Verfahren zum Betrieb von elektrischen Krafterzeugungsanlagen mit mehreren örtlich getrennten Kraftwerken. Es ist bereits ein Verfahren zum Betrieb elektrischer Krafterzeugungsanlagen mit mehreren örtlich getrennten Kraftwerken be kannt, bei denen die Nebenkraftwerke ohne jede Bedienung sind und samt ihren Primär maschinen und den mit ihnen gekuppelten Synchrongeneratoren mittelst Ferlischalter oder in Abhängigkeit von der Netzbelastung selbsttätig in Betrieb gesetzt werden.
Dabei wird nach der Inbetriebsetzung der Primär maschine der Regler derselben selbsttätig so beeinflusst-, dass er bis zum ParalleIschalten die Drehzahl der Primärmasehine zum wie derholten langsamen Pendeln, durchden Syn- ehronpunkt veranlasst. wobei die Syn-ehron- maschine mittelst einer besonderen, in dem Nebenkraftwerk vorgesehenen Parallelso,halt- vorrichtun-, selbsttätig an das Netz geschal tet wird.
Die Erzeugungder Derhzahlpende- hingen kann entweder durch Kontakte am Turbine-reuler oder #dureli ein grobempfind- liebes Spannungsrelais erfolgen, welches an ZD die Spannung einer Tachometerdynamo, ange schlossen ist.
Bei einem andern bekannten Verfahren erfolgt die Parallelschaltung der Synchronmaschinen eines, nicht selbsttätig an ,das Netz angeschlossenen Nebenkraftwerkes mit Hilfe einer einzigen, im Hauptkraftwerk, vorgesehenen selbsttätigen Parallelselialtvor- richtung,durch welehedie bei dein eingangs ,erwähnten Verfahren in jedem Nebenkraft werk erforderlichen Para,11.elschaltvorriel'itiin- gen in Wegfall kommen.
Das vorliegende Verfahren zum Betrieb von elektrischen Kraftanlagen mit mehreren örtliell getrennten Kraftwerken ermöglicht es, die Vorteile dieser beiden Verfahren zu vereinigen. Das Verfahren bestellt darin, dass ,die Zuschaltung der vom Hauptkraftwerk aus über eine Fernleitung selbst%tig in Be trieb gesetzten Nebenkraftwerke an die Fern leitung des Hauptkraftwerkes selbsttätig er folgt, worauf die Parallels-chaltung Jer Nebenkraftwerke mit dem Hauptkraftwerli:
n ae, 'h selb sttätiger Erzeugung M von Drehzahl- pendelungen der Primärmasehinen der Nebenkrafiwerke durch eine einzige im 11.auptkraftwerk vorgesehene Parallelschalt- vorriehtung selbsttätig vorgenommen wird.
Es wird also. möglich, die bedienungs losen Nebenkraftwerke vom Hauptkraftwerk aus selbsttätig an das Netz zu schalten und dabei gleichzeitig im Hauptkraftwerk nur ,eine einzige selbsttätige Parallelschaltvor- richtun- vorzusehen. Ausserdem werden nach dem Verfahren gleichmässigere und für das Synchronisieren günstigere Drehzahlpende- hLugen erreicht.
Die Zeichnung zeigt schematisch eine Krafterzeugungsanlage, welche das nachfol gend beschriebene Ausführungsbeispiel des Verfahrens durehzuführen gestattet, und in welcher ein Hauptkraftwerk H beispielsweise mitdrei Nebenkraftwerken I, II, IH parallel arbeiten kann. In dem Hauptkraftwerk H sind drei Hauptschalter 41, 42, 43 vor gesehen, die in die zugehörigen, von der Sani- D melsehiene 44 abgezweigten Fernleitungen einaebaut sind.
Zum ParalleIsthalteu dient das Synchronoskop <B>89,</B> das einerseits eben falls an der Sammelschiene 44 lieut und mit- telst des Umsehalters 40 anderseits wahl weise an die drei Fernleitungen<B>1,</B> 2 und<B>3</B> angeschlossen werden kann. Um das Neben kraftwerk I in Betrieb zu setzen, wird durch Schliessung des Linienölsehalters 41 die Fernleitung<B>1</B> unter Spannung gesetzt, wobei der Linienschalter <B>18</B> des Nebenkraftwerkes noch offen ist. Seine netzseitigen Klemmen stellen jetzt unter Spannung.
Die Inbetrieb- setzung,der Turbine und die Darstellungder Generatoren- und Tachometerdynamospan- nung erfolgt zum Beispiel auf die im sGhweiz. Patent Nr. 104184 beschriebene Weise. Für die weitere Inbetriebsetzuno7 des NebenkraIt- werkes wird nun der Liniens-chalter 41 in .dem bedienten Hauptkraftwerk durch das Personal ausgeschaltet.
Dadurch wird die Fernleitung<B>1</B> spannungslos, und das im<B>Ab-</B> fallen verzögerte Nullspannungsrelais 4.5 fällt ab. Durch,das Abfallen wird ein Strom kreis geschlossen, der mit der Spannung der Tachometerdynamo 12 das Anziehen des Re- la-is 46 -gestattet.
Dieses Relais schliesst den Stromkreis des Motorantriebes<B>17</B> des Öl- schalters <B>18,</B> der infolgedessen eingeschaltet wird, so dass jetzt die Fernleitung<B>1</B> bis zu ,den Klemmen des Linienschalters 41 ini Haupfkraftwerk unter der Spannung des Nebenkraftwerkes steht. Dabei kann die In betriebsetzung nurdann bis zu diesem Grade gedeihen, wenn,der Linienschalter 41 ausge schaltet, die Tachometerdynamo, 12 und der Generator<B>10</B> auf normale Spannung ge bracht werden.
Es ist somitdie Möglichkeit eines ParalleIschaltens ohne Synehronisie- rung ausgeschlossen und die Sicherheit für einen weiteren störungsfreien Ablauf der<B>In-</B> betriebsetzung durch Bereitstellung der Tache,meterdynamo- und -der Generatoispau- nung geggeben.
Um nunmehr die Parallelschaltung iln Hauptkraftwerk auszuführen, wird zur Er zeugung von- Drehzahlpendelungen geschrit# ten, die im Gebiete um die syn-Glirone Dreh zahl zu erfolgen haben.- Es ist dabei von wesentlicher Bedeutung, dass die Drehzahl- pendelungen in, diesem Gebiete besonders langsam erfolgen, um eine leichte Parallel- scha.Itung zu erin6,
glichen. Die Drehzahlpen- delungen werden durch Änderung der Ein- lauföffnung des Turbinenleit-rades mittelst des Turbinenreglers<B>23,</B> 24 erzeugt, welcher überdas Kegelradgetriebe <B>227</B> unter dem Ein- fluss,des Drehzahlverstellmotors 22 stellt.
Die Steuerung des -Motors: 22 erfolgt mit Hilfe .eines feinempfindlichen Spannungsrelais 47, welches nicht, wie andere derartige Appa rate,<B>je</B> nach dem Spannungszustand ent weder angezogen wird oder abfällt, sondern bei welchem je-der Spannung eine bestimmte Stellung des l#ssla.isa.nli:ers entspricht. Dieses Spannungsrelais ist an die Tachometer- #dynamo. 12 angeschlossen. Das Spannungs relais 47 ist derart eingestellt, dass es bei der ,synchronen Drehzahl des Generators in der Mittellage zwischen den Kontakten<B>53</B> und 54 stellt und weder den einen noch den an dern schliesst.
Ist die Drehzahl des Genera tors. und somitdie- Spannung der Tachometer- dynamo unterhalb eines, gewissen -#V,ertes der Drehzahl, so wird der Kontakt<B>53</B> des Relais 47 geschlossen. M, Tird die synchrone Dreh zahl um einen o-ewissen Wert überschritten. so erfolgt flie Schliessung des. Kontaktes 54 .des Relais 47.
Je nachdem der Kontakt<B>53</B> oder 54 geschlossen ist, wird das ihm zuge ordnete Relais 49 oder<B>50</B> angezogen, die eine Speisung der einen oder andern Wicklung des Drehzahlverstellmotors '22 gestatten und auf fliese Weise auf eine Erhöhun-, oder Ver- min#deruilo- der Drehzahl einwirken.
Hat das Spannungsrelais 47 die Konfakte <B>53</B> und 54 verlassen, das heisst. bewegt es sieh in der Mittellage, wobei die Drehzahl des Genera- tors sehr nahe an der synchronen Drehzahl ist, so erfolgt die Speisung des Drehzahlver- stellmotors <B>22</B> nicht mehr unmittelbar,.son- ,dern über einen der Widerstände<B>51.</B> Da durch wird erreicht, #dass im Bereich der syn- ehronen Drehzahl die Drehzahländerungen bedeutend lano-Samer erfolgen,
wodurch eine bequeme Parallelschaltung ermöglicht wird. t' Diese wird wie folgt ausgeführt: Bei der Inbetriebsetzung der Turbine 4- werden der Generator<B>10</B> mit seiner Erreger maschine<B>11,</B> sowie die Tachometerdynamo 12 allmählieli unter Spannung gesetzt. Da die norma.le Drehzahl noch nichterreielit ist., ist die Spannung der Tachometerdynamo, un ter ihrem .\Tornialwert, und der Kontakt<B>53</B> des Spannungsrülais 47 ist geschlossen. Da durch wird das Relais 49 angezogen.
Der Drehzahlverstüllmotor 22, erhält über den Kontakt<B>53</B> des Spannungsrelais 47 und den untern Kontakt des Relais 49 Spannung und arbeitet im Offnun-ssinne der Turbine. Wird die synchrone Drehzahl bis zu einem durch Einstellung des Spannungsrelais 477 voraus bestimmten Wert angenähert, so verlässt die ses seinen Kontakt,<B>53.</B> Das Relais 49 bleibt trotzdem an-ezogen, das über einen Halte- e_lI 21 kontakt am Relais<B>50,</B> immer noch, unter Spannung steht.
Die Speisung des Motors 22 erfolgt aber nicht mehr mit der vollen Span nung der Tachometerdynamo, da, der direkt speisende Stromkreis am Kontakt<B>53</B> des Spannungsrelais 47 unterbrochen ist. Dage- gen erfolgt die Speisung der Öffnungswich- lung,des Drehzahlverstellmotors 22 jetzt nur über den Widerstand<B>51,</B> welcher eine wei tere, wenn auch langsamere Erhöhung der Drehzahl bewirkt.
Kann die Para.Ilelscha,1- tung nicht schon beim ersten Durchgang durch die synehrone Drehzahl erfolgen, so wird die Drehzahl und so-mit die Taeho- meterdynamospannung über einen gewissen Wert hinausgehen und dadurch,der Kontakt 54 am Spannungsrelais 47 geschlossen. Da- ,durch wird das Relais,<B>50</B> angezogen, welches zuerstden Ilaltestromkreis,des Relais 49 un terbricht.
Gleichzeitio- wird dem Drehzi%hl- verstellmo,tor 22 in der Schliessrichtun-, die volle Spannung der Tachometerdynamo <B>12</B> zugeführt. Ist die Drehzahl wiederum der art gesunken, dass der Kontakt 54 am Span nungsrelais 47 verlassen wird, so erfolgt die weitere Schliessung der Turbine über den Widerstand<B>51,</B> wodurch eine verlangsamte, abnehmende Drühzahläuderung bewirkt wird.
Auf diese Weise können langsame Pendelun- gen umdie synchrone Drehzahl erzeugt wer- .den, die ein Paxallelschalten im Hauptkraft- werk,durch eine automatische Para.Ilelschalt- vorrichtung gestatten.
Na,ch erfolgter Parallelschaltung wird die Drehzahl der Gruppe ;durch das Netz kon- sta-ut gehaften, und die Tachometerdynamo- spannung bleibt ebenfalls konstant.<B>DA</B> rfolg-t das. Parallelschalten während des Offnens der Turbine, so bleibt das Relais 49 angezogen.
und der Drehzahlverstellmoto#r 22 öffnet un ter der verminderten Spannung langsam wei ter, bis die Turbine vollständig belastet und ,der Drehzahlverstellmotor '22) durchdie End- schalter <B>28</B> abgeschaltet worden ist. Erfolgt dagegen die Parallelschaltung während der Schliessbewegung der Turbine, so würde die Turbine langsam weiter geschlossen und könnte keine Last aufnehmen.
Um diesem Übelstand zu begegnen, ist ein Zeitrelais 52 vorgese 'hen,,das jedesmal unter Spannung t' t5 ge- setzt wird, wenn eine Pendelung in der Schliessrichtung beginnt.
Dauert die Schliess- ;Z bewegung der Turbine länger als eine, nor- C male Pendelperiode, so wird das ZeitreIais <B>52</B> angezogen und maclitdas Spannungsrelais 47 spannungslos, wodureb. der linke Kontakt ge schlossen -wird und eine vollständige<B>Öff-</B> nung der Turbine erfolgt.
Die Einstell-iingder Mittellage des Span nungsrelais 47 kann mit Hilfe, eines Einstell- widerstandes 48 erfolgen, welcher<B>je,</B> nach Bedarf die Einstellung der Drehzahlpende- lungen um eine jeweils verschiedene Syn- ehrondrehza.hl gestattet.