben 2 in Rich tung auf das Rohr 7 beeinflussende Kraft wird also geringer als die in der Kammer 25 wirkende Saugkraft, so dass unter Wirkung der letzteren, und der Kupplungsfeder 6 jetzt ein vollständiges Fassen der Kupplung er folgt. Da, der Druck in der Kammer 25 bei der geschilderten Sachlage grösser ist als der Druck in,der Kammer 24, so findet über die entsprechend angeordnete Dichtungsman schette des Kolbens 21 ein Druckausgleich zwischen den Kammern 24 und 25 statt, so dass das vollständige Fassen der Kupplung nicht ruckweise, sondern allmählich erfolgt.
Beim Freilassen des Gasfusshebels wird ,der Stromkreis über Schalter 19 und Leitung 18 auf Masse geschlossen, was ein Umsteuern des Ventils 14 zur Folge hat. Ventil 14 schliesst die Verbindung der Rohrleitungen Q und 10 ab und öffnet die Verbindung der Öffnung 1.5 zur Atmosphäre, wodurch der Kupplungsschluss wieder aufgehoben wird.