Verfahren zur Herstellung einer kohlenstoffarmen Chromlegierung. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer kohlenstoffarmen Chrom legierung im elektrischen Ofen durch Reak tion zwischen einem chromoxydhaltigen Schlackenbade und einer Chromlegierung mit höherem Kohlenstoffgehalt als die zu erzeu gende Legierung.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeich net, dass das Schlackenbad während der Reaktion auf eine Temperatur von minde stens<B>1700'</B> C erhitzt gehalten wird und dass mindestens ein Teil der abzukohlenden koh lenstoffhaltigen Chromlegierung dem Schlak- kenbade in feinverteilter Form derart all mählich zugeführt wird, dass das bei der Reaktion entstehende Kohlenoxyd eine ver hältnismässig gleichmässige Durchrührung des Schlackenbades, bewirkt.
Bei der Herstellung von Chromlegierun gen durch Raffination einer kohlens.toff- reichen Chromlegierung mittelst eines chrom- o$ydreichen Schlackenbades lagen bisher grosse Schwierigkeiten dadurch vor, dass der Raffinationsverlauf eine Tendenz hat, stoss weise zu erfolgen, wobei die Gasentwicklung oft .derart stark wird, dass sowohl Schlacke, als auch Metall aus dein Ofen oder gegen dessen Wände geschleudert werden und dann erstarren.
Man ist für gewöhnlich derart ver fahren, dass die kohlenstoffreiche Chrom legierung zunächst unter einer verhäItnis- mässig chromoxydarmen Schlacke nieder geschmolzen und dann durch Zufuhr reich licher Mengen Chromerz abgekohlt wurde. Da Chromerz ein verhältnismässig hohes spe zifisches Gewicht hat, sinken die Zusätze da von bis zur untern Schicht des Schlacken bades herunter und verursachen, dassr diese Schicht erstarrt.
Da das Schlackenbad von oben mittelst durch Elektroden zugeführter elektrischer Energie erhitzt wird, wird es,da her in seiner obern Schicht überhitzt und dann beginnt die untere Schlackenschicht all mählich wieder in geschmolzenen Zustand überzugehen. Sobald Verbindung zwischen der unten liegenden Chromlegierung und dem in geschmolzenem Zustand befindlichen Teil des Schlackenbades wieder entsteht, tritt eine Reaktion unter heftiger Gasentwicklung ein, wobei die Schlacke derart umgerührt wird, dass überhitzte Schlacke plötzlich mit dem Metall in Berührung gelangt. Die Reaktion nimmt :dann einen beinahe explosionsartigen Verlauf, wobei Metall und Schlacke umein ander geworfen werden.
Das Schla.ekenbad wird demzufolge stark abgekühlt und er starrt wieder in der untern Schicht. Ein ruhiger Abschnitt ohne Raffination tritt jetzt ein, bis der über dem Metall lagernde erstarrte Teil der Schlacke wieder schmilzt, wobei ein neuer explosionsartiger Raffina- tionsverlauf eintritt. Diese Übelstände wer den durch die Erfindung beseitigt, indem das ganze Schlackenbad eine verhältnismässig gleichförmige Temperatur erhält unter Ver meidung der Erscheinung, dass das Schlak- kenbad in gewissen Teilen erstarrt.
Das Verfahren eignet sich sowohl für die Herstellung kohlenstoffarmen Ferrochroms, als besonders. für die Herstellung kohlen stoffarmen, chromlegierten Eisens und Stahls. Beider Herstellung kohlenstoffarmen Ferrochroms wird mit Vorteil ein Ferro- chrom mit verhältnismässig hohem Kohlen stoffgehalt, beispielsweise 6 bis.<B>10%</B> C, als Ausgangsmaterial benutzt.
Das Ferrochrom wird vorteilhaft derart zerkleinert, dass wenigstens ein beträchtlicher Teil des herge stellten Pulvers, zum Beispiel die Hälfte oder mehr, eine Korngrösse unter 0,5 mm hat. Die Raffination wird zweckmässig in einem elek trischen Ofen ausgeführt, bei dem der Strom mittelst oberhalb des chromoxydhaltigen Schlackenbades heb- und senkbar angeordne ter Elektroden zugeführt. wird.
Es ist von Vorteil, wenn das für den Prozess benutzte Schlackenbad sowohl einen hohen Schmelz punkt, als. auch eine verhältnismässig grosse, in geschmolzenem Zustand befindliche Bad- oberfläche besitzt. Es hat sich als möglich erwiesen, die letztgenannte Forderung in zu friedenstellender Weise zu erfüllen, wenn man verhältnismässig niedrig belastete Elek- troden mit grossem Querschnitt benutzt. Der Elektrodenquerschnitt soll somit, auf unver brauchte Elektroden gerechnet, vorzugsweise nicht kleiner als 7,0 din\ sein.
Die KW-Be lastung pro dm'' soll dabei höchstens 10, KW betragen. Ein guter Ofengang ist bei Arbeit mit einem Dreiphasenofen mit Elektroden von je 1350 mm Durchmesser und einer Be lastung von 1000 KW pro Elektrode erhal ten worden. In der genannten Weise wird die Gefahr für lokale Überhitzungen -des Schlackenbades im wesentlichen beseitir;t. Das gepulverte Ferrochrom kann dem ge nannten Schlackenbade entweder kontinuier lich oder auch mit kurzen Zwischenräumen in kleinen Portionen zugeführt werden.
Die Grösse des Zusatzes pro Zeiteinheit bezw. .die Grösse ,der Portionen wird derart bemessen, .dass die Kohlenoxydentwicklung bei der ein tretenden Reaktion zwischen Chromoxyd ii: der Schlacke und dem Kohlenstoff des Ferro- ohroms dem Schlackenbade ein kräftiges aber jedoch verhältnismässig gleichförmiges Um rühren erteilt, was den Vorteil herbeiführt, dass die Temperatur der Schlacke durch gehend praktisch gleichförmig wird.
Hier durch werden stossweise eintretende explo sionsartige Reaktionsverläufe vermieden und der Vorteil erreicht, dass die Schlacke eine kräftig raffinierende Einwirkung nicht nur auf in ihr schwebende Metallteilchen sondern auch auf das unterhalb der Schlacke befind liche Metallbad ausübt. Für gewöhnlich wird die ganze Ferrochrommenge in gepul- vertem Zustand beschickt.
Weil das Schlak- kenbad in kräftiger Bewegung gehalten wird, ist es jedoch möglich, ohne Gefahr für grössere .Störungen einen Teil des' Ferro- chro@ms in Stückform zu beschicken. Solche stückförmige Zusätze werden vorteilhaft in kleinen Portionen gleichzeitig mit der Zu gabe der Portionen von pulverförmigem Ferrochrom gemacht. Nachdem der Zusatz ,des Ferrochroms abgeschlossen worden ist.
wird das Bad einer weiteren Erhitzung un terworfen, zweckmässig bis die Bewegung der Schlacke nachlä,sst oder wesentlich vermin dert wird, worauf das Metall abgezapft wird. Die Schlacke wird im wesentlichen in dem Ofen zurückgelassen, um als R.affinations- schlacke für eine neue Menge des Ferro- chroms zu dienen.
Da durch die Reaktion des Kohlenstoffes des kohlenstoffreichen 1, erroehroms mit dem Chromoxyd der Schlacke eine Tendenz zur des Chrornoxydgehaltes der Schlacke vorliegt. wodurch die Schlacke eine für den Raffina- tionsverlauf weniger geeignete Zusammen- setzunb erhält. hat es sich als. erforderlich erwiesen, diese, Tendenz zu kompensieren.
Dies kann durch Zufuhr von ehromoxyd- reichem Material, beispielsweise Chromerz. Chromoxyd oder ehromoxy dhaltigem Mate rial, das durch Oxydation von Ferrochrom erhalten worden ist, bewirkt werden. Zweck mässig werden chromoxydhaltige Zusätze be nutzt, die eine verhältnismässig geringe Menge schlackenbildende Oxyde enthalten, indem es dann leichter ist, .die gewünschte Zusammen setzung des Schlackenbades zu erhalten. Eine Regulierung des Chromoxydgehaltes der Schlacke kann auch durch Oxydation eines Teils des im Ofen befindlichen Ferrochroms geschehen.
Dies kann beispielsweise dadurch erreicht \verden, dass Luft oder Sauerstoff in das Metallbad eingeblasen wird, oder auch dadurch, dass man für eine derart reichliche Luftzufuhr zu der Oberfläche des Schlacken- hades Sorge trägt, dass ein Teil der im Schlackenbade schwebenden Metallteilchen oxydiert wird. Zweckmässig werden Roh materialien mit derart niedrigem Schwefel gehalt verwendet, dass abgesehen von einer eventuellen schwefelreinigenden Wirkung der Schlacke. ein Schwefelgehalt unter (),025% in der fertigen Legierung erhalten werden kann.
In der Regel wird jedoch der Schlacke ein wenig Kalk zugesetzt, um die Erreichung eines, niedrigen Schwefelgehaltes in dem fertigen Produkte zu erleichtern. Wenn der Chromoxydgehalt der Schlacke höher als erwünscht steigen -würde, kann eine Regulierung durch Zufuhr von kohlenstoff haltigem Reduktionsmittel, wie zum Beispiel Koks, Antrazit oder Holzkohle, bewirkt wer den. Wird die Schlackenmenge im Ofen über die wünschenswerte Menge vermehrt, wird der Überschuss abgezapft.
Wie schon erwähnt, kann gemäss dem Verfahren mit Vorteil chromlegiertes Eisen und Stahl, beispielsweise die sogenannten rostfreien und feuerfesten Qualitäten, deren Chromgehalt zwischen etwa 11 und '30 liegt, hergestellt werden. Auch in diesem Falle wird am vorteilhaftesten als chrom- haItiges Ausgangsmaterial ein Ferrochroin mit hohem Kohlenstoffgehalt, beispielsweise mit & bis<B>10%</B> C, und einem Chromgehalt über<B>60%</B> benutzt, obgleich natürlich auch Qualitäten mit niedrigeren Gehalten von Kohlenstoff und Chrom benutzt werden kön nen.
Das Ferrochrom, oder mindestens ein wesentlicher Teil davon, kann in ' gepulver tem Zustand und in gleicher Weise wie bei dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel zur Herstellung kohlenstoffarmen Ferro- chroms, einem chromoxydreichen Schlacken bade zugeführt werden. Das für den Prozess erforderliche Eisen wird am zweckmässigsten in metallischer Form, beispielsweise in Form von Schmiedeeisenschrot, Roheisen oder Eisenschwamm zugesetzt.
Wenn die Zusätze aus verhältnismässig kohlenstoffaxmem Eisen bestehen, kann letzteres gegebenenfalls vor oder nach der Periode, da Zusätze von pulver förmiger kohlenstoffreicher Chromlegierung gemacht werden, zugesetzt werden, wobei es auch als verhältnismässig grosse Stücke be nutzt werden kann. Es hat sich indessen herausgestellt, dass es zweckmässig ist, wenig stens den Hauptteil solchen kohlenstoffarmen Eisens bezw. Eisenlegierung in Portionen während der Periode zuzusetzen, da, kohlen stoffreiche Chromlegierung in Form von Pulver, Granalien, Spänen oder dergleichen zugeführt wird.
Wird Eisen in Form von Roheisen oder Schmiedeeisen oder Stahl mit höherem Gehalt an Kohlenstoff zugesetzt als was in der fertigen Legierung eingehen soll, wird solches Eisen am zweckmässigsten, wenn es aus Roheisen besteht, als Granalien oder Pulver, beispielsweise zermalmte Granalien, und wenn es aus Schmiedeeisen oder Stahl besteht, als.
Späne zugeführt. Solche Zu- sätze von kohlenstoffhaltigem Eisen in Form von Granalien, Pulver oder Spänen können gleichzeitig mit der gepulverten, kohlenstoff- reichen Chromlegierung zur Bewirkung des Temperaturausgleiches in der Schlacke be nutzt werden.
Wenn sowohl gepulvertes Ferrochrom als Eisen für den Temperatur ausgleich benutzt werden, können diese Stoffe entweder miteinander gemischt bezw. während derselben Perioden zugesetzt wer den oder auch können die Zusätze von Ferro- chrom'abwechselnd mit .den Zusätzen des fein verteilten Eisens gemacht werden. Wenn Chromnickeleisenlegierungen, beispielsweise die feuerfesten oder rostfreien Qualitäten, ge mäss der Erfindung hergestellt werden sollen, kann metallisches Nickel mit Vorteil im An fang des Schmelzverlaufes zugeführt werden.
Um Sicherheit dafür zu haben, dass der Chromgehalt nicht zu niedrig wird, kann man die Beschickung bei der Herstellung von chromlegiertem Eisen oder Stahl derart be messen, dass man anfänglich einen etwas zu hohen Gehalt an Chrom erhält. Nach beende ter Raffination oder bei der abschliessenden Raffination kann in solchem Falle eine für die Oxydation des Chromüberschusses erfor derliche Menge Eisenerz oder anders an Eisenoxyd reiches Material zugesetzt wer den.
Es hat sich erwiesen, dass eine solche Methode zur Bewirkung einer schliesslichen Regulierung des Chromgehaltes schneller und zuverlässiger zum gewünschten Resultat führt als wenn die Regulierung ,durch Zusatz von metallischem Eisen erfolgt.
Eine Erhö hung des Chromgehaltes, falls dies. erforder lich sein würde, kann durch Zufuhr einer wei teren Menge Ferrochrom oder durch Aus reduzieren eines Teils des Chromoxydgehal- tes der Schlacke geschehen, beispielsweise durch Zugabe von Aluminium, Ferrosilicium, Siliciumchrom oder andern Legierungen, welche Silicium oder Aluminium enthalten, oder auch durch Zugabe von kohlenstoffhal tigem Reduktionsmittel. Auch bei der Her stellung von chromlegiertem Eisen und Stahl ist es zweckmässig, Rohmaterialien mit derart niedrigem Schwefelgehalt zu benutzen,
dass die Legierung, abgesehen von der sehwe- felreinigenden Wirkung der Schlacke, einen Schwefelgehalt unter<B>0,025</B> % erhält, so dass man die Schlacke in einer Weise zusammen setzen kann, die sich am besten für den Raf- finationsverlauf eignet, das heisst ohne dass man in grösserem Masse berücksichtigen muss. dass sie schwefelreinigend sein soll.
In Über einstimmung mit dem, was oben betreffend die Herstellung von kohlenstoffarmem Ferro- chrom erwähnt ist, liegt auch bei der Her stellung von chromlegiertem Eisen und Stahl eine Tendenz zur Verminderung des Chrom oxydgehaltes in .der Schlacke durch die Ein wirkung des Kohlenstoffgehaltes des zuge führten Ferrochroms bezw. des etwa zuge führten kohlenstoffhaltigen Eisens vor.
Auch hier ist es zweckmässig, dieser Tendenz da durch entgegen zu wirken, dass man für eine reichliche Luftzufuhr zu der ausserhalb der Elektroden gelegenen, in geschmolzenem Zu stand befindlichen Badoberfläche sorgt, wo durch ein Teil der in der Schlacke schweben den Metallteilchen durch die Luft oxydiert wird. Eine Erhöhung des Chromoxyd.gehal- tes des Schlackenbades kann indessen auch <B>g</B> 'iiizliell oder teilweise in anderer Weise ge schehen, beispielsweise durch Zufuhr von Eisenerz,
Chromerz oder anderem ehrom- oxydreichen Material.
Dadurch, dass man bei der Ausführung des Verfahrens den Gehalt der Schlacke an Kieselsäure niedrig im Verhältnis zu dem . Chromoxydgehalt hält, kann man chrom legiertes Eisen mit einem Chromgehalt, zuni Beispiel zwischen 10 und 24% mit einem Kohlenstoffgehalt unter 0,1 % und mit einem Siliciumgehalt zwischen<B>0,1%</B> und Spuren herstellen. Es ist zweckmässig, in solcher Weise den Siliciumgehalt der Legierung un ter 0,15/o zu halten, weil man dadurch ein chromlegiertes Eisen mit sehr guten Eigen schaften sowohl in bezug auf die Dehnbar keit als die Bearbeitbarkeit erhalten kann.
Die Zusammensetzung und Temperatur der Schlacke sind von sehr grosser Bedeutung für den Prozess, und die Schlacke soll zweck mässig während des ganzen Schmelzverlaufes leichtflüssig gehalten werden. Damit Ab- kohlung durch Reaktion zwischen :dem Chromoxyd, der Schlacke und dem Kohlen stoff in der Chromlegierung einigermassen schnell stattfinden kann, ist es erforderlich, class die Schlacke auf hohe Temperatur er hitzt wird. Je höher :die Temperatur der Schlaeke ist, um so schneller und vollstän diger verläuft die Reaktion.
Innerhalb ge wisser Grenzen führt daher eine Steigerung der Temperatur einen verminderten Verbrauch von elektrischer Energie pro Gewichtseinheit hergestellten Produktes mit sich. Bei allzu hohen Temperaturen treten indessen störende Vergasungserscheinungen ein. Es hat. sich erwiesen, dass die Temperatur des Schlacken bades während der Raffination <B>1700</B> C nicht: unterschreiten soll, und es wird vor zugsweise auf eine Temperatur zwischen 1800 und 2100 C erhitzt. Ein anderer Faktor, der eine grosse Be deutung hat, ist -der Gehalt der Schlacke all (-'.hromoxy d.
Der Chromoxydgehalt soll in der Regel grösser als 1,5% sein und wird zweckmässig innerhalb der Grenzen 2:5 und 60zorö gehalten. Ausserdem hat es sich als wichtig herausgestellt, die Zusammensetzung der Schlacke im übrigen derart zu bemessen, dass ihr Chromoxydanteil nicht durch die An wesenheit hoher Gehalte von stark basischen Oxyden an diese so stark gebunden wird, dass er weniger reaktionsfähig wird.
In f4la@e- külen gerechnet soll daher der gesamte Ge halt von Oxyden aus Calcium und Magne sium in der Schlacke vorzugsweise höchstens 1,5 mal des gesamten Gehaltes .der Schlacke von Oxyden aus Chrom, Aluminium und Silicium betragen und der Gehalt der erst genannten Oxyde wird zweckmässig derart bemessen, class er kleiner ist als der Gehalt der letztgenannten Oxyde. Mit Rücksicht auf die Erwünschtheit. einen niedrigen Gehalt an Silicium in der Legierung zu erreichen.
wird der Gehalt der Schlacke an Kieselsäure für gewöhnlich niedrig oder unter 20 % und vorzugsweise innerhalb der Grenzen 5 bis 15 % gehalten. Bei hohem Gehalt von Chrom oxyd. beispielsweise über 30,%, kann man unter Umständen mit Vorteil Schlacken mit höherem Kieselsäuregehalt als die jetzt er wähnten benutzen.
Um die Raffination zu erleichtern, ist es zweckmässig, den Partialdruck des Kohlen oxyds unmittelbar über wenigstens einem Teil der in geschmolzenem Zustand befind lichen Oberfläche des Schlackenbades zu er niedrigen. Dies kann am einfachsten dadurch bewirkt werden, dass das Kohlenoxyd unmit telbar über einem Teil der Schlackenbad aberfläche, zum Beispiel mittelst Luft ver brannt wird. Der elektrische Ofen wird zweckmässig derart angeordnet, dass die hier zu erforderliche Luft durch natürlichen Zug zugeführt. wird.
Die Zusammensetzung der Schlacke kann :durch hierzu passende Zusätze geregelt werden, die die Oxyde enthalten, in bezug auf welche :die Schlacke angereichert werden soll, wie zum Beispiel Chromerz oder anderes chromoxydreiches Material, Kalk, Quarz, Schamotte, Bauxit, Alundum usw.
Eine Regelung der Zusammensetzung der Schlacke kann indessen auch durch Oxyda tion, wie oben angegeben wurde, von Chrom a a usdem Metallbad bezw. von in der Schlacke schiwebenden chromhaltigen 22etallteilchen oder durch Ausreduzieren von Chromoxyd durch besonders zugeführte Reduktionskohle geschehen.
Bei Metallzapfung soll in der Regel die Schlacke gänzlich oder zu einem wesentlichen Teil in .dem Ofen zurückgelassen werden und als R.affinationsschlacke für eine neue Be schickung dienen. In .dem Masse wie :das Vo lumen des Schlackenbades über das er wünschte Mass vermehrt wird, wird der Überschuss zweckmässig :durch eine besondere Schlaekenabzapfung abgestochen. Wenn schwefelarme Rohmaterialien benutzt wer den, kann. man mit demselben Schlackenbade eine längere Zeit ohne Regenerierung arbei ten.
Die erforderliche Regenerierung erfolgt zweckmässig derart, 4ass man für eine lang same Vermehrung des Schlackenbades sorgt, und :dass der Überschuss von Zeit zu Zeit ab gezapft wird. Bei :der Herstellung eines kohlenstoffarmen Ferrochroms wird für ge- wohnlich Chromerz zwecks Anreicherung des Chromoxydgehaltes der Schlacke zugesetzt. Da. das Chromerz recht beträchtliche Gehalte von Magnesium- und Aluminiumoxyden ent hält, findet hierdurch eine allmähliche Ver mehrung des Schlackenbades statt.
Bei der Herstellung von chromlegiertem Eisen und Stahl kann eine Korrigierung des Chrom gehaltes der Schlacke vorzugsweise durch Zusätze von hochprozentigem Eisenerz ge schehen, weshalb in diesem Falle keine nen nenswerte Vermehrung des Volumens des Schlackenbades einzutreten braucht, wenn dies nicht aus besonderen Gründen, zum Bei spiel infolge eines Wunsches, den Schwefel gehalt herabzusetzen, erwünscht ist.
Besondere Legierungsbestandteile, wie Nickel, können vorkommenden Falles in ge schmolzenem oder ungeschmolzenem. Zu stand entweder in den Raffinationsofen selbst oder gänzlich oder teilweise erst in einer Gusspfanne, einem Mischer oder in einem besonderen Ofen, worin die Legierung zwecks Regelung ihrer Zusammensetzung nachbehandelt wird, zugesetzt werden.
Wenn es sich um die Herstellung einer Legierung mit verhältnismässig hohem Nickelgehalt handelt und das Nickel teils als Schrot aus nickellegiertem Eisen, teils als Nickelmetall oder andere hochwertige Nickellegierung zu gesetzt wird, wird zweckmässig derart ver fahren, dass. .das nickelhaltige Schrot dem Raffinationsofen zugeführt wird, während die Zusätze von Nickelmetall erst in der Guss- pfanne bezw. dem Mischer oder dem Regu lierofen gemacht werden.
Der Zweck einer solchen Aufteilung des nickelhaltigen Zu satzmittels ist in erster Linie, eine Umstel lung der Fabrikation zu nickelarmer oder nickelfreier Qualität im Bedarfsfalle zu er leichtern; weil der Raffinationsofen nicht vollständig leer an Metall gezapft werden darf, würde nämlich ein schneller Übergang zu Ni-armer Qualität bei hohem Nickelgehalt des im Raffinationsofen befindlichen Metal lee erschwert werden.
Wenn das nickelhal- tige Schrot einen verhältnismässig hohen Kohlenstoffgehalt hat, wird es vorteilhaft in ungeschmolzenem Zustand und in kleinen Portionen während einer längeren Zeit periode- zugesetzt. Dagegen kann man koh- lenstoffarmes Schrot, wie auch sonst in der Beschickung eingehendes kohlenstoffarmes Eisen entweder in geschmolzenem oder in ungeschmolzenem Zustand zuführen.
Bei Zapfung aus dem Raffinationsofen hat das legierte Eisen oder Stahl eine derart hohe Temperatur, dass es in :der Regel möglich ist, in einer Gusspfanne beträchtliche Mengen Zusatzmittel, beispielsweise Nickelmetall aufzulösen, ohne dass diese Zusätze im voraus geschmolzen werden müssen.
Wenn kleinere oder grössere Mengen von Mangan zuzusetzen sind, sollen die mangan- haltigen Zusatzmittel erst nach der Zapfung aus dem Raffinationsofen zugeführt werden, weil das Mangan in grossem Umfange bei der in dem Ofen obwaltenden Temperatur vergasen würde. Kleinere Zusätze von Silicium wer den gleichfalls zweckmässig erst nach der Zapfung, zum Beispiel in der Giesspfanne, zugeführt.
<I>Beispiel:</I> Einem Raffinationsschlackenbad, enthal tend 40 % Cr._03 und 14 % Si02, wurde elek trische Energie mittelst drei darüber heb- und senkbar angeordneter Elektroden, je mit <B>1350</B> mm Durchmesser und je mit 900 KW belastet, zugeführt. Diesem Schlackenbade wurde ein Gemisch von 2500 kg Eisenspäne und 1200 kg gepulvertes Ferrochrom, enthal tend 60% Cr und 7 % C,
in kleineren Zu sätzen während 21/i Stunden zugeführt. Während noch '20 Minuten wurden in Por tionen 500 kg stückförmigen Eisenschwam mes zugesetzt.. Dann wurde die Erhitzung; noch während 20 Minuten fortgesetzt. Eine dem Ofen entnommene Metallprobe zeigte dann einen Gehalt in dem chromlegierten Eisen von 15,4% Cr und weniger als 0,l' von je Si und C.